Tobias O. Meißner: Am Ende der Zeiten

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Tobias O. Meißner: Am Ende der Zeiten

Autor

Biografie & Bibliografie von
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492702324

Informationen zum Buch

Seiten
464

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Adain konnte das Ende hören.

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Handlungsort

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Adain ist ein Wiederkehrer, ein Dämon, der seine Form verändern kann, und der Einzige seiner Art, der die Schlacht von einst überlebt hat. Nachdem er jahrhundertelang die Lehren des Dämonenkönigs studiert hat, treibt ihn nun die Neugier aus der Tiefe. In Menschengestalt verschafft er sich Zutritt in jene zerstörte neue Welt, die nicht nur fremdartiges Leben erschaffen hat, sondern auch abscheuliche Gefahren. Und als Adain in den Besitz der wertvollsten Substanz der alten Zeit gelangt, sieht er den Moment für eine neue dämonische Invasion endlich gekommen.

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Der ewige Kreislauf

210 Jahre sind seit dem großen Krieg zwischen Menschen und Dämonen, der das Land Orison vernichtet hat, vergangen. Das Land gleicht einer großen weißen Wüste, an deren Küste vereinzelte Städte durch die wenigen überlebenden Menschen entstanden sind. Der letzte überlebende Dämon im Dämonenschlund, der damals nicht an dem großen Feldzug teilnahm, hat in den letzten Jahrhunderten die Schriften des großen Dämonenkönigs studiert und seine Ruhe im Schlund genossen. Allmählich beginnt er sich aber zu langweilen und er wird zusehends neugieriger auf die Welt der Menschen. So beschließt er, seinen Schlund zu verlassen und sich unter die Menschen zu mischen – was für den Fortbestand der neuen Welt nicht ohne Folgen bleibt.

Im dritten Band von Meißners Dämonentrilogie erwartet den Leser eine veränderte Welt im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden: das Land Orison existiert nicht mehr, das Landesinnere ist eine einzige weisse Wüste mit ein paar Ruinen. Im Süden bildet die Stadt Aztrivavez den Stützpunkt der Wüstensammler; die Stadt wurde von dem versoffenen Kapitän Blannitt gegründet, der inzwischen ein Held ist. Die Wüstensammler kreuzen mit speziell beräderten Schiffen durch die Wüste auf der Suche nach Wesen, die wie eine Nachbildung der früheren Dämonen aussehen, aber keine sind.
Wie es typisch für Menschen ist, liegen die Aztrivavezer mit den „Bescheidenen“ im Konflikt, die mehrere Küstenstädte im Osten des Landes halten. Deren König stammt aus dem nördlichen Land Coldrin.

Adain, der letzte Dämon, verlässt in Menschengestalt den Dämonenschlund, da er neugierig auf die Welt der Menschen ist. Während ihm anfangs die Wüstensammler gefallen, langweilt ihn zunehmend der Konflikt der Aztrivavezer mit den Bescheidenen, da er keinen Sinn für sich darin sieht. Vielmehr hat er das Bedürfnis, irgendwas oder -wem folgen zu müssen, das im Landesinnere zu liegen scheint.

Wie auch in den ersten beiden Bänden gibt es hier reichlich eklige-schöne Kampfszenen und einzigartig skurrile Charaktere, mit denen der Autor wiederum nicht zimperlich umgeht. Besonders faszinierend fand ich die neue Welt nach der Weiß-Sagung mit ihren Wüstenschiffen, ein weiterer Höhepunkt ist der Besuch der Ruinen im Landesinnere – hier läßt der Autor seiner kreativen Phantasie freien Lauf.

Besonders gespannt war ich auf das Ende dieser furiosen Trilogie: es kommt relativ ruhig daher und läßt genügend Spielraum zum Nachdenken – für mich ist das Finale perfekt!

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Zwei Jahrhunderte sind vergangen seit der "Weiß-Sagung" - die Apokalypse, die das Reich der Menschen und das Reich der Dämonen veränderte, verstümmelte. Fast vernichtete. Aber nur fast. Die Gefährlichkeit der Dämonen ist jedoch Geschichte, einzig als Abbilder ihres Selbst irren sie in der Aschewüste der Welt umher, gejagt von den wenigen Menschen, die noch übrig sind. In großen Wüstenschiffen gehen diese waghalsigen Menschlein auf Reise, um die Zerrbilder zu "binden" und gegen andere Menschen als Waffen einzusetzen. Doch ein echter Dämon ist noch übrig: Adain, der all die Jahrhunderte grüblerisch und lernend im Dämonenschlund verbrachte und sich aus allem heraushielt. Die Schwingungen des Krieges, die Wucht der Zerstörung war dennoch groß genug, dass sie alles aus sicherer Entfernung miterleben konnte. Nun entschließt sich Adain, der sich nicht immer für ein Geschlecht entscheiden kann, den Schlund zu verlassen und weiterzulernen. Tatsächlich gibt es auch auf einer fast zerstörten Welt noch so unendlich viele Dinge, die ein wissbegieriger Dämon erfahren kann.

Mit "Am Ende der Zeiten" liegt nun der dritte und letzte Teil der Dämonen-Trilogie vor und schon die ersten Zeilen entführten mich erneut in eine immer wieder verstörende, oftmals grausame und nur selten liebliche, dafür sexuell umso geladenere Welt. Tobias O. Meißner ist einer der wenigen Autoren, die es immer wieder schaffen, mit wenigen Zeilen die Bilder in meinem Kopf tanzen zu lassen. Humorvolle Dialoge

"Kannst du rennen?", fragte Adain ihn. "Wenn ich dich jetzt trage, sieht das wieder ziemlich unvorteilhaft für dich aus."

wechseln sich ab mit eindrücklichen Szenen

Er spürte die Gegenwart eines Todes, der so groß, überlegen und eindeutig war, dass man ihn nicht einmal mehr zu fürchten brauchte.

und geschickten Wortexperimenten:

"Müssen denn nicht alle Wesen aus dem Schlund das Wesen des Schlundes in sich tragen?"

Die Charaktere werden dieses Mal ein bisschen von Adain an die Wand gespielt, obwohl sich natürlich auch hier wieder Originale tummeln: Das Jüngelchen Koaron, das sich erst mal unter Beweis stellen muss. Das Mädchen Voy, dessen Lebensinhalt es ist, Freude zu spenden. Dereiferer, dessen Name Programm ist. Und natürlich treffen wir auch wieder auf ein paar alte "unkaputtbare" Bekannte. Die Beschreibung der Stadt Witercarz ist spektakulär. Großartig. Wahnsinn(ig). Schrecklich. Spannend. Traurig. Nicht nur die Beschreibung einer sehr besondere Stadt ansich, sondern auch das Danach.

Was bleibt nach der Lektüre? Ein zufriedenstellendes, nicht ganz so trostloses Ende wie beim Vorgänger und doch: Es ist, wie es immer ist. Die Menschen lernen nichts aus ihrer Vergangenheit. Nie. "Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." (George Santayana). Wie lange dauert es, bis Geschichte "vergessen" wird? 200 Jahre? 2000 Jahre? Vielleicht aber auch nur 20 Jahre. Erneut hat mir das Lesen eines Buches wunderbare Sätze und eindrückliche Momente beschert. Eine "Beste-Zitate-Sammlung" umfasste vermutlich 80% von "Am Ende der Zeiten" und doch war es immer wieder schrecklich zu lesen, wie Adain sich im Laufe des Buches veränderte.

Wie schon oft zuvor regte mich auch dieses Buch von Tobias O. Meißner zum Nachdenken an. Ständig trifft man auf Parallelen zwischen DämonSein und MenschSein. Was ist dämonisch? Was menschlich? Welche Spezies ist höher entwickelt, welche intelligenter? Und eine ganz große Frage, die ich mir vor allem gegen Ende des Buches gestellt habe: Was ist Mut? Bedeutet Mut, Ideale über Bord zu werfen, um zu überleben? Oder an den Idealen festhalten und dafür dann vielleicht zu sterben?

Da mich "Freiheit oder Finsternis" noch ein bisschen mehr umgehauen hat, müsste es hier leider einen kleinen Punktabzug geben. Trotzdem ist "Am Ende der Zeiten" der würdige Abschluß einer großartigen Trilogie und in der Gesamtheit jede einzelne Ratte wert.

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