Robin Jarvis: Dancing Jax - Auftakt

Robin Jarvis: Dancing Jax - Auftakt

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Robin Jarvis: Dancing Jax - Auftakt
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
Dancing Jax
ET (Original)
2011
ISBN-13
9783839001349

Informationen zum Buch

Seiten
544

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Schlagworte
Erster Satz
Die Tür erzitterte.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Einige Bücher sind schädlich, sogar gefährlich. Sie verdrehen einem den Kopf und geben den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele Nahrung. Sie sollten verbannt oder vernichtet werden. Diese Geschichte handelt von solch einem Buch. Ich hoffe, es gibt noch genug von euch da draußen, die das hier lesen und mir glauben und sich zur Wehr setzen können bevor es zu spät ist. Ein altertümlich wirkendes und zunächst harmlos erscheinendes Buch taucht in einer englischen Kleinstadt auf und ergreift Besitz von seinen Lesern. Immer mehr Menschen werden von dem Buch befallen und zu willenlosen Charakteren der Geschichte. Der diabolische Plan des Autors scheint aufzugehen.

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(Aktualisiert: 02 Januar 2015)
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Ein unbeschreibliches Buch - im doppelten Sinn! Ein Highlight durch seine Andersartigkeit

Zitat:
"Die Dunkelheit an sich entbehrt jeder bösartigen Substanz - sie ist nichts anderes als die Abwesenheit von Licht."
(S. 27)

"Frohlocke. Wir haben einen Herrn, der uns leiten und den Dancing Jacks gebieten kann. Sobald sich der Ismus von dem großen Martyrium erholt hat, soll die Ordnung wieder hergestellt werden."
(S. 119)

Inhalt:
Auf der Suche nach etwas Brauchbarem, das sich verkaufen lassen würde, finden sie dieses Haus. Doch das Haus hat etwas Unheilvolles an sich. Shiela weiß das und versucht, ihren Anführer Jezza zu warnen. Doch Jezza ist gegen alle Warnungen immun. Nach kleineren Zwischenfällen finden Shiela und Jezza im Keller des Hauses mehrere Kisten. Jezza öffnet eine Kiste und findet darin ein Buch. Der Titel des Buches lautet "Dancing Jacks".

Damit beginnt Jezzas innere Veränderung. Die Kisten mit den Büchern verstauen sie bei Howie. Ab jetzt nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Welt wird nicht mehr so sein, wie wir sie kennen...

Meinung:
Wow! Das ist das Erste, was ich gesagt habe, nachdem ich mit dem Lesen fertig war. Das Buch hat wirklich alles, was man für einen hervorragenden Lesegenuss benötigt. Dancing Jax ist eine Sammlung aus Stilelementen der verschiedenen Genres. Hier findet man wirklich alles. Angefangen vom Real Life über historische Fragmente bis hin zu Fantasy-Einblicken gespickt mit Märchen-Elementen ist alles in dem Buch enthalten. Wer sich auf diese Welt, oder besser gesagt, auf diese WeltEN einlassen kann, bekommt hier wirklich Unterhaltung allererster Güte.

Der Autor hatte es von Beginn an geschafft, mich dermaßen in den Bann seiner Geschichte zu ziehen, dass ich kaum in der Lage war, das Buch zur Seite zu legen. Ein allwissender Erzähler brachte mir die Einzelheiten über die Protagonisten und deren Gefühle so nah, als wäre ich ein Teil der Story. Ich habe mitgefiebert, mitgekämpft und war oft überrascht, wenn der Plot mal wieder eine seiner unverhersehbaren Wendungen genommen hat, die ich so beim besten Willen nicht erwartet hätte.
Und ja, allein der Klappentext hat vollkommen recht! Das Buch ist böse, das Buch ist eine Droge, das Buch hat mich nicht mehr los gelassen... Von der ersten bis zur letzten Seite spürte ich diese dunkle Bedrohung. Die normale und heile Welt in Felixstowe gerät zusehends aus den Fugen und die Dancing Jacks übernehmen nach und nach die Herrschaft.
Die Idee eines Buches im Buch ist wirklich einzigartig und hat mich mehrfach zum Staunen gebracht. Oftmals fließen Texte und Passagen von "Dancing Jacks" ein, die mich immer wieder von der einen in die andere, vermeintlich bessere Welt, switchen ließen.

Mooncaster wird vom heiligen Magus, dem Ismus regiert, der die Ankunft des Prinzen der Dämmerung vorbereitet. Die Gesellschaft der Dancing Jacks ist monarchisch aufgebaut, der Ismus hat das alleinige Sagen. Neben ihm finden wir in Mooncaster noch weitere interessante Figuren, wie z. B. den Karobuben, die Pikdame und den Jockey. Alle konnten mich mit ihren gut beschriebenen Eigenschaften überzeugen. Beeindruckend fand ich auch, dass einige Charaktere, die in Felixstowe eher die Rolle von Außenseitern besetzen, sich in Mooncaster zu Hauptfiguren entwickeln.

Die Welt der Dancing Jacks ist insgesamt sehr komplex. Jede und jeder hat hier seinen zugewiesenen Platz und füllt diesen mit Hingabe aus. Den Rang in der Gesellschaft erkennt man an Spielkarten, die jeder am Revers trägt. Mitunter fühlte ich mich so angezogen von dieser packenden Welt, dass ich am liebsten sofort mitten in die Zeilen gesprungen wäre, um an diesen Erlebnissen teilzuhaben. Aber Mooncaster, die heilige Festung des Ismus im Lande der Dancing Jacks, hat natürlich auch seine Schattenseiten...
Die Darstellung der Protagonisten hat mir in beiden Welten sehr gut gefallen. Findet man in der Realität mehr oder weniger normale Teenager mit all ihren Macken, halten sich diese in Mooncaster alle an die ihnen zugewiesenen Regeln.

Auf alle Charaktere im Buch möchte ich nicht eingehen, weil diese in dieser Geschichte in einer Vielzahl vorhanden sind, wobei man dennoch nie den Überblick über die verschiedenen Protagonisten verliert.

Einer meiner Lieblingsprotagonisten in dem Buch jedoch ist auf jeden Fall Paul. Früh spürt er, dass mit dem Buch, das diese seltsamen Gestalten auf dem Flohmarkt verkaufen, etwas nicht in Ordnung ist. Paul findet heraus, was es mit dem Autor des Buches, Austerley Fellows, auf sich hat. Doch was er entdeckt, lässt ihn erschauern und zerrütet sein bisheriges Weltbild. Paul nimmt den Kampf jedoch auf. Aber seine Gegner scheinen schier übermächtig zu sein und es werden immer mehr. Aber Paul geht unerschütterlich seinen Weg und lässt sich nicht beirren. Nur wie lange kann er sich der Macht des Buches entziehen...

Das Ende des Buches endet mit einem Cliffhanger, der entsprechenden Freiraum für Interpretationen zum weiteren Verlauf der Geschichte in den Folgebänden lässt. Ich bin auf die weiteren Teile definitiv sehr gespannt.

Insgesamt ist der Schreibstil des Autor sehr flüssig, Spannung aufbauend und fesselnd. Für mich hat das Buch eindeutig einen "Daumen hoch" verdient!

Urteil:
Das Buch ist einfach "unbeschreiblich" - und das im doppelten Sinne. Selten ist es mir so schwer gefallen, ein wirklich gutes Buch zu rezensieren.
In Dancing Jax lernen wir eine faszinierende Mischung aus Realität und Halluzination bis hin zum Wahnsinn kennen. Das Buch ist berauschend, fesselnd und hebt sich mit seiner hervorragenden Idee und deren Umsetzung eindeutig von der Masse ab. Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als für Dancing Jax wohlverdiente 5 Bücher zu vergeben. Lest es und ihr werdet auch süchtig...

Die Serie:
1. Der Auftakt
2. englischer Titel: Freax and Rejex
3. ?

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Dancing Jax

Jezza, Shiela und ein paar andere dringen in ein leer stehendes altes Haus ein, auf der Suche nach Überresten, die sich zu Geld machen lassen. Doch kaum sind sie dort, bereut Shiela, dass sie ihre Freunde zu dem alten Herrenhaus geführt hat, so unheimlich ist die Atmosphäre dort. Jezza, der Anführer der Gruppe, hingegen empfindet nichts Derartiges und macht sich an die Durchsuchung des Hauses. Im Keller stößt er dabei auf etwas Überraschendes: Kisten voll mit alten Büchern!

Was zunächst recht unspektakulär klingt, entwickelt sich schnell zu einer äußerst unheimlichen Geschichte. Wer mit den Büchern in Kontakt kommt, beginnt sich zu verändern, die Geschichte nimmt die Leser regelrecht gefangen. Und kaum jemand kann dem Buch widerstehen!

Neben dem Handlungsstrang um Jezza, Shiela und Ausschnitten aus dem Buch wird die Geschichte auch aus Sicht von Martin erzählt, einen Lehrer an der örtlichen Highschool, der mit seiner Freundin und deren Sohn Paul zusammenlebt und in seiner Freizeit ein riesiger Fantasy-Fan ist. Es kommen noch viele weitere Personen hinzu, am Anfang ist es ein klein wenig unübersichtlich, aber schnell werden auch die Randfiguren und ihre Charaktere immer deutlicher herausgearbeitet. Obwohl einige der Figuren anfangs unsympathisch wirken, fiebert man mit ihnen allen mit und hofft, dass sich der eine oder andere doch der Wirkung des unheimlichen Buches entziehen kann.

Von der Story her erinnerte mich das Buch insbesondere am Anfang ein wenig an Stephen King’s "Tommyknockers" oder "In einer kleinen Stadt".

Im Laufe der Geschichte entwickelt die Geschichte aber einen ganz eigenen Stil. Auch die eingeschobenen Episoden aus dem merkwürdigen Buch fand ich richtig spannend.

Auch wenn script5 ein Verlag für junge Erwachsene ist – der Gruseleffekt bleibt sicher auch bei älteren Erwachsenen nicht aus!
Wie der Untertitel "Auftakt" bereits vermuten lässt, handelt es sich hier um den ersten Band einer Trilogie.

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Alice im Wunderland für Erwachsene

Alice im Wunderland für Erwachsene. Dieses Buch hat es in sich. Ziemlich schonungslos wird die heutige Gesellschaft hier vorgeführt, man fühlt sich oft ertappt. Ob es die Payback Karte, die konsolensüchtige Kinder, die von mangelnder Erziehung geprägten Jugendlichen, Reality Shows oder das eigene Konsumverhalten ist…das Buch kommentiert dies auf herrlich sarkastische, oft schon richtig zynische Weise. Auf einmal sieht man die Welt mit anderen Augen. Dabei werden keine besonderen Helden, sondern tatsächlich ein Ich und Du. Ohne, dass das Buch deswegen von Gewöhnlichem/ Langweiligem handeln würde, wirklich nicht. Allein schon der Beginn des Buches ist ungewöhnlich. Die Protagonisten, die dargestellt werden, sind Abschaum. Und werden auch so beschrieben. Der Autor bemüht sich gar nicht darum auf den ersten Seiten Sympathien zu erwecken. Man hat sich als Leser eben mit dem ungepflegten Bodensatz der Gesellschaft zu beschäftigen. Und es zieht einen gerade deswegen in seinen Bann. Auch später werden Problemfälle an Schulen näher beleuchtet. Man glaubt förmlich, direkt im Klassenzimmer zu stehen. Solche Problemfälle begegnen einem täglich in den Medien. Aber so nah und nachvollziehbar beschrieben habe ich diese alarmierende Tendenz aus dem Klassenzimmer noch nie gefunden. Geht ans Herz. Dieser Roman lässt einen oft denken, gerade die Nachrichten im Fernsehen zu sehen. Nicht einen Fantasy-Roman zu lesen, so nah gehen die Beschreibungen.
Das Buch wird dauerhaft von einer schaurigen Art der Spannung getragen. Nicht ganz so gruslig, dass es zarte Gemüter nicht verkraften könnten, aber Thrill ist nicht wenig dabei (dennoch eher ein Buch für Erwachsene – Sarkasmus und das Makabre, das vor allem bei Szenen mit Unfällen/ Toden begleitet, sind definitiv nichts für Kinder). Es gibt Längen, aber das unterschwellige, sich ausbreitende Grausen trägt darüber hinweg.
Anfangs habe ich den Vergleich mit Alice im Wunderland angestellt. Das Buch hat sehr viele Parallelen. Aber während Alice auch von Kindern gelesen werden kann, ist dieses Buch dem Alter sozusagen entwachsen. Der Zauber der Kindheitsmärchen ist vorbei, die „Realität“ bricht durch. Alice ist erwachsen und aus den niedlichen Menschen mit Spielkartenmotiven werden grausame, fanatische Menschen mit Spielkartenmotiven. Wo in Alices Welt noch die Sonne scheint und Gewalt verschwiegen wird, rast hier ein Auto in einen spontanen Flashmob. Galgenhumor mit an Bord. Während Alice im Wunderland letztendlich einen Traum darstellt, ist dies hier die andere Seite der Medaille. Ein Albtraum, der wahr wird. Das Buch flasht ziemlich. Es ist nicht nett und lieb und verspielt und kitschig. Auch wenn es den persönlichen Geschmack treffen muss (!) (Zynismus und so), ist es weit, weit über dem Durchschnitt. Das Buch warnt: „Dieses Buch ist böse…Du solltest dich ihm nicht nähern. Du solltest nicht darüber sprechen. Was auch immer du tust, öffne es nicht!“ --> Doch.

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