Günak, Kristina (deutsches Interview)

Hexen hexen in Deutschland

Kristina Günak wurde 1977 geboren und ist Immobilienfachwirtin, systemischer Coach und Mediatorin. Mit ihrer Familie lebt sie im schönen Norddeutschland. Ihr Debütroman „Eine Hexe zum Verlieben“ erschien im Juni 2011 und war auf der Longlist für den SERAPH. Ihr zweiter Roman „Engel lieben gefährlich“ erschien im März 2012. Band drei der Serie ist  bereits Arbeit und erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2012. Ihr neuestes Projekt mit dem Titel "Die Drachenbraut", der erste paranormale Liebesroman, erscheint im Herbst, ebenso eine Kurzgeschichtensammlung.

Auf der Leipziger Buchmesse 2012 hatte ich das Glück, am letzten Messetag, als letztes Highlight eine Lesung mit anschließender Signierstunde von Kristina Günak zu erleben und was soll ich sagen? Jede Minute davon war witzig, amüsant und in ihrer Lesung hat sie mir sehr viel Lust auf den zweiten Band der Eli-Serie gemacht. Und dann musste ich noch lange warten, ehe endlich die Leserunde auf leserunden.de startete – die reinste Qual für mich. Ich wollte doch so gern in die Geschichte einsteigen.

In dieser Zeit entstand die Idee mit dem Interview und hier kommt das Ergebnis:

Katja (Literaturschock): Hallo Kristina! Erstmal ein dickes DANKE dafür, dass Du für das Interview zur Verfügung stehst J. Erzähl uns erst einmal etwas über Dich. Wer ist Kristina? Was bringt sie zur Weißglut und was macht ihr besonders viel Freude?

Kristina Günak: Hallo Katja, aber sehr gerne! Ich bin 1977 geboren und lebe in Niedersachen. Ich bin ein sehr friedliebender und kommunikativer Mensch, was sich wohl auch in meinem Job als Mediatorin widerspiegelt. Ich mag den Frühling, esse gerne und hasse Autowaschen. Zum Glück fallen Autos nicht auseinander, wenn sie sehr lange sehr dreckig sind. Arroganz und Gedankenlosigkeit bringen mich auf die Palme. Vor der komme ich dann auch so schnell nicht wieder runter ;-)

 Katja (Literaturschock): Was hat Dich zum Schreiben gebracht? War der erste Teil von Elionore Dein erstes Buch? Wie lange dauerte es von der Idee über das Manuskript bis hin zum fertigen Buch?

 Kristina Günak: Die Schweizer Berge haben mich zum Schreiben gebracht. Ich habe fast zwei Jahre während der Elternzeit dort gelebt. Ich war ein klitzeklein wenig einsam und habe viel (okay, mit kleinem Kind ist das jetzt eine sehr relative Angabe) gelesen. Irgendwann muss es dann „Klick“ in meinem Kopf gemacht haben und ich habe mich selber an einem Fantasy-Roman versucht. (Einem Vampirroman, um genau zu sein. Etwas, was die Welt wirklich braucht, weil es ja noch nicht genug gibt ;-)) Und weil ich „Blut geleckt“ hatte, habe ich dann auch gleich noch das Mutterwerden literarisch verarbeitet.

 Einen richtigen, auslösenden Moment gab es jedoch nicht. Vielleicht tun die Schweizer seltsame Substanzen ins Trinkwasser? Keine Ahnung ;-). Aber ab diesem Moment konnte ich nicht mehr aufhören zu schreiben.

Katja (Literaturschock): Musstest Du viele Verlage „abklappern“ bis das Manuskript angenommen wurde? Wo warst Du als DER Anruf kam mit der Nachricht: Es wird gedruckt!

Kristina Günak: In meinem Büro. Danach war ich kurz auf dem Stuhl, unter dem Schreibtisch und dann hätte ich fast einen Salto Rückwärts gemacht. (Aber nur fast, andernfalls hätte ich die Erstveröffentlichung wohl nicht mehr erlebt.) Dann habe ich meinen werten Gatten angerufen und ihm ca. 20 Minuten ins Ohr gebrüllt und dann habe ich schnell Band zwei angefangen. Ich hatte damals einfach großes Glück den U-Books-Verlag für das Projekt begeistern zu können. Das ist ja der schwierigste Teil an der ganzen Buchschreiberei. Finde einen Verlag.

Katja (Literaturschock): Eli ist eine Immobilienverkaufende Hexe mit einem Gestaltwandler als Partner und einem hexenden Vampir als Lehrling. Wie kamst Du darauf, gerade diese Geschichte zu Schreiben? Was war Deine Inspiration dazu?

 Kristina Günak: Etwas vor dem Hintergrund der Immobilienbranche zu schreiben, spukte mir schon lange im Kopf herum. Makler sind ja doch manchmal eine sonderbare Spezies (ich darf das sagen, ich gehörte dieser Randgruppe an) und irgendwie ist mir das Terrain einfach vertraut. Weswegen Eli zumindest hier schon mal fest im Sattel saß. Auf den ersten Seiten gab es nur sie, bis dann die beiden Kerle aus freien Stücken ins Dokument spazierten. 

Katja (Literaturschock): Und wie kamst Du auf die tolle Idee, die ganze Geschichte nicht in den USA sondern in Deutschland anzusiedeln?

Kristina Günak: Auf den Gedanken bin ich gar nicht gekommen. Also das ganze nach Amerika zu verfrachten. Elis Welt, insbesondere ihre Magie, funktioniert offensichtlich nur hier in Niedersachsen (liegt vielleicht auch an der Erdlinie ...). Ich arbeite gerne mit dem Bekannten, mit den Dingen, die meine Leserinnen und ich aus ihrem Alltag kennen.

Katja (Literaturschock): Ich weiß, Du bist / warst Immobilienverkäuferin. Eli ist es auch. Wie viel von Dir steckt in Eli, die gern viel Kaffee trinkt, bei Amazon bestellt und mit einen leicht nervigen Chef und einer sehr sensiblen Sekretärin zusammenarbeitet?

 Kristina Günak: Gar nichts. Ehrlich!

Das ist alles Erstunken und erlogen. (Buchautoren müssen so etwas sagen. Alles andere wäre sonderbar. Allerdings komme ich nicht umhin zuzugeben, dass Menschen die mich kennen, glauben, den einen oder anderen Wesenszug von Eli wieder zu erkennen. Was ja nicht sein kann, weil siehe oben ;-).)

Katja (Literaturschock): Wie sieht ein „Arbeitstag“ bei Dir aus? Setzt Du Dich an den Schreibtisch, neben Dir literweise Kaffee und schottest Dich ab? Oder brauchst Du eher Trubel um Dich rum, setzt Dich in ein Cafe und schreibst dort?

 Kristina Günak: Ich sitze ab zehn nach acht im Büro und verlasse es um vier. Dann geht es meistens nach halb acht weiter. (Abends schreibt es sich doppelt gut.) Ich habe ein Lieblingscafe und wenn ich zwischenmenschliche Kontakte brauche, fahre ich dort hin und gönne mir einen Cappuccino. Aber ich bin mehr eine „Alle-Schnauze-halten!-Autorin!, also meistens brauche ich die Stille, um mein Hirn in die Entleerungsphase zu bringen.

Katja (Literaturschock): Du warst auf der Leipziger Buchmesse, wo ich das Glück hatte, Dich zu treffen. Du warst sehr locker drauf, sehr lustig und Dir hat das Lesen vor Publikum richtig Spaß gemacht. Fällt es Dir sehr leicht, vor Publikum zu lesen?

 Kristina Günak: Überhaupt nicht. Mit dem Sprechen vor vielen Menschen habe ich nicht so das Problem, da habe ich zum Glück beruflich einige Erfahrung. Aber das Lesen aus meinem Buch fühlt sich dann doch ganz anders an, als die Absegnung der Betriebskostenvorauszahlung bei einer Wohnungseigentümerversammlung ;-).

Ich finde eine gute Vorbereitung sehr wichtig, deshalb sitze ich wirklich lange an der Auswahl der Textpassagen. Welchen Handlungsstrang greife ich auf? Welche Figur führe ich ein? Was darf ich nicht erzählen, weil ich dann grob spoilern würde?

Auch wenn es eine sehr knifflige Angelegenheit ist, ich mache es auf jeden Fall sehr gerne. Was auch daran liegt, dass ich gerne mit Menschen zu tun habe. Der Job als Autorin ist ja doch mehr das Alm-Öhi-Leben.

Katja (Literaturschock): Du hast den ersten Band der Elionore Brevent-Reihe auf Leserunden.de mit einigen Deiner Leser gelesen und auch der zweite Band wird aktuell gerade dort diskutiert. Was treibt Dich dazu,  gemeinsam mit einigen Deiner Leser eine Leserunde zu machen? Was nimmst Du Dir aus so einer Leserunde mit? Ist sie Ansporn für Dich?

 Kristina Günak: Ich darf ja während so einer Leserunde meinen Leserinnen quasi in den Kopf gucken. Welcher Charakter kommt wie an? Was ist meinen Leserinnen wichtig? Was lösen meine Worte aus? Das alles erfahre ich in diesen Leserunden. Auch wo es noch offenen Fragen gibt und wo ich beim nächsten Band vielleicht ein wenig mehr Hintergrundinfo einstreuen könnte. So eine Leserunde kostet zwar viel Zeit, aber das Feedback bringt mich weiter. Abgesehen davon ist die illustre Runde bei leserunden.de einfach nur nett und aufmerksam. Da sind wir wieder beim persönlichen Kontakt angekommen und der ist wichtig für mich.

Katja (Literaturschock): Deine beiden Bücher sind auch als E-Book erschienen. Wie stehst Du zu dieser neuen Art Buch? Und wie entscheidest Du Dich? Lieber das „richtige“ Buch in der Hand halten oder liest Du lieber E-Books.

 Kristina Günak: Beides. Ich habe einen E-Reader, lese aber auch gerne „richtige“ Bücher. Das hält sich die Waage. Die Verlockung, dass die Lektüre nur einen Klick entfernt ist, ist schon groß ;-). Und wenn man unterwegs ist, erleichtert es natürlich ungemein, nicht seinen halben SUB einpacken zu müssen. (Es könnte ja sein, dass man doch drei Bücher schafft und was liest man dann? Lieber noch ein Notfall-Reserve-Buch einpacken ... na ja, ihr kennt das sicher) Mit dem E-Reader kein Problem.

 Ich halte es heute für normal, dass ein Buch in beiden Versionen angeboten wird. Das reale Buch wird nicht verschwinden, aber das Ebook wird doch in Zukunft eine noch größere Rolle spielen.

 Katja (Literaturschock): Was liest Du überhaupt selbst gern? Welcher Autor / welche Autorin hat Dich in Deiner Kindheit/Jugend begleitet und zu welchen Büchern greifst Du heute noch gern? Hast Du überhaupt Zeit zu lesen?

 Kristina Günak: Ich lese viel und gerne durch sämtliche Genres. Aktuell ist es „Suna“ (sehr schön!) von Pia Ziefle. Als Kind habe ich „Die drei ???“ verschlungen, die höre ich heute manchmal noch auf langen Autofahrten als Hörspiel. (Sollte mir das peinlich sein?)

Katja (Literaturschock): An welchen Projekten arbeitetest Du derzeit? Auf welche Bücher können wir Fans uns demnächst freuen?

 Kristina Günak: Auf die „Drachenbraut“, die im Herbst im Ubooks-Verlag erscheinen wird. Diesmal kein 

paranormaler Chicklit, sondern eine paranormale Liebesgeschichte! Also etwas ganz Neues. Der Protagonist, eine Gestaltwandler-Drachen, hat es mir wirklich angetan ;-). Allerdings wollte er während des ganzen Schreibprozesses immer der „Bestimmer“ sein, was ich natürlich ablehnen musste. Sagen wir so: Wir zwei hatten einige Kämpfe ... Ich hoffe, es ist was Gutes dabei herausgekommen. Sobald die Vorschau steht, werde ich darüber auch bei facebook und auf meiner Homepage berichten.

 Und natürlich sitze ich an der Hexe Nr. 3, die fast fertig ist. Seit gestern Abend habe ich auch schon eine Idee für den vierten Band. (Mädels, eine Hochzeit steht an!)

Katja (Literaturschock): Ich bedanke mich für Deine Zeit, das Interview und wünsche Dir mit Deinen neuen Projekten von Herzen ganz viel Glück

Interview: Katja / Foto’s: Kiala (1), Kristina Günak (2)

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