Tobias O. Meißner: Das Paradies der Schwerter

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Tobias O. Meißner: Das Paradies der Schwerter

Autor

Biografie & Bibliografie von
Verlag
ET (D)
2004
Ausgabe
Taschenbuch
ET (Original)
2004
ISBN-13
9783492265881

Informationen zum Buch

Seiten
362

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Einige folgen Sauls Spur, sagt man.

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Handlungsort

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Sechzehn Männer reisen durch eine bizarre, apokalyptische Landschaft, einem Turnier entgegen: In verschiedenen Paarungen sollen sie mit eigens gewählten Waffen gegeneinander antreten. Doch auch wenn ein Preisgeld winkt, geht es in Wahrheit nur um Leben und Tod - und darum, die Sensationsgier des Publikums zu befriedigen. Und je weiter das brutale Schauspiel voranschreitet, desto deutlicher begreifen die Teilnehmer, dass es am Ende vielleicht gar keinen Sieger geben wird.

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Ungewöhnlich

Inhaltlich kann das Buch nach Lektüre des Klappentextes nicht sonderlich überraschen, aber deswegen habe ich es auch nicht gelesen.

Die (simple) Geschichte entfaltet über die Seiten eine sehr düstere Atmosphäre und wie man sicher vermutet ist das Ganze von blutigen Kämpfen durchzogen und hinter vielen Seiten lauert der Tod. Die Welt ist auf keinen Fall eine angenehme Welt. Es ist eine unmenschliche Welt. Das Leben eines Kämpfers ' eines Menschen? ' bedeutet kaum etwas oder schon nichts. Es ist schon seltsam zu lesen das ein solches Kampfspektakel als familienfreundlich gilt und viele Leute ihre Kinder mitbringen, weil ja frommerweise keine nackten Frauen in der Arena gezeigt werden. ... vieles hinterlässt ein verstörendes, ja ungutes Gefühl besonders natürlich ob der Sinnlosigkeit des Sterbens im Turnier.

Auf den ersten circa 200 Seiten ist das Buch im übrigen nur leidlich spannend. Denn hier verfolgen wir die verschiedenen Wege der Kampfteilnehmer bis zu dem Turnier und bei 16 Teilnehmern ist das keine kurze Angelegenheit. Es sind nette Häppchen, die man auch zwischendurch gut lesen kann, aber noch nicht geeignet viel Spannung aufzubauen. Erst als das Turnier beginnt wird es spannend. Man hofft für seine Sympathieträger und/oder Favoriten und weiß doch, dass vieles unglücklich enden wird und es nicht viel Hoffnung gibt. Das Turnier selbst bleibt so spannend. Und am Ende gibt es einen Gewinner ... doch kann man hier wirklich noch von einem Sieger reden? Eher nicht, auch das Ende empfand ich als bedrückend und hoffnungslos, der Welt angemessen.

Die Sprache beschreibt nicht zuviel und nicht zuwenig. Sie gibt genauso viel an Beschreibung wie man braucht um sich ein Bild / die Handlung vorstellen zu können. Dabei empfinde ich sie als sachlich und schnörkellos, was aber zu der Geschichte passt und zur Atmosphäre beiträgt.

Es ist für mich auf viele Weisen ein experimentelles und ungewöhnliches Buch. Es ist düster und lässt mich schlucken. Es ist auch überraschend. Doch irgendwie fand ich es auch gut.

Zum Schluß sei noch zu bemerken, dass ich die Platzierung der Seitennummerierungen lustig fand '- und ungewöhnlich '- so wie das Buch eben.

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Das Paradies der Schwerter beschreibt ein Turnier auf Leben und Tod, dem Sieger winkt ein wertvoller Preis. 16 Kämpfer mit Schwertern oder anderen Waffen ausgerüstet müssen in jeweils ausgelosten Paarungen gegeneinander antreten, um den Gewinner zu ermitteln.

Das Konzept mit dem Tobias O. Meißner an dieses Buch herangegangen ist, finde ich ziemlich faszinierend. Er hat sich nicht von eigenen Sympathien leiten lassen, sondern dem Zufall die Entscheidung überlassen, welcher Kämpfer jeweils eine Runde weiterkommen sollte. Wenn man das vorher weiß, zögert man natürlich selber auch damit, seine Sympathien zu verteilen, da man keine Ahnung hat, ob der eigene Lieblingsheld auch nur den ersten Kampf überstehen wird. Leider gibt es viel zu viele sympathische Kämpfer und es ist von Anfang an klar, dass es vermutlich nur einen Überlebenden geben kann.

Die Hälfte des Buches macht allerdings sowieso die Vorgeschichte aus. In jeweils einem mehr oder weniger kurzen Kapitel erfahren wir von den Beweggründen eines jeden Kämpfers, sich auf das Turnier einzulassen. Das Ganze ist sprachlich vollkommen okay, und auch wenn man durch die hohe Anzahl gleichberechtigter Hauptfiguren (16 Kämpfer, teilweise mit Anhang und der Veranstalter) nur kurze Einblicke in die einzelnen Charaktere bekommt, genügt dass völlig, um mehr als einmal zu hoffen, dass beide Kämpfer die Runde überleben mögen. Das an Rollenspiele erinnernde Konzept und die gut geschilderten Kämpfe mit den unterschiedlichsten Waffen reißen einen dabei trotzdem jedes Mal mit. Dazu kommt immer wieder ein wenig Amüsement auf, wenn einige Mitstreiter sich zwar regelkonform, aber unerwartet verhalten und das System somit unterwandern, während man dann noch den Veranstalter beobachtet, wie auch dadurch zu seiner Bestürzung die ganze Veranstaltung immer mehr den Bach hinuntergeht.

Am Ende hat man ein paar Stunden interessanter Lesezeit verbracht und außerdem noch deutlich vor Augen geführt bekommen, was für eine sinnlose Verschwendung von Leben doch diese Brot-Und-Spiele-Kämpfe sind

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Der Achte des Achten um acht Uhr ist ein ganz besonderer Moment – der Beginn eines Kampfturnieres auf Leben und Tod in der Hölzernen Arena der Befestigten Stadt, ausgetragen von sechzehn Teilnehmern.

Diese sechzehn Kämpfer der unterschiedlichsten Coleur reisen jeder auf seine Art und Weise zu diesem Turnier an; ein Weg, auf dem der Leser bereit Gelegnehit hat, die Figuren und ihre Bewerggründe, die zur Teilnahme an diesem Kampf geführt haben, näher kennenzulernen. Eine interessante Vielfalt an Charakteren ist es, die uns hier begegnen. Und ebenso unterschiedlich wie die Figuren selbst sind auch ihre Waffen und Kampftechniken, mit denen sie im Turnier antreten wollen. Vom Schwertkämpfer über den Rapierfechter, vom waffenlosen Kampfschüler über den stockbewaffneten Mönch, vom Dolchkämpfer über den Besitzer eines geheimnisvollen „Pflugs“; sie alle rechnen sich Chancen auf den Sieg aus und der Autor erzählt die Vorgeschichte eines jeden sehr ausführlich – wusste er doch selbst am Beginn noch nicht, wer letztendlich das Turnier gewinnen würde.

Die zweite Hälfte des Romans dreht sich dann ausschliesslich um das Turnier selbst, und ich muss gestehen, dass ich diesen Teil in einem Zug durchlesen musste, so spannend war das. Tobias O Meißner legte die Kampfpaarungen und –ausgänge per Würfel fest und liess so die Handlung vom Zufall bestimmen. Genauso ist es auch im Turnier; ein Losverfahren entscheidet darüber, wer mit wem kämpft, und es kommen teilweise sehr abenteuerliche Kampfpaarungen zustande.

Die Atmosphäre der Kampfarena ist ein gelungenes Szenario; das Publikums, das mit den Kämpfern mitfiebert und seine Favoriten hochleben lässt, während es die Unbeliebten auspfeift, ist ein wichtiges Element in der Geschichte und übt seine ganz eigene Macht aus. Etliche Randfiguren haben ein Schicksal, das eng mit denen der Kämpfer verknüpft ist und werden daher besonders beleuchtet.

Die Kämpfe selbst gestalten sich als grausam-bizarres Schauspiel, dessen Faszination sich aber weder die Zuschauer noch der Leser entziehen kann. Dabei versäumt es der Autor nicht, gleichzeitig auch die Sinnlosigkeit dieses Sterbens vor Augen zu führen, und ich empfand bei jedem gewonnenen Kampf gleichzeitig den Verlust einer weiteren Figur, je nach Sympathie mal mehr, mal weniger tragisch.

Kann es bei solch einem Spektakel überhaupt einen Sieger geben? Wenn überhaupt, dann sind das die Geschäftsleute, die durch das Turnier zu erklecklichen Einkünften kommen, aber selbst die Aura des Turnierveranstalters, der immer fleissig am Rechnen ist, verliert durch widrige Umstände mit der Zeit an Glanz.

Bleibt festzustellen, dass dieser Roman etwas besonderes ist, sowohl vom Inhalt her als auch vom Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat und Lust auf mehr Meißner macht.

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#1 Rezensent
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16 Kämpfer, die entweder sterben oder siegen. In der "Hölzernen Arena" wird erneut ein Turnier auf Leben und Tod veranstaltet, bei dem es nur einen Gewinner gibt. So unterschiedlich die Teilnehmer sind, so unterschiedlich sind ihre Waffen und Fähigkeiten. Junge Bauernsöhne gegen erfahrene Gladiatoren, Mörder gegen Helden, Wagemutige gegen Leichtsinnige. Alles bleibt dem Zufall überlassen, denn für die Zweikämpfe werden die jeweiligen Gegner von Organisator Gillet ausgelost. Das Schauspiel, das strengen Regeln folgt, beschreibt ein düsteres Szenario - und die Zuschauer schreien nach dem Blut der Kämpfer, wetten auf ihre Helden.

Eine "comichaft übertriebene Grausamkeit" (FAZ) konnte ich nicht feststellen, obwohl natürlich die Kämpfe mit ungeschönten Worten geschildert werden, ohne dabei trashig oder geschmacklos zu werden. Tobias O. Meißner lässt sich Zeit damit, den Turnierbeginn einzuläuten. Alle 16 Protagonisten werden mehr oder weniger ausführlich vorgestellt, ihr Lebens- oder Leidensweg angerissen und so findet der Leser seine Lieblinge, manche sind ihm egal, von anderen wiederum hofft er, dass sie schnellstmöglich im Kampf umkommen.

Die gebundene Ausgabe bietet im Gegensatz zu dem Taschenbuch noch einen interessanten Untertitel: Eine Geschichte über Kampf, Zufall und das Gegenteil von Nichts. Auch Tobias O. Meißner überließ sein Buch dem Zufall. Sieger und Verlierer wurden einzig durch ein Würfelspiel bestimmt und so nahm nur Fortuna auf den Ausgang des Turniers Einfluss. Der Autor nahm ihre Entscheidung hin und schrieb ein Buch, bei dem nichts so kommt, wie man es normalerweise erwartet. Auf wenigen Seiten erlangen die Charaktere genug Tiefe, um mit ihnen leiden zu können - was ihre Schicksale nur noch tragischer macht. Sprachlich hat es eine FAZ Rezension auf den Punkt gebracht: "Meißner hat ein triviales Muster zu einer nicht mehr überbietbaren literarischen Höhe gesteigert", und auch wenn die FAZ schreibt, dass niemand dieses Buch ohne Verstörung lesen könnte, muss ich der Zeitung recht geben.

Der Schrecken liegt in der Sinnlosigkeit der Kämpfe und der Faszination des Publikums, was "Das Paradies der Schwerter" zu einem autenthischen Roman macht, denn auch uns dürstet es immer wieder nach "Brot und Spielen" und man fragt sich, wie fern uns eine "Hölzerne Arena" wohl noch ist.

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