Ross, Stefanie (deutsches Interview)

Kaffeeklatsch mit Stefanie RossStefanie Ross auf einer Lesung

Katja: Liebe Steffi, ein Jahr ist seit unserem letzten Gespräch hier vergangen. Zeit, sich mal wieder zusammenzusetzen, bei Kaffee und Kuchen (schön wär’s) und zu plaudern.

Stefanie: Vielen Dank für die Einladung, liebe Katja, ja, Kaffee und einer deiner selbstgebackenen Kuchen wäre jetzt wirklich nicht verkehrt *seufz*

Katja: Erzähl mal – wie ist es Dir im letzten Jahr ergangen? Was hat es Dir gebracht?

Stefanie: Wo soll ich da anfangen, ohne dass dieses Interview zu einem Roman ausartet? Es war ein wahnsinnig schönes Gefühl, zum ersten Mal das eigene Buch in den Händen zu halten oder im Laden zu sehen. Noch spannender waren die Kommentare der Leser, sei es in Leserunden, auf Facebook, bei Lesungen oder per Mail. Gefreut habe ich mich darüber, dass ich nach „Luc“ und „Jay“ mit „Rob – Tödliche Wildnis“ den dritten Bruder ins Rennen schicken darf und dass meine Hamburg-Serie zukünftig bei einem größeren Verlag fortgesetzt wird. Ich bin Sutton sehr dankbar, dass sie den Mut hatten, die ungewöhnliche Mischung „Frau schreibt über Wirtschaft und Terroristen“ zu veröffentlichen, freue mich aber nun auch darauf, neue Wege mit meinen Hamburger Jungs zu beschreiten.

Katja: „Luc“ – Dein erster veröffentlichter Roman, ist ja erstmal nur als E-Book erschienen. Auf Grund der Resonanz bei den Leserinnen erscheint es nun auch als Print-Version. Bist Du stolz darauf wie gut „Luc“ bei den Leserinnen ankommt und das sie darum gekämpft haben, es auch als gedruckte Version im Bücherschrank stehen zu haben?

Stefanie: Stolz ist nicht ganz das richtige Wort. Meine Programmleiterin, meine Lektorin und ich waren von Anfang an von „Luc“ überzeugt, trotz des ungewöhnlichen Schauplatzes „Afghanistan“. Ich freue mich einfach wahnsinnig, dass wir richtig lagen und dass Luc so viele begeisterte Leser gefunden hat. Dass sich einige Leser direkt an den Verlag gewendet haben und um „Luc“ als Taschenbuchausgabe gekämpft haben, hat mich fast sprachlos gemacht und ich kann es kaum erwarten, dass „Luc“ mit seinem genialen Cover endlich in meinem Regal einzieht.

Katja: Wie geht es dieses Jahr weiter? Mit „Jay“ liegt bereits der zweite Band der Serie um die DeGrasse-Brüder vor. Was ist dieses Jahr noch geplant? Auf was dürfen sich Deine Leser noch freuen?

Stefanie: Im August erscheint der dritte Band aus der DeGrasse-Serie: „Rob – Tödliche Wildnis“. Rob ist ein erfolgreicher Anwalt und an einem Wendepunkt in seinem Leben angekommen. Das Geschenk seiner Brüder, einen einwöchigen Ausflug in den Yosemite-Nationalpark, um Berglöwen zu jagen, natürlich mit dem Fotoapparat!, nimmt er nur widerwillig an. Cat, die Rangerin, die ihn auf dieser Tour begleiten soll, hat eine Abneigung gegen Gutaussehende, verwöhnte, reiche Männer und Rob fällt für sie eindeutig in diese Kategorie. Als auf die Beiden geschossen wird, müssen sie lernen zusammen zu halten und sich gegenseitig zu vertrauen, sonst wären ihre Überlebenschancen gleich null. Natürlich gibt’s in dem Buch auch ein Wiedersehen mit Jay und Luc und noch einigen anderen bekannten Charakteren.

Voraussichtlich gegen Ende des Jahres geht es dann auch in Hamburg weiter. Auf Sven und Dirk und vor allem den Navy SEAL Mark Rawlins wartet wieder ein spannender Fall, bei dem es einige böse Überraschungen gibt und jemand im Hintergrund die Fäden zieht, mit dem sie nicht gerechnet haben. Wer den ersten Band gelesen hat, weiß, dass Mark von Laura, der Frau des damaligen Bösewichts, fasziniert war. Das, was dort angedeutet wurde, kann ja noch nicht alles gewesen sein ;-) und so wird dieses Thema auch eine große Rolle spielen.

Katja: Stell Dir vor, man fragt Dich, ob man eines Deiner Bücher verfilmen darf. Welches würdest Du gern verfilmt sehen? Wärst Du überhaupt damit einverstanden und wen würdest Du dann gern in den Hauptrollen sehen?

Stefanie: Einverstanden wäre ich natürlich sofort und wenn schon, dann bitte alle Bücher. Aber die Frage nach den Schauspielern ist schwierig. Hier könnte ich den Publikums- oder Telefonjoker gebrauchen. Es gibt schon so ein paar Schauspieler, wo ich denke, „Mensch, der könnte es sein.“ Zuviel mag ich auch nicht verraten, weil sich doch lieber jeder Leser ein eigenes Bild machen sollte, darum werde ich einfach ein paar Namen in den Raum schmeißen und ihr dürft raten, wer auf wen passen könnte. Wobei eine Sache gesetzt ist: Als ich das Cover von „Luc“ das erste Mal gesehen habe, war ich fast erschrocken, wie genau „Luc“ durch den Mann auf dem Cover getroffen wurde. Das würde schon perfekt passen. Und dann hätte ich da noch anzubieten Hugh Jackmann, Daniel Craig (aber bitte ein paar Zentimeter größer), Bon Jovi und Gerald Butler- Viel Spaß beim Raten!

Katja: Woran arbeitest Du aktuell?

Stefanie: Ähm, an diesem Interview ;-). Leider ist aktuell mehr Überarbeitung als Schreiben angesagt. Bei Rob habe ich gerade die letzten Anmerkungen meiner Testleser eingebaut und dann startet auch schon das Lektorat, damit das Buch pünktlich im August fertig ist. Auch bei dem 2. Hamburg-Band steht bald das Lektorat an. Hier war es noch eine besonderer Herausforderung, den Leser, der den ersten Band nicht kennt, mit den Personen vertraut zu machen.

Und natürlich wartet auch Bruder 4, Domenic „Dom“ DeGrasse, der als Reporter für seine investigativen Recherchen bekannt ist, darauf seine Story zu erzählen und dann geht mir da eine Idee zu einem Jugendthriller nicht aus dem Kopf.

Katja: Du gibst ja nun als Autorin doch das eine oder andere Interview, kannst den einen oder anderen Bericht über Dich lesen. Was ärgert Dich dabei am meisten? Worüber kannst Du lachen?

Stefanie: Teilweise ist es schon abenteuerlich, was über mich geschrieben wurde, besonders wenn ich mit den Leuten niemals gesprochen habe. Meistens siegt jedoch der Humor oder so etwas wird mit Kopfschütteln abgehakt.

Kritik an meinen Büchern ist grundsätzlich hilfreich und absolut in Ordnung. Es wäre ja total langweilig, wenn alle Geschmäcker gleich wären und es ist auch sehr interessant, wie unterschiedlich einzelne Szenen und Charaktere bei verschiedenen Lesern ankommen. Schmunzeln musste ich, als es Punktabzüge in der Bewertung gab, weil mein Thriller zu spannend ist oder der „Romantic Thrill“ eine Liebesgeschichte enthält.

Katja: Wie ich so mitbekommen habe, bist Du ja mit einigen Autorinnen auch privat befreundet, triffst Stefanie Ross und Olga A. KroukDich mit ihnen. Wie muss ich mir das Treffen vorstellen? Was passiert da zwischen Kuchen essen und Kaffee trinken? Sind Bücher ein Thema? Redet ihr nur über Eure eigenen Werke oder empfehlt ihr Euch gegenseitig auch Bücher?

Stefanie: Die Antwort ist in deiner Frage schon enthalten. Wir reden auch übers Schreiben, über geplante Projekte und über gerade gelesene Bücher. Aber genauso viel auch über unsere Kinder, unsere anderen Jobs, das Wetter (will der Winter denn ewig dauern?!) oder sonstige Themen. Ein Fazit ist immer gleich: Der Tag hat zu wenig Stunden!

Katja: Ich weiß ja, dass Du gern Motorrad fährst – das spiegelt sich ja auch in Deinem Buch „Fatale Bilanz“ wieder. Was für eine Maschine fährst Du? Und gibt es eine „Traumstrecke“, die Du gern einmal fahren würdest?

Stefanie: Ich fahre (viel zu selten) eine Suzuki Bandit 650. Im Moment bin ich schon froh, wenn ich genügend Zeit habe, meine Hausstrecken zwischen Ostsee und Hamburg zu fahren. Aber der Pacific Highway Nr. 1 und eine Tour zu den verschiedenen Nationalparks an der Westküste Amerikas würde mich sehr reizen.

Katja: Was hat Stefanie Ross für Hobbys. Was macht sie, wenn sie nicht schreibt, arbeitet oder sich um ihre Familie kümmert?

Stefanie: Das Motorrad hatten wir schon, dazu noch lesen, ein paar nette Computerspiele und für mehr bleibt leider keine Zeit.

Katja: Wie kannst Du Dich am besten nach einem langen Tag entspannen? Hast Du dafür einen Lieblingsplatz oder ein bestimmtes Ritual?

Stefanie: Ein bestimmtes Ritual habe ich nicht, aber ich habe verschiedene Mittel, um Stress abzuschütteln: Mit meinem Sohn spielen und lachen, einen gute Film mit meinem Mann ansehen, gute Musik bei einem Glas Single Malt oder Rotwein vor dem Kamin genießen oder auch einfach nur faul auf der Couch liegen und lesen.

Katja: Was liest Du gerade? Welches Deiner zuletzt gelesenen Bücher würdest Du Deinen Lesern und den Lesern des Interviews gern ans Herz legen? Welches sollten sie unbedingt lesen? Und auf welche Neuerscheinungen in den nächsten Wochen freust Du Dich am meisten?

Stefanie: Aktuell lese ich ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Ich habe vor einiger Zeit ein Buch geschenkt bekommen, dass ähnlich wie „Shade of Grey“ sein soll: „Colours – Entfesselt“ von Kathryn Taylor. Da ich mit SoG nichts anfangen konnte, lag es einige Zeit ungelesen im Regal. Aber ich habe mich geirrt! Es gefällt mir nun richtig gut! Tolle Charaktere und das Buch ist auch stilistisch sehr schön geschrieben. Ich bin begeistert! Direkt davor habe ich Eli Nr. 3 von Kristina Günak (Eine Hexe zum Verlieben 3) verschlungen und bin aus dem Lachen mal wieder nicht herausgekommen. Die Hexe ist aber nicht nur amüsant zu lesen, sondern auch superspannend und romantisch. Außerdem verdanke ich Olga A. Krouks „Im Netz des Verbrechen“ nicht nur spannende und romantische Unterhaltung, sondern auch dank ihrer Heldin Juna einen sehr interessanten Einblick in die russische Mentalität. Das waren dann drei Lesetipps.

Bei den Neuerscheinungen warte ich auf den Mai: Zum einen geht dann (endlich) die Serie um Summer Westin weiter ( Pamela S. Beason) und dann bin ich auf die neue Serie von Suzanne Brockmann gespannt. Ihre SEAL-Bücher habe ich im Original verschlungen. Im Mai erscheint dann auch Band 2 der TURT/LEs von Michelle Raven. Ich weiß zwar schon, wie mit Hamid und Kyla weitergeht und habe das Wiedersehen mit alten Bekannten sehr genossen, aber jeder, der den ersten Band verschlungen hat, wird wohl die Tage bis zu Veröffentlichug zählen.

Katja: Wie informierst Du Dich über neue Bücher und Autoren? Durchstöberst Du Zeitschriften und das Internet? Oder verlässt Du Dich eher auf Empfehlungen von Freunden?

Stefanie: Zum einen warte ich immer ungeduldig auf die Rezensionen des Loveletter Magazins, auch wenn die immer ziemlich viel Geld kosten, und zum anderen liebe ich es, mich durch die Verlagsvorschauen zu klicken. Dazu noch Empfehlungen von Freundinnen und schon ist mein Stapel ungelesener Bücher wieder gewachsen.

Katja: Du bist auch in diesem Jahr auf die Loveletter-Convention, die zumindest was die Anzahl der Autorinnen angeht, noch größer sein wird als vergangenes Jahr. Worauf freust Du Dich besonders?

Stefanie: Auf den hoffentlich wieder genauso spannenden und direkten Austausch mit den Lesern wie im letzten Jahr und auf ein Wiedersehen mit alten und neuen Bekannten und Freunden.

Katja: Im letzten Jahr gab es auf der LoveLetter-Convention die herrliche Signierkarte von Luc mit den tollen Augen die bei mir (natürlich von Dir signiert) einen Ehrenplatz hat. Wird es dieses Jahr eine solche Karte von Jay geben?

Stefanie: Das weiß ich leider noch nicht. Im Moment läuft gerade die Planungsphase zwischen Verlag und Veranstalter und auf das Ergebnis bin ich auch sehr gespannt.

Katja: Wir kennen uns ja nun doch schon eine Weile und das ist bereits das zweite Interview das Du mir gibst. Drehen wir doch den Spieß mal um. Gibt es etwas, was Du mich schon immer mal fragen wolltest?

Stefanie meets KatjaStefanie: Wie bekommst du diese leckeren Kekse und Muffins hin? Bietest du auch Keks-/Muffins-Flatrates an? Welche hast du für Berlin ausgesucht? Soll ich die lieber ganz uneigennützig vorher testen? Was hast du als letztes gelesen? Machen wir in 12 Monaten wieder ein Interview? Wärst du bereit bei mir auf dem Motorrad mitzufahren (hehe)?

Katja: Na das sind ja viele Fragen auf einmal. Schauen wir mal ....

Wie ich die Kekse und Muffins hinbekomme? Mit ein paar Zutaten und einer großen Portion Liebe zum Backen. Eine Flatrate? Was für eine tolle Idee … aber ich glaub das wäre gar nicht gut. Was ich für Berlin ausgesucht habe? Das verrate ich vielleicht Luc oder Jay, Du musst Dich überraschen lassen. Und testen – da gibt es hier jemanden der das ganz uneigennützig sehr gern übernimmt.

Was ich als letztes gelesen habe? Momentan komme ich kaum richtig dazu. Aber zwei Tipps aus den letzten beiden Wochen habe ich schon. Zum einen das, was Du selbst schon gelesen hast. Nämlich „Jaguare küsst man nicht“ von Kristina Günak. Und dann ein Buch, das ich auf der Leipziger Buchmesse entdeckt habe. Und zwar „Sherlock Holmes in Dresden“ von Wolfgang Schüler. Wer Sherlock Holmes mag ist mit dem Buch sehr gut beraten. Ein Highlight war für mich vor allen Dingen, dass das Buch teilweise in Dresden spielt.

Ich als Motorrad-Beifahrerin. Hhm … da muss ich mal meinen Schutzengel befragen. Grundsätzlich sollte ich nie schneller unterwegs sein als mein Schutzengel fliegen kann. Aber ich denk mal …. JA! Jederzeit

Liebe Stefanie, ich danke Dir dass Du meine Fragen so geduldig beantwortet hast und freue mich schon auf das Wiedersehen auf der LoveLetter-Convention 2013. Ob es nächstes Jahr an gleicher Stelle wieder ein Interview mit Dir geben wird? Wir werden sehen, ob es dann wieder Gesprächsstoff geben wird.

Text: Sternchen28 (Katja)

Fotos: Stefanie Ross (1), Kiala (1), Stefanie Ross auf Lesung - Copyright „Buchhandlung Peterknecht“

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