Oliver Plaschka: Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew

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Oliver Plaschka: Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew
ET (D)
2007
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783867620116

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Erster Satz
Die Reporterin kam frisch aus D.C. und wirkte, als wäre sie an diesem Morgen lieber nicht aufgestanden und bereite sich geistig schon wieder auf die Heimreise vor.

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Fairwater, das Venedig Marylands mit seinen dunklen Kanälen und steinernen Brücken, ist eine Stadt, die Sie auf keiner Karte finden werden. Ihre Bewohner bewahren die Erinnerungen an längst verlorene Zeiten und halten an ihren Träumen fest, doch finstere Kräfte wirken deren Verwirklichung entgegen. Wie ein Hofstaat scharen sich die Hauptfiguren dieses Spiels um den rätselhaften Cosmo van Bergen, den Herrscher über das mysteriöse Netzwerk von Fabriken, die Fairwaters kleinen Talkessel durchwuchern. Birgt seine Tochter Stella, die schlafende Prinzessin, den Schlüssel zum Geheimnis der Stadt - oder ist es Marvin, der in einer von sprechenden Tieren bevölkerten Traumwelt lebt?

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Manchmal braucht es einen zweiten Anlauf...

Fairwater hatte ich schon einmal in die Hand genommen und war dann doch irgendwie nicht so recht warm damit geworden. Trotzdem lies mich der Roman nicht so recht los und daher bekam Oliver Plaschka eine zweite Chance und auf einmal machte es klick und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen:

Der Roman erfindet eine ganz eigene Atmosphäre die anders ist, als alles was ich bisher im Fantasygenre so gefunden habe. Vor allem das Spiel mit Traum und Wirklichkeit hat mir dabei besonders gefallen. Sehr schön fand ich auch, das man gerade dies nicht immer durchschauen kann und dabei ähnliche Gefühle zu bestimmten Begebenheiten entwickelt wie die Figuren. Dadurch kommt man der Handlung irgendwie viel näher und erlebt sie intensiver. Dabei fand ich auch sehr spannend das jedes Kapitel Einblicke in eine andere Figur birgt. Wie die Scherben eines Spiegels die man vielleicht nicht alle wiederfindet, man sich aber doch am Ende darin betrachtet und wiedererkennt, fügt sich langsam ein Bild zusammen das zum Teil aber auch sehr verwirrend sein kann, wenn man nicht aufpasst übersieht man leicht etwas. Gerade das man eben auch ein wenig mit der Geschichte arbeiten muss fand ich hier sehr schön, ich habe es als Bereicherung empfunden. Ich liebe es subtil und wenn ich mir überlegen muss was das nun soll oder nicht soll bin ich in meinem Element. Zum Teil fand ich übrigens das man die Kapitel nicht unbedingt in der im Buch vorgegebenen Reihenfolge lesen muss.

Für mich spielte vor allem die Art und Weise wie hier Atmosphäre und Spannung erzeugt wird eine große Rolle. Wie schon erwähnt ist sie ganz eigenartig, ich weiß nicht einmal wie Plaschka das genau gemacht hat. Ich glaube das Geheimnisvolle das über allem schwebt hat seinen Beitrag dazu geleistet.
Gerade weil man ständig auf der Hut sein muss um die Hintergründe und offenen Fragen nicht aus den Augen zu verlieren wurde ich in die Handlung gezogen und bin auch ein wenig traurig das der Roman schon beendet ist.

Am Ende befindet sich ein Glossar das die Ereignisse chronologisch ordnet und auch noch einmal erklärt was genau passiert ist. Wenn man möchte ist man also eingeladen sich einen Teil der Illusion zu nehmen und die Handlung in die Wirklichkeit zu tragen. Viel schöner ist natürlich ein Reread. Ich habe mir den Roman jedenfalls inzwischen gekauft weil ich ihn unbedingt im Regal stehen haben möchte.

Plaschka bietet hier wunderbare Lektüre und zeigt das auch fantastische Literatur Anspruch haben kann und nicht auf Klischees reduzierbar ist.

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"Dieser Roman ist ein Erlebnis der besonderen Art." Genau dies ist der beste Einstieg, wenn man etwas zu Fairwater sagen möchte. Dieses Buch gleicht nicht im geringstem dem, was man sonst liest, sondern bietet tatsächlich ein Erlebnis, an dem der Leser selbst mitwirken muss. Plaschka präsentiert zahlreiche Facetten, seien es Personen, Orte oder Ereignisse, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Diesem Bild kann man sich aus unterschiedlichen Richtungen nähern, dementsprechend kann auch die Perspektive mal eine andere sein - unterschiedliche Lesarten sind nicht nur möglich, sondern von Plaschka ausdrücklich erwünscht.

Diese Herangehensweise kann leider auch zum Stolperstein werden, wenn man als Leser geradlinige Handlung mit einer mehr oder minder eindeutigen Auflösung am Ende bevorzugt. So einfach macht Plaschka es einem nicht. Wenn man sich allerdings auf dieses Puzzlespiel einlassen und sich beim Lesen auch mal auf eine andere Art fordern lassen möchte, dann ist Fairwater die perfekte Lektüre. Ich war zum Glück vorgewarnt, dass ein aufmerksames Lesen erforderlich und kein eindeutiges Ende zu erwarten ist, daher habe ich mich begeistert in dieses Leseabenteuer gestürzt. Das Ende ist für mich so, wie es ist, das beste, denn es passt zum Mysterium Fairwater. Eine Auflösung hätte den Zauber des Buches für mich zerstört.

Obendrein belohnt Plaschka den Lesern mit einer sehr dichten Atmosphäre. Egal ob bedrohliche oder einladende Orte, dunkle Gassen oder weite Landschaften - wohin er den Leser auch führt, es entsteht stimmungsvoll vor dem inneren Auge. Und auch wenn die Personen aufgrund der episodenhaften Kapitel, die keiner Chronologie folgen, keine direkte Entwicklung durchmachen, sind auch sie facettenreich (manchmal mehr, als der Leser erwartet). Seinen Schreibstil passt Plaschka der jeweiligen Grundstimmung des Kapitels an, ohne dabei seinen eigenen Stil zu verlieren.

Es ist schwierig, eine aussagekräftige Bewertung zu formulieren, ohne zu viel zu verraten, aber ich bin mir sicher, meine Begeisterung für dieses Buch wird deutlich. Momentan begleitet es mich noch, und ich bin mir sicher, dass ich es mindestens ein weiteres Mal lesen werde.

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Fairwater ist kein Roman, der sich in eine Schublade pressen lässt. Jedes Kapitel erzählt eine Episode, die jeweils in dem Städtchen Fairwater spielt. Was im ersten Moment auch die einzige Gemeinsamkeit zu sein scheint.

Die Kapitel sind nicht chronologisch aufgebaut und auch die darin vorkommenden Personen nicht immer gleich klar zu erkennen.

Jede Episonde könnte fast einem anderen Genre zugeordnet werden. Thriller, SF, Phanstastik, Liebesgeschichte - alles ist vertreten. Selbst die Erzählweise wechselt, sogar in den einzelnen Abschnitten.

Die Geschichten um immer wiederkehrende Personen liefern den Lesern nur Häppchen, die diese eifrig sammeln müssen um sie zusammmenzufügen. Puzzle-Teilchen, die es in sich haben! Manche Teile wollen nicht passen, andere scheinen gar nicht dazuzugehören. Woran mag das liegen? Es liegt an der Art dieses Buches. Fairwater lässt sich auf verschiedene Arten lesen. Die phantastische Variante, die reale Variante, ... wer weiß.

Egal in welche Richtung man tendiert, Mitarbeit ist groß geschrieben. Denn dieses Buch muss erarbeitet werden. Zwar befindet sich am Ende ein Anhang mit chronologisch aufgelisteten Ereignissen und einer Personenliste, aber diese sollte man wirklich erst zum Schluß lesen um sich nicht einen Teil der Spannung zu nehmen.

Gerade das macht den Reiz dieses Buches aus. Da jedoch einige Ereignisse und Beweggründe schwer zu verstehen waren und ohne die nähere Erläuterung des Autors unverstanden geblieben wären, bin ich froh Fairwater in einer Leserunde gelesen zu haben. Viel bleibt der Phantasie des Lesers überlassen.

Das ist auch der Nachteil des Romans. Die verschiedenen Lesarten erschweren das Sortieren der Steinchen, die ja verschieden Seiten haben und die offenen Fragen, die jeder für sich lösen muss. Es ist kein Buch, das man mal so lesen kann. Und kein Buch, das man jeden empfehlen kann. Rätselfreunde werden ihre Freude haben!

Um was es geht? Naja, alles begann mit einer Beerdigung ohne Leiche, rätselhaften Morden ohne Mörder, Leute, die da waren und doch nicht da ... aber mehr erfährt keiner von mir. Soll es doch jeder selbst herausfinden und seinen Kopf zum Rauchen bringen.

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Dieser Roman ist ein Erlebnis der besonderen Art. Zunächst wirkte er auf mich wie eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, nach der Hälfte der Seiten allerdings begannen sich Verknüpfungen, Verbindungen aufzuzeigen, die ich zuvor nicht vermuten konnte. Die handelnden Charaktere wechseln in den Abschnitten und sind manchmal in nur einem einzigen Kapitel zu finden. Die Reihenfolge und Häufigkeit des Vorkommens hat dabei keinerlei Bedeutung für deren Wichtigkeit innerhalb des Gesamtbildes.

In Fairwater gibt es trotz der „schwarzweißen“ Film Noir-Stimmung keine schwarzweißen Charaktere. Die Geschichte Fairwaters kann zudem aus verschiedenen Richtungen betrachtet werden, so kommen Liebhaber eher real angesiedelter Storys, als auch die der durchweg phantastischen Storys auf ihre Kosten. Aus welchem Blickwinkel man die Geschehnisse betrachten möchte, kann vom Leser selbst entschieden werden.

Dieses Buch fordert Aufmerksamkeit – sucht man nach einem leicht zu konsumierenden Leseerlebnis für zwischendurch, ist es meines Erachtens die falsche Wahl. Hat man allerdings Lust auf eine Herausforderung; auf einen Text, der zum Mitdenken anregt, der zudem eigene Blickwinkel in verschiedenen Facetten und Ausprägungen erlaubt, ist man mit Fairwater sehr gut bedient! Auf mich wirkte Fairwater teilweise wie ein Experiment, welches sich neben dem Leser aber auch auf den Autor erstreckt bzw. erstreckte.

Hinreißend sind die nach Vorlagen des Autors angefertigten Zeichnungen zu Beginn der Kapitel. Ein genauer Blick vor und nach Lektüre der jeweiligen Abschnitte lohnt sich, ob der Detailgenauigkeit der Zeichnungen. Die Anhänge sollten auf jeden Fall erst nach dem Lesen aller Kapitel angesehen werden – sie enthalten wertvolle Hinweise auf die Geschichte und würden viel zu viel vorweg nehmen.

Eine generelle Leseempfehlung kann ich für dieses Buch nicht geben, da es doch sehr speziell ist. Der ein oder andere mag neben der Lektüre von Fairwater gar zu einem Zweitbuch greifen, das weniger Anspruch bietet. Da die einzelnen Kapitel meist Zeit zum Verdauen brauchen, wird ein langsames Konsumieren dieses Buches von mir sogar dringend angeraten. Literaturfreunde, die eine anspruchsvolle Geschichte suchen kann ich Fairwater sehr empfehlen.

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In diesem Buch stand für mich die Handlung insgesamt nicht so sehr im Vordergrund, vielmehr hat mir gerade der episodenhafte Anstrich des ganzen Romans sehr gut gefallen. Daher war ich auch nicht allzu sehr mit Rätselraten und Grübeln beschäftigt, sondern habe lieber die Geschichte auf mich wirken lassen.

Jedes Kapitel hat seine eigene Atmosphäre und fast könnte man sagen, das Genre wechselt mit jedem Kapitel – manchmal hielt ich das Buch für einen Krimi, dann wieder für eine Horrorgeschichte, zwischendurch für einen Psychothriller, und irgendwann dachte ich, in einem Science-Fiction-Roman gelandet zu sein. Raffinierterweise kann jeder Leser für sich selbst entscheiden, ob er die Handlung in einer realistischen oder phantastischen Lesart interpretiert; daher ergibt diese abwechslungsreiche Mischung für mich am Ende einen anspruchsvollen Phantastikroman, der seinen Lesern viel Spielraum für Spekulationen und die eigene Phantasie lässt.

Die Figuren haben mich allesamt fasziniert, sie sind sehr tiefgründig gezeichnet, wobei man aber nie so ganz genau weiß, mit wem man es gerade zu tun hat. Durch die zahlreichen kleinen und großen Zeitsprünge erleben wir die Protagonisten in verschiedenen Phasen ihres Lebens und ihrer Entwicklung, die durch den phantastischen Anstrich der Geschichte einen sehr verworrenen und surrealen Verlauf nimmt. Die düstere-melancholische, fast schon morbide Grundstimmung in Fairwater fand ich dazu sehr passend.

Besonders beeindruckt hat mich Oliver Plaschkas Schreibstil – der ist wirklich brillant und sehr facettenreich, so dass mir das Lesen ein Genuss war. Dazu haben auch die wunderbaren Gedichte beigetragen, die den Text ergänzen und in die Handlung mit eingebunden sind. Überhaupt fand ich die Textgestaltung sehr kreativ, vom Zeitungsartikel über Tagebucheinträge, zweispaltige Sätze bis hin zu Liedtexten – nicht zu vergessen die wunderschönen Illustrationen, die jedes Kapitel einstimmen.

Fairwater ist für mich kein Buch zum Verschlingen, sondern zum Geniessen. Ich werde es bestimmt noch öfter lesen und bin mir sicher, dass ich jedesmal noch etwas Neues darin entdecken werde.

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