Katja KaminskiKatja Kaminski ist vegane Kinder- und Kochbuchautorin, Tierrechtlerin und für mich der schillerndste Vogel der veganen Szene. Ich freue mich sehr, dass sie sich Zeit für dieses Interview genommen hat.

Susanne: Liebe Katja, zuerst einmal vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses kleine Interview nimmst. Damit die Leser Dich ein bisschen besser kennenlernen – meine Frage: Welche drei Adjektive charakterisieren Dich am besten?

Katja Kaminski: kreativ, verträumt, direkt

Susanne: Ich klingle spontan an Deiner Tür und lade mich zum Essen ein. Was kochst du mir?

Katja Kaminski: Mit hoher Wahrscheinlichkeit ein buntes Wirrwarr aller Kühlschrankvorräte. Im Moment würde es wohl auf Kartoffel-Möhren-Rösti mit Linsentalern und einer Kräutercreme hinauslaufen. Als Dessert machen sich Pancakes mit Apfel-Zimt-Kompott immer gut.

Susanne: Und was lässt du bei meinem unangemeldeten Besuch zuerst unter dem Bett verschwinden?

Katja Kaminski: Gar nichts! Bei mir soll sich jede_r zuhause fühlen dürfen und Geheimnisse sind nicht mein Fall. Demnach bleibt alles, wo es ist und ich bleibe authentisch. :-)

Susanne: Was hast du gerade in deiner Hosentasche?

Katja Kaminski: Einen stolzen Reichtum von 1,23 Euro und 2 bereits benutzte Taschentücher. Eines stammt von mir, das andere transportiere ich für meine Tochter Ronja.

Susanne: Wovor hast du Angst?

Katja Kaminski: In erster Linie vor Ungerechtigkeit. Davon gibt es auf dieser Welt eine ganze Menge. Ansonsten würde ich mich eher als relativ angstfreien Menschen beschreiben. Es kommt, wie es kommt - ob mit, oder ohne Angst.

Susanne: Was soll deine Henkersmahlzeit sein?

Katja Kaminski: Unbedingt das erste (allerdings dann veganisierte) Gericht, das ich mit 17 Jahren kochte. Ich lebte damals in einer betreuten Jugendwohngemeinschaft und musste meinen Kochdienst antreten. Nachdem ich auf dem Gebiet keinerlei Erfahrung hatte und auch keine Hilfe parat war, gab es angebratene Zwiebelringe, Gurkenstreifen - und als es eklig zu riechen begann, löschte ich die Mischung mit 2 Flaschen Fertig-Mayonnaise ab. Anschließend musste eine Mitbewohnerin brechen und mir wurde verboten, dieses Gericht jemals wieder zu kochen.

Susanne: Woran arbeitest Du gerade? Erzähle doch ein bisschen was über Deine aktuellen Buchprojekte.

Katja Kaminski: Allzu viel kann/darf ich noch nicht verraten. Ich verspreche nur: es wird kreativ, punkig, trashig und bunt. :-) Zudem möchte ich im Moment vom "normalen Kochbuch" weg, mich in der Zukunft mehr auf Projekte für Kinder konzentrieren und man darf sich bereits auf ein Hörspiel freuen, auf dem 3 meiner Geschichten Platz finden werden.

Susanne: Und wofür engagierst Du Dich sonst so?

Kochen mit Herz und ohne Mord und TotschlagKatja Kaminski: Ich engagiere mich primär für ein respektvolles Miteinander. Das beinhaltet sowohl Menschen,- als auch Tierrechtsarbeit. Themen wie Sexismus, Rassismus, Homophobie, Speziesismus etc. sind allgegenwärtig und kontraproduktiv in Sachen "Miteinander". Ich engagiere mich, wann und wo immer ich es kann. Sei es an Infoständen, Demonstrationen, oder aber dem Organisieren von Obdachlosen-Beschenk-Aktionen. Im Alltagsleben stehen meine Kinder an erster Stelle. Wenn ich dann doch mal "kinderfrei" habe, verwirkliche ich meist spontane Hilfsaktionen.

Susanne: Jean-Paul Sartre lehnte beim Schreiben literarischer Texte Drogen ab. Für theoretische Texte hingegen griff er gerne zu Amphetaminen. Womit hältst Du Dich beim Schreiben munter?

Katja Kaminski: Ich halte mich von Drogen fern und befinde mich beim Schreiben meist in einer eher meditativen Stimmung. Ich packe das, was mich beschäftigt und berührt, in Zeilen - oft scheint das ganz automatisch zu laufen und wenn ich auf die Uhr sehe, realisiere ich, dass mehrere Stunden vergingen. Wobei das künstlerische Schreiben und seine Ergebnisse bisher nur für mich und meinen engen Freundeskreis bestimmt waren. In Zukunft wird sich dies ändern.

Susanne: Wer war der Held oder die Heldin deiner Kindheit?

Katja Kaminski: Ganz klar: Pippi Langstrumpf! :-)

Susanne: Wer sind deine LieblingsschriftstellerInnen? Was Deine Lieblingsbücher?

Katja Kaminski: Meine LieblingsschriftstellerInnen sind seit meiner Kindheit Janosch und Astrid Lindgren. Ich lese meinen Kindern gerne die Geschichten vor und manchmal, wenn es mich abends packt, sehe ich mir die Bilder an und versinke in Träumen. :-)

Ansonsten, nicht so ganz kindgerecht, mag ich Dirk Bernemann sehr gerne. Ich komme mittlerweile nur noch selten zum Lesen, aber seine Werke "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" und "Satt. Sauber. Sicher." zähle ich schon auch zu meinen Lieblingsbüchern. Es darf aber auch mal ein ganz theoretisch geschriebenes Buch über die vegane Ernährung oder die Tierbefreiungsbewegung sein. Gelesen wird, was interessiert. :-)

Susanne: Was ist Deine Vision?

Katja Kaminski: Meine Vision ist es, die Welt nicht so zu verlassen, wie ich sie vorgefunden habe. Das klingt erst mal verdächtig nach Utopie - und doch sehe ich den Optimismus und das Festhalten an den eigenen Träumen als ganz wichtiges Werkzeug an, um motiviert ans Werk gehen zu können. Ich möchte jede Möglichkeit nutzen, um Themen, die mich belasten und doch so "normal" sind aufzugreifen und Alternativen aufzuzeigen.

Das Interview wurde geführt von Susanne Kasper.

© Autorenfoto: mit freundlicher Genehmigung von Katja Kaminski


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