Joanne Bertin wurde 1953 in Manhattan, New York City geboren. Dort lebte sie nur für kurze Zeit, denn die Eltern zogen schon bald wieder in ihre Heimat in Stamford, CT. Die Autorin verbrachte dann die meiste Zeit ihres Lebens in der einen oder anderen Stadt von Connecticut. Joanne Bertin arbeitete unter anderem in Fabriken und als Ziegenhirtin auf einer Ziegenfarm. Die letzten 20 Jahre arbeitete sie in Bibliotheken, weil sie Büchern einfach nicht fern bleiben konnte. Ihr Lebensziel ist es, genug Geld mit ihren Büchern zu verdienen, um ihren täglichen Job zu kündigen und in Vollzeit zu schreiben.

Literaturschock: Erzählen Sie Ihren deutschen Fans etwas über sich? (Familie, Hobbys usw.)

Joanne Bertin: Vor ungefähr einem Jahr kauften mein Verlobter und ich eine kleine Farm. Genau zwischen der Restaurierung des neuen Hauses und des Alten, damit wir es verkaufen konnten, haben wir vergangenen Mai geheiratet. Bisher hatten wir leider noch nicht die Zeit, sehr viel mit der Farm anzufangen, aber ich hoffe, daß wir eines Tages ein paar Milchziegen (Ich habe früher einmal auf einer Milchziegenfarm gearbeitet) und vielleicht sogar ein paar Pferde haben werden. Zur Zeit sind unsere Frettchen genug an Tieren für uns. Ich habe nicht wirklich irgendwelche Hobbys; Ich versuche, Harfe spielen zu lernen (nachdem ich eine von einem Bausatz zusammengebaut hatte) und ich genieße es, Silberschmuck herzustellen, wenn ich Zeit dazu habe. Außerdem plane ich dieses Frühjahr, einen großen Gemüsegarten anzulegen. Hoffentlich entscheidet sich das Murmeltier vorher zu verschwinden...

Literaturschock: Was war das entscheidende Ereignis in Ihrem Leben, das Ihnen sagte: "Ich möchte Schriftstellerin werden?"

Joanne Bertin: Es gab nicht wirklich ein solches "Ereignis". Schon seit ich klein war, wollte ich Schriftstellerin werden. Es hat mich eine lange, lange Zeit und viele Fehlstarts gekostet, dahin zu kommen, aber als es dann schließlich geschah - nun, manchmal kann ich es immer noch nicht glauben.

Literaturschock: Was haben Sie gefühlt, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde?

Joanne Bertin: Ich war sprachlos, verzückt. Ich schwöre, es dauerte drei Wochen, bis meine Füße den Boden wieder berührt haben. Ich habe die ganze Zeit nur vor mich hingelächelt.

Literaturschock: Woher kamen die Ideen zu Ihren wunderbaren Drachenlords?

Joanne Bertin: Die Idee zu der Welt stammt aus einer Zeichnung, die ich in der Schule 1970 oder 1971 angefertigt hatte. Ich fing an, Geschichten über die meisten Leute der Zeichnung zu erfinden, mit Ausnahme einer Person. Ich wußte nicht, wer er war. Dann zeigte er sich mir November 1989 in einem Traum und ich wußte, daß sein Name Linden und er ein Drachenlord war.

Literaturschock: Welches Ihrer Bücher mögen Sie am liebsten?

Joanne Bertin: Hmm - Ich habe bisher nur zwei Bücher herausgebracht, aber ich vermute, daß "The last Dragonlord" immer einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen wird, weil es das erste war.

Literaturschock: Haben Sie einen Lieblingscharakter?

Joanne Bertin: Linden. Er war der Katalysator, der mir die Welt eröffnete - obwohl ich auch eine heimliche Liebe für Lleld empfinde, einfach weil sie Lady Chaos ist.

Literaturschock: Durften Sie Cover und Titel Ihrer Bücher selbst auswählen?

Joanne Bertin: Ein durchschnittlicher Autor darf nicht mitbestimmen, was auf dem Cover erscheinen wird. Ich bin nicht einmal sicher, ob sogar die größten Autoren die Cover bestimmen dürfen, obwohl sie möglicherweise bei der Entscheidung hinzugezogen werden und Vorschläge machen dürfen. Ich schätze mich unglaublich glücklich, daß Tor Books Bob Eggleton als Künslter für die Gestaltung der Cover der amerikanischen Ausgaben meiner Bücher beauftragt hatten (Die amerikanische, englische, deutsche und polnische Ausgabe meines ersten Buches haben das gleiche Coverbild.) Die deutsche Version von "Dragon and Phoenix", dem zweiten Buch, unterscheidet vermutlich davon, weil es in zwei Bücher aufgeteilt wurde. Ich hatte keine Ahnung, wie die Cover aussehen würden, bis ich meine Autorenkopie gesehen hatte. Ich wählte die Titel der amerikanischen Ausgaben aus. Die deutschen Titel der zwei Teile von "Dragon and Phoenix" wurden von den deutschen Herausgebern ausgewählt.

Literaturschock: Haben Sie engeren Kontakt zu Ihren Fans?

Joanne Bertin: Ich gehe zu Science Fiction und Fantasy Versammlungen, bei denen jeder der mag, zu mir kommen und mit mir reden kann; aber bedenke, daß ich noch eine recht neue Autorin bin und die meisten Menschen bemerken weder meinen Namen, noch mein Gesicht auf die Art, wie das bei jemanden wie Anne McCaffrey oder Katherine Kurtz der Fall wäre. Und die Leute können mir eine eMail von meiner Website aus senden - vielleicht bin ich nun sogar in der Lage, mehr von ihnen zu beantworten, da ich nicht mehr zwei Häuser zusätzlich zu meiner täglichen Arbeit renoviere. Ich liege wirklich weit zurück

Literaturschock: Sie schreiben zur Zeit an "Bard's Oath", dem dritten Teil über die Drachenlords. Können Sie uns schon den Veröffentlichungszeitpunkt verraten und worum es in der Geschichte geht?

Joanne Bertin: Tut mir leid, ich habe keine Ahnung, wann es veröffentlicht wird. Ich arbeite noch daran. Ich kann nicht "zu" viel darüber verraten, denn sonst will es danach niemand mehr lesen, aber ich sage soviel: eine Harfe ist darin verwickelt und die Einführung dazu findet man im zweiten Buch. Ein Hintergrundthema ist, wie etwas wunderbares in etwas schreckliches verwandelt werden kann, sobald es in die falschen Hände gerät.

Literaturschock: Möchten Sie weiterhin die Bücher über die Drachenlords fortsetzen? Oder planen Sie, über irgend etwas anderes zu schreiben?

Joanne Bertin: Ich denke es gibt genug Geschichten in der Welt der Drachenlords, um mich eine ziemliche Zeit zu beschäftigen. Vielleicht werde ich die Zeit haben, andere Welten und Gesellschaften zu entwickeln, wenn ich irgendwann meine Arbeitsstelle kündige und dann nur noch schreibe.

Literaturschock: Haben Sie spezielle Methoden, sich auf ein neues Buch vorzubereiten (welche)? Wie sieht Ihr normaler Arbeitstag aus?

Joanne Bertin: Nein, keine wirklich speziellen Methoden. Ich habe eine ziemlich gute Idee zu über die Welt und manchmal entwickeln sich die Geschichten durch etwas, das vorher geschehen ist oder sie wurden von etwas ausgelöst, über das ich gelesen oder etwas gehört habe. Wie ich vorher schon erwähnt habe, arbeite ich noch in einem regulären Job. Eine Menge Autoren tun dies. Ich gehe zur Arbeit wie jeder andere auch, aber während meiner Kaffee- und Mittagspausen, verschwinde ich mit meinem Laptop zwischen den Bücherstapeln (ich arbeite in einer Bibliothek) und schreibe. Wenn es möglich ist, schreibe ich mehr, wenn ich zu Hause bin und die Hausarbeit erledigt habe.

Literaturschock: Wie lange haben Sie an "Der letzte Drachenlord" geschrieben?

Joanne Bertin: Ich verbrachte fünf Jahre mit dem Schreiben und Neuschreiben des "The Last Dragonlord" bis ich fühlte, daß es das beste war, das ich machen konnte. aber ich verbrachte die zwanzig Jahre davor damit, die Welt zu entwickeln.

Literaturschock: Einen Mann wie Linden gibt es im wirklichen Leben leider nicht, aber gibt es einen Menschen, nach dem er erschaffen wurde?

Joanne Bertin: Mein Ehemann Sam; Er ist der größte Schatz auf Erden. Zwar sieht er kein bisschen aus wie Linden, aber sie haben das gleiche gute Herz.

Literaturschock: Nun zu Ihren Frettchen. Planen Sie, die Frettchen in "Bard's Oath" zu integrieren?

Joanne Bertin: Mein Frettchen Trouble taucht tatsächlich in "Bard's Oath" auf. Ein anderes Frettchen, Havoc, wird erwähnt; sie ist inzwischen tot, aber sie war Sams besonderes Frettchen. Zu der Zeit, als ich "Dragon and Phoenix" schrieb, hatten wir sechs Frettchen (allerdings nicht zur gleichen Zeit), die alle Namen hatten. Sie sind die Frettchenmagier, die in Linden's Traum erscheinen: Tam Lin Smurfbane, Nikki, Chaos, Havoc, Total Disaster (kurz T.D.) und Mayhem. Tam ist das Frettchen, das zu Linden spricht und, falls ihr jemals eine amerikanische Ausgabe der Bücher gesehen habt, Mayhem ist das Frettchen auf dem Bild mit mir (wir brauchten jemanden fotogenes für das Bild...) Leider ist jedes von ihnen inzwischen tot und wir vermissen sie noch immer.

Literaturschock: Wie viele Frettchen haben Sie?

Joanne Bertin: Zur Zeit haben wir drei: Trouble, Problem und Snowball.

Literaturschock: Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht, einen Verlag zu finden?

Joanne Bertin: Als mein erstes Buch beendet war, schickte ich es an einen mir bekannten Lektor eines Verlages. Durch das starke Interesse dort kam ich zu einem Agenten. Als meine Agentin und dieser Lektor sich nicht einigen konnten, kontaktierte Shawna (meine Agentin) andere Herausgeber und kam mit Tor Books zu einer Einigung. Ich hatte also wirklich wenig nach dem ersten Schritt zu tun. Ich bin auch unglaublich glücklich darüber, wie einfach es war, daß mein erstes Buch überhaupt gleich angenommen wurde. Manchmal denke ich noch, es ist ein Traum; Ich gehe in Buchgeschäfte und denke "Wow, das kann nicht wirklich *mein* Buch sein. Das muß jemand mit dem gleichen Namen sein." Es bringt mich immer noch zum lächeln.

Literaturschock: Was sind die Unterschiede in der Arbeit an der Fortsetzung, verglichen mit dem Schreiben des ersten Buches?

Joanne Bertin: Beim ersten Buch gab es keinen Druck. Ich schrieb, wann ich wollte und nahm mir soviel Zeit ich brauchte. Beim Zweiten hatte ich nicht solches Glück.

Literaturschock: Haben Sie einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch?

Joanne Bertin: Kein Lieblingsautor oder -buch, obwohl es Bücher oder Autoren gibt, die ich jederzeit zur Hand nehmen und immer wieder lesen kann, oder nach deren neuesten Büchern ich immer Ausschau halte, sobald ich in einem Buchgeschäft bin. In keiner besonderen Reihenfolge sind einige sehr wenige davon: J.R.R. Tolkien, Rudyard Kipling, Judith Tarr, Lois McMaster Bujold, Ellis Peters, Elizabeth Peters, J.K. Rowling. Einige sind Fantasyautoren, einige nicht. Ich mag eine ganze Reihe Zeug zu lesen. Seltsamerweise kann ich keine Fantasy lesen, wenn ich gerade mitten am Schreiben eines Buches bin. Es ist als müßte ich davon fern bleiben, um keine Überdosis zu bekommen.

Literaturschock: Vielen, vielen Dank, Joanne! Ich bin Ihnen wirklich sehr dankbar, daß Sie sich die Zeit genommen haben und ich Sie interviewen durfte.

Joanne Bertin: Danke *Ihnen*, daß Sie mich für ein Interview ausgewählt haben! Es hat mir Spaß gemacht.

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