Sara Donati ist Professorin für Sprachwissenschaft und Kreatives Schreiben an der Western Washington Universität. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter im Nordwesten der USA. Im Herzen der Wildnis war ihr erster Roman.

Literaturschock: Erzählen Sie Ihren deutschen Fans etwas über sich? (Familie, Hobbys usw.)

Sara Donati: Ich komme aus einer sehr großen, farbigen und sehr lauten italienischen Familie. Ich habe eine 13jährige Tochter und einen Ehemann, drei Katzen, einen kleinen süßen Hund mit dem Namen Tuck und einen großen Garten. Wenn ich nicht schreibe, beschäftige ich mich mit Textilkunst (Papier, Gewebe, Quilts), der Stammbaumforschung und meinen Freunden. Und ich lese sehr viel: mindestens drei Bücher in der Woche.

Literaturschock: Was war das entscheidende Ereignis in Ihrem Leben, das Ihnen sagte: "Ich möchte Schriftstellerin werden?"

Sara Donati: Puh, ich glaube, es gab nie ein solches Ereignis. Ich habe schon mein Leben lang geschrieben - außerdem war ich 12 Jahre lang Professorin an einer Universität. Ich wollte nicht notwendigerweise eine erfolgreiche Autorin werden. Diese Ansicht hatte ich, bis ich meinen ersten Roman veröffentlichen konnte.

Literaturschock: Sie haben einen Vertrag mit Bantam für zwei weitere Bücher. Das vierte Buch wird den Namen "Thunder at Twilight" haben. Schreiben Sie zur Zeit daran und geben Sie uns einen kleinen Ausblick darauf?

Sara Donati: Ja, ich schreibe derzeit daran. Ich brauche ungefähr zwei Jahre Zeit, um einen Roman zu schreiben, der durchschnittlich 700 Seiten umfasst, so hat es den Anschein, dass ich immer an einem schreibe. Dieser Roman beginng 1812 und hat sehr viel mit dem Krieg von 1812 und Elizabeth's und Nathaniel's Kindern zu tun. Der fünfte Teil handelt ebenfalls von dem Krieg 1812, hauptsächlich über den Feldzug in Louisianna und die Schlacht von New Orleans.

Literaturschock: Wissen Sie, wann der Roman voraussichtlich erscheinen wird?

Sara Donati: Hoffentlich im Sommer 2004.

Literaturschock: Wie betreiben Sie Ihre Recherchen?

Sara Donati: Am meisten durch Lesen. Ich kenne Experten aus den verschiedenen Gebieten, die ich um Rat fragen kann, und einen Rechercheassistenten in New York City.

Literaturschock: Ich muss Ihnen ein kleines Geheimnis verraten: Ich finde Nathaniel sexier als Claire's Jamie ;-)

Sara Donati: Ich ebenfalls, aber das bleibt jedem selbst überlassen.

Literaturschock: Ich weiss, diese Frage wird Ihnen immer wieder gestellt, aber: Was ist die Geschichte mit Diana Gabaldon's Charakteren in "Im Herzen der Wildnis"?

Sara Donati: Diana und ich haben sehr viele ähnliche Interessen, deshalb sind unsere Charaktere auch in einige gleiche historische Ereignisse verwickelt. Eines Tages, als ich gerade an einer solchen Szene schrieb, kam das Thema der Schlacht von Saratoga auf und Diana erwähnte, dass sie diese Schlacht bereits für eine Szene genutzt hatte. Ich sagte (eigentlich im Spaß) "Hey, ich brauche dort einen Arzt für diesen Jungen mit Lungenentzündung, kann ich mir Claire ausborgen?" Und Diana antwortete "Warum nicht?" Diana ist eine der hilfsbereitesten und großzügigsten Menschen, die ich jemals kennen gelernt habe, aber dennoch war ich überrascht. Ich schrieb die Szene und schickte sie ihr, sagte aber, dass ich sie wieder herausnehmen würde, wenn sie das nicht ernst gemeint hatte. Sie mochte die Szene, also ließ ich sie in dem Buch. Die Idee war einfach so etwas wie ein Insiderwitz - Charaktere wandern von einem Roman zum anderen - und war niemals als etwas anderes gemeint. Man sagte zu mir, dass ich so sein wolle wie Diana, was natürlich Unsinn ist - wer nicht wollte solche wunderbare Romane schreiben wie ihre Outlander Serie? Aber es gibt nur eine Diana. Und ich habe meine eigenen Geschichten zu erzählen - mit meiner eigenen Stimme

Literaturschock: Sie und Diana waren Freundinnen?

Sara Donati: Wir sind es noch.

Literaturschock: Wie kamen Sie zu Ihrem Pseudonym "Sara Donati"?

Sara Donati: Ich schreibe mehr als eine Sorte Romane. Zwei meiner Bücher wurden innerhalb weniger Monate voneinander verkauft und einer der Verleger machte sich Sorgen über die "verwirrende Lesererwartung". Sara war geboren.

Literaturschock: Wie kamen Sie auf die Idee, eine Fortsetzung zu J.F. Cooper's "Der letzte Mohikaner" zu schreiben?

Sara Donati: James Fenimore Cooper schrieb die Serie "Lederstrumpf". Sein Hauptcharakter war Natty [Nathaniel] Bumppo (auch Hawkeye genannt - und verschiedene andere Namen), und diese Buchserie schien auf den Legenden zu basieren, die sich um das wirkliche Leben Daniel Boone's rankten. Einer dieser Romane war "Der letzte Mohikaner"; ein anderer, der von Hawkeye's späterem Leben handelte, war "Die Pioniere". "Der letzte Mohikaner" wurde mehrere Male verfilmt, die letzte und erwähnenswerteste Verfilmung stammt von Regisseur und Produzent Michael Mann. Es ist der Film mit Daniel Day-Lewis und Madeline Stowe. In Mann's Version der Geschichte war Hawkeye's richtiger Name Nathaniel Po. Mich interessierte nicht so sehr das Nacherzählen der Geschichte des Letzten Mohikaners - das wurde bereits oft genug getan - aber mich interessierte Hawkeye's späteres Leben. Also gab es für mich einige Dinge zu tun: Zuerst schrieb ich eine sehr freie Nacherzählung von "Die Pioniere" (ich behielt einiges der Originalgeschichte bei, ebenso einige der Charaktere und Themen, vor allem die Themen, die die Umwelt betrafen); Als zweites erzählte ich die Geschichte aus weiblicher Sicht (Cooper war ein guter Geschichtenerzähler, aber er beschrieb Frauen nicht sehr gut - sie wurden idealisiert und zweidimensional dargestellt); Drittens brachte ich meine eigene Ansicht in die Legende der Grenzleute, die die Grenze zu New York besiedelten. Als vierter Punk versuchte ich mein bestes, nicht die zu den Stereotypen beizutragen, die in der Literatur über die Mohikaner wuchern. Ich hoffte, sie als Menschen schildern zu können, die trotz großer Härte überlebten. Da ich meine eigene Version zu Papier bringen wollte, änderte ich Hawkeye's Name erneut. Nicht Bumppo oder Po oder Boone, sondern Bonner. So erhielt ich einen Dan'l Bonner und seinen Sohn Nathaniel Bonner.

Literaturschock: Was glauben Sie, ist die schwierigste Sache am Schreiben? Und die leichteste?

Sara Donati: Dranbleiben, die Disziplin, die man braucht, sich jeden Tag hinzusetzen und zu schreiben. Es gibt niemanden, der Ihnen diese Disziplin auferlegt, Sie sind für sich selbst verantwortlich. Die leichteste Sache... Leicht ist kein Wort, das ich mit dem Schreiben in Verbindung bringe. Die beste Sache am Schreiben jedoch ist, glaube ich, die geistige Freiheit, die man dabei hat.

Literaturschock: Was fühlten Sie, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde?

Sara Donati: Es wurden bereits einige Fachbücher von mir veröffentlicht, bevor ich ernsthaft das Schreiben von Romanen begann, deshalb vermute ich, Sie meinen damit die Veröffentlichung meines ersten Romanes. Ich glaube, ich war aufgeregt, aber auch ein bißchen erstarrt. So wie bei einer Geburt.

Literaturschock: Haben Sie engeren Kontakt Ihren Fans?

Sara Donati: Ich bekomme sehr viele eMails von meinen Lesern und ich lese sie alle. Ich kann leider nicht alle beantworten, da ich ansonsten nichts anderes mehr tun könnte, deshalb beantworte ich einige Briefe und meine Assistentin Rachel beantwortet den Rest. Es ist immer wunderbar, von Lesern zu hören.

Literaturschock: Welches ist die Frage, die man Ihnen nie gestellt hat, Sie es sich aber gewünscht hätten?

Sara Donati: Was ich schreiben werde, wenn ich mit den Romanen über Elizabeth und Nathaniel fertig bin. Nicht, dass ich eine Antwort hätte, aber es wäre eine gute Frage.

Literaturschock: Haben Sie einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch?

Sara Donati: Nein! Ich habe eine lange Liste von Romanen, die ich sehr liebe und regelmäßig nochmals lese, und manche Autoren mag ich besonders. Aber ich könnte kein spezielles Buch oder einen bestimmten Autor nennen.

Literaturschock: Was lesen Sie zur Zeit?

Sara Donati: Diesen Sommer habe ich sehr viele Krimis gelesen. Ich beendete gerade "Hardcase" und "Hard Rain" von Dan Simmons und ich lese alle Romane von Patrick Lehane. Ich lese zur Zeit auch "The Gallows Thief" von Bernard Cornwall und lese erneut "Possession" von A.S. Byatt (einer meiner Lieblinge). Ich las zwei wunderbare Romane von Judy cuervas (out of print), genannt "Dance" und "Bliss" - historische Liebesromane, die in Frankreich um die Jahrhundertwende spielen. Und ich habe Jenny Crusie's neuen Roman "Faking It" gelesen, der mich ständig zum lauten lachen brachte und sehr sehr gut war.

Literaturschock: Vielen, vielen Dank, Sara! Ich bin Ihnen wirklich sehr dankbar, daß Sie sich die Zeit genommen haben und ich Sie interviewen durfte. .

Sara Donati: Jederzeit.

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