Der dritte Tag der Blogtour rund um die Autorin Anne Freytag und ihr Buch "434 Tage". Nun ist es also an Literaturschock, einen Beitrag zu leisten und ich hoffe, euch gefällt das Interview, das ich mit Anne geführt habe.

Anne FreytagUnter allen Kommentatoren zu dem Interview werden je ein signiertes Taschenbuch von "434 Tage" und "Renate Hoffmann" verlost. Damit ich mit euch im Falle eines Gewinnes in Kontakt treten kann, solltet ihr eure E-Mail-Adresse angeben. Ich freue mich auf eure Beiträge! Das Gewinnspiel endet heute um 23.59 Uhr. Die Auslosung findet morgen statt. Viel Glück und viel Spaß mit dem Interview und den weiteren Stationen der Blogtour.

Literaturschock: Liebe Anne, zuerst einmal vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses kleine Interview nimmst. Damit die Leser Dich ein bisschen besser kennenlernen eine Frage: Welche drei Adjektive charakterisieren Dich am Besten?

Anne Freytag: sensibel, willensstark, perfektionistisch

Literaturschock: Du schreibst Bücher weil …

… man sich nicht aussucht, was man liebt. Und ich liebe das Schreiben. Ich liebe es, dass ich mir Menschen erfinden kann. Und am Ende sind sie echt. Zumindest in meinem Kopf. Und wenn ich meine Arbeit gut mache, dann auch in denen meiner Leser. Eigentlich bin ich ein Menschen-Erfinder. (Toller Job.)

Literaturschock: Fällt Dir das Schreiben leicht? Oder gibt es auch Schwierigkeiten, die Du immer mal wieder umschiffen musst?

Anne Freytag: Manchmal geht es so gut, dass meine Finger nicht mit dem Tippen nachkommen. Und manchmal sitze ich nur da, starre auf den blinkenden Cursor und verfluche ihn. Manchmal ist Schreiben wirklich Arbeit. Harte Arbeit. Vor allem, wenn die Protagonisten launisch sind und nicht machen, was sie sollen. Wenn sie sich einfach nicht in den Charakter verlieben, den ich für sie erschaffen habe, oder doch nicht lesbisch sein wollen, oder oder oder… Das sind die Momente, in denen ich den Laptop am liebsten vom Balkon schleudern würde. Aber leider haben sie meistens recht. Es sind ihre Entscheidungen, die die Romane glaubwürdig machen, weil sie selbst entscheiden haben. Und am Ende mag ich sie für ihre Eigenwilligkeit am liebsten. Dann weiß ich, dass ich echte Charaktere erschaffen habe, die mir eben nicht nach dem Mund reden.

Literaturschock: Nun ein kleines Zitat von Deiner Autorenbeschreibung: " Ein Held muss authentisch sein. Ist er es nicht, ist er kein Held." Wie hängt Authentizität damit zusammen, dass Du einen Buchcharakter als Helden definieren würdest? Oder umgekehrt: Wie heldenhaft muss ein Charakter sein, um authentisch wirken? Theoretisch kann auch ein Mörder authentisch beschrieben werden - doch er wäre vermutlich kein Held?

Anne Freytag: Ich meine Held nicht im Sinne von Superman oder Hulk oder so. Für mich ist der Held einer Geschichte, der, der sie zusammenhält. Der, der sie trägt. Und wenn das ein Mörder ist, dann ist es ein Mörder. Wenn die Geschichte um einen Mörder geht oder eben um seine Morde, dann ist er der Held der Geschichte. Oder der Anti-Held. Wie man es nimmt. Und so lange er glaubwürdig ist, so lange ich ihm seine Geschichte und sein Wesen abkaufe, lese ich weiter. Weil er mich dann interessiert. Und das passiert nur, wenn ich es glauben kann. Ich will etwas Greifbares. Und das gilt für jedes Genre: im Bereich Fantasy zum Beispiel, muss ich das Gefühl haben, dass die Handlung in sich plausibel ist. Es muss nicht unbedingt realistisch sein. Aber authentisch.

Renate HoffmannLiteraturschock: Im Juli 2013 sind direkt deine drei ersten Bücher erschienen, wenn ich richtig recherchiert habe. Hattest du die eine Weile in der Schublade oder parallel geschrieben und sofort veröffentlicht?

Anne Freytag: Ja, die haben alle ein paar Umwege machen müssen, dann mussten sie eine Weile warten und dann kam der Zeitpunkt, sie zu veröffentlichen. Es endlich darauf ankommen zu lassen. Und das war dieses Jahr endlich soweit. Vor allem vom Gefühl her...

Literaturschock: Stelle Dir vor, Du dürftest für eine Woche die Rolle eines Buchcharakters übernehmen. Egal welches Buch, egal welcher Charakter. In welches Buch würdest Du reisen und weshalb?

Anne Freytag: Puh. Ich glaube ich würde mich tatsächlich für Harry Potter entscheiden. Ich glaube, da wäre am meisten los. Ich könnte so Vieles tun, was ich sonst in keinem (oder nur wenigen) Büchern erleben würde. Ich hätte alles, was mir im Leben auch wichtig ist - wenn ich mich nicht gerade dafür Harry selbst entscheide, der so wie entbehren muss. Harry Potter ist die pure Magie und gleichzeitig so glaubwürdig, dass ich auf der Stelle bereit dazu wäre in King's Cross Station mit voller Wucht gegen die Wand zu rennen und erwarten würde, am anderen Ende Bahnsteig 9 3/4 zu betreten.

Literaturschock: Wie sind Deine Zukunftspläne? Welches Buch möchtest Du noch unbedingt schreiben?

Anne Freytag: Ich bin glücklich. Ich habe zwar viel zu tun, aber ich habe das Leben, das ich mir gewünscht habe. Ich hoffe, mir einen Namen machen zu können. Kreativ zu sein und spannende Menschen zu treffen. Im Privatleben habe ich mein Zuhause gefunden. In der Arbeit gehe ich meinen Weg und den finde ich klasse (zumindest meistens). Das Buch, das ich unbedingt schreiben will? Das gibt es nicht. Oder es ist mir noch nicht eingefallen. Ich schreibe nicht nach Plan. Ich fange an. Und manchmal schaffe ich es bis zur Zielgeraden, manchmal vegetieren angefangene Romane eine Weile vor sich hin, bis sie ihren großen Auftritt haben. Und manchmal sterben Ideen. Ich freue mich auf meine zukünftigen Charaktere, die ich dann genauso lieben werde, wie meine alten.

Literaturschock: Du schreibst Geschichten, die das Leben schrieb. Wie intensiv beobachtest du Menschen, um neue Ideen zu bekommen? Kann ich mir dich beispielsweise als entspannte, kaffeetrinkende Beobachterin in einem Bistro vorstellen?

434 TageAnne Freytag: Ich bin ein Lauscher. War ich immer. Unheimlich neugierig. Ich höre sehr gerne zu. Und die Zeitung lese ich am liebsten von meinem U-Bahn-Nachbarn. Und das fließt in meine Romane. Also, ja, ich bin eine Beobachterin. Aber mit den Ohren sicher mindestens so sehr wie mit den Augen. Und Unterhaltungen. Gespräche machen meine Protagonisten real. Zumindest für mich.

Literaturschock: Autoren und Rezensenten – nicht immer das perfekte Dream-Team. Sondern eher ein Team, das auch viel Spannungspotential beinhalten kann. Deine Bücher werden auf Amazon mit wenigen Ausnahmen bisher sehr wohlwollend rezensiert. Wie stehst Du dazu, Stellung zu Rezensionen zu beziehen? Bist Du eher die Beobachterin oder diskutierst du schon mal mit den Rezensenten?

Anne Freytag: Das tue ich nicht. Ein Teil in mir möchte, aber er darf nicht. Ich reiße mich zusammen. Ich finde es richtig und wichtig, dass man seine Meinung sagen kann. Das ist einer der Grundpfeiler der Demokratie. Es ist nur schade, wie teilweise kritisiert wird. So als wäre den meisten nicht bewusst, dass hinter dem Buch ein echter Mensch steht. Und vielleicht ist es genau so. Ich finde Kritik sollte konstruktiv sein und nicht verletzend formuliert. Aber das ist sie leider nicht immer. Schade.

Literaturschock: Neben Anne Freytag, die Autorin, gibt es noch … ?

Anne Freytag: Die Partnerin, die Tochter, die Schwester und die Freundin. Und dann schlummern noch zwei Pseudonyme in meinem Kopf, die gerade entstehen. Eines für erotische Literatur und eines für Fantasy. Ich habe den ersten Band eines Fantasy-Romanes bereist seit drei Jahren fertig. Der hat jetzt lang genug geschlafen. Ich denke, die Zeit ist gekommen, den zweiten zu schreiben… oder zumindest mal damit anzufangen.

Literaturschock: Zum Abschluss: Möchtest Du uns sonst noch etwas mitteilen?

Anne Freytag: Ich finde es klasse, mit Lesern in Kontakt zu kommen und sie kennenzulernen. Ich freue mich auf Meinungen (und auch Kritik, wenn sie schön gekleidet ist). Ich freue mich über jeden, der sich an meinen Romanen freut, mitfiebert und mir damit dabei hilft, meinen Traum ein Stückchen weiter zu leben. Man findet mich auf Facebook und auf www.freytag-literatur.de.

Literaturschock: Vielen Dank, Anne, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast! Viel Spaß

Anne Freytag: Total gerne. Ich bedanke mich.

Das Interview wurde geführt von Susanne Kasper.

© Autorenfoto: Anne Freytag, mit freundlicher Genehmigung von der Autorin


Weiterführende Links:

Übersicht Blogtour

Webseite von Anne Freytag

Facebookpräsenz von Anne Freytag


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