Ju Honisch: Das Obsidianherz

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Ju Honisch: Das Obsidianherz
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783867620284

Informationen zum Buch

Seiten
960

Sonstiges

Schlagworte
Erster Satz
Dies ist kein historischer Roman, auch wenn der Hintergrund stimmt und einige der erwähnten Personen wirklich damals dort lebten, wie König Ludwig II. ganz zu Anfang seiner Regentschaft oder sein Ministerpräsident Ludwig von der Pfordten.

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München 1865. Ein magisches Manuskript von ultimativer Zerstörungskraft ist verschwunden. Der britische Agent Delacroix soll die Schrift aufspüren und zurückbringen, wobei ihm zwei junge bayerische Offiziere sowie ein Magiewissenschaftler hilfreich zur Seite stehen.Doch auch andere, finsterere Kräfte, sind auf der Jagd nach dem Artefakt. Sie alle streben nach der Macht des Manuskripts, um die Welt in ein Abbild ihrer eigenen grausamen Phantasien zu verwandeln.Nichts von all dem ahnt Miss Corrisande Jarrencourt, eine junge Dame, die in München nur einen wohlsituierten Ehemann sucht. Ins Geschehen hineingezogen muß sie feststellen, daß es auf dieser Welt Dinge gibt, von deren Existenz sie bis dahin nichts ahnte ...

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Gemischte Gefühle bei mir, aber irgendetwas hat der Roman dann doch!

Die ganz große Begeisterung hat der Roman bei mir nicht ausgelöst. Ich mochte ihn, aber mehr auch nicht. Streckenweise zog sich die Handlung zu sehr in die Länge und ich hatte mehr als einmal das Gefühl, dass diese oder jene Szene eher unnötig ist und durchaus hätte weggelassen werden können. Ich bin sehr wohl ein Freund von ausufernden Beschreibungen, aber hier hat es für mich einfach die Handlung unnötig aufgeblasen. Außerdem fand ich, dass die Figuren zum Teil durchaus etwas mehr Tiefe vertragen hätten, zwar wird das gegen Ende etwas aufgebrochen, aber da war es für den Gesamteindruck schon zu spät. Der ein oder andre Handlungstrang war dann auch ein bissl voraussehbar, wenn es auch ein paar abenteuerliche Überraschungen gibt, die mir Spaß gemacht haben.

Andererseits ist der Roman auch Streckenweise wirklich sehr unterhaltend und gerade die Frauenfiguren, vor allem die Opernsängerin Cèrise, konnten mich überzeugen. Corissande war zwar nicht so ganz mein Fall, auch wenn sie mir trotzdem sympathisch war. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Geschichte trotz meiner Kritikpunkte nach einer Weile einen Sog auf mich ausgeübt hat und ich richtig schön in die Handlung eintauchen konnte. Auch die Zeit in der der Roman spielt wurde doch gut eingefangen, bis auf ein oder zwei etwas zu moderne Begriffe vielleicht. Es macht gerade als Frau auf jeden Fall spaß mit zu erleben wie alle Frauen in der Handlung das Klischee aufbrechen und beweisen dass das schwache Geschlecht alles ist, bloß nicht schwach. Dabei hat es mir auch gefallen das man das Hotel praktisch nicht verlässt und man in einem ganz eigenen Universum ist. Nach und nach hat es mich auch nicht mehr so gestört, dass die Kapitel zum Teil so kurz sind. Einzig das auf und ab, mal hat es mir streckenweise sehr gut gefallen mal etwas gelangweilt, war doch etwas schade um den Roman. Auf den letzten hundert Seiten hat es mich aber nochmal richtig gepackt.

Ju Honisch konnte mich am Ende dann doch irgendwie überzeugen. Etwas merkwürdig, aber ich glaube ich mag Das Obsidianherz auf eine etwas verquere Art und Weise doch sehr!
Auf die Fortsetzungen bin ich auch schon gespannt!

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Das Obsidianherz

Ein Hotel in München 1865. Ein magisches Manuskript, gestohlen und verborgen. Eine dunkle Macht, die dadurch die Welt zu seiner Heimat machen will. Als Spezialist für magische Fälle soll Delacroix mit der Unterstützung durch zwei junge Offiziere und einen Magier das Manuskript in Sicherheit bringen. Zur gleiche Zeit befindet sich auch Corrisande Jarrencourt im Hotel, die eigentlich nur einen Ehemann zu finden gedenkt, der ihr ein angenehmes Leben ermöglichen kann. Doch hinter ihrer perfekten Maske einer eleganten Dame aus gutem Haus steckt weit mehr und sie sieht sich bald in größerer Gefahr als jemals zuvor in ihrem Leben.

Nach wärmster Empfehlung und weil ich gerade Lust darauf hatte, hatte ich mir den Roman spontan zur Leserunde ausgeliehen und habe das keinen Moment bereut. Erstens die Sprache. Für mich hat die Autorin eine sehr gelungene Mischung aus stilistisch eleganter, der Handlungszeit der Geschichte angemessener Sprache und einem herrlich leichten Unterton von Humor und Ironie gefunden. So kann ich mich einerseits gut in die damaligen Vorstellungen von Gesellschaft, Ehre etc. einfühlen und mich andererseits darüber amüsieren, wenn diese von dem einen oder anderen Charakter auf die Schippe genommen, für sich ausgenutzt oder eiskalt über Bord geworfen werden.
Womit wir schon bei zweitens, den Charakteren, wären. Die Hauptpersonen Delacroix und Corrisande sind durch und durch glaubhaft, mit interessantem Hintergrund und lassen mitfiebern. Auch die weiteren Charatere kommen aber nicht zu kurz, lediglich bei einem der Offiziere (dessen Name mir ständig wieder entfallen will... ach ja, Udolf) oder den Priestern hatte ich das Gefühl, dass eher ein recht einseitiges Bild gezeichnet wurde. Mein heimlicher Liebling ist ja immer noch der Fey Graf Arpad, bei dem sehr gut die Zwiespältigkeit seines Wesen ausgespielt wurde und der durch diesen Mix aus Höflichkeit, Sarkasmus und Gefährlichkeit immer interessant blieb.

Zur Handlung: Ich hatte eigentlich an keiner Stelle das Gefühl, dass sie sich gezogen hätte. Im Gegenteil fand ich, dass eine sehr gute Balance zwischen "Actionszenen" und ruhigeren Augenblicken der Vorbereitung und Planung oder des Krisenmanagments geschaffen wurde. Gerade die häufigen Diskussion zwischen den einzelnen Charakteren über die Geschehnisse fand ich interessant. Es war faszinierend, die Dynamik zwischen den einzelnen Figuren zu verfolgen. Wer wem was erzählt oder verschweigt. Und warum. Oder wer sofort welche Schlüsse daraus zieht. Wie die einzelnen Figuren auf die Ereignisse reagieren. Und einige der Höhepunkte waren eben gerade solche Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Charakteren, wenn sich mal wieder ein Wendepunkt innerhalb ihrer Beziehung anbahnt. Oder neue (scheinbare, vielleicht sogar nur) Erkenntnisse über die Vergangenheit oder die Beweggründe des anderen gewonnen wurden.

Noch eine kurze Bemerkung zum Stil: Normalerweise kann ich zu kurze Kapitel nicht leiden, weil ich immer das Gefühl habe, dass sie mich aus dem Geschehen reißen. Doch hier hat es überraschenderweise doch sehr gut geklappt.
Vermutlich deshalb, weil es im Wesentlichen nur einen Handlungsstrang gibt und (fast) alles innerhalb des Hotels spielt. Das ist übrigens auch ein Punkt, den ich unbedingt als positiv zu vermerken haben. Dadurch wird eine deutlich höhere Intensität erreicht, als wenn ständig von einem Ende der Stadt zum anderen gejagt wird.
Mehr Probleme hatte ich eher damit, dass mitten im Kapitel die Perspektive von einer zur nächsten Person wechselt. Das passierte hier auch gelegentlich, was mich doch einige Male stocken ließ.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich von dem Roman begeistert war und die Folgebände definitiv den Weg in mein Regal finden werden.

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Historischer Roman zu Zeiten Kaiserin Elisabeths gemixt mit fantastischen Elementen

In München im 19. Jahrhundert treffen sich die verschiedensten Menschen und andere Wesen in einem Luxushotel. Die einen suchen nach einem geheimnisvollen Skript, dass nicht in falsche Hände geraten darf, während andere auf der Suche nach dem perfekten Ehemann sind.

Corissande, ein junges Mädchen, das zwar einen nicht so astreinen Lebenslauf aufweisen kann, aber dies gut verbergen kann, sucht einen Ehemann, mit dem sie ein vorbildliches Leben führen kann. Dabei wird sie tatkräftig von Eliza, ihrer Anstandsdame unterstützt, die jedoch auch ein anderes Bild von sich vorspielt, als es der Wahrheit entspricht. Die Damen geraten unverhofft zwischen die Fronten, der Manuskript-Jäger: Eine Gruppe, die das Manuskript sichern möchte und eine andere Gruppe, die ihre eigenen Vorstellungen der Benutzung des Skriptes hat.

Dieser Roman stellt eine Mischung verschiedener Genres dar und lässt sich keinem genau zuordnen. Das Ganze gepaart mit dem herrlich ironischem Schreibstil von Ju Honisch und einer richtigen Prise Romantik ergibt ein ganz besonderes Buch, dass ich nicht so leicht aus der Hand legen konnte.

Obwohl sich das Geschehen fast ausschließlich in dem Hotel abspielt, kommt einfach nie Langeweile auf. Die Protagonisten sind die ganze Zeit in Bewegung und andauernd passiert etwas Unvorhergesehenes worauf ich als Leser gar nicht vorbereitet war. Darüber hinaus sind die Menschen natürlich den Konventionen der damaligen Zeit unterworfen, während desssen sich die magischen Wesen nicht so sehr um die Konventionen scheren. Außerdem werden die Protagonisten immer wieder in Situationen gebracht, in denen es einfach nicht möglich ist, nach den herrschenden Anstandsregeln zu handeln. Dadurch ergeben sich köstliche Situationen, die zwar vielleicht teilweise aus unserer heutigen Sicht einen den Kopf schütteln lassen, aber in der Zeit einfach sehr authentisch wirken und für einige Lacher meinerseits während dem Lesen gesorgt haben.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass das gleiche Geschehen mehrmals aus verschiedenen Sichten wieder gegeben wurde. Dies mutet einem zuerst vielleicht komisch an, aber im Laufe des Buches haben mich diese "Wiederholungen" immer mehr begeistert.

Schön sind auch die eingestreuten Rückblenden zu den einzelnen Protagonisten, die gut dazu beitragen, dass man die einzelnen Personen und ihre Handlungen auch besser verstehen kann.

Insgesamt sind die Personen und Wesen in ihren Handlungen doch immer sehr authentisch und gut nachvollziehbar.

Der Schluss ist natürlich für Romantiker wie mich einfach sehr gelungen und gewürzt mit der sich konstant durch das Buch ziehenden Prise Ironie einfach super.

Ich freue mich schon sehr auf die Folgebände zu diesem Teil und kann auch nur sagen, dass das Buch für mich ein absoluter Buchtipp ist.

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Warum nur hat mir denn vorher keiner gesagt, wie gut das Buch ist?

Der Klappentext klang zwar ganz nett, aber doch etwas zu wenig nach Fantasy und vor allem viel zu sehr nach Romantik, um mich völlig anzusprechen und so habe ich erst einmal keinen zweiten Gedanken an das Buch verschwendet. Daran konnten auch die ganzen positiven Eindrücke, die ich hier gelesen habe, nicht viel ändern. Auch wenn einige begeisterte Leser darunter waren, die ich als gänzlich unromantisch in ihrer Lektüre kenne - für so etwas würde ich kein Geld ausgeben. Als mir das Buch dann aber leihweise angeboten wurde, bin ich doch schwach geworden, denn die zugrunde liegende phantastische Welt entsprach ja doch schon so ziemlich meinem Beutemuster.

Das Personenverzeichnis zu Beginn machte schon einmal einen positiven ersten Eindruck und wie sich im Laufe der Lektüre zeigte, war es gut durchdacht und hat keines der Geheimnisse verraten, die die Personen teilweise sehr lange mit sich herumtrugen, bis sie aufgedeckt wurden.

Ich war vom ersten Kapitel an von der Geschichte gefangen genommen und konnte kaum aufhören zu lesen. Die Hauptfiguren waren sympathisch, besonders Corrisande war eine Heldin nach meinem Geschmack und der (unvermeidliche) Vampir strahlte genau die richtige Mischung Bedrohung und Charme aus. Es gab mehrmals im Buch einen Moment, an dem ich dachte, "so jetzt fehlt nur noch eine Schlussszene, dann ist das Buch zu Ende, eigentlich ist alles erledigt", obwohl ich noch mehrere hundert Seiten vor mir hatte. Dass die Wendungen, die die Autorin der Geschichte dann jeweils noch gab, eine Bereicherung waren und in keinster Weise langweilig waren oder überflüssig wirkten, ist eine eindeutige Stärke der Autorin.

Ju Honisch vereinigt in „Das Obsidianherz“ Spannung und Humor mit übersinnlichen Motiven, spielt mit Genreklischees und die Romantik ist wohldosiert – ein rundum gelungenes Buch. Die weiteren Bücher von ihr sind ohne Umwege auf meinem Einkaufszettel gelandet und ich freue mich darauf, in ihnen hoffentlich all meinen Lieblingsfiguren wieder zu begegnen.

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Das Buch wurde liebevoll ausgestattet, die kleinen Tintenklecks-Bilder am Anfang jedes Kapitels finde ich sehr individuell – sie gefallen mir nicht nur, sondern laden auch ein wenig zum Träumen ein. “Das Obsidianherz” lässt sich genremäßig in keine Schublade quetschen, sondern besteht aus den verschiedensten Elementen. Für mich ist es eine Mischung aus phantastischem und historischem Roman, gut gewürzt mit einer “schaurigen” Atmosphäre und einem Schuss Romantik.

Durch die gelungene Einleitung wird gleich klar, dass das München dieser Geschichte zwar einige historische Personen bietet, aber durch Magie und Fabelwesen (die dort Fey und Sí genannt werden) auch anders ist. Meine Befürchtung, dass mir das ganze Drumherum zu bayerisch werden könnte, hat sich glücklicherweise nicht erfüllt. Es gab nur ein paar kleine regionale Eigenheiten, da hatte ich mit den vielen französischen Ausdrücken doch deutlich mehr Gewöhnungsschwierigkeiten. Die Handlung spielt größtenteils in einem Hotel, was ich bei der abwechslungsreichen Handlung aber gar nicht richtig wahrgenommen habe. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, diese Welt und die vielen interessanten Figuren kennen zu lernen.

Die Erzählperspektive ändert sich oft, die Übergänge sind dabei aber immer fließend. Sie behindern sich nicht, sondern ergänzen – und manche Szenen erlebt man so aus der Sicht von mehreren Personen. Es gab die unterschiedlichsten Charaktere, sowohl geradlinige und leichter einzuschätzende als auch Figuren mit Widersprüchen und einigen Überraschungen. Ein großer Vorteil waren meiner Meinung nach auch die vielen Rückblenden, durch die man fast alle Personen und ihren Hintergrund näher kennen lernen und einen Bezug aufbauen konnte.

Der manchmal auch schwarze Humor und die ironischen Anspielungen haben genau meinen Geschmack getroffen, vieles wurde mit einem Augenzwinkern beschrieben – und das war für mich der perfekte Ausgleich zu den eher “schaurigen” Szenen. Momente, so unterschiedlich wie das Wetter – und durchbrochen von Emotionen, von der wunderbaren Romantik zum Ende hin mal ganz zu schweigen...

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