Ju Honisch: Das Obsidianherz

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Das Obsidianherz
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Plot / Unterhaltungswert
 
5.0
Charaktere
 
5.0
Sprache & Stil
 
4.0
Ein Hotel in München 1865. Ein magisches Manuskript, gestohlen und verborgen. Eine dunkle Macht, die dadurch die Welt zu seiner Heimat machen will. Als Spezialist für magische Fälle soll Delacroix mit der Unterstützung durch zwei junge Offiziere und einen Magier das Manuskript in Sicherheit bringen. Zur gleiche Zeit befindet sich auch Corrisande Jarrencourt im Hotel, die eigentlich nur einen Ehemann zu finden gedenkt, der ihr ein angenehmes Leben ermöglichen kann. Doch hinter ihrer perfekten Maske einer eleganten Dame aus gutem Haus steckt weit mehr und sie sieht sich bald in größerer Gefahr als jemals zuvor in ihrem Leben.

Nach wärmster Empfehlung und weil ich gerade Lust darauf hatte, hatte ich mir den Roman spontan zur Leserunde ausgeliehen und habe das keinen Moment bereut. Erstens die Sprache. Für mich hat die Autorin eine sehr gelungene Mischung aus stilistisch eleganter, der Handlungszeit der Geschichte angemessener Sprache und einem herrlich leichten Unterton von Humor und Ironie gefunden. So kann ich mich einerseits gut in die damaligen Vorstellungen von Gesellschaft, Ehre etc. einfühlen und mich andererseits darüber amüsieren, wenn diese von dem einen oder anderen Charakter auf die Schippe genommen, für sich ausgenutzt oder eiskalt über Bord geworfen werden.
Womit wir schon bei zweitens, den Charakteren, wären. Die Hauptpersonen Delacroix und Corrisande sind durch und durch glaubhaft, mit interessantem Hintergrund und lassen mitfiebern. Auch die weiteren Charatere kommen aber nicht zu kurz, lediglich bei einem der Offiziere (dessen Name mir ständig wieder entfallen will... ach ja, Udolf) oder den Priestern hatte ich das Gefühl, dass eher ein recht einseitiges Bild gezeichnet wurde. Mein heimlicher Liebling ist ja immer noch der Fey Graf Arpad, bei dem sehr gut die Zwiespältigkeit seines Wesen ausgespielt wurde und der durch diesen Mix aus Höflichkeit, Sarkasmus und Gefährlichkeit immer interessant blieb.

Zur Handlung: Ich hatte eigentlich an keiner Stelle das Gefühl, dass sie sich gezogen hätte. Im Gegenteil fand ich, dass eine sehr gute Balance zwischen "Actionszenen" und ruhigeren Augenblicken der Vorbereitung und Planung oder des Krisenmanagments geschaffen wurde. Gerade die häufigen Diskussion zwischen den einzelnen Charakteren über die Geschehnisse fand ich interessant. Es war faszinierend, die Dynamik zwischen den einzelnen Figuren zu verfolgen. Wer wem was erzählt oder verschweigt. Und warum. Oder wer sofort welche Schlüsse daraus zieht. Wie die einzelnen Figuren auf die Ereignisse reagieren. Und einige der Höhepunkte waren eben gerade solche Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Charakteren, wenn sich mal wieder ein Wendepunkt innerhalb ihrer Beziehung anbahnt. Oder neue (scheinbare, vielleicht sogar nur) Erkenntnisse über die Vergangenheit oder die Beweggründe des anderen gewonnen wurden.

Noch eine kurze Bemerkung zum Stil: Normalerweise kann ich zu kurze Kapitel nicht leiden, weil ich immer das Gefühl habe, dass sie mich aus dem Geschehen reißen. Doch hier hat es überraschenderweise doch sehr gut geklappt.
Vermutlich deshalb, weil es im Wesentlichen nur einen Handlungsstrang gibt und (fast) alles innerhalb des Hotels spielt. Das ist übrigens auch ein Punkt, den ich unbedingt als positiv zu vermerken haben. Dadurch wird eine deutlich höhere Intensität erreicht, als wenn ständig von einem Ende der Stadt zum anderen gejagt wird.
Mehr Probleme hatte ich eher damit, dass mitten im Kapitel die Perspektive von einer zur nächsten Person wechselt. Das passierte hier auch gelegentlich, was mich doch einige Male stocken ließ.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich von dem Roman begeistert war und die Folgebände definitiv den Weg in mein Regal finden werden.
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Gemischte Gefühle bei mir, aber irgendetwas hat der Roman dann doch!
(Aktualisiert: 24 Mai 2012)
Gesamtbewertung
 
3.7
Plot / Unterhaltungswert
 
4.0
Charaktere
 
3.0
Sprache & Stil
 
4.0
Die ganz große Begeisterung hat der Roman bei mir nicht ausgelöst. Ich mochte ihn, aber mehr auch nicht. Streckenweise zog sich die Handlung zu sehr in die Länge und ich hatte mehr als einmal das Gefühl, dass diese oder jene Szene eher unnötig ist und durchaus hätte weggelassen werden können. Ich bin sehr wohl ein Freund von ausufernden Beschreibungen, aber hier hat es für mich einfach die Handlung unnötig aufgeblasen. Außerdem fand ich, dass die Figuren zum Teil durchaus etwas mehr Tiefe vertragen hätten, zwar wird das gegen Ende etwas aufgebrochen, aber da war es für den Gesamteindruck schon zu spät. Der ein oder andre Handlungstrang war dann auch ein bissl voraussehbar, wenn es auch ein paar abenteuerliche Überraschungen gibt, die mir Spaß gemacht haben.

Andererseits ist der Roman auch Streckenweise wirklich sehr unterhaltend und gerade die Frauenfiguren, vor allem die Opernsängerin Cèrise, konnten mich überzeugen. Corissande war zwar nicht so ganz mein Fall, auch wenn sie mir trotzdem sympathisch war. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Geschichte trotz meiner Kritikpunkte nach einer Weile einen Sog auf mich ausgeübt hat und ich richtig schön in die Handlung eintauchen konnte. Auch die Zeit in der der Roman spielt wurde doch gut eingefangen, bis auf ein oder zwei etwas zu moderne Begriffe vielleicht. Es macht gerade als Frau auf jeden Fall spaß mit zu erleben wie alle Frauen in der Handlung das Klischee aufbrechen und beweisen dass das schwache Geschlecht alles ist, bloß nicht schwach. Dabei hat es mir auch gefallen das man das Hotel praktisch nicht verlässt und man in einem ganz eigenen Universum ist. Nach und nach hat es mich auch nicht mehr so gestört, dass die Kapitel zum Teil so kurz sind. Einzig das auf und ab, mal hat es mir streckenweise sehr gut gefallen mal etwas gelangweilt, war doch etwas schade um den Roman. Auf den letzten hundert Seiten hat es mich aber nochmal richtig gepackt.

Ju Honisch konnte mich am Ende dann doch irgendwie überzeugen. Etwas merkwürdig, aber ich glaube ich mag Das Obsidianherz auf eine etwas verquere Art und Weise doch sehr!
Auf die Fortsetzungen bin ich auch schon gespannt!
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