Daniel & EllaDaniel Wichmann, Jahrgang 1983, wuchs wie sein Held im westfälischen Ibbenbüren auf, einer Kleinstadt mit enormer Hunde-Dichte, und kannte die Angst vor Hunden selbst sehr genau – bis Ella in sein Leben trat und ihm den Stoff zu seinem ersten Roman lieferte. Heute kann er sich ein Leben ohne Hund nicht mehr vorstellen. Daniel Wichmann und Ella leben in Berlin.

Dieses Interview wurde im Rahmen einer Blogtour zum Buch geführt. Erneut gibt es etwas zu gewinnen für euch. Am Ende der Blogtour werden unter allen Teilnehmern 10 Bücher verlost. Was müsst ihr dafür tun? Ganz einfach: Ihr meldet euch im Bücherforum von Literaturschock.de an, kommentiert dort den entsprechenden Beitrag zur Blogtour und erzählt mir, warum gerade ihr das Buch gerne gewinnen wollt. Und nun: Viel Spaß mit dem Interview.

Susanne: Welche drei Adjektive charakterisieren Dich am Besten?

Daniel Wichmann: Puh, schwierig. Ich denke empfindsam bin ich auf jeden Fall und damit auch einfühlsam. Also das gehört ja irgendwie zusammen. Zuverlässig. Und als drittes würde ich humorvoll nennen. Mein Mitbewohner würde spontan spießig, faul und aufbrausend sagen.

Susanne: "Ella - Ein Hund fürs Leben" ist dein erster Roman. In ihm erzählst du von deinen ersten - angstvollen - Begegnungen mit Hunden und du lässt uns teilhaben an den Erlebnissen mit deiner bezaubernden Ella. Wie viel des Buches ist Fiktion?

Daniel Wichmann: Mehr als man vielleicht denkt, weil die Hauptfigur meinen Namen trägt. Es gibt also einige Gemeinsamkeiten: Zum Beispiel ist es richtig, dass ich einen Hund habe, der Ella heißt und die Ella im Buch ist tatsächlich sehr nah dran an der echten Ella. Richtig ist auch, dass ich als Kind furchtbare Angst vor Hunden hatte. Das hat es mir erleichtert, das zu beschreiben. Das ist ja für Außenstehende nicht leicht zu erkennen. Diese ganze Panik vor Hunden spielt sich ja im Innern ab. Richtig ist außerdem, dass wir in Berlin leben. Der Rest ist weitgehend fiktiv. Die Figuren haben keine Entsprechungen in der Realität. Und ich bin auch nicht der Daniel aus dem Buch.

Ella - Ein Hund fürs LebenSusanne: Du hattest früher große Angst vor Hunden. Gab es einen bestimmten Moment, in dem dir bewusst wurde, dass du diese Angst nun im Griff hast? Diesen einen Moment, in dem es "Klick" gemacht hat?

Daniel Wichmann: Nein, es gab keinen speziellen Moment. Aber es gab tatsächlich einen Hund, der mir die Angst genommen hat. Das war etwa zu der Zeit, als ich Abitur gemacht habe. Das war fast noch im letzten Jahrhundert. Meine damalige Freundin hatte einen Hund. Also ihre Familie hatte einen. Einen großen Berner Sennenhund. Das sind ja massive Tiere. Und natürlich wollte ich meine Freundin auch besuchen und da musste ich eben mit dem Hund klarkommen. Komischerweise hat er mich sofort ins Herz geschlossen, lief mir dauernd hinterher und freute sich einen Ast, wenn ich zu Besuch kam. Und da merkte ich irgendwann: so übel sind diese Tiere gar nicht. Es wurde dann immer besser und irgendwann waren auch fremde Hunde kein Problem mehr.

Susanne: Was war der Anlass für Dein Buch? Spielte da auch so ein kleiner Therapiegedanke wegen der Angst vor Hunden mit?

Daniel Wichmann: Das klingt jetzt furchbar prosaisch, aber der Anlass war ganz einfach Langeweile. Ich war zwischen zwei Jobs ein paar Wochen arbeitslos und ich dachte mir: warum nicht die Zeit nutzen und irgendwas sinnvolles tun? Ella macht so viel Blödsinn und spielt eine so wichtige Rolle in meinem Leben, dass ich mir schon öfter gedacht hatte: eigentlich müsste man das alles mal aufschreiben. Plötzlich hatte ich Zeit und habe eine Geschichte um diese kleinen Ticks von Ella aufgebaut.

Susanne: Darf Ella im Bett schlafen?

Daniel Wichmann: Theoretisch nicht – sie hat ein schönes teures Kissen, das in meinem Schlafzimmer liegt. Da soll sie eigentlich schlafen. Wenn ich morgens aufwache, liegt sie trotzdem immer im Bett. Sie wartet, bis ich schlafe und kriecht dann vorsichtig rein.

Susanne: Leckerlies hast du sicher immer dabei, oder? Was mag Ella denn am liebsten? Oder ist sie sowieso der Typ Staubsauger?

Daniel Wichmann: Ganz klar Staubsauger. Ihr Trockenfutter mag sie nicht besonders, das wird widerwillig gefressen. Alles, was es außer der Reihe gibt, wird begierig runtergeschlungen.

Ella - Ein Hund fürs LebenSusanne: Im Buch schilderst du eine Szene mit einer bizarren Hundetrainerin (die es wohl so leider nur zu oft gibt), die mit Besteck nach Ella wirft, um ihr das Betreten der Küche abzugewöhnen. Hat sich das wirklich so zugetragen?

Daniel Wichmann: Wir hatten tatsächlich mal eine Hundetrainerin zu Gast, weil Ella zu Anfang wirklich ausgeflippt ist, wenn sie alleine in der Wohnung bleiben musste. Aber die war total nett und hilfreich. Kein Vergleich mit der Agnes aus dem Buch.

Susanne: Was sind deine nächsten Projekte? Planst Du, weitere Bücher zu schreiben?

Daniel Wichmann: Lust hätte ich schon auf ein weiteres Buch, aber es ist nicht konkret geplant. Es liegt natürlich ein bisschen daran, wie den Lesern die Ella-Geschichte gefällt. Ich habe einige Ideen im Hinterkopf, die ich vielleicht in meinem nächsten Urlaub mal angehe. Genaueres kann ich noch nicht sagen.

Susanne: Falls du eine Zeitmaschine wie die von H.G. Wells hättest, in welche Zeit(en) und an welche(n) Ort(e) würdest du reisen, um was zu tun?

Daniel Wichmann: In die Zukunft fliegen und mir einen Sportallmanach holen, wie Marty McFly in „Zurück in die Zukunft“ um dann eine Karriere als professioneller Sportwetter zu machen. Nee, Quatsch: ich habe neulich „Inside Llewyn Davis“ gesehen und das New York der frühen 60er Jahre würde mich schon sehr reizen. Das Leben im Greenwich Village, das ich auch aus vielen Büchern kenne, muss ein ziemlich paradiesisches gewesen sein. Den jungen Bob Dylan für ein paar Dollar im Café sehen, das wäre schon was.

Susanne: Wer war der Held oder die Heldin deiner Kindheit?

Daniel Wichmann: David Hasselhoff natürlich.

Susanne: Und nun noch eine letzte Frage: Wer sind deine Lieblingsschriftsteller? Was Deine Lieblingsbücher?

Daniel Wichmann: Thomas Mann, Philip Roth und Bob Dylan. Meine Lieblingsbücher sind „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow, „Sabbaths Theater“ von Philipp Roth und „Die Korrekturen“ von Jonathan Franzen.
 
Susanne: Vielen Dank, lieber Daniel, dass du dir die Zeit für uns genommen hast! Ich hoffe, dir haben die Fragen gefallen. 

Das Interview wurde geführt von Susanne Kasper.

© Autorenfoto: mit freundlicher Genehmigung von Daniel Wichmann

© Autorenintro: Atrium-Verlag

Weiterführende Links:

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