Ali Shaw: Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

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Ali Shaw: Das Mädchen mit den gläsernen Füßen
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Girl With Glass Feet
ET (Original)
2009
ISBN-13
9783839001318

Informationen zum Buch

Seiten
400

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Schlagworte
Erster Satz
In jenem Winter berichteten die Zeitungen über einen Eisberg von der Größe einer Galeone, der voll knirschender Erhabenheit an den Klippen von St. Hauda's Land vorbeitrieb, über ein Wildschwein, das verirrte Wanderer aus dem Felsenlabyrinth unterhalb des Lomdenol Tor herausführte, über einen verblüfften Ornithologen, der in einem Schwarm von zweihundert Krähen fünf Albinos gezählt hatte.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Seltsame Dinge gehen auf St. Hauda's Land vor: Eigentümliche geflügelte Kreaturen schwirren umher, in schneebedeckten Wäldern versteckt sich ein Tier, das mit seinem Blick alles in Weiß verwandelt, im Meer sind wundersame Feuerwerke zu beobachten und Ida Maclaird verwandelt sich langsam, von den Füßen aufwärts, zu Glas.

Nun kehrt sie an den Ort zurück, wo alles begann, in der Hoffnung, hier Hilfe zu finden. Doch stattdessen findet sie die große Liebe: Mit ihrer traurigen und trotzigen Art schafft Ida es, die Knoten in Midas Herzen zu lösen. Gemeinsam versuchen sie nun, das Glas aufzuhalten.

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Melancholisch-poetisch mit einigen Schwächen

Ida Maclairds Füße verwandeln sich von den Zehen aufwärts langsam in Glas. Deshalb reist sie auf die Inselgruppe St. Hauda´s Land, wo sie ein halbes Jahr zuvor Henry Fuwa kennengelernt hat, der ihr von gläsernen Menschenkörpern erzählt hat, die man in den Sümpfen auf St. Hauda´s Land angeblich finden kann. Sie macht sich auf die Suche nach Henry Fuwa und trifft den jungen Fotografen Midas, zu dem sie sich hingezogen fühlt.

Auch Midas fühlt sich zu Ida hingezogen und ganz langsam entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden. Allmählich erfährt der Leser immer mehr Details aus Idas und vor allem Midas´ Vergangenheit, wobei immer wieder Bezug auf zuvor gegebene Informationen genommen und manches nur angedeutet wird, man muß also aufmerksam lesen. Stück für Stück fügt sich das Bild von Midas´ nicht sehr glücklicher Kindheit, von der Ehe seiner Eltern zusammen. Man erkennt, warum er sich als Erwachsener nur schwer auf Ida einlassen kann. Die beiden machen sich gemeinsam auf die Suche nach Henry Fuwa, einem Sonderling und Eigenbrötler, und nach einer Lösung für Idas Problem.

Das alles wird geruhsam geschildert, mit vielen detaillierten, atmosphärisch schönen Landschaftsbeschreibungen und phantastischen Details (auf St. Hauda´s Land gibt es kleine fliegende Rinder und ein Tier, dessen Blick alles weiß färbt, was er trifft). Sehr gut gefallen hat mir die wunderschöne Aufmachung des Buches, mit einem schönen Cover, silbernem Buchschnitt und hübschen Illustrationen an jedem Kapitelanfang.

Der Autor schreibt in poetischen Bildern, die größtenteils sehr schön sind, allerdings kommt es hin und wieder vor, daß seine Vergleiche übertrieben sind oder haarscharf danebentreffen. Letzteres geschieht insbesondere dann, wenn naturwissenschaftliche oder technische Details erwähnt werden und hinterläßt einen verwirrenden Beigeschmack. Man hat das Gefühl, der Autor versteht an diesen Stellen nicht was er schreibt.

Die Grundstimmung des Buches ist melancholisch und wirkt auf den Leser mitunter niederdrückend. Bei den Haupt- und Nebenpersonen häufen sich unglückliche Ehen, Unfälle, Krankheiten. Die Glaswerdung Idas kann man deuten als Metapher für eine tödliche Krankheit oder ein unausweichliches Schicksal. Ida findet recht schnell ihre Position dazu, nur leider erfährt man als Leser wenig über Idas Gedanken und Gefühle und ihren Weg dorthin. Eine umso größere Rolle spielt die Entwicklung von Midas, der (angestoßen von Ida und ihrem Schicksal) einen Loslösungsprozeß von seinem Vater beginnt, der aber auch leider kein so optimistisches Ende hat, wie man es sich wünschen würde.

Auf jeden Fall bietet das Buch gerade durch die am Ende offen gelassenen Fragen jede Menge Raum zum Nachdenken und Interpretieren. Das finde ich gut. Negativ aufgefallen sind mir einige Botschaften, die man in die Geschichte hineindeuten kann:
Als eine zentrale Aussage des Buches kristallisiert sich heraus, daß Leid ertragen werden soll und daß das leichter geht, wenn man seine Ursachen nicht hinterfragt, sondern es als Schicksal akzeptiert. Zum Beispiel wird derjenige, der am intensivsten versucht, den Gründen von Idas Glaswerdung auf die Spur zu kommen und Ida zu heilen, in jeder Hinsicht unsympathisch geschildert. Soll der Leser daraus schließen, daß es etwas Schlechtes ist, den Dingen auf den Grund gehen zu wollen? Sich einem unausweichlichen Schicksal zu stellen ist weise, aber deshalb diejenigen pauschal zu verdammen, die eine Krankheit heilen oder erklären wollen, halte ich für eine höchst zweifelhafte Botschaft, gerade in einem Jugendbuch.
Und ein anderer, im Buch als sehr weise geschilderter Mann zeigt sich unempfindlich gegenüber dem Leid einer depressiven Frau und bricht gerade wegen ihrer Depression seine Beziehung zu ihr ab. Das empfand ich als sehr unbarmherzig und genausowenig vorbildlich.

Aus diesen Gründen ist "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" für mich leider kein gutes Buch, auch wenn es gut geschrieben ist.

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(Aktualisiert: 26 Februar 2012)
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Melancholischer, teilweise schon depressiver Roman ohne Hoffnung

Ida ist von einer ungewöhnlichen Krankheit befallen: Sie beginnt sich von ihren Füßen aufwärts in Glas zu verwandeln. In der Hoffnung auf Hilfe begibt sie sich auf die Insel St. Hauda's Land, um den einzigen Mann zu finden, der bis jetzt jemals vor ihr von anderen Menschen mit der gleichen Krankheit gesprochen hat. Auf der Insel lernt sie Midas kennen. Einen Einzelgänger, der aufgrund von Erlebnissen in der Vergangenheit sich den Menschen um sich herum komplett verschlossen hat. Es entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen ihnen, aber haben sie genug Zeit diese Liebe zu leben und hat ihre Liebe überhaupt eine Chance?

Der ganze Roman ist sehr melancholisch. Dazu trägt zum einen die Stimmung auf der Insel bei. Alles ist eher grau und nebelig und nur sehr selten blitzt ein Farbtupfer auf. Zum anderen sind alle auftretenden Menschen in sich und ihrer Vergangenheit gefangen und keiner hat ein wirklich glückliches Leben. Jeder lebt doch ein bisschen in seiner eigenen Welt, kann sich daraus nicht befreien und ist doch nicht glücklich mit der momentanen Situation. Traurig war das für mich zu lesen, wie es keiner der Figuren gelingt ihr Leben zu verbessern und ihr Glück selber in die Hand zu nehmen. Alle sind sie Gefangene und Getriebene gleichzeitig und leider bleibt dieses düstere Bild auch bis zum Ende erhalten.

Insgesamt liegt der Fokus dieses Buches für mich gefühlt auch weniger auf den Menschen. Viele der auftretenden Figuren bleiben sogar eher blass und obwohl der Autor doch Stück für Stück die Hintergründe enthüllt, verhindert er doch, dass ich als Leser die Personen schließlich gesamthaft verstehen durfte und konnte. Die Möglichkeit der Auflösung wird versäumt und ich als Leser blieb mit einem unbefriedigten und auch deprimierten Gefühl zurück.

Dafür verwendet der Autor sehr viele Zeilen darauf die Natur und ihre Phänomene zu beschreiben. Diese Beschreibungen waren immer sehr bildhaft und schön und standen damit oft im Widerspruch zu der Gefühlswelt der Menschen. Fasziniert war ich dabei auch von den phantastischen Wesen, die der Autor sehr bildhaft beschreibt und einführt. Leider führt er aber auch hier diese Elemente zwar ein, verzichtet aber darauf, näher auf sie einzugehen und ihnen einen Platz in der Geschichte einzuräumen. So bleiben sie nur hübsches, aber in keiner Weise zur Handlung beitragendes Schmuckwerk.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch für mich viel mehr Fragen aufwirft, als beantwortet und ich nach dem Lesen des Buches nur mit einem großen Fragezeichen zurück geblieben bin. Noch schlimmer ist für mich, dass das Buch so eine melancholische, teilweise schon depressive Grundstimmung verströmt und diese auch am Ende beibehalten wird. Es gibt keinen wirklichen Hoffnungsschimmer und ich habe das Buch schließlich eher gefrustet zugeklappt und mich gefragt, warum jemand so eine tieftraurige und hoffnungslose Geschichte schreibt.

So schön das Cover und auch die Sprache ist, so leer und kalt bleibt der Inhalt. Da kann auch die Verwendung von seltenen englischen Begriffen und Wendungen nicht darüber hinweg retten. Im Gegenteil: Ab der Hälfte des Buches fand ich die andauernde Häufung von englischen Wörtern, die man sonst so gut wie nie verwendet eher ermüdend und noch zusätzlich erschwerend.
Dies auch als Warnung: Auch wenn man oft und viele englische Bücher liest, ist dieses Buch doch sehr herausfordernd, was die englische Sprache betrifft.

Alles in allem vergebe ich noch 2 Punkte für die schöne Idee und die wunderbaren Beschreibungen der Natur. Leider wurde der gute Ansatz für mich nicht befriedigend umgesetzt.

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Ali Shaw – Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Ida und Midas lernen sich auf der fiktiven Insel St. Hauda's Land kennen. Sofort spüren beide, dass es eine besondere Verbindung zwischen ihnen gibt. Was Midas jedoch nicht weiß, ist dass Ida sich langsam in Glas verwandelt.

Wie schon erwähnt, hat mich anfangs vor allem das Englisch, die Sprache, irritiert. Nicht nur für ein Jugendbuch ist sie ziemlich anspruchsvoll. Nach ein paar Seiten hatte ich mich aber daran gewöhnt. Jetzt nach Beendigung des Buches kann ich auch näher erklären, warum ich mir mit der Sprache so schwer getan habe: Es wird sehr viel beschrieben, die Landschaft, die Umgebung, die Charaktere, es gibt Rückblicke in die Vergangenheit, usw. Ich bin nicht der Typ für ewige Beschreibungen und lese da meistens drüber hinweg. In dem Buch war mir das eindeutig zu viel. Mir ist aber bewusst, dass genau das den Reiz für andere ausmacht.

Ein weiterer Punkt ist die Grundstimmung im Buch. Es ist alles ziemlich melancholisch, man wird als Leser fast selber traurig. Die Geschichte an sich ist natürlich schon nicht besonders lustig oder schön, aber die Nebenhandlungen (die Rückblicke in die Vergangenheit) sind zum Teil sehr tragisch und ziehen den Leser noch mehr runter.

Versteht mich nicht falsch, ich fand das Buch nicht schlecht, aber eben auch nicht überragend. Meine Erwartungen an das Buch waren ziemlich hoch. Das wunderschöne Cover, der silberne Buchschnitt, das breitere Format, die starken Seiten haben in mir sofort das Gefühl erweckt, dass das Buch einfach wunderschön sein müsste. Aber hier plätscherte alles nur so vor sich hin, es passiert nicht viel, es gibt keine Überraschungen - es ist eben ein sehr ruhiges und wie gesagt melancholisches Buch. Ich finde, "ganz nett" trifft es hier ganz gut. Daher kann ich nur eine durchschnittliche Bewertung abgeben.

Ich glaube aber, dass das Buch sehr vielen sehr gut gefallen könnte. Man muss eben auf ruhige Geschichten mit vielen Beschreibungen stehen.

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Zerbrechliches Glück

Von zwei Vorstellungen musste ich mich nach und nach verabschieden. Das Buch ist meiner Meinung nach weder ein Jugend- noch ein Fantasybuch. Es gibt zwar ein paar Fantasyelemente, doch die sind eher zur Untermalung der Stimmung bzw. schmückendes Beiwerk, wie z.B. die Ochsenmotten, die ich ganz zauberhaft fand.

Jede Person in diesem Buch kann von einer unglücklichen Liebesbeziehung berichten und es wird von den verschiedenen Möglichkeiten erzählt, wie eine Liebe tragisch enden kann. Nicht ein Mensch, dem wir begegnen, lebt in einer glücklichen Beziehung, wodurch sich eine traurige Stimmung durch das ganze Buch zieht.

Midas Schicksal hat mich hierbei besonders berührt. Der folgende Auszug aus dem Buch beschreibt ihn sehr treffend: „Aber Ida würde Gesellschaft bedeuten und er mied Gesellschaft. …... Außerdem war von seinem Herzen nicht mehr viel übrig, was er den Menschen geben konnte, damit sie es mit Füßen traten....“
Nach und nach erfährt der Leser mehr über Midas Kindheit und welche Erlebnisse ihn zu dem Menschen gemacht haben, der er zu dem Zeitpunkt ist, als er Ida begegnet.

Je mehr Ida zu Glas wird, umso mehr erwacht Midas aus seiner Starre. Der Autor hat diesen Vorgang bewegend beschrieben, sodass ich mit Ida mitgelitten habe, während ich mich für Midas freute.
Doch auch hier kann keine richtige Freude aufkommen, denn ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie die beiden es schaffen, das Glas aufzuhalten, dessen Ausbreitung immer wieder mit schaurigen Beschreibungen geschildert wird.

Die Stimmung des Buches ist melancholisch, schwermütig und traurig und das Erzähltempo ist so ruhig und langsam, wie Ida sich mit ihren gläsernen Füßen vorsichtig vorwärts bewegt. Der Autor beschreibt detailliert die Gefühle der Menschen, die Natur der Insel und das Wetter. Dadurch konnte ich richtig in die Geschichte eintauchen. Doch ich musste aufpassen dass die Atmosphäre des Buches nicht auf mich übergreift und ich habe mich gefragt, was den Autor dazu bewegt hat, diese Geschichte zu schreiben.

Die schönsten Momente waren für mich die Szenen mit Denver und ihrem Papa Gustav. Die beiden sind Midas Freunde und obwohl sie selbst mit einem schweren Verlust fertig werden müssen, zeigen sie dem Leser, was wahre Freundschaft bedeutet.

Fazit: Die Geschichte ist die ideale Lektüre, wenn man gerne traurige und melancholische Geschichten liest.

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(Aktualisiert: 20 Februar 2012)
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Märchenhaft - von innen und außen!

Das Buch fällt bereits von außen durch das wunderschöne Cover sowie den auffälligen silbernen Schnitt auf.

Und auch im Inneren entpuppt es sich als ein echtes Kleinod. Die vielen ganz besonderen Sätze, die man sich als am liebsten alle als Merksprüche notieren würde, kann ich gar nicht zählen!

Auf St. Hauda’s Land, einer kleinen fiktiven Insel, lernen sich eines Tages der verschrobene Einzelgänger Midas und das Mädchen Ida kennen. Midas betrachtet die Welt am liebsten durch die Linse seiner Kamera, die Nähe zu anderen Menschen ist ihm eher unangenehm. Ida ist eine junge Frau, die schon viel erlebt und ausprobiert hat, Angst war ihr immer fremd – doch nun passiert etwas Schreckliches mit ihrem Körper, sie verwandelt sich in Glas! Auf die Insel ist sie gekommen, weil sie bei einem früheren Besuch einen alten Mann kennengelernt hat, von dem sie sich Hinweise erhofft, was mit ihr vorgeht. Doch ob ihr Henry Fuwa, der merkwürdige Einsiedler mit seiner Herde geflügelter Kühe, helfen kann?

Das Buch fängt ganz unspektakulär mit der Begegnung zwischen Midas und Ida an, doch nach und nach enthüllen sich die Besonderheiten von St. Haudas Land.

Die Beschreibung der Insel und alles anderen liest sich so anschaulich, ich hatte die Orte beim Lesen direkt vor Augen. Auch die Veränderungen, die mit Ida vorgehen, werden in gruseliger Genauigkeit beschrieben.

In Rückblicken erfahren wir mehr über Midas Kindheit, seinen Vater, über Henry Fuwa und Midas Mutter, über Idas Mutter und Carl, der in sie verliebt war und sie nun in ihrer Tochter wiedererkennt… doch längst nicht alle Fragen werden beantwortet und so bleibt viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass es auf einige dieser Fragen vielleicht doch Antworten gegeben hätte!

Insgesamt hat das Buch etwas märchenhaftes, nicht nur durch die Fabelwesen, die sich auf der Insel herumtreiben, sondern vor allem durch die zauberhafte Sprache, die einen direkt in der Geschichte versinken und am Ende ganz benommen wieder auftauchen lässt!

Mit diesem Debutroman hat sich der Autor sicher einen Namen gemacht und ich bin schon jetzt gespannt auf sein nächstes Buch, das im Januar auf Englisch erscheint (The man who rained) und dann auch hoffentlich in absehbarer Zeit bei uns erhältlich sein wird!

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Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Vor einem halben Jahr machte Ida auf St. Hauda’s Land Urlaub. Dabei lernte sie den verschrobenen Henry Fuwa kennen, der ihr von gläsernen Gestalten auf dem Grund des Tümpels und von Ochsenmotten erzählte. Als sich nun ihre Füße in Glas verwandeln, kommt sie zurück, um bei Henry Fuwa Hilfe zu finden. Doch leider hat sie keine Ahnung, wo auf der Insel der alte Mann lebt. Auf der Suche nach ihm begegnet sie im Wald Midas. Midas, ein junger Mann ca. Mitte 20, der nach vielen Enttäuschungen in seinem Leben sehr zurückgezogen lebt und den Kontakt zu anderen Menschen scheut, fühlt sich von der jungen Frau mit den viel zu großen Stiefeln seltsam berührt. Ganz sachte bahnt sich hier nach und nach eine zarte Liebe an, die Midas‘ Leben auf den Kopf stellt.

Wie nebenbei erfährt der Leser durch Rückblicke, wie aus Midas dieser introvertierte scheue junge Mann geworden ist. Diese Ausflüge in die Vergangenheit sind zuweilen interessanter und gehaltvoller als das Geschehen in der Gegenwart. Für mich haben sie den Lesefluss nicht gestört, sie passen einfach an die jeweilige Stelle und es ist auch gut ersichtlich, dass es sich um Rückblenden handelt.

Ida, Midas und auch Carl, ein Freund von Idas verstorbener Mutter, suchen zwar nach einem Heilmittel für Idas „Glaskrankheit“. Auf ihrem Weg lernen sie aber auch eine ganze Menge über sich selbst, was mir noch viel wichtiger scheint.

„Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ ist ein leises, ruhiges Buch. Es fesselt nicht durch atemberaubende Spannung, sondern durch eine wunderschöne Erzählweise. Fast poetisch beschreibt Ali Shaw sehr detailliert die Landschaften von St. Hauda‘s Land, die Menschen, die fast alle auf ihre Weise Außenseiter sind, und das Wetter. Diese Beschreibungen sind so anschaulich und eindringlich, dass man sich mitten im Geschehen wähnt. Es gelingt dem Autor hervorragend, die melancholische Stimmung auf der winterlichen Insel einzufangen und dem Leser nahezubringen.

Während des Lesens bin ich auf einige Fehler gestoßen, die z.T. wohl dem Übersetzer zu verdanken sind: Hirschkühe werden mit Rehen gleichgesetzt, der Vorgang der Glasbildung wird als Kristallisation bezeichnet (im englischen Original „petrification“=Versteinerung, was genauso falsch ist), eine Digitaluhr kann nicht auf einer bestimmten Uhrzeit stehenbleiben. Hier sollte man doch etwas genauer arbeiten, es ist einfach schade um das schöne Buch.

Trotz fantastischer Elemente wie den faszinierenden Ochsenmotten, dem weißen Tier, dessen Blick alles weiß werden lässt, oder der „Glaskrankheit“ ist dieses Buch sicherlich kein Fantasyroman. Das Hauptaugenmerk liegt auf Midas, seiner Entwicklung, seiner Einstellung zum Leben und zur Liebe.

Was mir an diesem Buch überhaupt nicht gefällt, sind Figuren, die keinen tieferen Sinn in der Handlung haben. Auch ohne sie wäre die Handlung nicht anders abgelaufen. Außerdem bleiben am Ende zu viele Fragen offen. Es hat mich nicht wirklich befriedigt.

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