Tad Williams: Der Abschiedsstein

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Tad Williams: Der Abschiedsstein
Verlag
ET (D)
1993
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Stone of Farewell
ET (Original)
1990
ISBN-13
9783608938678

Informationen zum Buch

Seiten
890

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Der Wind strich über die leeren Festungsmauern und heulte wie tausend verdammte Seelen, die um Erbarmen schreien.

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Handlungsort

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Über dem einst so schönen Land Osten Ard liegt düster drohend der Schatten des untoten Elbenprinzen Ineluki, der als Sturmkönig die Herrschaft der Elben in Osten Ard erneuern und, um altes Unrecht zu rächen, die Menschheit ausrotten will. Seine Verbündete ist die Nornenkönigin Utuk'ku, die ihre Jahrtausende hinter einer Silbermaske verbirgt. Auf dem Hochhorst, einst Mittelpunkt eines blühenden Reiches, herrschen Inelukis Kreaturen: der finstere Hochkönig Elias und sein unheimlicher Ratgeber, der scharlachrote Priester Pryrates. Durch hinterhältigen Mord und offenen Krieg haben sie den größten Teil des Landes in ihre Gewalt gebracht, unterstützt von Inelukis Kriegern, den bleichen Nornen, und einem grausamen Winter, der alle anderen Jahreszeiten verdrängt hat; Inelukis Zauberkraft hat ihn hervorgebracht.

Aber noch regt sich Widerstand in Osten Ard. Prinz Josua Ohnehand, der jüngere Bruder des Hochkönigs, hat die Zerstörung seiner Festung Naglimund überlebt und ein Häuflein Getreuer um sich geschart. Zu seinen Helfern zählt auch Simon Schneelocke, ein junger Mann geheimnisvoller Herkunft. Er hat für Josua das Zauberschwert "Dorn" vom Drachenberg geholt. Auf dem Rückweg nach Süden befreit er auf dem Berg Mintahoq seine Freunde Binabik und Sludig aus der Gefangenschaft der Trolle, entgeht knapp dem Mordanschlag der dämonischen Skodi und wird schließlich von Jiriki, dem Elbenprinzen, gerettet. In der verborgenen Stadt der Sithi verwirrt Jirikis Schwester Aditu seine Sinne. Aber noch hat Simon Miriamel nicht vergessen, Elias' einzige Tochter, die als Novize verkleidet durchs Land irrt. Ihr Begleiter ist der undurchsichtige Mönch Cadrach, der nicht verhindern kann, daß die junge Prinzessin ihre Unschuld an den aalglatten Schönling Graf Aspitis verliert. An Josuas Seite wiederum kämpft die schöne, wilde Vara, ein Kind der Steppe, das für den einhändigen Prinzen Leben und Ehre aufs Spiel setzt. Sie alle führt der Weg in die uralte Festung der Sithi auf dem Abschiedsstein, einem steilen Felsberg mitten im Grasland. Von dort aus beginnt der letzte Kampf um Osten Ard.

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Simon Mondkalb, seines Zeichens wissbegieriger Küchenjunge, schlacksig und mit roten Haaren wächst auf der alten Feste Hochhorst heran. Als er schließlich von dem schrulligen Doktor Morgenes als Lehrling angenommen wird, lernt er Lesen und Schreiben und erfährt mehr über die Geschichte seines Landes und den Sithi, dem Elbenvolk, das einst im Land herrschte, bevor es von den Menschen vertrieben wurde. Als der weise König Johann Presbyter stirbt, gerät dessen ältester Sohn und Thronfolger Elias in die Fänge des dunklen Ratgebers und Zauberpriesters Pryrates. Schließlich bewegt dieser Elias dazu, seinen Bruder ins Verlies zu werfen und Simon weiß nichts besseres zu tun, als einen Rettungsversuch zu wagen. Dabei muss er auf einer waghalsigen Fluch seine Heimat verlassen - verfolgt von Pryrates Schergen.

Ich glaube, "Der Drachenbeinthron" bietet die gefürchtetsten ersten 200 Seiten der gesamten Fantasyilteratur. Immer wieder wird das Buch gleichermaßen empfohlen, wie vor besagten Seiten gewarnt. Geschildert wird pure Langeweile, als sich Simon durch die unterirdischen Fluchttunnel der Feste schlägt. Dunkelheit, Düsternis und ein bisschen Ungeziefer - viel mehr begegnet uns nicht, während wir Simon auf seiner Flucht begleiten. Doch auch ich rate: Durchhalten! Es lohnt sich. "Der Drachenbeinthron" bietet großartige Fantasy auf höchstem Niveau und hat mir persönlich sogar besser gefallen als Tolkiens "Der Herr der Ringe" (alle Tolkien-Fans mögen mir bitte verzeihen).

Tad Williams überzeugte mich mit jeder Seite, nahm mich gefangen mit seinem anspruchsvollen, aber doch nie zu überladenen Sprachstil. Die Charaktere sind vielschichtig, die Atmosphäre ist so dicht, dass man meint, neben Simon zu stehen, zu kämpfen, zu lachen und zu weinen. Auch nach der Lektüre erinnert man sich gerne an Binabik, den Troll mit seiner grauen Wölfin Qantaqa oder an Herzog Isgrimnur, den so leicht nichts erschüttern kann.

Für die Neuauflage wurde die alte Übersetzung mit etwas Feinschliff versehen. Der Klett-Cotta ist für seine herausragende Qualität in Sachen Buchausstattung bekannt und übertrifft sich hier fast - vor allem, wenn man die alten Taschenbuchausgaben daneben sieht. Diese gebundene Ausgabe hat ein Lesebändchen, einen ausführlichen Anhang zu den Personen, Orten und Völkern. Außerdem natürlich die obligatorische Karte Osten Ards. Die Übersetzung von verschiedenen Ausdrücken der Sprache des Landes runden das ganze zu einem perfekten Gesamtpaket ab.

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INHALT

Ganz Osten Ard stöhnt unter der grausamen Herrschaft des neuen Hochkönigs Elias, der sich mit dem untoten Sithi-Elbenprinzen Ineluki verbündet hat, um mit Hilfe der unheimlichen Nornen seinen Bruder und Rivalen, Prinz Josua Ohnehand, zu besiegen. Selbst die Natur scheint sich gegen die Völker Osten Ards gewendet zu haben, denn ein von Ineluki heraufbeschworener, nicht enden wollender Winter hält das ganze Land fest im Griff. Elias, dessen eigene Getreue ihn und seinen undurchsichtigen Ratgeber, den Magier Pryrates fürchten, ist im Besitz des mächtigen Schwerts "Leid" – und es scheint die einzige Hoffnung der letzten freien Menschen zu sein, die beiden Bruderschwerter Leids in ihren Besitz zu bringen, bevor Elias sie erringen kann, um ein besonderes Ritual damit durchzuführen.

Prinz Josuas Burg Naglimund wurde von den Nornen zerstört, er selbst musste mit einigen Getreuen in die Wildnis fliehen. Die Nornen und andere grausige Kreaturen sind ihnen auf den Fersen, doch sie erhalten Hilfe von der Zauberfrau Geloe, die sie zum Abschiedsstein führen will. Dieser Ort ist sowohl Nornen als auch Sithi heilig und wäre ein sicherer Zufluchtsort für die verzweifelten Menschen. Auf dem Weg dorthin müssen sie aber das Land der halbwilden Thrithinge durchqueren, und dort fallen sie dem Mark-Than Fikolmij in die Hände, der noch eine Rechnung mit Josua offen hat. Fikolmij glaubt, der Prinz habe ihm die Tochter entführt und ihn damit entehrt. Josua muss sich einem Zweikampf stellen, um sich und seine Gefährten zu retten, aber er ist durch die lange Flucht erschöpft und wurde verwundet…

Miriamel, Tochter des Königs Elias, ist währenddessen mit dem undurchsichtigen Mönch Cadrach zum Kirchenoberhaupt in Nabban unterwegs, doch auch dort geraten sie prompt in Gefahr, da Pryrates seine Hände auch nach der Macht über die Kirche ausstreckt. Herzog Isgrimnur hat sich auf den Weg gemacht, sie zu suchen, und begegnet dabei dem Wranna-Menschen Tiamak, der ein Freund des von Pryrates getöteten Gelehrten Morgenes war. Im Land der Hernystiri, das ebenfalls von Elias erobert wurde, muss Prinzessin Maegwin sich mit ihrem Volk in Höhlen vor den Feinden verstecken – und dort entdeckt sie eine uralte Stadt der Sithi.

Der junge Simon, ehemaliger Küchenjunge in der Burg Hochhorst, jetzt aber Elbenfreund und Drachenbezwinger, hat bereits das zweite Große Schwert, dessen Name "Dorn" lautet, errungen. Nun aber sitzt er in einer Gebirgssiedlung der Trolle fest, denn sein Trollfreund Binabik wurde angeklagt, sein Volk verraten zu haben. Das hat Binabik tatsächlich getan, aber nur, um Simon beizustehen – dafür soll er jetzt mit dem Leben bezahlen. Das kann Simon natürlich nicht zulassen. Unerwarteterweise stellt sich das Troll-Mädchen Sisqinanamook auf seine und Binabiks Seite, obwohl Binabik auch ihr untreu geworden ist: Die beiden waren einander versprochen, doch Binabik hat den Hochzeitstermin nicht eingehalten. Simon erhält eine Traumbotschaft Geloes und macht sich, als Binabiks Ehre endlich wiederhergestellt ist, ebenfalls auf den Weg zum Abschiedsstein. Doch auch er und seine Freunde werden verfolgt, denn die Nornenkönigin Utuk’ku ist auf Simon aufmerksam geworden und hat den Jäger Ingen Jegger auf seine Spur gesetzt…

KRINGELS MEINUNG

Auch der zweite Band des Osten-Ard-Zyklus ist durchaus unterhaltsam, teilweise sogar spannend. Als Fantasy-Fan wird man gut bedient, da praktisch jedes gängige Klischee vorkommt – von den abgeklärten, weltentrückten Elben über den superfiesen Magier Pryrates und die Zweikämpfe bei den halbwilden Thrithings-Clan bis hin zu weisen Frauen, verrückten Hexen, blutrünstigen Riesen, ghoulartigen Bukken und so weiter. Damit wären wir auch schon wieder beim Hauptkritikpunkt, den ich bereits zum ersten Band angeführt habe: Tad Williams bedient sich hemmungslos bei anderen Fantasy-Werken, vor allem beim Herrn der Ringe. Viele Charaktere, Orte und Situationen entsprechen fast genau ihren offensichtlichen Vorbildern aus Tolkiens unerreichtem Roman. Williams gibt ihnen andere Namen, wandelt sie leicht ab oder lässt sie in anderen Konstellationen aufeinander treffen – aber im Grunde erkennt man alles viel zu deutlich wieder. Manche Dialogzeilen kommen mir so vor, als seinen sie ganz einfach abgeschrieben worden. Diese allzu deutlichen Ähnlichkeiten (auch zu diversen Mythologien und Religionen) entwerten die eigentlich sehr schön ausgearbeitete Beschreibung der Welt Osten Ard und die zweifellos vielen eigenen Ideen des Autors leider sehr. Man hat einfach zu oft das Gefühl, dass Osten Ard nicht der eigenen Phantasie von Tad Williams entstammt, sondern quasi aus fremden Baukästen zusammengesetzt wurde.

Trotzdem ist der Roman wie gesagt nicht im Mindesten langweilig – mich stören noch nicht einmal die teilweise sehr weitschweifigen Schilderungen von Land und Leuten (gerade das macht epische Fantasy in meinen Augen erst interessant). Man muss aber sagen, dass die Spannung nur deshalb aufrechterhalten wird, weil die Handlung in viele verschiedene parallel verlaufende Stränge aufgesplittet wurde. Es passiert nämlich nicht wirklich viel auf diesen mehr als 800 Seiten. Alle "Guten" sind mehr oder weniger nur unterwegs zum Abschiedsstein, während die "Bösen" ihre nicht ganz nachvollziehbaren Pläne schmieden. Man begreift immer noch nicht, warum Elias es für nötig gehalten hat, einen schrecklichen Pakt mit den Nornen einzugehen, der ihn mehr gekostet zu haben scheint, als er gewinnen konnte. Schließlich war er doch sowieso schon der Hochkönig – was wollte er mehr? Trotzdem sind die wenigen Episoden, die sich um Elias, Pryrates und Konsorten drehen, die interessantesten und eindringlichsten des ganzen Romans. Vielleicht hofft Elias ja, Ineluki könne ihm die verlorene Frau aus dem Totenreich zurückbringen?

Simon hat viel von seinem Nerv-Potential verloren, allmählich scheint er erwachsen zu werden. Dennoch stolpert er von einem Missgeschick ins nächste und reagiert nur, statt zu agieren. Man kann sich nicht so recht mit ihm identifizieren, denn er verhält sich mehr als einmal immer noch wie ein verstocktes Kind, das man mal ordentlich übers Knie legen möchte. Aber allein die Tatsache, dass man derartige Gefühle für eine fiktive Figur entwickelt, zeigt ja eigentlich schon, dass Tad Williams es geschafft hat, ihr "echtes" Leben einzuhauchen. Das gilt auch für alle anderen Haupt- und Nebenpersonen des Romans. Lustigerweise wachsen mir manche Nebenpersonen mehr ans Herz als der "Held" Simon. Manche Figuren wirken zwar ein bisschen austauschbar, aber alle haben ihre eigenen Charakterzüge, Gefühle, Gedanken und Ziele. Jedenfalls kann man auch im zweiten Band des Zyklus wieder gut in die Geschichte "eintauchen" und wird von ihr so in den Bann gezogen, dass man gar nicht aufhören möchte: "Nur noch das eine Kapitel… okay, das nächste auch noch… hm, jetzt kann ich auch gleich die ganze Nacht durch lesen…"

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Im ersten Band des Buches wird beschrieben wie Simon der Kuechenjunge nach schrecklichen Ereignissen vom Hochhorst fliehen muss und nach Naglimund zum Bruder des Koenigs Josua geht. Auf seinem Weg muss er schreckliche gefahren durchstehen und trifft auf den Troll Binabik mit seiner Woelfin Quantaqa und die beiden machen sich gemeinsam auf den Weg und werden sehr gute Freunde. Auf der Burg des Prinzen angekommen stellt sich heraus das der Koenig mit dem Sturmkoenig einer Uralten und grausamen Kreatur im Bunde steht und die beiden nur durch drei legendaere Schwerter aufzuhalten sind. Also macht sich Simon mit Binabik auf den Weg in die kalten Berge. Auf ihrem Weg werden sie von Ingen Jegger dem Jaeger dewr Koenigin angegriffen und von Jiriki und den Sithi gerettet. Gemeinsam suchen sie weiter nach dem Schwert, welches sie in einer Hoehle finden. Durch einen Kampf mit den Heschern des Sturmkoenigs wird der Schneedrache geweckt, er stuerzt sich auf Simon und dieser kann sich nur durch einen Hieb mit der grossen Klinge Dorn retten wird aber durch das Drachenblut gezeichnet und erhaelt den Namen Simon Schneelocke von Jiriki.

Ich fand den ersten Band der Osten Ard Saga sehr spannend. Ich denke er darf in keinem Buecherregal fehlen, weil dieses Buch einfach wunderbar klassische Fantasy ist. Die Welt wird von Williams einfach wunderbar beschrieben und auch die Gedanken und Aengste der Figuren. Simon ist kein strahlender Held, er ist in etwas reingeraten was er selber nicht versteht, er ist so wunderbar normal (fuer ein Fantasybuch).

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Mein Endruck von Tad Williams´ Osten-Ard-Zyklus will sich nicht vollständig in die Reihen der mehrheitlich doch über alle Maßen positiven Rezensionen gesellen (siehe bspw. „Kritiken“ auf Amazon.de), nicht, weil mir die Geschichten um Seoman Schneelocke, den Hauptprotagonisten, nicht gefallen hätten (davon kann wirklich keine Rede sein), sondern weil trotz aller Pluspunkte der eine oder andere Fehlgriff von Williams nicht ungenannt bleiben sollte.

Williams macht bisweilen den Fehler, den an und für sich sehr greifbaren und realistischen Charakteren einen Hauch allzu „tatsächlicher Realität“ verleihen zu wollen – so möchte ich in meinem Leben nie wieder die Wörter „Mondkalb“ und „Küchenjunge“ (beides sind Attribute von Simon/Seoman) hören, die ständige Bezugnahme auf die Schwächen des Helden macht ihn zwar menschlicher, ist jedoch in ihrer Übertreibung (das gilt selbstverständlich nur für einige Passagen) beinahe schon lächerlich und an die Satire grenzend (was nun ja wirklich nicht bezweckt war – eine unfreiwillige Komik also, die den Leser stellenweise auch zur Weißglut treiben kann). So stolpert Simon zaudernd, flennend, blutend und stets am Ende seiner Kräfte von einer Misere in die nächste – wenn man zu allem Überfluss alle vier Bände in Folge liest, sprich sich keine Abwechslung gönnt, stößt dieser Umstand besonders bitter auf... Gegenüber dem Charakter Maegwin entwickelte ich bisweilen sogar Aggressionen – unglaubwürdiger und fadenscheiniger konnte Williams diese Figur wohl kaum gestalten: erneut beging er den Fehler, den grundsätzlich begrüßenswerten, realistischen Ansatz in ein Extremum zu treiben, das den Leser im Laufe der Lektüre irgendwann den Kopf schütteln und laut aufstöhnen lässt - kurz: manchmal verkommt das Buch zu einer Seifenoper billigster Machart.

Den oftmals angestellten Vergleich mit Tolkien und dem Herrn der Ringe (das Silmarillion ist ohnehin ein anderes Genre) kann Osten-Ard meines Erachtens nicht bestehen – die Qualität der Sprache (ich spreche von der Übersetzung ins Deutsche HdR: Margaret Carroux / Osten-Ard: V.C. Harksen) ist bei Tolkien eine vollkommen andere: anspruchsvoller, in einer gewissen Hinsicht weltfremder, dem Epos entsprechender. Allerdings war Williams´ Priorität, der Anspruch, den er an sein Buch stellte, zweifelsohne ein anderer, als jener von Tolkien: wo Josua ein sorgengeplagter Querulant war (...um es übertrieben zu formulieren), war Aragorn beinahe ein Übermensch, Frodo und Simon, Maegwin/Miriamel und Eolair/Simon, Isegrimnur und Gimli, immer dasselbe Schema... ich will die Bücher von Osten-Ard nicht als Strandlektüre abtun – das sind sie zweifelsohne nicht! Aber die Bezeichnung „Literatur“ gebührt dem HdR zweifelsohne in einem höheren Maße.

Und schließlich das „große Finale“ – „der Engelsturm“: ohne das Wesentliche vorwegzunehmen, möchte ich dennoch die übertriebene „Effekthascherei“ der letzten hundert Seiten nicht unerwähnt lassen. Auch konnte mich letztlich die Auflösung der Geschehnisse um Ineluki, die Nornenkönigin und natürlich Simons eigene Person nicht gänzlich überzeugen – vielem haftete ein etwas konstruierter Charakter an, was allerdings bei der Fülle an Charakteren und Verhältnissen, politischen sowie persönlichen, auch nicht weiters verwunderlich, und somit entschuldbar ist...

Um aus diesen Kritikpunkten eventuell resultierenden Mißverständnissen vorzubeugen, sei gesagt, dass dennoch alle vier Bücher des Osten-Ard-Zyklus gleichermaßen zu empfehlen sind; die Schwachstellen werden durch die Stärken der Erzählung mehr als ausgeglichen und letztlich stellt man die Bücher mit einem guten Gefühl zurück ins Regal – und das ist die Hauptsache. Wer also epische Fantasy zu schätzen weiß, gegen die eine oder andere Länge nichts einzuwenden hat, bzw. die nötige Konsequenz aufbringt, das Buch wegen einer u.U. redundanten Passage ad acta zu legen und schließlich, wer die nötige Zeit aufzubringen in der Lage ist – dem kann ich die Osten-Ard-Saga nur wärmstens empfehlen.

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Otherland von Tad Williams gehörte zu meinen Hits im Jahre 2005 und nun hab ich die komplette Osten Ard Saga vor mir liegen, Teil 1 und Teil 2 durch, 3 und 4 folgen in Kürze. Die Welt von Williams ist interessant aufgebaut aber ich finde nicht, daß er bei Tolkien kopiert hat. Williams hat Respekt vor Tolkien und hat mit Ihm eine Gemeinsamkeit: Beides sind Kopien der realen Welt.

Tolkien wollte die Welt vor unserem Zeitalter beschreiben, Williams geht gar nicht auf uns reale Menschen ein, sondern kopiert Elemente der realen Welt, wie z.B. die ollen Wikinger die als die Rimmersmänner in Osten Ard wiederzufinden sind. Sein Erzählstil ist mitunter ein bischen ermüdend, manche Seiten überfliege ich querlesend. Er hätte das Buch auch locker auf 2000 Seiten schreiben können, aber er schreibt halt gerne. Ich würde das Buch jedem empfehlen der gerne Fantasy liest und der mal was anderes als den ach so ehrwürdigen Tolkien auf dem Teller haben will.

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Das Buch führt die durchaus faszinierende Geschichte des Ersten Teils weiter. Dabei muß man den Zyklus insgesamt als vertane Chance bezeichnen. Tad Williams ist entweder talentfrei oder schlampig. Die Handlung ist nicht stimmig. Immer wieder treten Ungereimtheiten auf. Der Erzählstil ist öde. Man muß sich immer wieder zwingen weiter zu lesen, will am doch wissen, wie es weitergeht. Harksen gibt dem Buch den Rest. Es kommt sowieso nicht oft vor, daß ein Buch von jemandem übersetzt wird, dem man nicht einen Deutschkurs empfehlen möchte. Harksens Deutsch liegt noch weiter unter diesem schon erbärmlichen Durchschnitt. Der Vergleich mit Tolkien ist einzig als Marketingidee verständlich. Nicht einmal Wolfgang Krege ist so schlecht.

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