Dance with me – Eine Einladung zum Tanz. Auf eine Buchmesse geht man in der Regel, um sich über seine Lieblingsautoren und Lieblingsverlage zu informieren und natürlich auch – um neues zu entdecken. Neue Autoren, neue Verlage und neue Bücher.

So ging es mir – unweit des Standes eines kleinen Verlages – dem Comic Culture Verlag – lernte ich Leen und "ihre Autorin" Pu Bea W. Jaksarn kennen. Die knapp 23jährige Nachwuchsautorin aus Thailand, die in Bayreuth lebt und dort Germanistik & Romanistik – Schwerpunkt Französische Literatur studiert, ist eine vielseitig interessierte und sehr sprachbegabte junge Frau. Sie spricht fünf Sprachen, übt sich im Schwertkampf, kocht sehr gern und fotografiert.

Ein paar Tage später entstand – per Mail erst zwischen mir und Leen, dann mit Pu Bea – die Idee eines Interviews.

Literaturschock: Du bist eine Newcomer-Autorin und den Lesern daher noch unbekannt. Stell Dich doch am besten mal selbst vor.

Pu Bea: Mein Name ist Pu Bea Jaksarn, ich werde demnächst 23 und komme aus Bayreuth.

Literaturschock: "Dance with me" ist ein Jugendbuch für die Leser ab 13. War es eine bewusste Entscheidung, ein Roman für Jugendliche zu schreiben oder kam die Entscheidung mit der Zeit?

Pu Bea: Ursprünglich richtete ich mich an Leser ab 16 Jahre aufwärts (wegen der erotisch angehauchten Sequenzen), aber vom Verlag kam der Vorschlag, dass sich die Geschichte auch an jüngeres Publikum ab 13 Jahre richten kann, da ich mir mit der Zeit auch einen einfach verständlichen Schreibstil angeeignet habe.

Literaturschock: Das Buch spielt in Japan – Du selbst bist Thailänderin. Wie viel von Deiner eigenen Kultur hast Du in das Buch gearbeitet. Wie viel von Dir steckt in dem Buch drin?

Pu Bea: Wie viel von mir im Buch steckt? Meinst du, ob die Charaktere Aufspaltungen meines eigenen Egos sind? *überleg* Meistens sind meine Storykonzepte von einer realen Persönlichkeit, einem Bild oder nur von einem einmaligen Moment inspiriert, den ich ausbaue und literarisch verarbeite. Ich entwickle ein eigenständiges Charakterkonzept mit seiner eigenen Logik, dass eigentlich nichts von mir drinstecken sollte. Aber ausgeschlossen ist nichts, was unbewusst abläuft. Was ich aber gern bewusst einbringe, sind Elemente, die mir selbst gefallen, wie z.B. Cappuccino, Schmetterlinge, Tattoos, u.a. auch hin und wieder Tätigkeiten, wie Fotografieren (in DWM studiert Zoey Fotografie) usw. Aber nur soweit es hilft, den Charakter zu formen, nichts Überflüssiges also.

Literaturschock: Wie kamst Du gerade auf die Idee, über dieses Thema zu schreiben?

Pu Bea: Ich habe durch Zufall ein Lied von einem japanischen Idol gehört, als ich auf Musikrecherche war. Die Stimme und der Song haben mir so gut gefallen, dass mir sofort die Idee zu einem Storykonzept kam. Zum Thema Showbusiness wurde ich zuvor aber schon von dem Manga Skip Beat inspiriert.

Literaturschock: Schreibst Du "nur" oder zeichnest Du auch?

Pu Bea: Ich zeichne und male traditionell. Früher Comics und Figuren, jetzt hauptsächlich nur noch in Bleistift, Aquarell von realistischen Objekten und konzeptionell wie im Game Design/ Concept Art. Privat beschäftige ich mich mit Concept Art.

Literaturschock: Du bedankst Dich in dem Buch unter anderem bei Leen und Alex. In wie fern konnten die beiden Dir helfen, das Buch zu schreiben?

Pu Bea: Die beiden haben mir geholfen, die Ortsbe-schreibungen bewusster zu schildern und die Geschichte so zu kürzen, dass sie insgesamt spannender wurde.

Literaturschock: Ich habe Dich auf der Leipziger Buchmesse am Stand des Comic Culture Verlages kennen gelernt. Was hast Du für Dich bei der Messe mitnehmen können? Was hat Dir die Messe beruflich gebracht?

Pu Bea: Ich habe zum ersten Mal Kai Meyers Lesung besucht. Er gehört zu meinen meiner Lieblingsautoren vorn früher und ich habe mit Freude festgestellt, wie beliebt seine Bücher sind (die Leseecke war gerammelt voll!), obwohl er ein „deutscher“ Autor ist. Bisher wurde mir auf dem Büchermarkt eher der Eindruck vermittelt, dass man als heimischer Autor keine Chance hat, weil es zu viel Konkurrenz aus dem englischsprachigen Bereich gibt, die die Verlage bevorzugen, weil diese Werke schon vorher erfolgreich waren. Insofern war die Messe für mich SEHR motivierend.

Außerdem durfte ich neue Leute kennen lernen, die mich persönlich treffen wollten, weil sie von meinem Buch schon länger wussten und darauf gewartet haben. Beruflich ist das mir insofern wichtig, weil ich Kontakt mit Lesern, Redakteuren, Buchhändlern halten möchte, um kein isolierter Autor zu werden.

Literaturschock: Wie war es für Dich, Dein Buch dort live dem Publikum präsentieren zu können, eine Lesung zu halten? Warst Du sehr nervös und was hat Dich ablenken können?

Pu Bea: Die Tage zuvor und bis zum Moment, als ich vor den Leuten saß, war ich sehr nervös. Aber ich habe mich darauf vorbereitet, um ordentlich aufzutreten und konnte mich daher auf die rhetorische Technik verlassen. Aber ich habe mir auch vorgestellt, dass die Leute mehr Gesprächspartner als Zuhörer sind, sodass ich keine Distanz zwischen uns spürte. Insofern war die Atmosphäre recht entspannt.

Literaturschock: Hattest Du Gelegenheit, selbst über die Messe zu schlendern? Wie sind Deine Eindrücke?

Pu Bea: Bücher für junge Erwachsene sind beliebt und werden gelesen! *g* Ich habe viele einfache und unterhaltsame Literatur im Bereich Fantasy, Abenteuer oder Belletristik gefunden. Die aktuellen Trends geben mir Hoffnung, dass Dance with me gelesen wird.

Literaturschock: Liest Du selbst auch gern? Welches Genre bevorzugst Du und was geht gar nicht?

Pu Bea: Ja, ich lese auch sehr gerne. Am liebsten Fantasy, mittlerweile auch Belletristik und Reisebücher. Was gar nicht geht sind Bücher mit einer unschönen Sprache, wo lauter Fäkalwörter und Übelkeitserregende Bilder verwendet werden.

Literaturschock: Was ist Dein absolutes Lieblingsbuch – heute und als Kind? Wer ist Dein Lieblingsautor?

Pu Bea: Mein Lieblingsbuch … das ist immer schwer, zu nennen, wenn man viel gelesen hat. Ich nenne jetzt „Märchenmond“ von Wolfgang Hohlbein. Mein Lieblingsautor heute ist Elizabeth Gilbert (Eat, Pray, Love).



Wenn Pu Bea Charaktere für Ihre Bücher und die Fanficions entwickelt, zeichnet sie Skripte, um sich mehr in die Charaktere hineinversetzen zu können. Eine solche Zeichnung stellte Sie mir für das Interview zur Verfügung.

Bei "Dance with me" handelt es sich um das Erstlingswerk von Pu Bea und wurde hauptsächlich in Deutsch geschrieben, nur ein kleiner Rest auf Englisch. Ein Jugendroman. Aber auch für Erwachsene kann das Buch interessant sein, wenn man etwas über die japanischen Traditionen und Einstellungen erfahren möchte. Das Buch ist nicht authentisch, aber sehr nahe an der Realität.

Das Interview wurde von Katja Ezold für Literaturschock geführt

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