Nikola Hahn wurde am 8.11.1963 in Wehrda/Kreis Marburg-Biedenkopf geboren und wuchs in dem Dorf Lixfeld (Altkreis Biedenkopf) auf. Dort besuchte sie bis zur vierten Klasse die Grundschule und wechselte dann aufs Gymnasium nach Dillenburg, das sie im Sommer 1983 mit dem Abitur abschloss. Anschließend begann sie ein Studium zur Inspektorenlaufbahn bei der Deutschen Post, das sie aber zugunsten einer Ausbildung bei der hessischen Polizei abbrach. Die Autorin versah ihren Dienst unter anderem bei der Bereitschaftspolizei, der Schutzpolizei, als Gruppenführerin in der Weiterbildung und wechselte schließlich 1990 zur Kripo nach Offenbach. Im April 2000 wurde sie zur Kriminalhauptkommissarin befördert.

Die Lesung von Die Farbe von Kristall fand am 21.11.2002 in der Andreasgemeinde in Frankfurt am Main statt.

Als wir den Saal betraten waren wir beeindruckt. Mit diesem Andrang hatte der Veranstalter nicht gerechnet, in aller Hast wurden noch Stühle dazugestellt. Ungefähr 200 Personen hatten sich zu der Lesung eingefunden, der Grund dafür war wohl, daß das ihre einzige öffentliche Lesung in Frankfurt war, wo auch ihr neuester Roman spielt. Nach einem kurzen Willkommensgruß der Initiatorin ging es auch schon los.

Vor der eigentlichen Lesung stellte sich Nikola Hahn kurz vor. Die sympathische Autorin ist 39 Jahre alt und seit 18 Jahren bei der Polizei tätig. In ihrem Beruf als Kriminalhauptkommissarin in Offenbach hat sie auch mit Leichensachen zu tun. Sie hat schon lange vorher angefangen zu schreiben. Dies ist ihr dritter belletristischer Roman. Ihre letzten beiden Werke waren historische Krimis, zwar unabhängig voneinander zu lesen, jedoch ist "Die Farbe von Kristall" in gewisser Weise eine Fortsetzung, da auch Personen aus "Die Detektivin" in ihrem neuesten Werk auftauchen.

Sie berichtete von ihrer Recherche zu ihrem aktuellen Roman. Er beruht auf einem authehtischen Krimninalfall, der Fall Lichtenstein, ein äußerst brutaler Raubmord, der im Jahre 1904 in Frankfurt für Aufsehen sorgte. Die Akte Lichtenstein existiert wirklich in den Archiven des Polizeipräsidiums, und Frau Hahn sprach ihre Hoffnung aus, daß sie bei dem bevorstehenden Umzug ins neue Gebäude vielleicht auch endlich gefunden wird. Glücklicherweise kennt Nikola Hahn jedoch jemanden, der genaues Wissen über die Akte und den Fall besitzt. Eine weitere Quelle waren die damals sehr ausführlichen Artikel in der "Frankfurter Zeitung und Handelsblatt", die sie in der Universitätsbibliothek einsehen konnte.

Sie begann ihre Lesung mit dem Versprechen, uns noch an diesem Abend den Mörder zu präsentieren, was verständlicherweise für Unruhe im Publikum sorgte.

Die Lesung wurde aufgelockert durch die Präsentation von Bildern der Originalschauplätze. Zwischen den Textpassagen informierte sie uns über die damaligen Rechte und Pflichten von Frauen im öffentlichen Dienst. Soi mußten z. B. Krankenschwestern, Lehrerinnen und eben auch Polizeiassistentinnen im Zölibat leben und verloren mit der Heirat automatisch ihre Anstellung. Ebenso gab sie uns Einblicke in die polizeiliche und erkennungsdienstliche Ermittlungsarbeit um die Jahrhundertwende.

Wir lernten die fiktive Hauptperson ihres Romans kennen, Laura Rothe, die als erste Frau ihren Dienst bei der Frankfurter Polizei antritt. Angelehnt ist diese Figur an Henriette Arendt, die 1903 als erste Polizeiassistentin in Stuttgart für Aufsehen sorgte. Damals beschränkte sich die Arbeit der sogenannten "Polizeimatronen" auf fürsorgliche Tätigkeiten, etwa der Kinderfürsorge oder der Überwachung von polizeiärztlichen Untersuchungen an Frauen. Eine solche Rolle nimmt auch Laura in dem Roman ein, allerdings gibt sie sich damit nicht zufrieden, sondern ermittelt auf eigene Faust.

Laura trifft in dem Augenblick aus Berlin in Frankfurt ein, als alle verfügbaren Polizeibeamte auf dem Weg zu Tatort sind. Deswegen findet sie auf dem Polizeirevier lediglich Heiner Braun vor, ein an diesem Tag in Pension gegangener Polizist. Er bringt, völlig uneigennützig, Laura in der Pension seiner Frau unter. Natürlich um über die Ereignisse und Ermittlungen auf dem laufenden gehalten zu werden.

Desweiteren erfuhren wir, daß die Familie und Vergangenheit von Hauptkommissar Richard Biddling allem Anschein nach in den Fall verwickelt ist. Da trat auch Viktoria auf die Bildfläche, die Hauptperson aus "Die Detektivin", die inzwischen mit Richard verheiratet ist.

Die Lesung endet natürlich im spannendsten Moment und ich hätte ihr noch ewig zuhören können.

Zum Schluß löste sie noch ihr Versprechen ein und präsentierte uns den Täter: ein Polizeifoto des damals überführten Mörders.

Die ganze Lesung dauerte etwa 1 1/2 Stunden und es war ein äußerst gelungener Abend. Für jeden, dem sich die Möglichkeit bietet, sich das anzusehen, unbedingt empfehlenswert.

Wenn nicht, kann man auf ihrer Homepage eine sehr ausführliche "Lesereise" antreten.

Der Lesungsbericht wurde von Sylli für Literaturschock geschrieben.

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