"Es kann nur eine geben:

Diana Gabaldon ist die Mutter aller Highlander!“ 

(Brigitte)

Diana Gabaldon Lesereise in Deutschland: München, 17. September 2003

Die Weltpremiere für deutsche Fans der Highland-Saga! Diana Gabaldon besuchte in diesem Jahr mit ihrer Lesereise erstmals offiziell Deutschland. Ihre Stationen: München - Köln - Hamburg.

Ort des GeschehensDie amerikanische Autorin Diana Gabaldon wurde 1952 in Arizona geboren und mit ihrer seit den 80ern erschienenen Highland-Saga um Claire und Jamie bezauberte sie Millionen von Fans. Als 2002 der 5. Teil der Serie,  „Das flammende Kreuz“, erschien, sprang der Titel sofort auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. In Deutschland wurden die Bücher bisher 3 Millionen mal verkauft und der 1. Teil der neuen Lord John Grey Reihe, "Das Meer der Lügen", erhielt seine Weltpremiere nicht in Amerika, sondern in Deutschland. Ihre Bücher werden inzwischen in mehr als 20 Ländern ("Von China bis Schweden") mit großem Erfolg veröffentlicht. Geht einem in der Fremde also der Gesprächstoff aus, so spricht man einfach ein paar Frauen auf Jamie und Claire an - mit Sicherheit findet man so viele neue Freunde (dieser Meinung war jedenfalls die Cheflektorin des Blanvalet Verlages).

Dianas umfangreiche Tournee führt sie von Deutschland direkt nach Skandinavien und von dort zurück nach Hause, denn "Wenn wir sie haben wollen, kann sie nicht schreiben" - also schnell zurück nach Arizona, liebe Diana!

Veranstalter der Lesung in München war die Buchhandlung Hugendubel in Kooperation mit dem Blanvalet Verlag. Der "Highland-Abend" mit Musik der "Claymore Pipes and Drums" fand in der Reithalle München statt.

Ein Küsschen für den SchottenZum Glück war ich schon frühzeitig vor Ort (trotz unsäglicher Wegbeschreibung von der Reithalle München Webseite!), denn sonst hätte ich eines der nettesten Bilder des Abends verpasst. Diana in den Armen eines bayrischen Highlanders (die Musiker der "Claymore Pipes and Drums" sprachen feinsten Dialekt und fragten bei der Schlußrunde "Wollts no oan?" - Was erst verständnisloses Schweigen bei den Auswärtigen und begeistertes Nicken bei den Münchnern auslöste). Anlass war natürlich die Fotosession mit aufgeregten Fotografinnen, die Diana und die Musiker herumkommandierten. Erst musste sie den einen küssen, "so und jetzt auch noch den anderen" - Spaß scheint es ihr gemacht zu haben. Die Augen waren jedenfalls hingebungsvoll geschlossen.

Nach der Küsserei folgten natürlich noch unzählige weitere Bilder, die Diana immer lächelnd  überaus geduldig ertrug. Eine sehr sympathische Autorin, die mit ihrer freundlichen Art jeden für sich eingenommen haben sollte. Dianas Outfit ist wohl auch noch eine kurze Bemerkung wert: Ein lila-türkis Kaftan, der eher orientalisch, denn schottisch anmutete. Ihre Schuhe hätten mich vermutlich umgebracht und eigentlich hat sie auch keine solch hohen Absätze nötig. Denn auch wenn sie recht klein ist - ihre faszinierende Persönlichkeit wurde von allen wahrgenommen.Diana Gabaldon

Nach der Fotosession verschwand der Star erst mal wieder in der Reithalle - für die Normalsterblichen war noch kein Einlass. Doch die Zeit wurde nicht zu lange, hatte sich doch schon ein Grüppchen der stärksten Fans gebildet - allen voran Teilnehmer des Diana Gabaldon Forums (mit eigens für die Lesetournee entworfenen T-Shirts) und des romantischen Bücherforums. Ich habe mich besonders gefreut, Marion wiederzusehen und Isabella, Cordy und Janine in Natura kennenzulernen.

Endlich war Einlass - um 20.00 Uhr stürmten wir natürlich direkt nach vorne in die erste Reihe. Erst noch recht leer, füllte sich der Saal schließlich mit ca. 300 Menschen, die alle ungeduldig auf Beginn der Veranstaltung wartete. AnspracheSchließlich war der ersehnte Augenblick gekommen - die Chef-Lektorin des Blanvalet Verlages betrat die Bühne und erzählte einige einführende Dinge zu Diana und ihren Büchern. Es wurde immer spannender für die Besucher, doch Diana ließ weiterhin auf sich warten. Von Langeweile allerdings keine Spur, marschierten doch plötzlich die "Claymore Pipes and Drums" mit wunderschöner Dudelsack-Musik in den Saal. Die Musik-Gruppe wurde 1976 in München unter dem Namen "Civilian Pipe Band" gegründet und machte im Laufe der Zeit die eine oder andere Namensänderung mit, bis sie schließlich in den letzten Jahren  mit "Claymore Pipes and Drums" die Verbindung zu "CLADH MHOR", dem großen schottischen Schwert ("Highlander") herstellten.
 

Und schließlich war es soweit: Diana Gabaldon und die Übersetzerin der Bücher, Barbara Schnell, betraten unter jubelndem Applaus die Bühne. Diana GabaldonDie Zuschauer waren sofort von ihrem Charme, ihrem freundlichen Lächeln und der wunderbaren Stimme gefangen und verziehen die kleine Verspätung. Zuerst gab sie eine kleine mündliche Zusammenfassung, was am Abend noch folgen sollte. Die erste Lesung sollte zwei Kapitel aus "Meer der Lügen" beinhalten - vor allem die Szene mit Lord John und der schottischen Hure war ein Genuss. Doch obwohl Diana ein wunderbares englisch sprach, musste man sich an ein extrem schnelles Lesetempo gewöhnen - und verstand dabei nur die Hälfte. Für diesen Fall gab es dann noch Barbara Schnell, die vorab Miniübersetzungen und Zusammenfassungen lieferte.

Diana sprühte nur so vor Lebendigkeit, Leidenschaft und Temperament! Genau wie sie dies auch in ihren Büchern tut. Kein Hörbuch, das die Geschichte von Jamie und Claire erzählt und nicht von Diana selbst gelesen wird, kann diesen Büchern vermutlich gerecht werden. Mit sehr viel Humor erzählte sie auch, dass sie "Sea of Lies" eigentlich im englischen einen ganz und gar unmöglichen Namen geben wollte und alle meinten "Nein, so kannst Du das nicht nennen". Dabei erwähnte sie, wie es überhaupt zu dem Lord John Roman kam: Vor einiger Zeit war bereits eine Kurzgeschichte mit Lord John in elektronischer Form beim Verlag einzusehen und herunterzuladen. Begeisterte Leser fragten immer wieder nach, ob es denn davon noch mehr geben würde und Diana entschloss sich, weitere Kurzgeschichten zu schreiben. Doch als sie in dieser festen Überzeugung, es handle sich um zwei Kurzgeschichten, diese beim Verleger abgab, antwortete er nur, dass eine Geschichte mit 85.000 Worten bereits ein normaler Roman sei. Damit hatte sie nicht gerechnet, doch wir alle kennen schließlich den Umfang von Dianas Büchern. So erschien im Sommer dieses Jahres mit Lord John eine weitere Serie mit wunderbarer Verbindung zur Highland-Saga.

Diana GabaldonDiana Gabaldon
Alle hatten schon sehnsüchtig darauf gewartet: Die Lesung aus dem 6. Teil der Highland-Saga mit dem englischen Titel "Breath of Snow and Ashes". Da Diana nicht kontinuierlich an der Geschichte schreibt, sondern hier eine Szene, da eine Szene, war es ihr an diesem Abend möglich, erste Eindrücke des Buches, das voraussichtlich im nächsten Jahr erscheinen soll, mit den Fans zu teilen. Die erste Szene handelte auf "Fraser's Ridge" von Thomas Christy, einem überzeugten Presbyterianer, der unter einer Erkrankung an der Hand leidet. Diese Erkrankung führt dazu, dass sich die Finger im Laufe der Zeit immer mehr krümmen und nicht mehr gerade zu richten sind. Claire wollte ihn einer leichten Operation unterziehen und mit Äther betäuben (Äther hatte sie selbst "entdeckt"), doch Christy wollte von diesem "katholischen" Zeug nichts wissen und sich nicht betäuben lassen. So entspann sich auch dieses Mal wieder eine herrliche Situation mit witzigen Dialogen. Die zweite Szene ließ die Zuhörer mit Jamie und Claire im Bett über ihre Ehe sinnieren und weibliche Vorzüge abhandeln.

Mindestens genauso interessant war für alle die folgende Fragerunde, die Diana sehr souverän anführte und alle die Fragen beantwortete, die den meisten auf der Seele brannten:

1. Wann wird der nächste Teil der Highland-Saga veröffentlicht?

Da Diana nicht kontinuierlich an ihren Büchern schreibt, sondern ca. 1/5 des gesamten Buches bereits zusammenhängend fertig gestellt ist, kann Barbara Schnell zeitgleich übersetzen und in Deutschland wird so mit nur geringer Verzögerung der 6. Teil erscheinen. Da das Buch nun so richtig an Schwung gewonnen habe, rechnet Diana damit, dass sie es bis Mitte des nächsten Sommers fertig haben wird (und wenn sie nicht von weiteren Lesetouren vom Schreiben abgehalten würde).

Diana Gabaldon2. Wie viele Bücher wird es über Jamie und Claire noch geben?

Es wird mindestens noch zwei weitere Bücher geben, wobei "Breath of Snow and Ashes" das nächste sein wird. Danach folgt noch ein Teil über die Anfänge der Amerikanischen Revolution - der sicherlich nicht in eines, sondern eher in zwei Bücher passen wird. Sie wusste allerdings nicht, ob noch weitere Teile folgen werden - sie wusste nur: Es wird mindestens noch zwei geben. Außerdem wird die Lord John Reihe mit mindestens zwei weiteren Büchern fortgesetzt: Der übernächste Teil mit dem Titel "Lord John and the Scottish Prisoner" wird mit Jamie einen Hauptprotagonisten haben. Sehr interessant war auch die Nachricht, dass Diana weiterhin an einem zeitgenössischen Krimi, der in ihrer Heimat Arizona spielt, arbeitet. Doch zuerst sei "Breath of Snow and Ashes" an der Reihe.

3. Wird es eine Verfilmung der Bücher geben?

Sie weiß es nicht, doch die Filmrechte wurden bereits fünfmal verkauft. Doch das Problem dabei ist, dass es bisher keine Produzenten gab, die dieses Projekt finanzieren wollten oder konnten. Sollte die Suche nach einem solchen erfolgreich sein, würde auch eine Verfilmung in Frage kommen. Doch Diana warnte gleichzeitig vor einer Verfilmung, denn eifrige Leser erwarten meist eine 1:1 Umsetzung des Buches. Ihre Antwort darauf ist "O.k., which 40 pages would you like to see?"

4. Wer soll die Rolle von Jamie spielen?

Diese Frage konnte sie nicht beantworten, da sie bisher noch keinen Schauspieler gesehen habe, der wie Jamie ausgesehen hätte.

5. Basiert Jamie auf jemandem und hat er einen Bruder?

Diana GabaldonJamie sei eine eigenständige Person und basiere auf niemandem, aber ihr Ehemann sei rothaarig und so groß wie Jamie. Dianas Ehemann hatte zunächst keine Ahnung, was seine Frau da so trieb, als sie mit "Outlander" am ersten Buch schrieb. Als es jedoch als Vorabexemplar ins Haus kam, las er es und gab es mit dem Kommentar zurück "Well, this is a great story. I love it, but I can't help noticing that your hero is very tall and he has red hair." Ihre Antwort: "Yes, is true. You're Jamie Fraser body up from the neck." Nebenbei bemerkte er noch, dass sie für das Buch seine Witze geklaut habe. Auch der letzte Satz aus "Das flammende Kreuz" stamme von ihm.

6. Sind Sie aus Schottland?

Nein, doch Diana war während eines Schottlandbesuches sehr überrascht, als sie ihre Bücher im Regal der schottischen Autoren und Autorinnen wiederfand. Sie sprach den Buchhändler darauf an und er meinte nur, dass Gabaldon ein so seltsamer Name sei, dass er durchaus schottisch sein könne.

7. Was ist das für eine Sache mit dem Geist, der im ersten Teil in Iverness auf der Straße steht?

Der Geist war eigentlich ein Zufall. Diana brauchte ihn als Mittel, um eine Szene "ordentlich schottisch und spukig" hinzukriegen. Zuerst war er also nur Bestandteil der Atmosphäre - bis sie irgendwann feststellte, dass der Geist Jamie Frasier war. Den Schlüssel zu dieser Szene kriegen die Leser allerdings erst im letzten Satz des letzten Buches geliefert.

Diana GabaldonEines der Gerüchte, die um Diana kursieren, ist, dass sie ihr Buch im Internet geschrieben habe und dort von einem Verleger aufgegabelt wurde. Dies geht ziemlich an der Wahrheit vorbei. Diana hat vor ca. 20 Jahren unter anderem als Computerjournalistin gearbeitet. Bei dieser Arbeit lernte sie den Onlinedienst Compuserve kennen, den sie testen sollte. Nach diesen Tests surfte sie mit den übrigen Freistunden zum damaligen Literary Forum (heute: Writers Forum) - ein Treffpunkt für Autoren aus aller Welt. Der Vorteil für sie als berufstätige Mutter lag auf der Hand: es gab keine Öffnungszeiten und sie konnte so völlig zeitunabhängig dort vorbeischauen und sich mit interessanten Menschen austauschen. Zu dieser Zeit schrieb sie noch nicht selbst. Als dann aber der Punkt kam, als ein Mann in dem Forum behauptete, er wisse, wie man sich fühlt, wenn man schwanger ist, weil seine Frau drei Kinder bekommen hätte. Worauf sie antwortete:. "Moment mal, ich habe drei Kinder bekommen! Ich weiß, wie sich das anfühlt!". Auf die folgende Diskussion schrieb Diana die Szene aus "Outlander", als Jamie erzählt, wie es sich anfühlt schwanger zu sein. Diesen Text stellte sie damals online in das Forum und auf die Frage "Boah, was ist das", "Weiß ich noch nicht" antwortete. Weitere Szenen wurden geschrieben und ins Forum zum Lesen veröffentlicht, woraufhin die Leute so begeistert waren, dass sie sie zum Suchen eines Literaturagenten brachten (den sie dann natürlich auch fand).

Trotz aller Ausführlichkeit wurde die Fragerunde schließlich zugunsten der Signierstunde beendet. Doch vorher noch eine kleine Einlage der "Claymore Pipes and Drums". Danach machte die Autorin es sich an einem kleinen Tisch vor einer Riesenschlange mit Büchern bequem und zog dafür sogar ihre - sicherlich unbequemen - Schuhe aus. Das Fazit für jeden war wohl: Die Bücher nochmals lesen (oder weiterlesen!).

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