Jennifer Crusie kennt das Kleinstadtleben aus erster Hand, da sie in einer aufgewachsen ist. Nach Schulabschluß und Heirat unterrichtete sie zunächst englische Literatur, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihr erstes Buch erschien 1992. Mit "Die Gerüchteköchin" gelang ihr auch in Deutschland der Durchbruch. Inzwischen gibt Jennifer Crusie an der Ohio State University Schriftstellerkurse.

Literaturschock: Erzählen Sie Ihren deutschen Fans ein etwas über sich? (Familie, Hobbys usw.)

Jennifer Crusie: Ich wohne in einem alten Haus, das um mich herum am einstürzen ist im historischen Gebiet von Columbus (Ohio) – Farmland außer der Hauptstadt des Bundesstaates selbst, aber ich baue ein Häuschen am Ohio River das mein Traumhaus wird (glücklicherweise habe ich kleine Träume). Ich lebe ziemlich mit den Büchern, die ich schreibe, deshalb sammelte ich auch während „Fast Woman“ Porzellan und aß Mandelplätzchen, und nun male ich und höre Musik von Mädchenbands für „Faking It“, und ich habe schon damit begonnen, Schneekugeln zu sammeln und zu quilten für „The Bodies in the Library“ oder wie immer der Titel auch lauten wird. Ich nähe und häkele, meine beste Note erhielt ich in Handarbeiten. Und ich bin ein Riesenfan von „Buffy, die Vampirjägerin“

Literaturschock: Was war das entscheidende Ereignis in Ihrem Leben, das Ihnen sagte: "Ich möchte Schriftstellerin werden?"

Jennifer Crusie: Es gab nicht wirklich eines. Ich dachte nicht, dass ich es könnte bis ich meinen ersten Roman ausdruckte und die Seiten aufgestapelt auf meinem Schreibtisch sah und dachte „Ich habe ein Buch geschrieben. Ich! Ich habe ein Buch geschrieben“. Ich bin immer noch überrascht.

Literaturschock: Welches ist die Frage, die man Ihnen nie gestellt hat, Sie es sich aber gewünscht hätten?

Jennifer Crusie: Süße, die Leute haben mich schon ALLES gefragt.

Literaturschock: Was haben Sie gefühlt, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde?

Jennifer Crusie: Es war seltsam, Worte, die ich geschrieben habe, in einem gedruckten Buch zu sehen. So etwas wie ein Missklang, der mir aufgefallen ist. Etwas in der Art „Was-ist-falsch-an-diesem-Bild“?

Literaturschock: Welches Ihrer Bücher mögen Sie am meisten?

Jennifer Crusie: Jedes einzelne, das ich innerhalb der letzten zwei Jahre geschrieben habe. Nach zwei Jahren denke ich, sie sind gut. Vorher war es für mich eine Qual, denn sie waren schrecklich. Schriftsteller sind nicht immer geistig gesunde Menschen. Zur Zeit ist es also „Die Naschkatzen“. Im nächsten Jahr wird es „Fast Women“ sein.

Literaturschock: Haben Sie einen Lieblingscharakter?

Jennifer Crusie: Nicht wirklich. Sie scheinen absolut real während ich über sie schreibe, aber dann verschwinden sie einfach.

Literaturschock: Was war Ihr Originaltitel für “Die Naschkatzen”? In der deutschen Ausgabe konnten wir etwas von „Heißes Fleisch und lange Schenkel“ lesen?

Jennifer Crusie: Yep, das war er. Die Marketingabteilung sagte „Nein, zu schwer zu verkaufen“. Und ich mag „Welcome to Temptation“ auch, deshalb ist es okay.

Literaturschock: Möchten Sie weiterhin Romances schreiben? Oder planen Sie, über irgendetwas anderes zu schreiben?

Jennifer Crusie: Ich liebe es Geschichten und Beziehungen von Frauen zu schreiben. Ich liebe auch Fantasy und vielleicht verbinde ich dies stärker in zukünftigen Büchern, aber der Kern meiner Romane werden immer das Leben und die Beziehungen von Frauen sein.

Literaturschock: Was sind Ihre gegenwärtigen Projekte? Können Sie uns einen kleinen Ausblick auf die nächsten Bücher geben?

Jennifer Crusie: Gerade beende ich “Faking It”, die Geschichte eines Kunstfälschers, der mit einem Betrüger zusammenstößt, während die beiden das Schlafzimmer einer Frau ausrauben, die sie beide bestohlen hat. Der Betrüger ist Davy Dempsey aus „Die Naschkatzen“ und die Frau, die sie bestehlen, ist Clea, ebenfalls aus „Die Naschkatzen“. Dann überarbeite ich ein Buch das „Bet Me“ heißt. Es handelt von einer Frau, die zufällig hört, wie ein Mann wettet, dass er sie innerhalb eines Monats ins Bett kriegt und die dann entscheidet, sich zu rächen.

Und das Buch danach wird meine Version eines Goldenen Zeitalters sein, in der Tradition von Christie und Allingham und Sayers, außer dass es eine Romanze ist und im 21 Jahrhundert spielt. Der momentane Titel ist „The Bodies in the Library“, aber sie werden ihn vielleicht ändern. Und irgendwann werde ich mein Vampirbuch schreiben.

Literaturschock: Haben Sie sich überlegt, eine Fortsetzung zu einem Deiner Bücher zu schreiben? Falls nicht, warum?

Jennifer Crusie: Nein. Die Bücher handeln von den wichtigsten Erlebnissen im Leben der Protagonisten und wenn sie zu Ende sind, leben sie glücklich danach weiter. Ich mache mit „Faking It“ ein Nebenprodukt, weil ich Davy und Clea wiederbenutze, aber es spielt nicht in Temptation und Sophie und Phin sind sehr winzige Charaktere darin, deshalb ist es keine Fortsetzung.

Literaturschock: Haben Sie die Geschichte oder die Charaktere im Kopf, wenn Sie ein neues Buch beginnen?

Jennifer Crusie: Ich habe Teile davon im Kopf, unterschiedliche Dinge, über die ich schreiben möchte und die Charaktere. Ich denke, das Buch wird es entscheiden. In „Faking It“ dachte ich, die Heldin wird Eve sein, aber dies änderte sich und Matilda, ihre Schwester, wurde es. Du weißt nie, was Du herausfinden wirst, wenn Du anfängst zu schreiben.

Literaturschock: Ich genieße immer wieder die Sex Szenen. Was (oder wer ;-) ) inspiriert Sie zu diesen Szenen?

Jennifer Crusie: Die Charaktere. Ich interessiere mich mehr dafür, was die Charaktere während der Sex Szenen denken, als dafür was sie tun. Wenn es sich nur um Sex handelt, brauchst Du es nicht schreiben, weil jeder der die Romane liest, entweder schon Sex hatte oder es im Kabelfernsehen gesehen hat. Aber wenn die Charaktere sehr genaue Vorstellungen davon haben, was passieren soll und sich dann bemühen, dem nachzugehen, ist es eine interessante Sache, diese Art von Szene zu schreiben, weil sie so verletzlich und emotional sind.

Literaturschock: Was ist die schwerste Sache am Schreiben?

Jennifer Crusie: Jede. Es ist die schwierigste Sache, die ich je getan habe.

Literaturschock: Wie viele Ihrer eigenen Erfahrungen teilen Sie mit Ihren Charakteren?

Jennifer Crusie: Nicht viele. Ich versuche, jedem Charakter etwas von mir zu geben, auch wenn es nur ein Stück Kleidung ist, deshalb bin ich mit jedem verbunden, aber ich schreibe nicht über mein Leben.

Literaturschock: Haben Sie etwas mit Ihren Charakteren gemeinsam?

Jennifer Crusie: Ich glaube, ich teile meine Weltsicht und meine Ideale mit allen meinen Protagonisten.

Literaturschock: Durften SieCover und Titel Ihrer Bücher selbst auswählen?

Jennifer Crusie: Über die Titel unterhalten wir uns. Ich schlage einen Titel für den Anfang vor und dann prüfen ihn Marketingabteilung und mein Verleger und manchmal ändern wir ihn, um das Buch besser verkaufen zu können. Die Cover werden ebenfalls diskutiert, aber Ann Twomey, der Art Director von St. Martin’s Press, entwirft sie zuerst. Dann gebe ich meine Meinung dazu ab, aber Ann entwirft meistens so großartige Cover, daß ich ihr nicht reinrede. Ich bin nicht sicher, ob es die gleichen Cover sind, die auch in Deutschland benutzt werden. Falls nicht, weiß ich nicht einmal, wie die deutschen Cover aussehen.

Literaturschock: Haben Sie engeren Kontakt zu Ihren Fans?

Jennifer Crusie: Oh, absolut. Ich bin bei drei Internet Foren mit anderen Autoren, außerdem treffen wir uns mehrere Male im Jahr zu Konferenzen. Und ich habe ein eigenes Fan Forum bei den Yahoo Groups, JenniferCrusieFans, das ein Freund von mir eröffnete und ich logge mich dort fast jeden Tag ein.

Literaturschock: Was glauben Sie, ist Ihr Geheimnis? Haben Sie einen Rat für zukünftige Autoren?

Jennifer Crusie: Ich habe kein Geheimnis. Ich habe kein verschwiegenes Irgendwas, weshalb Geheimnisse niemals mein Gebiet waren. Mein Rat ist, schreibe das Buch, das Du gerne lesen würdest, das Du aber nicht finden kannst. Versuche niemals, jemand anderer zu sein. Jeder hat seine eigenen Geschichten zu erzählen.

Literaturschock: Wie lange haben Sie an Ihrem ersten Buch geschrieben?

Jennifer Crusie: Der erste Entwurf? Über sechs Wochen. Deshalb war es auch so schlecht.

Literaturschock: Ich vermute, Sie lieben Tiere? Haben Sie eigene Haustiere? (Welche und wie sind ihre Namen?)

Jennifer Crusie: Yep, vier Hunde und drei Katzen, alle aus dem Tierheim. Bernie, Lucy, Rosie und Wolfgang sind die vier Hunde (drei verschiedene Beagle-Mischlinge und ein Langhaar-Dachshund) und Liz, Annie und Chuck sind die drei Katzen (alle zugelaufen, schwarz, beige und kaliko).

Literaturschock: Haben Sie eine besonders witzige Geschichte über eines Ihrer Tiere, die Sie uns erzählen würden?

Jennifer Crusie: Ich hatte so viel Spaß mit dem Dachshund in „Fast Woman“, dass ich Beauftragte für die Dachshund Rettung in Ohio wurde. Und in den ersten Dachshund, den ich zum Tierheim bringen wollte, verliebte ich mich: Wolfgang. Deshalb lehnte ich es ab, ihn wegzugeben und er wurde ein bisschen seltsam (nun, es war sein viertes Heim) und er endete in meinem neuen Buch „Faking It“. Nur ist sein Name dort Steve. So ziemlich alles, das Steve in dem Buch anstellt, hat Wolfie im echten Leben gemacht (g).

Literaturschock: Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht, einen Verlag zu finden?

Jennifer Crusie: Ich wurde im ersten Jahr oft abgelehnt, aber als ich mein erstes Buch veröffentlichte, ging alles seinen Weg. Natürlich habe ich eine fabelhafte Agentin, die dafür gesorgt hat.

Literaturschock: Haben Sie einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch?

Jennifer Crusie: Viele. Georgette Heyer, Margery Allingham, Jane Austen, Emily Bronte, Susan Elizabeth Phillips, Patricia Gaffney, Judith Ivory, Charles Dickens, Elmore Leonard, P. G. Wodehouse, Carl Hiassen . . . wirklich, die Liste ist endlos.

Literaturschock: Vielen, vielen Dank, Jenny! Ich bin Ihnen wirklich sehr dankbar, dass Sie sich die Zeit genommen haben und ich Sie interviewen durfte.

Jennifer Crusie: Danke, Susanne!

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