Walter Satterthwait wurde am 23. März 1946 in Philadelphia geboren. Er lebte in New York City, Portland, Afrika, Thailand, Griechenland, den Niederlanden, England und Frankreich gelebt und als Lexikonvertreter, Korrektor, Barkeeper und Restaurantmanager gearbeitet. Sein erster Roman "Cocaine Blues" wurde 1979 veröffentlicht. Seine neuesten Bücher sind "Maskeraden", eine Fortsetzung zu "Eskapaden" - ein Roman über Harry Houdini und Sir Arthur Conan Doyle. Außerdem noch "Ans Dunkel gewöhnt", das fünfte Buch der Serie mit den Detektiven Joshua Croft und Rita Mondragon.

Literaturschock: Walter, wenn Sie in einen Spiegel und in Ihre eigene Seele sehen, was sehen Sie?

Walter Satterthwait: Wenn ich in den Spiegel sehe, dann sehe ich den Schatten von jemandem, der älter zu sein scheint, als der Schatten, den ich sehe, wenn ich auf meine Seele schaue.

Literaturschock: Sie lebten bereits an vielen Orten rund um die Welt (Afrika, Thailand, Griechenland, den Niederlanden, England, Frankreich). Was fasziniert Sie so an diesen Ländern und gibt es einen bestimmten Ort, den Sie ganz tief im Herzen tragen (Warum?)

Walter Satterthwait: Ich liebte Thailand und Griechenland – Ich lebte in Griechenland länger als ich sonstwo lebte – aber von allen Ländern, in denen ich blieb, liebte ich Afrika am meisten. Das Land ist magisch und auch die Tiere, die in ihm leben.

Literaturschock: Falls Sie eine Zeitmaschine wie die von H.G. Wells hätten, in welche Zeit(en) und an welche(n) Ort(e) würden Sie reisen und was würden Sie dort tun?

Walter Satterthwait: In die 1950er von Addis Abeba, Äthiopien. Ich kannte Leute, die damals dort lebten und es scheint ein erstaunlicher Ort gewesen zu sein. Was ich dort gerne tun würde – oder gerne getan hätte – ist, am Markt sitzen und den Frauen beim Bummeln zusehen.

Literaturschock: Sie haben als Lexikonvertreter, Korrektor, Barkeeper und Restaurant Manager gearbeitet, aber: Wie wurden Sie Schriftsteller?

Walter Satterthwait: Ich habe schon immer geschrieben; aber lange Zeit konnte ich nichts verkaufen. Und dann, als ich als Barkeeper in New York arbeitete, schlug eine Freundin – eine Frau, die jemanden bei Dell, einem amerikanischen Taschenbuchverlag, kannte – vor, dass ich ein Exposé für einen Action/Abenteuerroman schreiben solle. Ich schrieb das Exposé, ein paar Kapitel und eine Zusammenfassung des Rests, und das war mein erstes Buch, "Cocaine Blues".

Literaturschock: Was glauben Sie, ist das schwerste und das einfachste am Schreiben?

Walter Satterthwait: Das schwerste ist, einem leeren Blatt Papier gegenüberzutreten. Das leichteste ist, das Buch zu überarbeiten. Ich glaube, es war Peter DeVries, der sagte “Ich habe nicht viel von einem Schriftsteller, aber ich bin gut darin, Neufassungen zu schreiben.” Ich behaupte das gleiche von mir.

Literaturschock: Sie schreiben oft über reale Personen in erfundenen Geschichten: Oscar Wilde, Lizzie Borden, Arthur Conan Doyle, Harry Houdini, Gertrude Stein, Hemingway und viele andere. Was fasziniert sie so an diesen Konstellationen? Wie kommen Sie zu den nötigen Informationen, diese Charaktere so real wirken zu lassen?

Walter Satterthwait: Jeder von ihnen war, mehr oder weniger ein krankhafter Egoist,und ich finde Egoisten interessant, weil sie uns die menschliche Natur in ihrer weitesten Bandbreite demonstrieren. Jeder von uns ist gewissermaßen ein Egoist, weil wir alle sehen, wie sich das Universum um uns dreht (was es in einer Richtung selbstverständlich auch tut). Um diese Leute real scheinen zu lassen, las ich so viel wie möglich über sie, Bücher, Artikel, was auch immer. Und dann schlüpfte ich einfach in ihre Haut.

Literaturschock: In Jane Hellers Artikel "Who is that Masqued Man" (1999) erwähnten Sie, dass Sie in Ihrem Leben schon einige schlechte Dinge über die Deutschen gesagt haben. Würden Sie mir mehr darüber erzählen? (Ich verspreche, Ihnen geschieht nichts!) ;-)

Walter Satterthwait: Das Übliche, hauptsächlich Vorurteile, Zeugs über die Deutschen. Aber je mehr Zeit ich in Deutschland verbringe, desto mehr mag ich heutigen Deutschen. Inzwischen sind sogar einige meiner besten Freunde deutsch.

Literaturschock: Was sind Ihre gegenwärtigen Projekte? Geben Sie uns einen kurzen Einblick in die nächsten Bücher?

Walter Satterthwait: Gerade wurde mein Serienkillerbuch "Scherenschnitte" in Deutschland von Goldmann veröffentlicht. Im nächsten Jahr, glaube ich, wird Goldmann "CAVALCADE" veröffentlichen, die Fortsetzung zu "Eskapaden" und "Maskeraden". Zur Zeit schreibe ich an einer Fortsetzung eines meiner früheren Bücher: "Miss Lizzie".

Literaturschock: Was ist die Frage, die Ihnen nie gestellt wurde, von der Sie es sich aber wünschten?

Walter Satterthwait: Darf ich Ihnen eine Million Dollar in bar geben?

Literaturschock: Wer sind Ihre Lieblingsschriftsteller und finden Sie überhaupt noch Zeit sie zu lesen? Was lesen Sie gerade?

Walter Satterthwait: Meine Lieblinge sind die Schriftsteller, mit denen ich mit dem Lesen angefangen habe: Dashiel Hammett, Raymond Chandler, Ross MacDonald, und Ross Thomas. Von den gegenwärtigen Autoren mag ich Ian Rankin, Sarah Caudwell, und einige andere.

Literaturschock: Ich danke Ihnen vielmals, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben!

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