Jonathan Barnes: Das Albtraumreich des Edward Moon

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Jonathan Barnes: Das Albtraumreich des Edward Moon
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Somnambulist
ET (Original)
2007
ISBN-13
9783492701570

Informationen zum Buch

Seiten
399

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
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London, im Jahr 1901: Edward Moon hat seine besten Zeiten als Bühnenzauberer hinter sich. Seine wahre Vorliebe gilt jedoch dem Lösen von Kriminalfällen. Gemeinsam mit seinem Assistenten, einem zwei Meter großen, schlafwandelnden Giganten, wird er von Scotland Yard berufen, eine bizarre Mordserie aufzuklären. Die Ermittlungen führen Moon und den Giganten in die Unterwelt des viktorianischen London: ein Reich der Fliegenmenschen, Hellseher und Geheimbünde ...

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Edward Moons große Zeit ist vorbei. Das Theater des Magiers läuft nicht mehr allzu gut und auch seine Fähigkeiten als Detektiv werden nur noch selten nachgefragt. Also verbringt er viel Zeit nichts tuend, gemeinsam mit seinem Assistenten, dem „Schlafwandler“. Dieser verfügt über ein paar interessante Eigenschaften, wie praktisch „Unverletzlichkeit“: eine der interessantesten Nummern in Moons Show ist es, den Schlafwandler mit Schwertern zu durchbohren – ohne die übliche, den Trick versteckende, Kiste um ihn herum. Doch dann stürzt ein junger Mann aus einem Fenster und Moon wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Zeitgleich versucht auch eine Institution mit erpresserischen Mitteln Einfluss auf ihn zu nehmen und ihn zu engagieren.

Der der Klappentext versprach ein vergnügliches Detektivspiel mit magischen Details vor viktorianischer Kulisse und somit ein Buch nach meinem Geschmack. Die von mir gerade gelesenen Rezensionen scheinen entweder hellauf begeistert zu sein oder das Buch zu verfluchen, ich bleibe mit meiner Einschätzung in der Mitte. Der Autor hatte einige wirklich gute interessante und witzige Ideen, aber leider auch einige, die nicht einfach nur unrealistisch waren – das ginge ja noch in einem phantastischen Roman – sondern einfach nur Quatsch. Dazu vermehrt sich die Anzahl der wichtigen Figuren irgendwo ab der Mitte plötzlich exponentiell, ohne dass einem auch nur angedeutet wird, in welche Richtung die Geschichte weitergehen soll. Da wirkt es dann manchmal so als habe der Autor einfach alle Ideen genommen, die ihm irgendwann mal gekommen sind und sie auf Teufel komm raus in einen Roman gepackt. Gerade was den Bösen angeht, konnte ich weder nachvollziehen, wie er seine Anhänger rekrutiert oder besser gesagt, mochte ich die Erklärung des Autors diesbezüglich nicht glauben, noch warum er für das angestrebte Erreichen seiner Ziele ausgerechnet diese Strategie wählt.

Gegen Ende überwogen dann immer stärker die „was soll das?“ – Fragen bei mir. Einige Erläuterungen mehr, gerade was den Hintergrund der magischen Elemente anging, wären auch ganz gut gewesen. Leider konnte der Autor sich noch dazu nicht entscheiden, ob er seinen phantastischen Elementen jetzt eher einen magischen oder einen technischen Hintergrund geben wollte, so dass „Das Albtraumreich des Edward Moon“ wohl alles sein will, aber dadurch nichts so richtig vernünftig ist.

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Edward Moon ist im Jahr 1901 ein sinkender Stern am Londoner Society-Himmel. Der Bühnenzauberer schafft es nicht mehr, gemeinsam mit seinem Gehilfen, dem Schlafwandler, die feine Gesellschaft in seinen Bann zu ziehen, und auch sein Ruf als Meisterdetektiv hat gelitten. Dennoch wird er von Inspektor Merryweather bei einem Fall zu Hilfe gerufen, der mehr als ein groteskes, bedrohliches Detail aufbietet. Und der den Untergang Londons einläutet, welcher nur von Edward Moon aufgehalten werden kann.

Das Buch beginnt wie ein klassischer Detektivroman, angereichert mit übernatürlichen Elementen. Das Miträtseln ist durch viele Andeutungen allerdings nur bedingt möglich und erübrigt sich irgendwann gänzlich. So wie andere Autoren dem Leser Puzzleteile ausstreuen, die man sammeln und zusammenfügen kann, so hatte ich bei Barnes eher den Eindruck, dass er Memoryteile zeigt – für einen kurzen Augenblick umgedreht und dann wieder verdeckt, so dass ich gar keine Chance bekomme, Schlüsse zu ziehen. Gerade im Mittelteil werden dann auch viele Spuren ausgelegt, die im Sande verlaufen. Insgesamt ist das Handlungsgerüst schlüssig, aber viele Andeutungen oder auch Hintergründe werden nicht erläutert. Das wirkt sich auch negativ auf die Figuren aus, die zwar eigentlich Potential haben, über die man allerdings nicht mehr erfährt als für die gegenwärtige Handlung notwendig ist, so dass auch häufig ihre Beweggründe im Dunkeln bleiben. Besonders über den Schlafwandler, der im englischen Original immerhin als Titelgeber fungiert, hätte ich gerne mehr erfahren. Dadurch blieb mir das gesamte Personal absolut gleichgültig, was sich wiederum negativ auf die Spannung ausgewirkt hat, die sich so nämlich nicht entfalten konnte. Ganz abgesehen davon, dass viel Spannung auf der Strecke blieb, weil Barnes einen Charakter einführt, der das Wesentliche des Ausgangs vorweg nimmt …

Ein weiterer Minuspunkt ist der Erzähler. Sein ständiges Kommentieren der Geschichte und die direkte Ansprache des Lesers verknüpft mit dem Eingeständnis, nur als Chronist und nicht als Literat zu fungieren, haben meine Nerven während der Lesens arg strapaziert. Ganz zu schweigen von der Position, die er selbst innerhalb der Geschichte einnimmt und die bei ihrer Offenbarung mehr für Kopfschütteln als für Erstaunen gesorgt hat.

Auch spart Barnes nicht mit kulturhistorischen Verweisen, die aber alle in der unstrukturierten Fülle von Kuriositäten untergehen. Die eingebauten Reminiszenzen an Klassiker der Literatur rund ums viktorianische London, angefangen natürlich bei Sherlock Holmes, erwecken leider stellenweise den Eindruck eines zusammengestückelten Best-of-Versuchs. Im schlechtesten Fall sorgen sie für unfreiwillige Komik an der (jenseitigen) Grenze zum schlechten Geschmack.

Alles in allem wirkt "Das Albtraumreich des Edward Moon" wie ein Sturm im Wasserglas. Dem mittelmäßigen Start folgt ein stetiges Nachlassen, das nach einer wirren Plotentwicklung und überschminkten Pappmaché-Protagonisten in einem blutigen Finale endet. Barnes hat hier eindeutig zu viel gewollt.

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