Lynn Flewelling wurde 1958 im amerikanischen Bundesstaat Maine geboren. Neben ihrer Schriftstellerei war sie auch schon als Lehrerin, Verkäuferin und Anstreicherin tätig. Heute arbeitet sie nebenbei noch als freie Journalistin. Die Liste ihrer Lieblingsautoren ist umfangreich und betont unvollständig (sie umfaßt immerhin 44 Namen) und enthält alles von Sir Arthur Conan Doyle, William Shakespeare, Christopher Marlowe, Homer über Umberto Ecco und Dostoyevski bis hin zu Ursula LeGuin, Magret Atwood und Stephen King.

Literaturschock: Erzählst Du Deinen deutschen Fans ein etwas über Dich? (Familie, Hobbys usw.)

Lynn Flewelling: Ich wuchs in einer kleinen Stadt in Northern Main auf, die der ländlichen Gegend Deutschlands nicht unähnlich ist, außer daß die Berge kleiner sind. Ich verbrachte einen großen Teil meiner Zeit in den Wäldern, mit campen, beim wandern, jagen und fischen. Ich war auch eine große Leserin und Träumerin. Nach dem College heiratete ich meinen Highschool Freund und wir sind nun schon seit mehr als zwei Jahrzehnten zusammen. Der Charakter von Micum Cavish ist ein Tribut an ihn. Wir haben zwei Söhne im Teenageralter und ein Haus voller Tiere. Das Schreiben ist sowohl Geschäft als auch Hobby für mich; Ich genieße auch Ski-Langlauf, Kochen, Musik und Theater. Ich habe ein Händchen für die Fotographie und vor kurzem habe ich das Ukulele spielen angefangen.

Literaturschock: Welches ist die Frage, die man Dir nie gestellt hat, Du es Dir aber gewünscht hättest?

Lynn Flewelling: Ich wurde schon so viel gefragt. Ich bin nicht sicher, ob irgendetwas noch nicht angesprochen wurde.

Literaturschock: Was war das entscheidende Ereignis in deinem Leben, das Dir sagte: "Ich möchte Schriftstellerin werden?"

Lynn Flewelling: Als ich ungefähr 12 Jahre alt war hatten wir eine junge Lehrerin, der mich als erstes im kreativen Schreiben unterrichtete. Sie schrieb einige Titel an die Tafel und hieß uns einige davon auszuwählen und eine Geschichte darüber zu schreiben. Ich wählte "Drei Tage in einem Ameisenhügel". Ich hatte mehrere Ameisenfarmen und wußte einiges über Ameisen. Also hatte ich meinen Helden und einen chemischen Unfall, der ihn auf Ameisengröße schrumpfen ließ und so lebte er mit den Ameisen. Ich bekam ein A für die Geschichte und entdeckte, daß ich das Tagträumen auf Papier sehr genoss. Das nächste Mal, denke ich, war "Unterhaltung in einem Hundeasyl", in welches ich alle meine Lehrer als Hunde steckte - wenn auch nicht immer in einem guten Licht. Dies besiegelte meinen Ruhm, als es die Runde im Lehrerzimmer machte.

Literaturschock: Was hast Du gefühlt, als Dein erstes Buch veröffentlicht wurde?

Lynn Flewelling: Erfreut! So fühle ich mich immer, wenn ichein Buch beendet habe oder es zum ersten Mal in gedruckter Form sehe. Das schreiben ist sehr harte Arbeit für mich mit vielen Enttäuschungen. Es ist immer wunderbar zum Ende eines langen Projektes zu kommen und zu sehen, wie die öffentliche Reaktion ist, obwohl dies auch erschreckend sein kann.

Literaturschock: Woher kamen die Ideen zu den Schattengilde Büchern?

Lynn Flewelling: Ich bin zu diesem Punkt nicht ganz sicher. Ich bekam die erste leise Ahnung zu diesen Charaktern vor fast zwanzig Jahren und es ist seitdem so viel geschehen. Es war, als ob sie in meiner Vorstellungskraft wuchsen und die Inspiration von meinem Leben, meiner Vorstellungskraft und meinen Nachforschungen erhielten.

Literaturschock: Welches deiner Bücher magst du am meisten? Weshalb?

Lynn Flewelling: Ich bin mit allen zufrieden, aber ich denke ich mag das Neue, "The Bone Doll's Twin", als das Beste zur Zeit. Es ist ein Buch, das am meisten von mir erhielt.

Literaturschock: Hast du einen Lieblingscharakter?

Lynn Flewelling: Ich liebe Seregil, den Helden der Schattengilde Bücher; Er ist mein in Erfüllung gegangener Wunschcharakter. Ich liebe auch Ki von "Bone Doll". Er tauchte einfach eines Tages von Nirgendwo auf, als ich entschied, daß Tobin einen Freund brauchte und er bekam ein eigenes, wechselhaftes Leben. Er ist angelehnt an einen Jungen, der neben uns wohnte als ich sehr klein war. Er war mein erster bester Freund. Seine Familie zog fort als ich in der zweiten Klasse war und er war auch der erste, der mein Herz gebrochen hat. Nach den Mails, die ich bisher erhalten habe, ist Ki nahezu jedermans Liebling.

Literaturschock: Durftest Du Cover und Titel Deiner Bücher selbst auswählen?

Lynn Flewelling: Ich wählte meine Titel und im Einzelfall kämpfte ich dafür, sie zu behalten, wenn mir gesagt wurde, sie seien "zu lang." Aber die meisten Autoren haben kein Mitspracherecht was die Coverbilder anbelangt. Ich selbstverständlich auch nicht, außer im fall der tschechischen Ausgaben. Der Künstler blieb in Kontakt mit mir und im Fall des dritten Schattengilde Buches änderte er sogar das Cover vollständig, als ich negativ auf seine ursprüngliche Idee reagierte.

Literaturschock: Hast Du engeren Kontakt zu deinen Fans?

Lynn Flewelling: Ja, ich besuche einige Versammlungen jedes Jahr, habe eine Menge Freunde unter den Autoren und ich bin bei verschiedenen Newsgroups, die sich meinen Arbeiten widmen, aktiv. Die eine bei YahooGroups, die "Flewelling" heißt, ist inzwischen riesig und es ist eine großartige Gruppe von Leuten aus aller Welt. Sie schicken mir Otterbilder und Schokolade, damit ich weitermache.

Literaturschock: Was sind Deine gegenwärtigen Projekte?

Lynn Flewelling: Ich arbeite zur Zeit an der Fortsetzung zu "Bone Doll"

Literaturschock: Kannst Du uns einen kleinen Ausblick auf die nächsten Bücher geben?

Lynn Flewelling: Nicht im Moment. Es ist immer noch im Status des ständigen Wechsels, wo ich noch alles die ganze Zeit verändere.

Literaturschock: Was ist die schwerste Sache, um darüber zu schreiben? Was die leichteste?

Lynn Flewelling: Das schwerste ist, sich hinzusetzen und jeden Tag wieder anzufangen. Die leichteste ist die Überarbeitung. Das ist mein Lieblingsteil.

Literaturschock: Möchtest Du weiterhin Fantasyromane schreiben? Oder planst Du, über irgendetwas anderes zu schreiben?

Lynn Flewelling: Beides.

Literaturschock: Hast du spezielle Methoden, Dich auf ein neues Buch vorzubereiten (welche)?

Lynn Flewelling: Ich kaufe ein nettes kleines Notebook und kritzle die Ideen so wie sie kommen nieder. Ich plane nicht viel, aber ich mache reichlich Notizen und sammle eine Menge Gefasel. Ich treibe auch eine Menge an Nachforschung.

Literaturschock: Wie sieht Dein normaler Arbeitstag aus?

Lynn Flewelling: Kommt darauf an. An schlechten Tagen zaudere ich und verdamme einige Tausend Worte am Ende des Tages. An einem guten Tag setze ich mich am Vormittag hin und höre nur auf, wenn ich hungrig werde. Die Zeit vergeht und ich bin überrascht, was ich auf der Seite am Ende des Tages finde.

Literaturschock: Wie lange hast du an Deinem ersten Buch geschrieben?

Lynn Flewelling: Zehn Jahre, aber ich lehrte mich den ganzen Weg selbst das Schreiben (und Neuschreiben!) und arbeitete nebenher in anderen Jobs.

Literaturschock: Wieviel Deiner eigenen Erfahrungen teilst Du mit Deinen Charaktern?

Lynn Flewelling: Schon ein bißchen, obwohl ich dies in verkleideter Form tue. Viele der Alpträume, die sie haben, sind meine eigenen. Familienszenen mit den Cavishes, die Wechselwirkungen zwischen Kari und Micum, dies alles ist sehr viel von meiner Familie. Ich teile einige von Seregil's und Tobin's Komplexen. Mir wurde gesagt, daß ich auch Ähnlichkeit mit den Zauberern habe, die ich erschaffe, was ich als ziemliches Kompliment auffasse. Einige andere Charaktere sind lose an Freunde von mir angelehnt, oder beschönigen auch kleine Teile von ihnen. Orte, an denen ich lebte oder zu denen ich reiste sind mit eingearbeitet; Alec's Heimatland ist ziemlich wie Northern Maine. Skala lehnt sich an Teile von Griechenland an. Und in "The Bone Doll's Twin" spiegeln Tobin's Erfahrungen als Kind manchmal meine eigenen Erinnerungen wider. Aber nochmals, hochgradig beschönigt und in unterschiedlichen Formen ausgedrückt.

Literaturschock: Welche Erfahrungen hast du damit gemacht, einen Verlag zu finden?

Lynn Flewelling: Ich verbrachte Monate damit, eine Agenten zu finden. Als ich eine Agentin hatte, liefen die Dinge ziemlich schnell.

Literaturschock: Was sind die Unterschiede in der Arbeit an der Fortsetzung, verglichen mit dem Schreiben des ersten Buches?

Lynn Flewelling: Nun, Du mußt die Welt neu schaffen und die Charaktere einführen, falls das hilft. Die Herausforderung ist dabei, daß sie wachsen und sich in einer logischen Art und Weise verändern und nicht die Geschichte zu wiederholen.

Literaturschock: Hast Du einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch?

Lynn Flewelling: Hunderte davon! Ich liebe die Arbeiten von Pat Barker und sehr vieles von Alice Walker. Robertson Davies ist mein langjähriger Liebling genauso wie Conan Doyle's Sherlock Holmes Geschichten. Die Kinder und ich lesen "Der Herr der Ringe" zusammen und ich entdecke meine Fantasywurzeln neu. Ich liebe Ray Bradbury und Ursula LeGuin genauso wie Asimov's Roboterbücher und Arthur C. Clarke's Science Fiction. Ich habe auch ein Faible für die südamerikanischen zauberhaften Realisten, Marquez und Allende. Zur Zeit lese ich Simon's "Homicide: A Year on the Mean Streets," einen Erfahrungsroman, der auf dem Hit TV Show basiert. Zur spirituellen Inspiration tauche ich ein in das Tao Te Ching und die Lehren Buddha's. Ich denke, die Welt wäre ein weitaus friedlicherer Platz, wenn wir alle das Konzept von der Liebe zur Ungebundenheit begreifen könnten.

Literaturschock: Vielen, vielen Dank, Lynn! Ich bin Dir wirklich sehr dankbar, daß Du Dir die Zeit genommen hast und ich Dich interviewen durfte.

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