"Es kann nur eine geben:

Diana Gabaldon ist die Mutter aller Highlander!“ 

(Brigitte)

Diana Gabaldon Lesereise in Deutschland: München, 12. September 2005

Erneut eine Weltpremiere für deutsche Fans der Highland-Saga! Diana Gabaldon besuchte in diesem Jahr mit ihrer Lesereise München - Bonn - Hamburg - Berlin.

"Man schreibt das Jahr 1772, und die Vorzeichen der Rebellion häufen sich: in Boston wird der Tee knapp, und im dünn besiedelten North Carolina gehen Blockhäuser in Flammen auf. Doch nur Jamie Fraser weiß die Signale zu deuten - dank der Frau an seiner Seite: Claire Randall, einer Zeitreisenden aus dem 20. Jahrhundert."

Diana Gabaldon - die Mutter aller Highlander - ist zurückgekehrt nach Deutschland und bringt ihr neuestes Buch "Ein Hauch von Schnee und Asche" mit. Die Saga um Jamie und Clare geht in die sechste Runde und dies ist Anlass genug, erneut die Fans am großen Erfolg teilhaben zu lassen.

Zum zweiten Mal begibt sich die Bestsellerautorin auf Tournee nach Deutschland, die weiteren Stationen nach München sind Bonn, Hamburg und Berlin. Man könnte fast sagen, sie ist das Zugpferd des Verlages, denn ihre Bücher wurden im deutschsprachigen Raum bisher rund 7 Millionen mal verkauft, weltweit erzielte sie sogar eine Gesamtauflage von weit über 15 Millionen. Für "Ein Hauch von Schnee und Asche" wird Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste erwartet.

MuffathalleDie Veranstaltung am 12. September fand in diesem Jahr nicht mehr in der "Reithalle" Münchens, sondern in der etwas größeren Muffathalle statt. Leider gab es dieses Mal vorab keine Gelegenheit in Kontakt mit Diana zu treten - die Pressefotos waren wohl schon vorher gemacht worden. Somit fiel auch das "Busserl" für den "Bandleader" der Claymore Pipe & Drums aus (was - nebenbei bemerkt - Diana auch sehr schade fand).

Nach dem pünktlichen Einlass eine Stunde vor Beginn, konnte sich das Publikum die Zeit mit Sekt & Selters und selbstverständlich dem Kauf der Bücher vertreiben. Ob es nun daran lag, dass die Bücher so appetitlich drapiert waren, oder ob sich wirklich so viele Menschen auf die Lesung begaben, denen tatsächlich noch Bücher dieser Reihe fehlten (?!?) - es wurde gekauft, und gekauft!

Schließlich waren die meisten KäuferInnen zufrieden, nahmen Platz und wurden sogleich mit dem Einmarsch der uns noch vom letzten Mal bekannten "Claymore Pipes & Drums" belohnt. Diana und ihr Team waren so begeistert von der Band, dass sie sie unbedingt wiederhaben wollten - verständlich, wenn wir uns die Bilder ansehen (sie war wirklich traurig, dass sie den Bandleader nicht herzen konnte ;-) ).

Die Stimmung war also aufgeheizt von den ganzen Männern in Kilts - man bedenke: das Publikum bestand zu 90 % aus Frauen! - , wurde aber sogleich wieder etwas gemäßigt von der kurz gehaltenen Ansprache der Sprecherin von Hertie (deren Buchabteilung die Organisation des Ereignisses übernommen hatte). Etwas emotionslos teilte sie mit, dass es sich bei dieser Lesung um die Weltpremiere handelte.

Silvia Kutny-WalserDie fehlende Emotion der einen, machte die andere wett: Silvia Kutny-Walser, die Verlegerin Diana Gabaldons, hielt eine kurze Ansprache, die der Begeisterung der Fans für die Bücher in nichts nachstand. Sichtlich stolz erzählte sie vom Werdegang des Buches, das nun in Deutschland als Weltpremiere erscheine und bei dem vor allem Übersetzerin Bärbel Schnell ihrem Namen alle Ehre machte. Aufgrund der Reaktionen des Publikums war Frau Kutny-Walser sogar geneigt zu sagen "Willkommen zum zweiten traditionellen Highland-Abend mit Diana Gabaldon" - es dürfe für sie gerne eine längere Tradition werden.

Nicht nur als Verlegerin, sondern auch als Fan erzählte sie von ihrem eigenen Empfinden. Dem Gefühl, gute Freunde wiederzutreffen mit dem schönsten Anlass, den wir uns vorstellen könnten. Uns alle verbinde etwas: Uns verbinde die Liebe zum Lesen, die Liebe zum Lesen von dicken Büchern und vor allem die Liebe zu den Büchern von Diana Gabaldon.

Zwei Jahre seit der letzten Tournee, drei Jahre seit dem Erscheinen des letzten Buches: Alle waren gespannt, was mit Jamie und Clare - und all den anderen "guten Freunden" in den Büchern - weiter passieren sollte. Als feststand, dass der amerikanische Verlag das neue Buch im Herbst 2005 veröffentlichen würde, setzte Randomhouse alle Hebel in Bewegung, um es nahezu zeitgleich veröffentlichen können. Diese Eile war vor allem deshalb geboten, weil natürlich eine Autorin wie Diana Gabaldon nach Erscheinen des Buches für Monate auf Lesereise ist und so für die deutschen Fans lange nicht greifbar sei.

Jede Seite, die aus Dianas Drucker sprang, wurde von Barbara Schnell direkt übersetzt - insgesamt 2.300 DinA4 Seiten! Nur so war es möglich, dass Randomhouse als erster Verlag weltweit das Buch veröffentlicht. Zuletzt ermöglichte der Verlag dies bei "Das Meer der Lügen", der erste Lord John Roman, der bei der letzten Tournee vorgestellt wurde.

Diana GabaldonEine kleine Geschichte, die zum Schmunzeln anregte: Diana war der Meinung, dass "Ein Hauch von Schnee und Asche" ungefähr 10% kürzer werde als der Vorgänger. Frau Kutny-Walser meinte mit einem Lächeln: "Beinahe hätten wir ihr geglaubt... aber nur beinahe!". Mit seinen satten 1302 Seiten kam alles ganz anders, also "Vergiss es, Baby, mit 10% kürzer!".

Einen nützlichen Ratschlag erhielt das Publikum am Schluß der Rede von Frau Kutny-Walser: "Ich kann nur hoffen, dass Sie alle ein gutes Portraitfoto von sich zu Hause haben. Denn ihr Gesicht wird nunmehr hinter dem Buch verschwunden sein."

Nach dieser schönen Ansprache und einem kurzem Überlick über das Folgende war es also soweit: Diana Gabaldon und Barbara Schnell betraten die Bühne. Großer Applaus war beiden sicher, vor allem, als Diana erzählte, dass sie sich vor der Tour schon überlegte, was sie beim letzten Mal gesagt hatte - sie wolle sich schließlich nicht zu sehr wiederholen. Die ersten Lacher erntete sie mit einem etwas obszönen Limerick, der Barbara Schnell so peinlich war, dass sie ihn nicht übersetzen wollte:

"In days of old
when nights were bold
and condoms not invented
they wrapped old socks
around their cocks
and babys were prevented!"

Leider fehlt mir das poetische Geschick aus diesem Vers etwas zu übersetzen, das sich reimt und Sinn ergibt - aber mal ehrlich: So schmutzig ist der doch gar nicht.

Interessant für die Zuschauer war natürlich die Geschichte dieses Limericks, denn eine Diana Gabaldon hatte natürlich auch diese zu bieten. Als sie noch Professorin an der Universität war, erblickte sie morgens zur ersten Vorlesung grundsätzlich eine Masse verschlafener Studenten. Mit dem Limerick konnte sie sie die jungen Menschen meistens aufwecken.

Anschließend erzählt Diana von einem Interview am vergangenen Morgen für die "Lange Nacht Bücher" der Frankfurter Buchmesse. Zuerst unterhielt sich der Journalist mit ihr über eher allgemeine Themen der Bücher: die Philosphie, Leben, Tod. Und schließlich "Wie ist das mit den Sexszenen? Ich weiß, dass Sie aus Amerika sind und ich dachte eigentlich, Amerikaner seien etwas prüder?" Ähnliches bei einem Interview mit einer Journalistin der "Hamburger Morgenpost". Die Antwort von Diana wiederum war einleuchtend: "Nun, es gibt ca. 300 Millionen AmerikanerInnen, manche sind sicherlich prüder als andere. Aber ich kenne keine Kultur dieser Welt, in der Sex nicht eine wichtige Rolle spielt."

Ihre kleinen Geschichtchen erzählte Diana Gabaldon erneut so hinreißend, ihre Person hat so viel Ausstrahlung, dass es schwer fällt, sie nicht auf Anhieb zu vergöttern. So erfuhren wir nun auch endlich, was die Faszination eines Schotten im Kilt ausmacht: "Nun, es ist der Gedanke, dass Du innerhalb von einer Sekunde mit ihm an einer Wand stehen kannst". Fast hätte sich Barbara Schnell auch dieses Mal einer Übersetzung verweigert.

Schließlich gab Diana eine kurze Einführung in die erste Szene, die sie aus "Ein Hauch von Schnee und Asche" lesen sollte: Ganz ohne Sex, aber mit prüden Protestanten. Der Großteil des neuen Buches ist auf Frasers Ridge angesiedelt, wo sich ein neuer Konflikt anbahnt, denn Jamie bekommt ein ganzes Dorf neuer schottischer Ansiedler vermittelt - alle Protestanten mit großem Argwohn gegenüber allen Katholiken empfinden. Jamie, der Katholik, ist noch etwas unsicher, wie er mit dieser Situation umgehen soll, doch zum Glück ist Jamies Schwiegersohn Roger Presbyterianer, der schließlich auch eine Vermittlungsrolle übernimmt.

Diana GabaldonNach dem ersten Häppchen vom Buch spielten die "Claymore Pipes & Drums" erneut auf und nach der kurzweiligen Wartezeit nahm sich Diana die Zeit, ihren deutschen Verlagsleuten und FreundInnen zu danken. Besonders erwähnenswert war ihr die Überprüfung auf Irrtümer - falls den LeserInnen da etwas auffallen sollte, mögen sie ihr den Gefallen haben, ihr dies nicht mitzuteilen.

Szenen, die Jamie und Claire, miterleben müssen, lassen das Paar nicht unberührt: Niedergebrannte Hütten, getötete Indianer. Doch Major MacDonald trägt Jamie das Amt an, mit Indianern zu verhandeln. Und genau davon handelte nun die zweite Szene des Abends aus "Ein Hauch von Schnee und Asche".

Viel zu schnell war die Szene vorbei, das Publikum sichtlich ergriffen. Doch Diana tröstete mit einer kleinen Fragerunde, bei der sie die ihr am häufigsten gestellten Fragen beantwortete:

Wird es ein weiteres Buch geben?

Die Antwort ist Ja. Es gab ein Gerücht, dass es das letzte gewesen sei. Dem ist aber absolut nicht so.

Wann wird das nächste Buch erscheinen?

Diana schreibt ca. zwei oder drei Jahre an einem solchen Buch, es ist viel Recherchearbeit damit verbunden und die Geschichte ist ziemlich komplex. Auch achtet Diana darauf, dass man jedes Buch lesen kann, ohne die vorigen kennen zu müssen. Dies bringt eine Menge Organisationsaufwand mit sich. Sie hat aber für mehrere Bücher einen Vertrag mit Blanvalet: Mindestens noch eines mit Jamie und Claire, möglicherweise aber zwei (die Amerikanische Revolution dauerte doch etwas länger als die Schlacht von Culloden).

Wird es mehr von John Grey zu lesen geben?

Diana Gabaldon signiert ein BuchDer erste Teil war eher ein Unfall, weil dieser eigentlich eine Kurzgeschichte sein sollte. Auch hierfür gibt es einen Vertrag über zwei weitere Bücher mit John Grey. Mit etwas Glück wird Diana das nächste Buch davon 2006 beenden können. Es soll den Namen "Lord John and the Brotherhood of the Blade" tragen und von einer der bedeutendsten Schlachten des Siebenjährigen Krieges in Krefeld handeln. Auch Jamie Fraser wird in dem Buch eine Rolle spielen.

Hat schon jemand darüber nachgedacht, einen Film aus den Büchern zu machen?

Definitiv Ja. Diana Gabaldon erhält monatlich bis zu zwei Anfragen von Produzenten. Man erhält nur recht wenig Geld für den Verkauf von Filmoptionen. Diese gelten auch nur für eine bestimmte Zeit, etwa ein oder zwei Jahre. Das berechtigt den Käufer aber nur dazu, das Buch verschiedenen Filmgesellschaften anzubieten. Man kann also alles tun, was man möchte, um irgendwo 6 Millionen Dollar aufzutreiben, die für eine Verfilmung nötig wären. Findet man keine Möglichkeit, so läuft die Option aus und kann erneut verkauft werden. Für die Highlandsaga wurden bereits viermal Optionen verkauft. Diana ist aber sehr vorsichtig beim Verkauf, denn eine Option gilt für die komplette Saga und alle vorkommenden (auch zukünftigen) Charaktere und Bücher. Also für das ganze Lebenswerk. Sollte nun tatsächlich der erste Teil verfilmt werden und das geht schief, dann wird niemand einen erneuten Versuch starten wollen.

Wenn Sie die Filmcrew auswählen könnten, wen würden Sie für Jamie und Claire wählen?

Sie habe sehr viele Vorschläge in den letzten Jahren für ein Casting erhalten und es gebe auch eine deutsche Seite, die entsprechende Vorschläge sammelte. Der Mann, der von den meisten Leuten für die Rolle des "Jamie" vorgeschlagen wird, ist Gerard Butler. Als Diana Mister Butler in "Tomb Raider 2" sah - Mister Butler sei der einzige Grund, diesen Film zu sehen - hatte sie immer noch nichts zum Casting zu sagen, aber wenn sie jemals das Sagen dabei hätte, wäre Mister Butler für sie absolut in Ordnung.

Steffis Bücherkiste - so etwas wie ein FanclubDie Zuschauer hatten nun doch keine Gelegenheit mehr, selbst Fragen zu stellen, doch die anschließende Signierrunde, bei der sich Diana sehr viel Zeit für jeden einzelnen nahm und massenweise Bücher signierte, entschädigte so manchen, dem eine Frage auf der Zunge brannte. Und vor allem die Mädels von Steffis Bücherkiste mit ihren eigens für die Lesung angefertigten T-Shirts standen im Mittelpunkt des Interesses.

Der Ablauf des Highland-Abends war mit dem des vorigen nahezu identisch. Einzige Ausnahme: Es wurde weit weniger von Barbara Schnell übersetzt und so hatten vor allem die Zuschauer Probleme, die Dianas klarer, aber sehr schneller Aussprache nicht folgen konnten. Aber ich glaube, nicht nur für die Zuschauer, die zum ersten Mal diese wunderbare Autorin mit ihrer faszinierenden Ausstrahlung erlebten, war der Abend ein voller Erfolg.

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