Das Chatinterview wurde im Rahmen des Großen Literaturschock Forums und dessen Chatsystem mit verschiedenen Mitgliedern veranstaltet. Vorangegangen war eine Leserunde zu "Die Hüter der Rose".

Literaturschock: Herzlich willkommen, Frau Gablé. Herzlich Willkommen zur Chat-Fragestunde mit Rebecca Gablé natürlich auch an alle andere! Viel Spaß beim Fragenstellen! Dann legt mal los!

Galadriel43: Ich habe für Der Hüter der Rose gerade mal 3 Tage gebraucht, die Bücher sind einfach zu kurz

Rebecca Gablé: Und bei meinem Verlag stöhnen sie immer über den Umfang.

Galadriel43: Gibt es eine Fortsetzung von den Siedlern? Ich fand den Schluß irgendwie so offen

Rebecca Gablé: Nein. Nicht von mir, jedenfalls. Das ganze war als Trilogie geplant, und es hat mir auch Spaß gemacht, Teil 1 zu schreiben, aber ich hatte danach das Gefühl, alles über Catan gesagt zu haben.

Angelcurse: Rebecca, was sagst Du zu dem "Vorwurf", dass alle Deine Bücher / Helden / Geschichten gleich wären?

Rebecca Gablé: Na ja. Drei Dinge: 1. Befinde ich mich da mit J.K. Rowling in bester, angenehmster Gesellschaft. 2. finde ich meine Bücher nicht ähnlicher, als, sagen wir, zwei Krimis eines beliebigen Autors. 3. kann ich den Leuten, die das finden, einfach nur raten, in Zukunt Bücher anderer Autoren zu kaufen. Ich meine das nicht sarkstisch. Aber ich kann nun mal nur das schreiben, was mir Spaß macht.

Angelcurse: Ich kann das auch nicht ab, wenn irgendwelche Pressefuzzies Bestsellerautoren runtermachen: Bessermachen heißt die Devise.

Rebecca Gablé: Ach, mich regt das nicht so auf. Wenn man Bücher veröffentlicht, muss man auch Kritik aushalten können. Solange sie sachlich bleibt, geht das in Ordnung, meine ich.

Bettina: Bei Kritiken habe ich immer das Gefühl, Verrisse schreiben sich einfacher als Belobigungen...

Rebecca Gablé: Ehrlich gesagt, sind mir die Meinungen meiner Leserinnen und Leser auch ein bisschen wichtiger.

Bettina: Kritiker lesen die Bücher auch nicht immer freiwillig, Leser schon... und die lieben die Bücher dann auch umso intensiver. Die Siedler von Catan

Rebecca Gablé: Ja, Verrisse sind sicher einfach zu schreiben, knackiger. Aber ich denke oft, dem lesenden Publikum wäre mit einem Rat, WAS man lesen soll, oft mehr gedient.

hertzi: Kann man jemandem raten, was er lesen soll? Ich lese lieber nach Lust und Laune?

Rebecca Gablé: Hm, gute Frage, Hertzi. Sehr vieles hängt natürlich vom persönlichen Geschmack ab.

Bettina: Ich denke, wer vernünftig begründen kann, bringt seinen Rat schon sehr nahe zu den Leuten, oder?

Angelcurse: Schaffst Du es eigentlich in deiner Freizeit zu lesen? Und wenn ja, was?

Rebecca Gablé: Natürlich lese ich auch "privat", Angel. Im Aughenblick zum Beispiel "Fatherland" von Robert Harris.

Literaturschock: Großes Lob für "Die Hüter der Rose"! Ich hatte vor dem Urlaub die ersten 300 Seiten gelesen und dann den Rest innerhalb eines Tages an einem verregneten Tag in Holland

Rebecca Gablé: Vielen Dank!

Literaturschock: Wie sieht denn die Zeitplanung für die Waringhams aus?

Rebecca Gablé: Es ist noh ein bisschen zu früh, um einen konkreten Zeitplan für die Waringhams zu machen. Ich hoffe, dass Teil 3 im Herbst 2007 erscheinen kann, aber nagelt mich darauf bloß nicht fest.

Literaturschock: 2007 ist natürlich eine Horrormeldung für alle Fans. Ist das denn das einzige Projekt derzeit oder steht noch etwas anderes an? Vielleicht auch mal wieder ein Krimi?

Rebecca Gablé: Ich arbeite immer nur an einem Projekt (Ich kenne eine Kollegin, die schreibt an bis zu 6 Büchern gleichzeitig). Ich würde gerne mal einen historischen Krimi versuchen. Aber das ist noch nicht ganz ausgereift.

Bettina: Ist die Hauptarbeit bei Teil 3 derzeit noch Recherche oder schon Schreiben (Entwürfe, Texte, Passagen...)?

Rebecca Gablé: Ich recherchiere derzeit hauptsächlich noch, habe aber schon angefangen zu schreiben. Eigentlich schon ziemlich viel.

Galadriel43: Gibt es ein weiteres Projekt mit der Autorengruppe "Quo Vadis"?

Rebecca Gablé: Ja, es wird einen weiteren Kettenroman von "Quo Vadis" geben. Arbeitstitel: Der 12. Tag, ein hist. Krimi über die Ermordung von Williams II. "Rufus" im Jahr 1099.

Galadriel43: Gut, Die sieben Häupter kommt zwar nicht an deine eigenen Romane ran, aber er ist doch ziemlich gut.

Rebecca Gablé: Na ja, solche Mischwerke sind immer schwierig. Die 7 Häupter finde ich aber besser als vieles anderes, was es in der Richtung so gibt. Die meisten sind völlig konfus, jeder fügt eigene Figuren ein uns so weiter.

Bettina: Wieviel Zeit wird so einem Quo Vadis-Projekt eingeräumt?

Rebecca Gablé: Insgesamt ein Jahr, Bettina, jeder Autor hat einen Monat Zeit.

Literaturschock: Wie ordnen Sie die "Siedler von Catan" ein? Eher historisch, oder eher Fantasy? Da streiten sich ja die Geister sehr und ich kenne viele LeserInnen historischer Romane, denen wegen der "historischen Fantasiegeschichte" das Buch selbst verteufeln.

Rebecca Gablé: Die Siedler von Catan ist ein historischer Roman. (Mal die Definition bei Gero von Wilperts "Sachwörterbuch der Literatur" nachlesen ... Auch wenn nur der kulturelle und soziale Hingergrund historisch ist, fällt es trotzdem unter das Genre. Fantasy- Komponenten, wie Drachen, Zauberschwerter etc. fehleh hingegen. Die Hüter der Rose

Angelcurse: Frage zu den Hütern: Henry sagt sehr oft "Wahrlich und Wahrlich" - Historisch belegt?? Oder selbst ausgedacht? Mir gefällts.

Rebecca Gablé: "Wahrlich und wahrlich" hat er wirklich ständig gesagt.

Ingroscha: Etwas früher sagten Sie die Meinung der Leser sei Ihnen eigentlich ein wenig wichtiger, als Kritiken, daher: Mich stört im "Lächeln", dass der Hauptprotagonist so oft knapp mit dem Leben davon kommt - das wirkte auf mich nach zu vielen Zufällen und ermüdete mich etwas.

Literaturschock: Mir ging es ähnlich. Am Schluß dachte ich dann auch, dass die Personen ständig in Bedrängnis geraten und dann von jemandem gerettet werden. Das ist aber auch so ziemlich der einzige Kritikpunkt am Buch.

Rebecca Gablé: Könnte ich für die Zufälle ein Beispiel bekommen? Dann ist es einfacher, darauf einzugehen.

Ingroscha: Zufälle: Z. B. Robins Rettung vorm Galgen

Literaturschock: Wenn ich mir nur die Namen merken könnte... z.B. als Daniel (?) - Raymonds Bastard - hingerichtet werden soll... argh.. ich habe schon wieder einiges vergessen... dann später, John von Raymond gerettet wird... das kam öfter vor... nur am Schluß fand ich es dann einmal zu viel...

Rebecca Gablé: Robins Rettung vom Galgen ist mitnichten ein Zufall. Es war durchaus wahrscheinlich, dass der Spielmann (Gott, wie hiße er? Cedric Ivor?) mit den Aufständischen in London sein würde, denn Spielleute waren immer schon Revoluzzer. Ist es so unwahrscheinlich, dass er Robin da hängn sieht, erkennt und runterschneidet? Ich finde, nein ...

Ingroscha: Vielleicht ist "Zufall" auch nicht die korrekte Bezeichnung

Rebecca Gablé: Ich weiß natürlich, was ihr meint. Natürlich haben meine Protagonisten manchmal einfach Glück. Aber ich kann sie schlecht auf Seite 500 im Kerker verrecken lasse, oder? Was würdet ihr dann sagen? ... Außerdem haben sie doch auch genauso oft Unglück. Kommt mir jedenfalls so vor.

Galadriel43: In wie weit ist eigentlich diese satanistische Szene fiktion?

Rebecca Gablé: Zur schwarzen Messe: Eleanor Cobham wurde wegen der geschilderten Riten verurteilt ... Ob sie sie tatsächlich begangen hat, werden wir nie wissen. Ich glaube, ja. Sie war schon ein Früchtchen, Lady Eleanor. Tatsache ist: Alle beschriebenen Rituale hat es gegeben (und gibt es wohl leider immer noch).

Literaturschock: War es nicht ein seltsames Gefühl, über einen alternden Robin zu schreiben?

Galadriel43: Also ich musste eine kurze Pause machen, als Robin starb. War richtig traurig

Rebecca Gablé: Nein, zu Robin habe ich ganz leichz zurückgefunden. Er war ja auch am Ende von "Fortuna" nicht mehr jung. Es war schön, ihn wiederzutreffen. Natürlich war ich auch traurig, als er starb. Aber mal ehrlich, ich hab's so schön gemacht, wie's ging, oder?

Literaturschock:Stimmt. Er starb im Bewusstsein, dass es seinem Sohn gut geht. Dann noch eine Frage zu Raymond: Wieso wurde aus ihm ein so zwiespältiger Charakter?

Rebecca Gablé: Zu Raymond: Ist er so zwiespältig? Oder nur ein Kind seiner Zeit? Ich persönlich konnte ihm nie richtig böse sein. Aber, na ja, ich bin ja auch so was wie seine Mutti.

Literaturschock: Nein, böse war ich Raymond auch nicht... das konnte ich einfach nicht! Das Lächeln der Fortuna

Angelcurse: Also ich muss Robins Tod bemängeln. Ich war schockiert, dass sein Tod innerhalb von drei Sätzen "abgehandelt" wurde, obwohl er die Hauptfigur von Band 1 war, und ich liebte Robin mehr als John!

Literaturschock: @Angelcurse: Aber Robin war die Hauptperson aus Band 1, nicht Band 2

Galadriel43: Anfänglich habe ich Raymond nicht sehr gemocht, aber später konnte ich mich dann doch mit ihm anfreunden

Rebecca Gablé: Zu Robins Tod: Ich weiß, es kam sehr schnell und war vielleicht deshalb für manche ein Schock. Ich hatte das kurz zuvor erlebt, dass jemand aus meinem Umfeld ganz plötzlich aus dem Leben gerissen wurde. Diese Abruptheit hat mich beschäftigt, und vielleicht habe ich es deswegen so gestaltet ... Jedenfalls ist ein schneller Tod wohl der gnädigste, auch und gerade für die Leser, die Robin ins Herz geschlossen hatten. Oder hätte ich sein Leide 10 Seiten hinschleppen sollen?

Galadriel43: Aber am meisten hat mich eigentlich schockiert, dass Raymond einen solchen "tollen" Sohn hatte

Literaturschock: Huh... ja... Raymonds Sohn... der hat mich auch schockiert. Von dem lesen wir im 3. Teil bestimmt noch, oder?

Rebecca Gablé: Sorry, Galadriel ,-) Mir hat es Spaß gemacht, einen Waringham zu erfinden, der ein richtiges Schwein ist.

Literaturschock: @Rebecca: DAS hat man gemerkt *grins*

Galadriel43: Als wäre Mortimer wieder auferstanden

Bettina: Gibt es eigentlich ein Buch eines anderen Autoren, das Sie selber gerne geschrieben hätten?

Rebecca Gablé: Nein, Bettina. Es gibt viele Bücher, die ich sehr bewundere. Aber ich habe nie das Gefühl gehabt, einen Kollegen, eine Kollegin um eine Idde zu beneiden.

Literaturschock: Was mich auch interessieren würde: Wer ist Ihre Lieblingsfigur in den Hütern?

Rebecca Gablé: Owen Tudor! Gerade habe ich das Vergnügen mit seinem Sohn Jasper. Ein wirklich interessantes Exemplar, kann ich euch sagen.

Galadriel43: ja, der hat ein bißchen was von Robin, finde ich

Literaturschock: Überrascht hat mich allerdings, dass er mit seiner Katherine geflohen ist und sie geheiratet hat. War das wirklich so?

Rebecca Gablé: Ja, Literaturschock, das war wirklich so.

Literaturschock: Schön... ich finde es immer schwierig, mich in die damalige Zeit hineinzuversetzen... dass es da überhaupt Heirat aus Liebe gab...

Rebecca Gablé: Stimmt, Heirat aus Liebe war die Ausnahme ... vielleicht war die Welt gerade deswegen so schockiert (und wütend) auf Owen und Katherine. Vielleicht neidisch?

Literaturschock: Besonders toll fand ich dann auch das Nachwort, wo anklang, welche Themen die folgenden Bücher behandeln werden (wird es denn nur ein weiteres geben?)

Rebecca Gablé: Geplant ist nur noch ein dritter Band. Der geht bis 1485, und da, sagt man in England, ist das Mittelalter zu Ende. Aber möglich ist alles. Vielleicht wird es ja "A trilogy in 4 parts" wie Douglas Adams sagte. Jagdfieber

Galadriel43: Planst du eigentlich noch zu deinen anderen Büchern eine Fortsetzung, zB Das zweite Königreich?

Rebecca Gablé: Zum 2. Königreich und zur purpurnen Atadt sind konkret keine Fortsetzungen geplant. Ich freue mich dann auch darauf, wieder was ganz neues anzufangen.

Galadriel43: Liest du eigentlich während du an deinen Büchern schreibst, Rebecca?

Rebecca Gablé: Klar, Galdriel. Da ich ja praktisch IMMER schreibe, käme ich sonst gar nicht zum Lesen.

Literaturschock: Viele AutorInnen haben schon in Interviews auf Literaturschock verraten, dass sie sich das Lesen total abgewöhnt haben, weil sie es nicht mehr unkritisch genug könnten.

Rebecca Gablé: Ich weiß, dass viele Kolleginnen und Kollegen gar nicht oder kaum zum Vergnügen lesen. Für mich wäre das unvorstellbar. Siehe euer Cicero-Zitat. Ich möchte auf keinen Fall auf all die tollen Bücher anderer Autoren verzichten müssen.

Ingroscha: Ich höre eigentlich von sehr vielen Autoren, dass sie weiterhin lesen und dies auch als ständige Inspiration nutzen. Rebecca, ich bin gespannt, wie es bei Ihnen ist

Bettina: Warum sind die Krimis eigentlich nicht historisch? Eine Frage von Spass, anderer Recherche, persönlicher Vorliebe...

Rebecca Gablé: Die Krimis habe ich größtenteils geschrieben, ehe mir je der gedanke kam, mal was historisches zu versuchen. Es ist auch hin und wieder ganz schön, mal über normale Menschen zu schreiben, die Strom in der Steckdose haben, Autos fahren und sich nicht gegenseitig umbringen, weil jemand was Falsches gesagt hat.

Angelcurse: Rebecca, ich habe noch eine Frage zum Lächeln der Fortuna. Das Buch sieht ja optisch ganz anders aus, als deine anderen Bücher vom Ehrenwirth Verlag. Wird es eine Neuauflage geben, die denselben Stil hat wie alle Bücher von Dir? Das sieht nämlich immer doof aus im Regal, wenn nur ein Buch anders aussieht :(

Rebecca Gablé: Angelcurse: Meines Wissens ist keine Umgestaltung geplant, aber ich werd die kritik mal weiterleiten.

Literaturschock: Und noch eine Frage, die ich mir auch immer wieder gestellt habe: Wie kam es zu der Idee, aus den Waringhams Pferdeflüsterer zu machen? Das hat ja schon etwas übersinnliches in den Bücher, ich selbst empfinde es aber trotz historischem Roman nicht als störend.

Rebecca Gablé: Pferdeflüsterer sind nach meiner Erfahrung nichts "Übersinnliches". Es gibt sie, jedenfalls in England, ich habe es selbst gesehen. Übrigens ist Robin mitsamt seiner Pferdegabe entstanden, ehe der Roman *Der Pferdeflüsterer* erschien. Nicht, dass ihr etwa denkt ...

Literaturschock: Monty Roberts? (ich habe selbst auch zwei Pferde, tendiere aber eher zur Richtung Pat Parelli - falls Ihnen das etwas sagt)

Rebecca Gablé: Nein, ich meinte jetzt eher den Pferdeflüsterer-Roman. Von wem war er doch gleich? Komm nicht drauf. Ich kenne Monty Roberts (wir sind Verlagskollegen), aber Parelli sagt mir nichts.

Literaturschock: Der Roman ist von Nicholas Evans... jetzt mal noch eine Frage, die immer wieder gestellt wird: Wie wichtig ist Ihnen Authentizität in historischen Romanen?

Rebecca Gablé: Authentizität im historischen Roman finde ich sehr wichtig. Natürlich können wir vergangene Ereignisse und Wirklichkeiten nicht wirklich so rekonstruieren, wie sie waren. Aber ich lege schon größten Wert auf Genauigkeit. Damit der Roman das Prädikat "historisch" überhaupt verdinet. (Was jetzt aber nicht heißt, dass ich keine Fehler mache. Die machen alle). Der König der purpurnen Stadt

Literaturschock: ich habe auch noch eine Frage bezüglich der Recherche: Wie wird für so ein dickes Buch recherchiert? Wie kann man da überhaupt den Überblick behalten?

Rebecca Gablé: Ich fahre in meine alte Uni-Bibliothek und erstelle mir eine Literaturliste zu meinem Thema/meinen Themen. Dann wird ausgeliehen und gekaut (es lebe zvab) und ein paar Wochen gelesen. Dann fange ich an zu schreiben und recherchiere parallel weiter. Immer wichtiger wird für die Recherche auch das Internet. Es gibt ein paar seriöse Internet-Protale zum Mittelalter, netserf und orb zum Beispiel (sh. Linkliste meiner Website).

valkyrja: Mich würde mal interessieren, wenn das nicht schon gefragt wurde, wie Du auf die Idee kamst zu schreiben. Und wann. Und ob Du was anderes gelernt hast. So a la Ausbildung, Studium.

Rebecca Gablé: Geschrieben hab ich immer schon (noch ehe ich alle Buchstaben konnte). Das hat aich was mit Zwang zu tun, glaube ich. Ich habe Literatur studiert (vor allem mittelalterliche), und früher, vor langer Zeit, war ich mal Bankkauffrau. Darüber hab ich einen Krimi geschrieben, für den einige meiner ehemaligen Kollegen mich nicht sehr lieb haben.

Bettina: Haben die Kollegen geglaubt, sich selber zu erkennen, oder?

Rebecca Gablé: Nein, Bettina, ich gebe mir immer große Mühe, niemanden zu porträtieren. Das finde ich kränkend und unanständig (Das gilt m.E. übrigens auch und in besonderer Weise für den Kollegen Maxim Biller). Aber ich habe eine paar Bank-kritische Dinge geschrieben in dem Roman. Das konnten einige nicht so gut wegstecken.

Ingroscha: Rebecca, mich würde interessieren, welche AutorInnen du gerne liest.

Rebecca Gablé: Ganz unterschiedlich,

Ingroscha: Gerade hatte ich meine Dannis Lehane-Phase. Hab ich jetzt leider alle durch. Ich lese ziemlich durcheinander, viele Thriller (gern auch amerikanische, nicht alle sind so von der Stange wie Grisham)..

Galadriel43: Meidest du dann andere historische Romane oder hast du keine Angst vor dem Einfluss anderer Autoren?

Rebecca Gablé: ... manchmal auch historische Romane (relativ wenig, allerdings), auch schon mal Klassiker oder was sog. "Anspruchsvolles", aber auch eher selten. Ich lese vor allem zum Vergnügen.

Literaturschock: und lesen Sie auch mal deutsche AutorInnen? Ich finde, da sind einige in der letzten Zeit erschienen, die der Beachtung mehr als wert sind

Rebecca Gablé: Ja, ich lese deutsche AutorInnen, möchte mich über Kolleginnen und Kollegen nicht öffentlich äußern, wie ihr sicher verstehen werdet.

Literaturschock: Ihr "Geheimtipp" ist ja auch Kevin Baker, wie Sie mir mal auf einer Lesung verraten haben (da ist gerade sein neuestes als Taschenbuch erschienen)

Rebecca Gablé: Ein paar meiner "ewigen" Lieblingsbücher stehen in den faq auf meiner Website www. gable.de Ich lese relativ langsam und sicher nicht so viel wie ein guter Buchhändler/in. Also fragt lieber die nach Büchertipps. Absolut empfehle ich allerdings den nächsten Roman von Elizabeth George. (Dauern wohl noch ein bisschen. Ich übersetzte ihn gerade )

Ingroscha: Rebecca, wie sieht es mit Fachliteratur aus, welche Bücher ziehst du für die historischen Romane heran? Mich interessiert im Besonderen Literatur übers Mittelalter, daher meine Frage.

Rebecca Gablé: Fachbücher: Es gibt so furchtbar viele. Fast alles, was ich lese, ist in englischer Sprache. Wenn ihr Literatur zu bestimmten Themen sucht, schickt mir eine Mail. Ich sehe zu, ob ich helfen kann.

Angelcurse: sind Lesungen in Berlin und / oder Brandenburg geplant? Mir ist aufgefallen, dass die meisten AutorInnen aus dem Süden fast ausschließlich im Süden lesen :(

Rebecca Gablé: Süden? Was heißt hier Süden ?! Ich lebe "tief im Westen", nämlich am Niederrhein. Nach Berlin oder Brandenburg wird es mich vorläufig nicht verschlagen, da ich keine Lesereisen mehr machen kann. Hat persönliche Gründe.

Literaturschock: Lesen Sie eigentlich auch Buchbesprechungen Ihrer Bücher auf den diversen Internetseiten? Oder ist das gar nicht von Interesse?

Rebecca Gablé: Buchbesprechungen im Netz lese ich selten. Natürlich sind Meinungen immer interessant, aber ich muss immer aufpassen, dass ich nicht Stunden imInternet vergeude, statt zu arbeiten. Mit der regulären presse, so ich sie denn lese, habe ich meist schon genug zu tun. Das zweite Königreich

Galadriel43: Rebecca, wie schreibst du eigentlich? Gibst du dir feste Arbeitszeiten oder wie geht das bei dir?

Rebecca Gablé: Nein, feste Zeiten hab ich nicht, Galadriel. Selten bin ich morgens kreativ, aber ab MIttag ist zwischen einer und zehn Stunden alles normal.

Bettina: Wieviel Arbeit muss ein Autor selbst eigentlich nach der Veröffentlichung für das Marketing tun?

Bettina: Lesungen klar, aber wer organisiert, plant etc und macht den Kleimkram?

Rebecca Gablé: Die Organisation, Bewerbeung etc. für lesungen teilen sich in der Regel Verlag und Veranstalter (Buchhandlung oder Bibliothek).

Literaturschock: Jetzt nochmal etwas konkreter zu den Krimis: Wird es irgendwann mal wieder etwas von Mark Malecki zu lesen geben?

Rebecca Gablé: Gut möglich, Literaturschock. Lust hätte ich schon.

Literaturschock: So langsam fallen mir keine Fragen mehr ein... aber die muss noch sein: Haben Sie den neuesten Harry Potter schon zu Hause (oder gar gelesen)?

Rebecca Gablé: Klar, ich hab an Erscheinungstag die englische Ausgabe bekommen und 1 Wochenende gebraucht. Ich bin HP-süchtig.

Galadriel43: Was ist eigentlich schwerer zu schreiben, Rebecca? Krimi oder historischer Roman?

Rebecca Gablé: Schwer zu sagen, Galdriel. Beim historischen Roman ist der lange Erzählfaden mit den vielen Figuren die großer Herausforderung. Beim Krimi die engen Genre-Grenzen. Spannung ist wohl bei beiden gleich wichtig. Aber was schwieriger ist, kann ich ehrlich nicht sagen.

Ingroscha: Rebecca, bist Du der Meinung, ein historischer Roman muss immer einen größeren "Umfang", sprich viele Seiten haben? Ich meine mich erinnern zu können, diese Aussage von einem anderen Autoren hist. Romane gehört zu haben.

Ingroscha: Leider weiß ich nicht mehr, wer es war

Ingroscha: Hintergrund war, dass im hist. Roman immer eine sehr komplexe Welt "erschaffen" wird und dafür einfach mehr Seiten gebraucht werden

Rebecca Gablé:

Ingroscha: Ich habe es gern, wenn historische Romane üppig sind, aber ein guter Roman kann auch nur 150 Seiten haben. Ich finde, solche Regel engen die LIteratur immer nur ein.

Literaturschock: Rebecca, vielen vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns heute Abend genommen haben!

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