Christian von Aster (* 1973) studierte Kunst und Germanistik. Er ist unter anderem als Regisseur von Filmen und Hörspielen sowie als Zeichner von Comics tätig und veröffentlichte zahlreiche Texte (unter anderem Satirisches, Fantasy, Krimis), teils in Anthologien.

Boris Koch (* 1973 in Augsburg) ist der Inhaber des auf Phantastik spezialisierten Verlages Medusenblut, der sich einen Ruf als Entdeckerverlag erarbeitet hat. Er ist verantwortlicher Redakteur des Magazins Mephisto für die Bereiche Literatur, Comic und Film und arbeitet als Comictexter und Drehbuchautor.

Markolf Hoffmann 1975 in Braunschweig geboren, studierte Geschichte und Literaturwissenschaft in Berlin und London. Er schreibt seit jungen Jahren und wurde bereits mit 20 Jahren für eine seiner Erzählungen mit einem Literaturpreis ausgezeichnet. Sein erster Roman Nebelriss - Auftakt einer vierbändigen Fantasyreihe - erschien 2004 bei Piper. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit spielt Markolf Hoffmann leidenschaftlich Klavier, komponiert, dreht Kurzfilme, schreibt Drehbücher und tritt auf diversen Festivals und Veranstaltungen auf. Er ist Mitbegründer der Berliner Lesebühne Das StirnhirnhinterZimmer. Sein neuer Roman Ines öffnet die Tür, ein phantastisches Jugendbuch, erschien im Januar 2012 bei Ueberreuter.

Alle drei gemeinsam bilden das Autoren-Dreigestirn der Berliner Lesebühne StirnhirnhinterZimmer.

Die obigen biografischen Angaben basieren auf den Artikeln Christian von Aster und Boris Koch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Biografie von Markolf Hoffmann stammt von dessen Autorenwebseite.

Das folgende Gespräch ist die Zusammenfassung des Autorenfragebereiches einer Leserunde zu "Rückkehr ins StirnhirnhinterZimmer" auf Leserunden.de

Peinapfel: Seit wann gibt es eigentlich das StirnhirnhinterZimmer und wie kam es zu eurem Zusammentun?

Boris Koch: Im März werden es jetzt sieben Jahre HinterZimmerei.

Schuld an der ganzen Geschichte ist im Endeffekt der Berliner Odyssee-Con 2004. Christian und ich kennen uns bereits seit 2000, wir hatten seitdem zwei Bücher und mehrere Lesungen zusammen gemacht, auch in der Z-Bar viermal das Vorprogramm zu SF-Filmen gegeben. Der Con-Veranstalter hatte uns und Markolf unabhängig voneinander eingeladen und gefragt, ob wir um Mitternacht noch eine abschließende, gemeinsame Lesung machen wollten. Christian und ich dachten: "Zwei gegen einen, das klingt nach Spaß."

Warum Markolf zugesagt hat, kann ich beim besten Willen nicht sagen ...
Auf jeden Fall hat die Chemie sofort gepasst, und wir hatten richtig viel Spaß miteinander. Also haben wir beschlossen, wir wollen das nochmal machen, haben uns zusammengesetzt, größenwahnsinnig gleich mal "Jeden Monat" gekräht, Günni von der Z-Bar gefragt und einfach angefangen. Seitdem können wir nicht mehr aufhören ...

Rückkehr ins StirnhirnhinterzimmerMarkolf Hoffmann: So ungefähr muß es gewesen sein. Wir hatten damals eben alle Lust auf eine regelmäßige Lesung und fanden, dass Phantastik im Berliner Lesebühnenzirkus unterrepräsentiert war (inzwischen gibt es mit Schlotzen & Kloben einen direkten Mitbewerber). Dass wir solange durchhalten würden, hätten wir damals nicht zu träumen gewagt.

Sieben Jahre und drei Bücher später steht fest: Das HinterZimmer wächst und gedeiht, platzt oft aus allen Nähten und verwöhnt  Freunde des Grotesken mit allerlei Unerhörtem, Monat für Monat.

Christian von Aster: wahr gesprochen, hoffolf markmann!

sandhofer: Ich halte Euch eher für eine Fortsetzung des guten alten politischen Kabaretts mit dessen eigenen Mitteln ...

Boris Koch: Tatsächlich hat sich das HinterZimmer entwickelt. Wir haben anfangs alle Arten der Phantastik (Horror, Märchen, SF, Fantasy, ...) durchgespielt, schnell hat aber das Groteke, Schräge, Seltsame die Vorherrschaft angetreten. Und das funktioniert bei uns dreien eben nicht immer unpolitisch; doch es gibt auch genug Texte, die eher im Zwischenmenschlichen oder auch gänzlich Albernen angesiedelt sind. Letztere schaffen es nur nicht zwingend in die Bücher ...

Susanne (nimue): Ihr habt bestimmt total viele Groupies, oder?

Christian von Aster: fast so viele wie haare, werte nimue...

Susanne (nimue): Ich gehe davon aus, dass damit die Kopfbehaarung gemeint ist. Wie kommt ihr zu euren Ideen? Ihr müsst euch für eure Auftritte ja auch immer mal wieder was aus den Fingern saugen, oder? Ich nehme nicht an, dass ihr da jedesmal das gleiche vortragt (obwohl.. bei wechselndem Publikum würde das vielleicht gar nicht auffallen?) ? Was mich zu meiner nächsten Frage bringt: Darf man Themenwünsche äußern? Mich würde beispielsweise brennend interessieren, wie ihr eine Erklärung für all' die Schuhe findet, die an Straßenrändern oder gar auf dem bewachsenen Grünstreifen mitten auf der Autobahn herumliegen. Diese Frage treibt mich schon seit Jahren um.

Markolf Hoffmann: Die Haarfrage lassen wir besser unbeantwortet - meinen zumindest Herr "Urwald" Koch und Herr "Wildkraut" von Aster.

Die Idee mit den gleichen Texten vor wechselndem Publikum ist genial. Die Sache ist aber noch einfacher: Günni verpaßt den Leuten beim Eintritt eine Turbogehirnwäsche. Es sind also die gleichen Texte UND die gleichen Leute, aber immer andere Erinnerungen.

Die Schuhe auf dem Grünstreifen, das ist einfach: Sie gehören Herrn Koch. Er ist leidenschaftlicher Jogger und verbraucht etwa so viele Quanten wie ich Kaffeefilter.

Susanne (nimue): Herr Koch, es ist ungesund, mitten auf der Autobahn joggen zu gehen. Ich weiß, Städter sind da nicht so empfindlich (die joggen ja sogar auf Asphalt), aber all die Abgase!

Der DrachenflüstererPeinapfel: Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Sieben Jahre, da haltet ihr es ja schon länger miteinander aus, als so manch andere Boy-Band. Im Übrigen dachte ich persönlich immer, die Schuhe auf den Autobahnen sind von schuhewerfenden Ehepaaren, die sich im Auto streiten. Und zufällig ist halt das Fenster offen. Aber jetzt bin ich ja aufgeklärt.

Boris Koch: Danke für die Warnung, nimue, aber die Abgase sind nicht wirklich das Problem beim Joggen. Das sind die Schuhe. Hast du schon einmal zwei gleiche oder auch nur in der gleichen Größe nebeneinander gesehen?
Nein? Dachte ich mir.

Die unterschiedlichen Schuhe dienen zur Erschwerung des Ganzen, mit einem Paar Turnschuhe geradeaus laufen ist schließlich keine Herausforderung. Alle 5 km tausche ich abwechselnd den linken oder rechten Schuh, nehme Ersatz aus dem Rucksack und lasse den abgelaufenen zurück. Übrigens laufe ich auch nicht auf dem Grünstreifen, sondern auf der Fahrbahn, und zwar auf der falschen Seite, damit die ganze Sache wirklich interessant wird. Geisterjogging.

Und hier kommen sogar Peinapfels Überlegungen ins Spiel, die gar nicht so falsch sind. Früher bin ich auf der richtigen Fahrbahn gelaufen, aber wenn ich damals wieder ein Auto überholt habe, haben Männer auf dem Beifahrersitz ihre Frauen ausgelacht ("Frau am Steuer, haha") und Frauen ihre fahrenden Männer als "Weicheier" beschimpft, es kam zum Streit, und dann hat immer irgendwer einen Schuh nach mir geworfen. Das war ziemlich lästig.

Abgesehen davon sollte ich mir vielleicht mal wieder die Haare wachsen lassen.

Susanne (nimue): Welche Frage sollte man euch besser niemals stellen?

Markolf Hoffmann: Ganz eindeutig: Die Frage nach der Roten Mappe

Susanne (nimue): Du bist echt fies!  Aber nein, ich werde nicht fragen!

Christian von Aster: ich glaub es nicht, markolf. du hast sie wirklich erwähnt. hallo? das geht ja mal gar nicht. es gibt ABSPRACHEN kollege. und die rote mappe hat an so einer stelle ja mal rein gar nichts zu suchen!

Boris Koch: Da muss ich dem Kollegen von Aster beipflichten. Sorry, Markolf, aber das geht gar nicht.

Markolf Hoffmann: Irgendwann wird die Welt ja doch von IHR erfahren. Sie wird wissen wollen, welche Texte SIE enthält. Und gerade Sie, Herr von Aster, und Sie, Herr Koch, sollten dann dazu stehen, einen erheblichen Beitrag zur Roten Mappe geleistet zu haben ...

Boris Koch: Du redest hier jetzt nicht ernsthaft noch immer weiter davon, oder? ICH sage hier gar nichts mehr, nicht einmal mit allen Anwälten der Welt an meiner Seite. Versuch nicht, mich da mit reinzuziehen.

Susanne (nimue): Sollen wir lieber über das Thema Haare reden? Oder reden wir über eure aktuellen und kommenden Projekte. Was dürfen wir denn in der nächsten Zeit so von euch lesen? Was lest ihr gerne? Könnt ihr uns ein paar Buchtipps geben? Was lest ihr aktuell? Kommt ihr überhaupt noch zum lesen? Kann mich jemand stoppen? Ich habe gerade einen Frage-Flash

Ines öffnet die TürMarkolf Hoffmann: Ich lese gerade mal wieder das "Focaultsche Pendel" von Eco und bin verblüfft, wie witzig das Buch ist. Ich hatte es dröger in Erinnerung. Auch wenn Eco natürlich irre hohe Anforderungen in Sachen Vorbildung und Vorwissen stellt.

Komme ich noch zum Lesen? Ich nehme mir die Zeit. Ich finde es sehr wichtig, als Schriftsteller das Lesen nicht zu verlernen. Wahr ist aber auch, dass ich weniger lese als früher, seit ihr professionell schreibe - und dass ich oft das Genre vermeide, in dem ich gerade selbst ein Buch lese. Schreibe ich Fantasy, lese ich lieber Klassiker oder Thriller. Schreibe ich ein Jugendbuch, darf meine private Lektüre gern etwas erwachsener sein.

Last not least: Kann man dich stoppen? Vermutlich nicht. Aber das schätzen wir doch so an dir, Nimue-immer-auf Draht ...

Christian von Aster: zum lesen komme ich - wie ich gestehen muss - im moment allerdings leider nicht. vor allem weil ich gerade ein jugendbuch besiege, an einem neuen film arbeite, bis zum sommer einen science fiction roman fertig haben muss und zwischendurch noch einen kurzfilm mit trollen drehen darf. aber zur buchmesse erscheinen erst einmal 'die wüsten geschichten' und im moment bin ich damit beschäftigt 'zehn kleine zombies - ein kleinwüchsiges endzeitepos an untoten bildern' in die welt zu tragen. während meine kameramänner dafür sorgen, dass die waldorftürsteher endlich auf dvd gebannt werden.

Boris Koch: Ich lese gern, auf jeden Fall. Viel beim Zugfahren, auch in der U-Bahn, und am Morgen, wenn ich meinen Tee trinke. Was ich lese, ist wirklich ziemlich querbeet, Bücher und Comics, aktuell - und das ist ein vergnüglicher Zufall, Markolf - DER FRIEDHOF IN PRAG von Umberto Eco. Sein FOUCAULTSCHES PENDEL habe ich mir eben endlich als Hardcover gegönnt, weil ich es noch ein zweites Mal lesen wollte - in meiner Erinnerung ein brillantes und humorvolles Buch. Ferner habe ich in letzter Zeit genossen: DIE EINLADUNG von Jim & Mermoux, RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN von Andreas Steinhöfel, GESCHICHTEN AUS DER VORSTADT DES UNIVERSUMS von Shaun Tan, ROBERT ENKE von Ronald Reng und weiteres, auch die Bücher der geschätzten Kollegen. Auf die Lektüre warten GEWALT von Steven Pinker, DER ANSCHLAG von Stephen King, DIE SPIELER von Edo Popovic, GESCHICHTEN AUS DEM HELLBOY UNIVERSUM von Mike Mignola und weiteres mehr. Zudem warte ich auf BARBARENDÄMMERUNG von Tobias O. Meißner.

Aktuell erschienen ist von mir der in der Leserunde schon erwähnte JUSTIFIERS-ROMAN namens SABOTAGE und die Taschenbuchausgabe von DER KÖNIGSSCHLÜSSEL, ein gemeinsamer Roman mit Kathleen Weise.
Zur Zeit arbeite ich wieder an einem Jugendbuch und natürlich an diversen Geschichten für das StirnhirnhinterZimmer. Irgendwann wird es auch wieder Zeit für einen Band mit Erzählungen/Kurzgeschichten, aber das kann noch dauern ...

Susanne (nimue): Von welcher Frage wünscht ihr euch, dass man sie euch endlich mal stellen würde?

Markolf Hoffmann: "Wäre ihr bereit, in unserem Buchladen/unserer Bibliothek/unserem Kulturhaus für ein Honorar von 900 € pro Nase (+ Fahrt, Spesen und privatem Hostessendienst) aufzutreten?"

Christian von Aster: also, ganz ehrlich, mein ganz persönlicher favorit wäre etwas in der art wie:  "von welcher frage wünscht ihr euch, dass man sie euch endlich mal stellen würde?"

Boris Koch: Ich halte es hier ganz mit dem Kollegen Hoffmann, würde das aber sogar etwas plumper anfangen und mir ganz direkt wünschen: "Darf ich euch 1 Mio. Euro von meinem Ersparten als kleine Unterstützung zukommen lassen?"
Und das wünsche ich mir in der naiven Hoffnung, dass der Fragesteller hier kein Geld waschen will oder andere Hintergedanken hegt.

Der letzte SchattenschnitzerSusanne (nimue): Markolf & Boris, ihr seid ganz schön geldgierig.

Boris Koch: Naja, keine Haare, keine Groupies, da dachte ich, ich probier's mal mit Geld. Ist ja allgemein recht beliebt, kann nicht schaden

Peinapfel: Herr von Aster, wie häufig musst du dir Wortspiele mit deinem Nachnamen anhören? Und wie häufig ist etwas mit Asteroid dabei?

Christian von Aster: ich bin durch dunkle wortspieltäler gewandert... man kredenzte mir unter anderem 'vom acker' und 'vom after', aber am schönsten war der name natürlich im science fiction kontext. er rührt ja von 'aster' (griech. für stern) her, was 'von aster' quasi vom stern meinen lässt, was auch ein paar pfiffige menschen bemerkten... aber der pubertäre wortspielschmus liegt inzwischen hinter mir. ggf. kontere ich mit einem motivierten 'cyrano de asterac' oder
'michel de astredame'...

Peinapfel: Entschuldige, dass ich da laut lachen musste ...mein Humor ist einfach zu flach..

Christian von Aster: das problem kenn ich. geht mir ja nicht anders. früher haben die kollegen mich für schlechte witze in einen sack gesteckt und.... aber mein therapeut hat mir geraten, nicht mehr darüber zu reden.

Markolf Hoffmann: Meine Lieblingsanekdote über Herrn von Asters adelösen Nachnamen: Ein Verlag bat mich, einen sogenannten Blurb zu einem asterschen Roman zu schreiben und sandte mir die Fahnen desselben zu. Damals lebte ich in der Fontanestraße in Berlin-Neukölln ... der Verlag adressierte, offenbar tief beeindruckt von Christians Nachnamen, "Markolf Hoffmann - von Tane Straße 2, Berlin" ...

Ansonsten freuen wir uns natürlich, einen Blaublüter im StirnhirnhinterZimmer zu wissen - falls doch mal die Monarchie zurückkommt, können wir uns stolzen Hauptes über alle profanen Lesebühnen erheben.

Susanne (nimue): Möchtet ihr ein bisschen was über euer Projekt "Lesehappen" erzählen?

Boris Koch: Lesehappen.de ist eine gemeinsame Website von befreundeten Autoren, die bei den unterschiedlichsten Verlagen veröffentlichen. Neben uns dreien sind das noch Kathleen Weise, Anna Kuschnarowa, Jakob Schmidt, Malte S. Sembten und Simon Weinert. Dort gibt es Infos zu uns und unseren Büchern, ein, zwei Kurzgeschichten zum Lesen, einen Terminkalender, Infos für Veranstalter (falls man uns für eine Lesung buchen will), einen Messebericht von der Frankfurter Buchmesse, Videos und ähnliches mehr.

Zudem haben wir gerade die Reihe "Happen-Gespräche" begonnen, wo wir unregelmäßig über ein bestimmtes Thema reden wollen und das Ergebnis dann zum Lesen online stellen. Das erste ausführliche Gespräch drehte sich um "Jugendbuch schreiben".

Am Donnerstagabend der Leipziger Buchmesse machen wir im NOELS BALLROOM eine gemeinsame Lesung (ab 20.00 Uhr). Wir treffen uns also nicht nur virtuell ...

Und zu Weihnachten hatten wir ein großes Special mit Round-Robin-Story und Aktionen zu jedem Advent, bei der es auch Bücher zu ergattern gab. Aktuell läuft noch eine Fotoaktion zu Markolfs INES ÖFFNET DIE TÜR.

Leseproben, Spaß, Hintergrundinfos, auch mal ein Quiz, Austausch zwischen uns Autoren (teilweise öffentlich ...), usw. Einfach eine Plattform, die in alle möglichen Richtungen wächst, so wie es uns in den Kram passt. Mal sehen, was uns demnächst noch alles einfällt. Vielleicht doch eine Fotoserie zum Thema "Christian von Aster im Sack" ...

GeissenSusanne (nimue): "Alaaf & Helau" - stürzt ihr euch ins Getümmel oder könnt ihr mit der närrischen Zeit (wie ich) gar nichts anfangen? Falls doch: Als was verkleidet ihr euch?

Boris Koch: Was die närrische Zeit anbelangt, so halten wir uns nicht an den Kalender. Wir verhalten uns einfach das ganze Jahr über daneben. Und dafür brauchen wir nicht mal Kostüme ...
(Was uns aber nicht daran gehindert hat, schon als Weihnachtsmann oder im Gorillakostüm zu lesen ...)

sandhofer: Inspiriert Ihr euch eigentlich gegenseitig? (Ich habe jetzt nicht gesagt: Klaut Ihr euch gegenseitig die Ideen ... )

Boris Koch: Auf jeden Fall inspirieren wir uns gegenseitig. Wir schreiben ja jeweils zu einem Thema, das heißt für mich, ich sitze daheim und brüte etwas aus. Am jeweiligen Stirnhirn-Donnerstag sehe ich dann, was die Kollegen aus genau derselben Vorausgabe gemacht haben, und bin immer wieder verblüfft, auf was ich alles NICHT gekommen bin ... Das ist immer wieder Ansporn für das nächste Mal, und zugleich kann ich ihre "Kniffe" und ihr Schreiben quasi aus nächster Nähe verfolgen. Und das ist ungemein hilfreich für das eigene Schreiben.

Originaldibbler: Ich habe soeben in "Der Cthuhu-Mythos 1976-2002" eine Geschichte von Christian entdeckt. Wie kam es denn dazu,  Christian? Man kann ja viel positives über  dein literarisches Schaffen sagen aber als Horror-Autor von Ruf habe ich dich bisher nicht wahrgenommen...

Christian von Aster: nunja, originaldibbler, das ist eine dieser klassischen wahrnehmungsverschiebungen bezüglich meines literarischen schaffens.tatsächlich habe ich bei medusenblut mit WEBSTERS PANDÄMONIUM und NACHMIETER GESUCHT zwei horrorgeschichtensammlungen veröffenltichen dürfen und neben DAS PORTRÄT TORQUEMADAS auch noch in einem weiteren teil von h.p. lovecraft's bibliothek des schreckens vertreten sein dürfen.

horror, respektive dunkle phantastik ist eines meiner persönlichen steckenpferde.

dazu kommt dann übrigens auch noch die science fiction, die auch nicht ganz ohne veröffentlichungen an mir vorübergegangen ist. zumal ich dieses metier sogar zusammen mit herrn koch überfallen habe. und das mehrmals.

was mich zu der frage bringt, ob meine märchenbücher denn bekannt sind?

die erklärung für diese vermeintliche diversität ist jedoch eine einfache: eine gute geschichte ist eine gute geschichte.
und wenn ihm so etwas begegnet, fragt ein geschichtenerzähler nicht nach dem genre.

Markolf Hoffmann: Nicht zu vergessen Christians Beitrag zum ARKHAM REISEFÜHRER, den ich ebenfalls beehren dürfte - sogar in Verknüpfung zu Herrn von Asters Lovecraftiade.

Peinapfel: An dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch euch dreien zum Gewinn des Publikumspreises der Initiative Beste Berliner Lesebühne! Freut mich, dass ihr "mit überwältigender Mehrheit" gewonnen habt. Da muss ich mir ja glatt wirklich vornehmen nach Berlin zu reisen...oder habt ihr einfach nur gute Propaganda gemacht? Ihr seid jetzt schon jahrelang dabei. Wird es das StirnhirnhinterZimmer eigentlich für immer immer immer geben? Oder gibt es Abbruchbedingungen?

Das Flüstern zwischen den ZweigenBoris Koch: Danke für die Glückwünsche!

"Immer immer immer" ist eine verdammt lange Zeit, es sei denn du meinst damit nur die Monate bis zum Weltuntergang im Dezember. Solange wird es das StirnhirnhinterZimmer sicherlich noch geben.
Und wohl noch länger ...
Weltuntergang aber wäre auf jeden Fall eine "Abbruchbedingung".
Sollte einer von uns nach Australien auswandern und ein zweiter nach Kanada, wäre das Weitermachen wohl auch mit gewissen Problemen verbunden.
Ansonsten sehe ich - außer den offensichtlichen "Abbruchbedingungen" - momentan keinen Grund, damit aufzuhören. Noch haben wir zu viel Spaß, zu viele Ideen, zu viele Pläne. Und Leute, die kommen und uns zuhören ...

Ich denke auch nicht, dass es gut wäre, solche Bedingungen konkret zu formulieren. Sollte irgendwann einmal die Luft raus sein - aktuell schwer vorstellbar, aber falls doch -, dann müssen wir das instinktiv merken und darauf reagieren. Indem wir etwas am Konzept ändern oder die Sache eben doch beenden.

Susanne (nimue): Abbruchbedingung vielleicht auch, wenn es Streit um Groupies gibt?

Boris Koch: Wir streiten nicht, wir teilen brüderlich (Die Antwort hast du jetzt aber echt provoziert ...)

Christian von Aster: WAAAS? ihr teilt euch die groupies? warum krieg ich dann immer zu hören 'wieder nix christian, tut uns leid.' das macht ihr seid jahren mit mir. ihr seid sowas von gemein.

Susanne (nimue): Herzlichen Glückwunsch auch von mir zum Publikumspreis! Das ist ja toll! Was mich allerdings kurz zu dem Gedanken führte "Ja, gibt es denn noch andere Berliner Lesebühnen?"

Boris Koch: Danke. Zumindest für den ersten Teil des Zitats. Auf der Longlist zum Preis standen insgesamt 19 Lesebühnen, dazu gibt es mindestens noch die charmanten Kollegen von Schlotzen & Kloben und bestimmt noch die ein oder andere mehr. Lesebühnegründen ist also ein recht verbreitetes Hobby in Berlin ...

Christian von Aster: und 'lesebühnen' ist in berlin ein verb. in unregelmäßigen abständen finden sich kleinere gruppen - mehr oder minder der schrift fähige und in der regel junge menschen - zusammen, okupieren ein entsprechendes etablissement um dort eine lesebühne zu eröffnen. die zahl der berliner lesebühnenvigilanten ist de facto legion und wir mussten die z-bar bereits mehr als einmal gegen diese leute und ihre hippness verteidigen...

Markolf Hoffmann: Das Problem ist, bei den vielen Lesebühnen überhaupt noch ein Publikum zu finden. Die Bühnen liefern sich da regelrechte Schlachten um jeden potentiellen Zuhörer ... da wird mit harten Bandagen gekämpft.
Wir freilich haben unser Publikum sieben Jahre gehegt und gepflegt, sorgsam aufgepäppelt und milde an unser Verständnis von Lesung herangeführt. Und dafür nun zurecht den Publikumspreis abgestaubt ... wenn das mal keine Bestätigung ist!

sandhofer: ich bin gerade von kompenter Seite darauf hingewiesen worden, dass ich in der Leserunde mehrmals den Begriff "hinterfotzig" verwendet hätte und ob das nicht ein bisschen vulgär wäre. Ich weiss ja nicht, wie's in Berlin um dieses Wort steht, aber zumindest Boris Koch scheint ja in Bayern gross geworden zu sein ...

Ich kenne das Wort hier im äussersten Süden (Schweiz, aber auch und vor allem Österreich - und von daher vermute ich, dass es in Bayern dasselbe ist) als umgangssprachliches Synonym für "hinterlistig". Es wird auch gern mit einem Unterton von Bewunderung verwendet und hat, nebenbei gesagt, m.W. nichts mit einer Vagina zu tun. Der Fotzenhobel ist ja bekanntlich eine Mundharmonika. Also hier: Fotze = Mund. Falls sich also jemand an meinem vulgären Ton gestört haben sollte ... war nicht so gemeint.

Was mich zu meiner Frage an die Autoren führt: Ihr seid ja auch hin und wieder recht explizit. Führt die Verwendung von Slang, von expliziten oder obszönen Wörtern oder die Verwendung von Regionalismen bei Euch auch hin und wieder in Erklärungsnotstände?

Zwerg und ÜberzwergChristian von Aster: was den gebrauch expliziter terminologien angeht, davon pflege ich mich generell zu distanzieren und die unflätigkeiten den kollegen zu überlassen, deren üppiges und vielschichtiges beischlafvokabular mich immer wieder auf's neue verblüfft.

Boris Koch: Herr von Aster, mit allem nötigen Respekt, tun Sie bitte nicht so, als würden Sie mein "Beischlafvokabular" kennen, das könnte viel zu falsch interpretiert werden ...

Was "hinterfotzig" anbelangt, so habe ich das sehr wohl verstanden, verwende das Wort auch hin und wieder selbst, erinner mich aber auch an einen entrüsteten Aufschrei von jemandem, dem das Wort fremd war und der dahinter das Allerschlimmste vermutete.

Allgemein nutze ich immer wieder auch explizites Vokabular, habe das auch schon ein wenig derber gemacht als hier, wo vieles ja durch den Humor auch "abgemildert" wird. Außerdem werde ich "altersmilde" Manchmal gehört es einfach dazu, finde ich. In "Erklärungsnotstände" komme ich deswegen nicht. In seltenen Fällen gab es schon Beschwerden, aber es gibt ja auch Beschwerden über breit angelegte Landschaftsbeschreibungen.

Ich habe einfach ein Faible für Schimpfworte, zumindest in der Fiktion, im wahren Leben halte ich viel von Höflichkeit. Für den DRACHENFLÜSTERER habe ich sogar einige neue Beschimpfungen erfunden (ja, ich liebe DER KRIEG DER KNÖPFE ...), und auch in meinen Jugendkrimis gibt es das eine oder andere Schimpfwort (die ganz klassischen Varianten, nicht neu erfundene).
Slang, Regionalismen, Umgangsprache, das alles gehört für mich dazu. Auf jeden Fall im Dialog, aber auch bei einer personalen Perspektive im normalen Erzähltext. Wenn ich versuche, nah an der Figur zu sein, dann denkt die eben "verf ... A ....", wenn ihm die Vorfahrt genommen wird, nicht: "Unbekannter Verkehrsteilnehmer mit dem Kennzeichen XXXXX, laut §XY haben Sie sich gerade strafbar gemacht. Bitte nehmen Sie das nächste Mal mehr Rücksicht, doch dank meiner ausgezeichneten Reflexe und gut gewarteten Bremsen ist ja nichts passiert" ... Ja, ich weiß, man könnte auch auf ein unkonkretes "Er fluchte wild" ausweichen, aber ich bin da eben lieber konkret ...

Susanne (nimue): Seid ihr dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse?


Christian von Aster
: ja, die buchmesse... dass die uns da noch immer reinlassen erstaunt nicht nur mich.
du könntest uns übrigens auch alle zusammen bekommen! bei der lesehappen vortragseventigkeit am donnerstag abend... mich lassen sie auch mehrfach lesen. fr nachmittag schattenschnitzig, fr abend mit herrn fitz und herrn bernemann und samstag in meinem beetleboy kostüm bei einer cosplay/superheldenparty im westflügel.

Markolf Hoffmann: Ich zitiere mich mal der Einfachheit halber selbst von meiner Webseite:

Desweiteren wird Markolf Hoffmann gleich zweimal auf der Leipziger Buchmesse zu erleben sein: am Donnerstag, den 15. März, tagt ab 21 Uhr die Lesehappen-Lesung in Noel's Ballroom (http://noels-ballroom.com), Kurt-Eisner-Straße 43; und am Samstag, den 17. März, liest Markolf Hoffmann um 10 Uhr beim Lesetreff Leipzig, Halle 2, Stand C206, aus "Ines öffnet die Tür".

Susanne (nimue): Markolf, Dich (und Christians Beetleboy-Kostüm) werde ich dann aber leider verpassen. Ich bin nur am Freitag auf der Messe, denn ich reise am gleichen Tag an und wieder ab. Christian, die Schattenschnitzer-Lesung ist auch auf der Fantasy-Leseinsel? Wann findet sie denn statt? Ich habe leider zwei Termine und hoffe, dass das nicht zeitgleich ist.

Christian von Aster: verdammt. ich war unaufrichtig. resp. unaufmerksam. nein, ein schäbiger lügner bin ich. schattenschnitzer ist donnerstag. aber das ist ja auch keine art, freitag an und wieder abzureisen... da wird dann leider nur unser frauenschwarm was davon haben.

Susanne (nimue): Ich verspreche, keine Unterwäsche auf die Lesebühne zu werfen.

sandhofer: Oder dann nur saubere. Neue. Noch verpackte. Herrenunterwäsche. Feinripp ...

Susanne (nimue): Nur, wenn Herr Koch mir seine Unterhosengröße hier öffentlich verrät.

StirnhirnhinterZimmerBoris Koch: Markolf, ich hoffe auf deiner Website steht 20.00 Uhr (Einlass 19.00 Uhr) für die Lesehappen.de-Lesung am Donnerstag ...

Ansonsten lese ich auch noch am Samstagabend, ab 18.00 Uhr, mit den geschätzten Heyne-Kollegen in der Buchhandlung Ludwig im Bahnhof.

Was das Unterwäschewerfen anbelangt, so verrate ich die Größe selbstverständlich nicht. Ein ordentliches Groupie, das etwas auf sich hält, weiß das schließlich.

Susanne (nimue): Ich habe nie behauptet, ein Groupie zu sein.

Boris Koch: Du warst unter bestimmten Umständen bereit, Unterwäsche zu werfen, mehr sage ich dazu nicht  ;D
(verkürzte, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate sind was Schönes ...)

Abgesehen davon können wir es uns einfach nicht leisten, Groupies sich selbst definieren zu lassen. Wir sagen einfach: "Glückwunsch, du bist eben zu Groupie 47 ernannt worden!", und das wars. Ich meine, wenn wir auf freiwillige Groupies warten, wo sollen wir die denn dann hernehmen?

Markolf Hoffmann: Das Wort "Groupie" hätte in dieser Leserunde niemals fallen dürfen. Nicht, wenn Herr Koch mitdiskutiert. Nimue, das wirst du so schnell nicht aus seinem Stirnhirn herausbekommen. Es sei denn, Herr Merz und sein Schrauber schauen doch mal bei Boris vorbei ...

Susanne (nimue): Ist das mein Problem?

Markolf Hoffmann: Nein - aber das von Herrn von Aster und mir! Gestern hat Boris uns bereits ganz aufgeregt zwei Bücher für dich von uns signieren lassen - unentwegt den Namen "Nimue" stammelnd ...

Boris Koch: Herr Hoffmann, wenn Sie mir den Fehdehandschuh ins Gesicht schlagen wollen, antworte ich vergnügt mit zwei anderen, weniger subtilen Handschuhen:  :boxen:

Susanne (nimue): Alternativ könnte ich euch noch diesen Smiley anbieten:  :haue:

Boris Koch: Das ist prima, aber weder Markolf noch ich tragen Zöpfe ...

Susanne (nimue): Ah... aber Handtaschen? Interessant

Markolf Hoffmann: Na hallo, Nimue ... Männerhandtaschen sind doch das stilvolle Attribut des modernen urbanen Mannes 2012. Wozu Herr Koch und ich zweifellos zählen (Herr von Aster eher bedingt, der hantiert eher mit Alptraumtaschen).

Peinapfel: FALSCH! Männerhandtaschen sind ja wohl sowas von 2011. 2012 ist bei Herren die gute alte Känguruh-Bauchtasche wieder in Mode.

Boris Koch: Das sieht dann aber reichlich albern aus, wenn man sich die um die Ohren haut ...

Markolf Hoffmann: Boris, das wäre höchstens ein gutes Motto fürs StirnhirnhinterZimmer - Känguruh-Bauchtaschen-Fight.

alle Leserundenteilnehmer: Herzlichen Glückwunsch, Christian, zum Seraph!

Christian von Aster: danke, danke, DANKE. *knicks* (ich harre zum einen noch immer auf die nachricht, dass es doch ein irrtum war und bange zum anderen ernsthaft um meinen nimbus als unverstandener autor)

Tobias O. Meißner: Keine Sorge: Der Preis bedeutet ja nicht, dass man Dich ab jetzt versteht, sondern nur, dass man Dich als gefährlich genug einschätzt, um sich mit Dir lieber gut stellen zu wollen.

Auch von mir nochmal auf diesem Wege herzliche Glückwünsche. Ich bin extrem zufrieden mit der Wahl, die die Jury getroffen hat!

liebe Grüße nach Leipzig (das war, glaube ich, der ursprüngliche Arbeitstitel des zweiten Bond-Films ...)

Susanne (nimue): Boris & Markolf: Es hat mich sehr gefreut, dass wir uns gestern auf der Messe getroffen haben und uns kurz unterhalten konnten. Vielen Dank auch an dieser Stelle für die interessanten Gespräche. Sollte ich je das StirnhirnhinterZimmer in Berlin besuchen, verspreche ich, Unterwäsche auf die Bühne zu werfen.

sandhofer: Groupie ...

Kati: neidisch?

Susanne (nimue): Du weißt ja gar nicht, was für Unterwäsche ich werfen würde ;-)

Stephan R. Bellem hat Christian von Aster interviewt: Videointerview

Was habt ihr nur mit den Feen? Stephan, die Aufnahme erinnert ein bisschen an Blair Witch Project - und Herr Aster hüpft auch immer mal wieder aus dem Bild. Ob Stephan wohl hier mitliest? Die Groupie-Frage ist auch aufgetaucht: "Kann man sich noch retten vor Avancen?" Oder ist es einfach so, dass euch drei immer wieder die gleichen vier Fragen gestellt werden?

Christian von Aster: meistens versuchen groupies es mit ausgefallenen fragen wie: "Kann man sich noch retten vor Avancen?" Oder ist es einfach so, dass euch drei immer wieder die gleichen vier Fragen gestellt werden?" herrn bellem konnte ich auch nur so schwer wieder abhängen.

Stephan R. Bellem: Jetzt wollen wir aber nicht die Tatsachen verdrehen, Herr von A. Wer kam denn hier um 0:30 zur Kneipe geradelt, weil er nicht ohne mich einschlafen konnte?

Markolf Hoffmann: Sehen wir hier den Beginn einer wunderbaren Liebe?

Susanne (nimue): Neidisch?

NebelrissMarkolf Hoffmann: Ein wenig. Also, für mich ist Herr von Aster noch nie um 0:30 Uhr irgendwo hin geradelt. Im Gegenteil, nach jeder Stirnhirnlesung sucht er stets rasch das Weite, so dass ich mich am Ende dann doch aus Langeweile mit meiner Känguruh-Bauchtasche mit Herrn Koch kloppe. Und seit er in seiner Känguruh-Bauchtasche diese seltsame Statue aufbewahrt, tut das richtig weh ...

Susanne (nimue): Wieso habe ich jetzt schon wieder Kopfkino von zwei Männern in Pandakostümen, die sich mit Känguruh-Bauchtaschen verkloppen?

Christian von Aster: korrekt, frl nimue. ZWEI männer in pandakostümen, die sich mit känguruh-bauchtanschen kloppen. denn der dritte, was in diesem falle ich bin, steht durchweg für seriösität und anstand.

Boris Koch: So, bin auch wieder daheim von der Buchmesse. Habe die von nimue geworfene Unterwäsche als Segel gesetzt und mich vom Wind ziehen lassen. Und schweige jetzt besser zu den roten Perücken, Rasuren und Groupies.

Aber, ich glaube, das haben wir noch gar nicht erwähnt: Wem all die Fragen hier noch nicht genug sind, der unnachahmliche Simon Weinert von Schlotzen & Kloben hat uns zu unserem siebenjährigen Jubiläum befragt: http://lesehappen.de/behind-the-scenes/7-jahre-stirnhirnhinterzimmer/

Und alle Groupies und Pandakostümfans können dort auch noch bis zum 25. März freien Eintritt ins HinterZimmer oder signierte Postkartensets gewinnen.

Ich gehe jetzt erstmal den Seraph klauen

Christian von Aster: verdammt! wo ist mein seraph? gerade stand er doch noch... das kann doch nicht...

Markolf Hoffmann: Ich habe den Seraph derweil Boris Koch im Zweikampf abgenommen und ihn an Herrn Bellem geschickt. Herr von Aster muss dann eben mit dem Radl hinfahren und ihn abholen ...

Boris Koch: Denkst du! Ich hab dich gewinnen lassen und dir eine Kopie angedreht, die lediglich vergoldet ist und nicht massiv. Hah! Du und gewinnen!
(Hoffe, Herr Bellem liest hier nicht mehr mit, ihm würde ich ungern die Freude vermiesen.)

Den echten Seraph habe ich übrigens eingeschmolzen und mir daraus lauter kleine Groupies gegossen. Sehen prima aus, nur die Unterwäschenwurfmechanik ist noch nicht richtig ausgereift.

Stephan R. Bellem: Ha, sie haben sich gerade als Nichtwisser entlarvt. Der echte Seraph ist nicht aus Gold, sondern aus mit Vulkanasche gschwärztem Platin. Sie haben die Kopie gestohlen, Herr Koch! Und ich habe nun die Kopie ... der Kopie?

Susanne (nimue): Erinnert mich gerade so ein bisschen an meine zwei Hunde, wenn es Pansen gibt. Allerdings würden die wohl weniger Wert auf Groupies legen.

Boris Koch: Deine Hunde fressen Pansen aus Gold und Platin? Was haben die für Zähne und Verdauungsorgane?

Und das Original hat dann wohl doch jemand mit roter Perücke gestohlen ... Oder wer war hier sonst noch auf der Messe, Herr Hoffmann?

Susanne (nimue): Ehm.... nein. Da hast Du mich jetzt eiskalt erwischt. Ich wollte vor euch dreien nur angeben.

Christian von Aster: der vergoldete pansen ist ein sehr schönes märchen von hans christian astersen und ich möchte nicht, dass das hier verunglimpft wird. ausserdem möchte ich bei herrn koch ein paar pressgroupies bestellen und konstatiere zugleich, dass herr hoffmann, herr koch und ich auf dem feld der bellemtrisitk schlussendlich nichts zu sagen haben. und abgesehen davon versucht herr hoffmann immer leute zu verkuppeln. er gehört dem orden der kuppeliter an und bekommt für jeden vermittelten fremdkörperkontakt ein strich in sein kuppelheftchen.

Susanne (nimue): Ist das vielleicht die berüchtigte rote Mappe?

Markolf Hoffmann: Wir beantworten keine, ich wiederhole: keine, Fragen, die auch nur ansatzweise DIE ROTE MAPPE berühren.

Christian von Aster: NIE f***ing MALS!

Susanne (nimue): Vielleicht Herr Koch? Hmm.. ist er vielleicht bestechlich?

Boris Koch: Eine Frau, die ihre Hunde mit Gold und Platin füttert, muss zwar einiges davon herumliegen haben ("Fütterung! Ich mach 'ne Dose Gold auf!"), und kann entsprechend ein ordentliches Bestechungsgeld bieten, aber es geht um die rote Mappe. Und da sage ich: NIEMALS! Nicht mal für den Schlüssel zu Dagoberts Geldspeicher.

Susanne (nimue): Einen Versuch war es wert. Abschließende Frage: Was sind eure Lieblingsschimpfwörter?

Christian von Aster: früher waren meine lieblingsschimpfwörter ja 'hoffmann' und 'koch'. aber seit die meine fehltexte kompensieren und einen großteil meiner lesebühnösen beliebtheit ausmachen, habe ich begonnen umzuschulen. damit bin ich allerdings noch nicht ganz fertig, weshalb ich bzgl. meiner neuen lieblingsschimpfwörter zunächst lediglich einige unverbindlich beinhaltete buchstaben wie etwa s,a,e,d,p und w andienen könnte.

Boris Koch: So, zum Schluss kommen echt die schwierigsten Fragen ... Lieblingsschimpfwörter? Wie soll man sich denn da auf ein, zwei, drei festlegen? Ich liebe Schimpfwörter, habe mit fleißigen Helfern für das Drachenflüsterer-Special bei Heyne fliegt sogar eine alphabetische Liste aller Schimpfwörter aus den drei Romanen zusammengestellt, weil das ein wichtiges, pädagogisch wertvolles Element der Romane ist und ähm, ja ... Sagte ich schon, dass ich Der Krieg der Knöpfe liebe?
Nun gut, bevor ich hier noch ausufre, kurz meine drei, oder doch lieber vier Lieblinge aus der Liste:
Darmgeburt
Nebenstraßenkriecher
Rüschennasige Rinnsteinschnepfe
Warzenkopf

Susanne (nimue): Vielen Dank euch dreien für die interessanten, humorvollen und bizarren Antworten!


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