Joy Fielding wurde 1945 in Toronto, Kanada geboren. Bereits im Alter von 8 Jahren schriebs sie ihre erste Geschichte und schon während ihrer High-School- und College-Zeit hatte Joy Fielding den Vorsatz, Schriftstellerin zu werden, wurde jedoch zunächst durch eine Karriere beim Theater und Fernsehen davon abgelenkt.

Joy Fielding lebt mit ihrem Mann Warren und den zwei Töchtern teils in Toronto und teils in Palm Beach, Florida.

Literaturschock: Ms Fielding, würden Sie Ihren deutschen Fans etwas über sich erzählen?

Joy Fielding: Etwas über mich - Bitte werfen Sie einen Blick auf die Biografie meiner Webseite, dort steht alles über mich. Kurz gesagt, liebe ich das, was ich tue und glaube, das Leben eines Schriftstellers ist das beste der Welt. Ich bin seit fast 30 Jahren verheiratet und habe zwei wunderbare, prächtige Töchter. Ich war zu verschiedenen Gelegenheiten in Deutschland - und ich liebe das Land.

Literaturschock: Ich weiss, dass Ihnen jede erdenkliche Frage bereits wieder und wieder gestellt wurde, aber gibt es eine Frage, die Ihnen nie gestellt wurde, von der Sie es sich aber wünschten?

Joy Fielding: Die Fragen, die ich mag, sind die, die mich zum Nachdenken bringen. Die Menschen, die diese Fragen stellen, haben die Bücher offensichtlich sorgfältig gelesen und sich viele Gedanken darüber gemacht. Manchmal sehen Leser Dinge in meinen Büchern, die ich nicht bedacht habe und ich schätze das. Es gibt also nicht eine bestimmte Frage, sondern schlicht Fragen, die mich über mein Handwerk nachdenken lassen.

Literaturschock: Gibt es ein bestimmtes Ihrer Bücher, das einen besonderen Platz in Ihrem Herzen einnimmt? Falls ja, warum?

Joy Fielding: Ich habe einige Lieblinge - "Lauf, Jane, lauf!", "Am seidenen Faden" und "Nur wenn du mich liebst". Diese sind meine Lieblinge, aber nicht weil ich glaube, dass sie unbedingt besser als die anderen seien, sondern weil sie genau so sind, wie ich sie haben wollte. Als ich sie beendet hatte, dachte ich, dass ich sie nicht besser hätte schreiben können als ich es getan habe.

Literaturschock: Was glauben Sie, ist das schwerste und das einfachste beim Schreiben?

Joy Fielding: Die schwerste Sache ist es, die Grundidee zu organisieren und zu entwickeln und dann den Entwurf zu schreiben. Das einfachste ist das tatsächliche Schreiben. Das ist der Teil, den ich liebe.

Literaturschock: Haben Sie besondere Methoden, ein neues Buch zu planen (welche)? Wie sieht Ihr normaler Arbeitstag aus?

Joy Fielding: Die Planung eines Buches ist immer unterschiedlich. Ich habe eine Grundidee und brüte ein bißchen darüber, lasse sie in meinem Kopf spielen. Dann versuche ich sie auf eine bewusstere Ebene weiterzuentwickeln. Wenn ich glaube, dass sie bereit ist, mache ich mir Notizen, entwickle Charaktere und den Handlungsablauf. Schließlich schreibe ich einen Entwurf - alles zwischen einer bis zwölf Seiten. Ich habe eine klare Idee von Anfang und Ende, genauso wie von verschiedenen Eckpunkten der Geschichte. Dann setze ich mich hin und schreibe.

Ein typischer Tag: Aufstehen gegen 7 Uhr, mit der Arbeit beginnen zwischen 8:30 - 9 Uhr, ca. 3-4 Stunden arbeiten, manchmal mehr, das hängt davon ab, was ich sonst noch so geplant habe. Manchmal esse ich mit Freunden zu Mittag, oder ich habe eine Besprechung oder mache eine Besorgung. Ich arbeite Montag bis Freitag und gelegentlich an Wochenende, das hängt davon ab, wieviel ich zu tun habe. Ich trainiere am späten Nachmittag eine Stunde, dan lese ich, schaue fern.

Literaturschock: Was sind Ihre gegenwärtigen Projekte? Geben Sie uns einen kleinen Ausblick auf Ihre nächsten Bücher?

Joy Fielding: Ich glaube, sowohl "Whispers and Lies", als auch "Lost" werden gleichzeitig im nächsten Sommer in Deutschland veröffentlicht. Ich bin mir nicht sicher, wie sie auf deutsch heißen werden. Derzeit arbeite ich an meinem nächsten Roman, "Puppet", aber es ist noch zu früh, etwas darüber zu sagen.

Literaturschock: Schreiben Sie, was Sie schon immer schreiben wollten? Oder schlummert da noch eine ungeschriebene Idee in Ihnen?

Joy Fielding: Ja, ich schreibe über das, was ich mir ausgesucht habe. Und ja, die meisten meiner Ideen nisten sich für eine Weile in meinem Kopf ein ("Whispers and Lies" saß da 30 Jahre lang, "Lauf, Jane, lauf!" 8 Jahre lang), aber andere bleiben dort nur für kurze Zeit ("Lost" und "Zähl nicht die Stunden").

Literaturschock: Was glauben Sie, fasziniert Leser und Autoren an Krimis?

Joy Fielding: Ich glaube, schlechte Handlungsweisen sind immer interessant. Das Lösen (oder Aushecken) eines Geheimnisses ist faszinierend. Ich glaube, das sich Fürchten ist eine Art Ersatznervenkitzel - Du kannst Dich fürchten, bist aber zu jeder Zeit in Sicherheit. Kriminelle oder Menschen, die außerhalb der akzeptierten Norm handeln, sind faszinierend zu beobachten (obgleich sie als Person nicht annähernd so interessant sind. Die MEISTEN Verbrecher sind tatsächlich nicht sehr helle und ziemlich fade).

Literaturschock: Ist Ihre Familie Ihr größer Fan oder Ihr größter Kritiker, nachdem sie eines Ihrer Bücher gelesen hat?

Joy Fielding: Mein Ehemann ist gewöhnlich sehr kritisch, aber das wird so langsam besser (oder vielleicht werden auch meine Bücher besser). Meine ältere Tochter, Shannon, ist mein größter Fan und unterstützt mich sehr mit ihren guten, konkreten Ratschlägen. Meine jüngere Tochter, Annie, liest meine Bücher nicht, bis lange nachdem sie veröffentlicht wurden (Sie bevorzugt John Sandford!)

Literaturschock: Ich vermute, es ist schwer für Autoren ein Buch unvoreingenommen zu lesen. Denken Sie nicht oft "das hätte ich aber so viel besser gemacht"?

Joy Fielding: Manchmal lese ich ein Buch und denke - was für eine großartige Idee. Ich wünschte, ich hatte die gehabt! Und manchmal entdecke ich etwas, von dem ich denke, dass ich es verbessert hätte. Oft genug höre ich mit dem Lesen auf, wenn ich mich als zu kritisch ertappe.

Literaturschock: Wer sind Ihre Lieblingsschriftsteller und finden Sie überhaupt noch Zeit, sie zu lesen? Was lesen Sie gerade?

Joy Fielding: Meine Lieblingsautoren sind Philip Roth und Carl Hiaasen. Zur Zeit lese ich Candace Bushnell's neuen Roman, "Trading UP" und "Eat Cake" von Jeanne Ray.

Literaturschock: Ich danke Ihnen recht herzlich, Joy! Ich weiß es wirklich zu schätzen, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben.

Joy Fielding: Danke Susanne. Ihre Fragen waren interessant und aufschlußreich und brachten mich zum Nachdenken. Ich hoffe, ich haben sie zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet.

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