Bernhard Hennen: Die Chroniken von Azuhr. Der Verfluchte

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Bernhard Hennen: Die Chroniken von Azuhr. Der Verfluchte
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783596297269

Informationen zum Buch

Seiten
576

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die schillernden Federn leuchteten im Abendlicht.

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Handlungsort

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Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: Er soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken.

Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert – und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvollen Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen.

Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung – einer Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird ...

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Wenn Mären lebendig werden …

Der junge Milan Tormeno will sich nicht ohne weiteres den Wünschen seine Vaters Nandus beugen, was seine Zukunft angeht: Nandus setzt alle Hoffnungen auf seinen jüngsten Sohn, erfolgreich die Ausbildung zum Erzpriester zu durchlaufen und damit sein Nachfolger zu werden. Mit einem Streich will Milan seinen Vater an dessen empfindlichster Stelle treffen – die Aktion läuft jedoch aus dem Ruder und Milan wird dabei verletzt. Unerwartete Hilfe erhält er von der Diebin Felicia und deren Begleiter Rainulf, die wiederum den jungen Mann für ihre Ziele einspannen möchten. Milan muss sich zwischen dem Gehorsam seinem Vater gegenüber oder der Sache der Diebe entscheiden. Als plötzlich Mären und alte Legenden beginnen, Wirklichkeit zu werden, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Dieses Buch bildet den Auftakt der Trilogie um die Chroniken von Azuhr, ein Auftakt, der meiner Meinung sehr gelungen ist. Wenn man das Buch öffnet, fällt einem zuerst die wunderschöne Karte von Cilia ins Auge. Danach folgt ein Prolog, der sich über beinahe 70 Seiten erstreckt und eine unheimliche und drastische Geschichte erzählt. Umso neugieriger war ich danach, welche Auswirkungen die Geschehnisse des Prologs auf die Haupthandlung haben werden, die 53 Jahre später spielt.

Die Handlung überrascht durch unerwartete Wendungen und spannende Charaktere. Wirft die Geschichte anfangs einige Fragen auf, so klären sich diese teilweise im Laufe der Lektüre. Aber nicht alle Fragen werden beantwortet, schließlich wird es noch zwei weitere Bände geben. Erfreulicherweise endet das Buch jedoch nicht mit einem fiesen Cliffhanger, dennoch bin ich sehr gespannt wie es weitergehen wird.

Absolut gelungen empfinde ich die breitfächrige Darstellung der Figuren, welche überraschend und alles andere als langweilig daherkommen. Milan ist ein pubertierender junger Mann, der sich von den Hoffnungen seines Vaters, in dessen Fußstapfen zu treten, erdrückt fühlt und sich dagegen auflehnt. Er hat noch zu wenig Erfahrung, um zu erkennen, wann seine Mitmenschen ihn für ihre Ziele einspannen wollen und lässt sich schnell für eine Sache begeistern. Jedoch muss nicht nur er feststellen, dass seine Taten nicht folgenlos bleiben, sondern unheimliche Dinge heraufbeschwören und ihn dadurch zwingen, seinem Schicksal zu folgen.

Sein Vater Nandus gehört für mich zu den Charakteren, die mich absolut zwiespältig zurücklassen. Seinen Söhnen gegenüber zeigt er unnachgiebige Strenge, er kann jedoch auch anders, wie der Lauf der Geschichte zeigt. Sein Wort und Freundschaft bedeuten Nandus sehr viel und er ist sogar bereit, dafür seine eisernen Prinzipien aufzuweichen. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass er diese Seite auch seinen Kindern gegenüber zeigt.
Ich hatte auch das Gefühl, dass Nandus Tormeno im Schatten seines Vaters Lucio steht, der im Prolog eine entscheidende Rolle spielt. Am Ende des Prologs lernt der Leser den jungen Nandus kennen, der sich völlig von dem Nandus 53 Jahre später unterscheidet, und man fragt sich natürlich, was zu dieser Wandlung geführt hat. Die Erfahrung seiner Lebensjahre oder die Ausbildung zum Erzpriester im Roten Kloster?

Aber auch die anderen Charaktere konnten mich voll und ganz überzeugen und ich bin sehr gespannt, welche Rolle sie noch spielen und welche Überraschungen sie für den Leser parat halten werden. Der erste Band zeigt, dass alles möglich ist und nichts so sein muss, wie es scheint. Und Handlungen, die dem Leser nicht so wichtig erscheinen, können plötzlich einen entscheidenden Platz einnehmen.

Nach diesem gelungenen Start der vielversprechenden Trilogie freue ich mich umso mehr auf die Fortsetzung.

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Großartiger Auftaktband!

Prolog: ein gieriger Kaufmann hat eine Ladung pestverseuchter Seide gekauft und an den Hafenkontrollen vorbei in die Stadt Arbora schmuggeln lassen. Der Erzpriester Lucio muss eine folgenschwere Entscheidung treffen.

Die eigentliche Handlung setzt 53 Jahre später ein. Der jetzige Erzpriester Nandus hat drei Söhne, doch keiner davon genügt wirklich seinen Ansprüchen. In seinen jüngsten Sohn Milan setzt Nandus dennoch große Hoffnungen und fordert ihn daher sehr. Doch mit der strengen Erziehung und Ausbildung weckt er Widerstand und Trotz in Milan, der sich dagegen wehrt, dass sein Vater ihm seinen Lebensweg quasi vorschreibt. Milan heckt einen Plan aus, um seinen Vater zu demütigen, doch es läuft nicht ganz so ab, wie er sich das vorstellt. Dabei macht er die Bekanntschaft von Felicia, einer geheimnisvollen jungen Frau, die ihre ganz eigenen Gründe hat, gegen Erzpriester Nandus zu intrigieren. Doch stehen die beiden deswegen auf derselben Seite? Welche Seiten gibt es überhaupt und welche von ihnen – wenn überhaupt eine – ist im Recht?

Diese Fragen stellen sich im Verlauf der Geschichte, ebenso wie es erste Antworten gibt. Doch diese sind nicht allgemeingültig, denn immer wieder kommen neue Sichten und Informationen hinzu, so dass der Leser die Lage neu bewerten muss – genauso wie die Protagonisten. Wer hier Freund und wer Feind ist, wer Gut und wer Böse… das ist meist eine Frage des Standpunkts und nicht in Stein gemeißelt, denn die Figuren sind wunderbar komplex und überraschen so immer wieder.

Auch die Handlung bietet eine große Vielschichtigkeit und Spannung. Der Prolog ließ mich erst einmal kurz fassungslos zurück, der Einstieg in die Haupthandlung fiel mir dennoch erstaunlich leicht, denn auch wenn es vielleicht am Anfang viele Figuren und unklare Verhältnisse gibt, entwirrt sich das dann doch recht schnell. Dafür baut die Handlung dann stetig ihre Komplexität auf, aber immer so, dass man als Leser gut folgen kann. Tausend kleine Details und immer wieder unglaublich schöne und kluge Sätze machen das Lesen zu einem absoluten Vergnügen und ich konnte das Buch irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen.

Es handelt sich um den Auftaktband einer Trilogie, so dass am Ende dieses ersten Teils natürlich noch längst nicht alle Fragen beantwortet sind, aber es endet nicht mit einem fürchterlichen Cliffhänger, sondern an einem guten Zwischenpunkt – dennoch würde ich lieber heute als morgen weiterlesen und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung im Herbst 2018!

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Wenn Mären wahr werden...

"Die Chroniken von Azhur: Der Verfluchte" ist ein Auftakt zu einer neuen Triologie von Bernhard Hennen. Auch wenn die Reihe im Fantasygenre angesiedelt ist, begegnet dem Leser (zumindest im ersten Teil, wer weiß schon, was die anderen Bände mit sich bringen?) keine klassischen Fantasy-Figuren, wie man sie aus den anderen Büchern von Hennen kennt. In diesem Roman schleicht sich die Fantasy eher so langsam ein und bevor man sich versieht, ist man mitten drin. ;)
Aus diesem Grund ist es auch schwer, etwas vom Inhalt zu verraten, aber der Klappentext ist in diesem Fall sogar mal recht gelungen.

Im Prolog wird die Vorgeschichte der Geschichte erzählt, aber das auch so einfühlsam und ausführlich, dass man als Leser fast schon traurig ist, dass dann die eigentliche Geschichte beginnt. Aber die Trauer hält nur kurz an, weil wir mindestens eine genauso tolle Geschichte bekommen. Hennens Stil ist dabei so wundervoll bildlich, dass ich im siebten Lesehimmel war. Seine Formulierungen tun einem im Herzen gut und lassen ein tolles Kopfkino entstehen. Ich habe extra langsam gelesen, um das auskosten zu können, obwohl die Spannung das kaum zugelassen hat.

Die Charaktere die Hennen entwirft, sind großartig. So vielseitig und widersprüchlich wie man das aus dem realen Leben kennt. Die Unterteilung in "gut" und "böse" ist also nicht einfach und auch gar nicht gewünscht. Dadurch bleibt auch ein Spannungsbogen erhalten, da man sich nie ganz sicher sein kann, wie die Charaktere nun wirklich handeln. So kann ich überhaupt nicht sagen, welcher mein liebster Charakter ist, weil eigentlich jeder Charakter auf seine Art großartig ist.

Die Handlung ist auch alles andere als vorhersehbar. Zum einen liegt das natürlich an den Charakteren, aber zum anderen warten Hennen hier mit Ideen auf, bei dem mir abwechselnd die Spucke wegblieb und ich vollkommen überrascht schmunzeln musste. Dabei bleibt die Handlung aber verständlich und man denkt sich zum keinen Zeitpunkt: Hm, das habe ich jetzt aber nicht verstanden.

Alles in allem (inkl. Covergestaltung, Karte etc.) ein absolut tolles Buch mit vielschichtigen Charakteren, spannender Handlung mit überraschenden Wendungen und in einem Stil, den man nur lieben kann.

Ich bin hin und weg und kann die Fortsetzung gar nicht früh genug erwarten!

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Fantasy-Highlight

Die Geschichte ist in einer Welt angesiedelt, die mit ihren romanischen Namen und der gesellschaftlichen Struktur an ein mittelalterliches Italien oder Spanien erinnert. Milan, der jüngste Sohn des mit harter Hand regierenden Erzpriesters Nandus, begehrt gegen den Dogmatismus und das harte Regime seines Vaters auf. Als er die Rebellenführerin Felicia kennenlernt und ihren Freiheitskampf unterstützt, sieht sich Nandus gezwungen, seine Macht einzusetzen, um den aufmüpfigen jungen Mann wieder auf Linie zu bringen. Aber dann erscheinen plötzlich Gestalten aus alten Sagen leibhaftig und versetzen die Menschen in Angst und Schrecken. Eine seltsame Prophezeiung, die ein Zeitalter der Magie voraussagt, scheint tatsächlich einzutreten. Und Milan selbst rückt ins Zentrum der seltsamen Geschehnisse.

Bernhard Hennen ist einer der erfolgreichsten und fleißigsten Autoren im deutschsprachigen Raum. Seine Fantasyreihen sind für mich seit langem ein Garant für innovative, intelligente und spannende phantastische Literatur und mit großer Freude habe ich mich auf den neuen ersten Band seiner Serie „Die Chroniken von Azuhr“ gestürzt. Das Buch ist schon optisch ein Knaller mit dem tollen Cover und dem leuchtend azurblauen Schnitt. Ein Augenschmaus.

Hennen erschafft eine neue aufregende Welt. Mit wachsender Begeisterung habe ich diese Geschichte auf mich wirken lassen. Milan ist der typische, sympathische Held einer Fantasyreihe. Jung und anfangs recht naiv, aber immer auch mutig und integer, sucht er seinen eigenen Weg und versucht aus der erzwungenen Zukunft, die der herrische Vater für ihn vorgesehen hat, auszubrechen. Vor allem Felicia, eine starke und faszinierende Frau, öffnet ihm die Augen und er trifft eine folgenschwere Entscheidung. Schritt für Schritt wird er dabei erwachsen.

Die Magie kommt in Form ungewöhnlicher Fabelwesen. Deren mannigfaltige Erscheinungsformen sind abwechslungsreich und überraschend und mit jedem neuen Wesen steigt auch die Spannung. Die Geschichte entwickelt sich ganz anders, als man als Leser anfangs vermuten möchte. Einige Wendungen sind sehr überraschend aber alles bleibt immer nachvollziehbar. Vor allem die Entwicklung der Hauptdarsteller ist Bernhard Hennen hervorragend gelungen. Hier gibt es kaum schwarz oder weiß. Jeder hat seine Schattenseiten aber auch positive Eigenschaften. Auch wenn es sich um einen ersten Band handelt ist die Handlung doch so abgeschlossen, dass man ohne großes Bauchgrimmen aber mit ungezügelter Vorfreude auf den zweiten Teil dieser Trilogie wartet.

Am Jahresanfang schon ein richtiges Fantasy-Highlight. Was will man mehr.

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Eine spannende Geschichte mit interessanten Figuren

Nandus Tormeno hat drei Söhne und einer muss ihm irgendwann als Erzpriester nachfolgen. Aber er hat schon erkannt, dass die beiden Ältesten wohl nicht geeignet sind, das Amt zu übernehmen. So soll Milan einmal die Geschicke der Welt Azuhr lenken. Doch je unnachgiebiger Nandus seinen Sohn auf diese Aufgabe vorbereitet, umso mehr rebelliert dieser. Dann begegnet Milan der Meisterdiebin Felicia und der Konkubine Nok und lernt durch sie eine ganz andere Sicht kennen. Ist alles, was er bisher gehört hat nur Lüge? Felicia will Milan auf die Seite ihres Volkes ziehen. Nandus sieht die Zeichen einer alten Prophezeiung, die vorhersagt, dass mit der Ankunft des schwarzen Mondes ein Zeitalter der Magie anbricht. Milan wird sich entscheiden müssen, auf welche Seite er sich stellt.
Auch wenn Fantasy nicht mein bevorzugtes Genre ist, hat mich dieses Buch gleich angesprochen. Ein tolles Cover, das Aufmerksamkeit erregt und eine Geschichte, die interessant und spannend ist.
Dies war mein erstes Buch von Bernhard Hennen und garantiert nicht mein letztes. Er hat eine märchenhafte und magische Welt mit sehr interessanten Charakteren geschaffen, die einen in den Bann zieht.
Zunächst lernen wir Arbora und den Erzpriester Lucio kennen. Die Menschen in Arbora ahnen nichts von der Gefahr, die ihnen droht. Aber Lucio weiß, was passieren wird, wenn er nichts tut und er trifft eine Entscheidung, die sehr grausam anmutet.
53 Jahre später ist es sein Sohn Nandus, der die Gefahren für sein Land erkennt und alles tut, um Cilia zu schützen. In seiner harten, unnachgiebigen Art, vor allem seinem Sohn Milan gegenüber, ist er mir sehr unsympathisch und doch sehe ich auch andere Seiten an ihm. Er will nur das Beste für jene, für die er sich verantwortlich fühlt, aber ich finde, dass er manchmal das rechte Maß verliert. Besonders Milan trifft es hart. Von ihm wird viel gefordert und es gibt keine Anerkennung. Dabei ist Nandus im geheimen stolz auf seinen jüngsten Sohn. Daher kann ich Milans Rebellion nachvollziehen. Auch dass er von Felicia fasziniert ist, kann ich gut verstehen. Ich mochte sie und ihre draufgängerische Art. Nok dagegen war mir zu undurchschaubar.
Daneben gibt es aber noch eine ganze Reihe von Charakteren, die allesamt sehr vielschichtig und interessant sind.
Mären haben großen Einfluss auf das Leben und die Geschehnisse. Da ich Märchen mag, hat mir das gut gefallen. Was ich weniger mag, ist die detaillierte Beschreibung mancher Grausamkeiten. Immer wieder gab es in der Geschichte Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte. Es blieb also überraschend und sehr spannend und nun warte ich sehnsüchtig auf den Folgeband.

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Auftakt einer neuen Reihe

"Die Chroniken von Azuhr: Der Verfluchte" ist der Auftaktband zur einer auf drei Bände angelegten Reihe. Ich habe noch keinen der bekannten Elfen-Romane von Bernhard Hennen gelesen, das wird sich nun aber auf jeden Fall ändern. Der Autor versteht es, den Leser mitzureißen in seine Welt und die Abenteuer seiner Protagonisten bildhaft zu präsentieren.

Der Prolog hat zunächst noch nichts fantasyträchtiges an sich. Man wird in die Welt von Cilia eingeführt und lernt die Familie Tormeno kennen. Das Setting hat ein mittelalterliches Flair mit einem Erzpriester, Rittern, einem Pranger und ähnlichem. Die Bewohner glauben an Mären. Zum Beispiel an die des Krähenmannes. Ein Wesen, das Kinder entführt. Aber sind es wirklich nur Mären, in denen der Krähenmann, Trolle und andere Wesen eine Rolle spielen oder ist vielleicht doch ein Funken Wahrheit in diesen überlieferten Geschichten. Na ja es ist ein Fantasy-Roman, mehr möchte ich nicht verraten.

Der Roman hat alles, was ein gutes Buch braucht, eindrucksvolle, sensibel beschriebene Charaktere, Spannung, unheimliche Momente und einen Hauch von Romantik. Man darf sich nur nicht zu sehr in einen der Protagonisten vergucken, es kann passieren, dass er einige Seiten später schon gestorben ist. Bernhard Hennen macht dabei auch vor sympathischen Charakteren nicht halt. Vorhersehbar ist die Geschichte zu keinem Zeitpunkt. Unsympathische Zeitgenossen haben eventuell doch etwas Gutes an sich und Sympathieträger handeln nicht immer ehrbar, um ihr Ziel zu erreichen.

Jedem, der gerne Fantasy liest, empfehle ich dringend dieses Buch, ansonsten hat man etwas verpasst. Ich erwarte jedenfalls schon brennend den zweiten Band.

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Ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Trilogie !

Die Chroniken von Azuhr : Der Verfluchte ist der Auftakt einer Trilogie und ich war mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob ich eine weitere Fantasy-Reihe beginnen sollte, schlummern doch schon unzählige in meinen Regalen, die darauf warten beendet zu werden. Ich kann nur sagen, zum Glück habe ich mich dafür entschieden, weil Azuhr und seine Bewohner etwas besonderes sind und ich es gar nicht erwarten kann, bis es weiter geht.

Man startet mit einem Prolog, der nichts zu wünschen übrig lässt : total spannend und rasant ! Die Handlung setzt dann 53 Jahre nach dem Prolog wieder ein und man bekommt es mit einer Reihe von interessanten Charakteren zu tun, die gut durchdacht und teilweise sehr geheimnisvoll erscheinen und von einigen wollte ich unbedingt mehr erfahren. Der Erzählstil des Autors ist so wunderbar fließend und unkompliziert, dass die Seiten nur so dahinfliegen und man sich schlussendlich wünscht, das Buch hätte noch 100 Seiten mehr gehabt.
Die Handlung selber ist durch manche Kehrtwenden immer spannend und man liegt als Leser immer auf der Lauer, was als nächstes um die Ecke kommt, oder unvorhergesehenes passiert.
Die Dialoge sind spritzig, der ein oder andere Schmunzler ist auch dabei ( was ich persönlich sehr gerne mag ) und zumindest Nandus hat mich durch seine Coolness, Selbstdisziplin und Intelligenz rhetorisch sehr beeindruckt. Aber auch Milan muss sich auf keinen Fall verstecken !

Ich hatte beim Lesen teilweise das Gefühl, ich würde mich in einem Märchen befinden und in keinem Fantasy Roman, was ich als etwas Besonderes und Schönes empfunden habe, weil es eine ganz eigene Stimmung hatte. Ich hoffe sehr und bin gespannt, ob die folgenden Bände ähnliche Gefühle transportieren werden.

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Von Mären, Tränen und totaler Begeisterung: Mein erster Besuch in Azuhr

Nandus Tormeno hat große Pläne für seinen jüngsten Sohn Milan: Der Junge soll ebenfalls Erzpriester werden und dabei weiter kommen als er selbst, also bis in den höchsten Kreis aufsteigen. Doch Milan missfällt, dass sein eigenes Leben von seinem Vater so verplant wird. Er wird aufsässig und stellt das Handeln von Nandus ständig in Frage. Als er die Diebin Felicia kennenlernt, erkennt er, dass sein Verständnis von Gerechtigkeit nicht das seines Vaters ist und will sich den Rebellen aus dem Schwertwald anschließen. Und dann ist da noch diese alte Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird …

Die Geschichte spielt auf Cilia, einer Insel in der mittelalterlich wirkenden Welt Azuhr, wo sich verschiedene Mächte begegnen. Dort ist keine Magie spürbar, bis Milan erlebt, dass etwas Wirklichkeit wird, wenn genug Menschen daran glauben. Und die ersten Mären Wirklichkeit werden … Die Magie erwacht langsam – dazu passt auch, dass die Mären anfangs nur spärlich und angedeutet vorkommen, im Verlauf der Handlung aber immer mehr Raum einnehmen. Eine von ihnen hat mich ganz besonders am Haken, vielleicht ja auch weil mich diese tragisch-romantische Mischung wieder mitten ins Herz getroffen hat.

Milan ist relativ behütet aufgewachsen und kennt nur die Sichtweise der Liga, daher habe ich bei ihm die größte Entwicklung erwartet. Diese Erwartung wurde nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen – er hat mich mehrfach positiv überrascht und wirkt auf mich am Ende des ersten Bandes nicht nur sehr viel reifer, sondern auch so, als ob er am Beginn seines ganz eigenen Weges steht. Seinen Vater mochte ich (als Erwachsenen) ja zuerst überhaupt nicht, aber er hat Seiten von sich gezeigt, die zeigen, dass er doch ein Herz hat. Einige Dinge haben mich auch beeindruckt, aber als sympathisch würde ich ihn insgesamt dann doch nicht bezeichnen. Dafür gibt es noch einige andere Figuren, die mein Herz berührt haben, allen voran Felicia, der Bogenschütze Rainulf und die Konkubine Nok, die mehr ist als sie zu sein scheint.

Wer so wie ich etwas zarter besaitet ist, dem stehen aber auch ein paar Herausforderungen bevor. Oder Mutproben? Vor allem der Prolog hat es in sich, der ist einfach ziemlich fies – gerade, weil da auf sympathische Figuren nicht verzichtet wurde. Und in der Haupthandlung, die 53 Jahre später spielt, gab es ein Ereignis, das mich völlig fertig gemacht hat. Ich habe zwischendrin sogar gezweifelt, ob ich nicht die falsche Leserin für das Buch bin, aber … Durchhalten! Unbedingt! Die Geschichte und diese faszinierende neue Welt möchte ich auf keinen Fall missen.

Das Buch ist sehr abwechslungsreich, es gibt sinnliche und düstere, humorvolle und unheimliche, tragische und romantische, mystische und realistisch wirkende Szenen. Gerade die Themen „Gestaltung der Wirklichkeit“ und Zivilcourage sind ja aktueller denn je – und man hinterfragt sich da auch selbst. Es geht um Mut und Verantwortung, aber auch darum seinen eigenen Weg zu finden und sich treu zu bleiben.

Mir gefällt, dass man so wunderbar spekulieren kann – daran habe ich ja immer viel Spaß. Die Geschichte reißt einen mit, überrascht immer wieder und bietet Spannung auf den verschiedenen Ebenen. Sie ist sehr komplex aufgebaut und ich bin unheimlich neugierig, wohin uns die Reise noch führen wird. Einigen angedeuteten Mären fiebere ich ja schon entgegen, selbst den unheimlichen … Aber natürlich hoffe ich auch auf ein Wiedersehen mit meinen bisherigen Lieblings-Mären, neben dem Krähenmann also vor allem mit einer neugierigen Hexe, deren Auftritt mich ziemlich beeindruckt hat. Ich würde zu gerne mehr über sie erfahren …

„Der Verfluchte“ war für mich eine fesselnde und abwechslungsreiche Lektüre, die mich total begeistert hat und noch lange nicht loslässt. Ich liebe den Stil von Bernhard Hennen, der neben der schönen Sprache nicht nur eine dichte Atmosphäre, sondern auch intensive Bilder und Emotionen erschafft. Und diese neue Welt, die mich sehr fasziniert hat und die ich (auch als Weichei) auf keinen Fall missen möchte!

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