Tad Williams: Der Engelsturm

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Tad Williams: Der Engelsturm
ET (D)
1996
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
To Green Angel Tower
ET (Original)
1993
ISBN-13
9783608938692

Informationen zum Buch

Seiten
889

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Die baumlose Öde des Hoch-Thrithings erschien Tiamak bedrückend.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Simon, der mit Prinzessin Miriamel, seiner großen Liebe, heimlich den Stein des Abschieds verlassen hat, will für Prinz Josua die beiden letzten Großen Schwerter gewinnen, Hellnagel, das in König Johans Grab liegen soll, und Leid, das an Elias' Gürtel hängt. Miriamel sucht das Gespräch mit ihrem Vater. Sie glaubt jetzt zu wissen, daß ihn nur blinde Liebe zu seiner verstorbenen Gemahlin, ihrer Mutter, zum Pakt mit dem Sturmkönig getrieben hat, und will versuchen, ihn auf den Boden der Vernunft zurückzuführen. Aber als die beiden den Hochhorst erreichen, ist das Grab leer. Wieder gerät Simon in das entsetzliche Labyrinth, das tief in der Erde unter dem Engelsturm liegt. Dort tauchen auch der verschollene Mönch Cadrach und die Unterirdischen wieder auf. Vor den Toren der Feste erscheint endlich Josuas Heer. Zusammen mit Binabik dringt auch Miriamel in die grausigen Gänge ein. Oben im Turm kommt es zur Konfrontation zwischen Elias, Pryrates dem Priester, Simon und Miriamel.

Es erweist sich, daß weder Elias noch König Johan noch Josua noch der alte Ritter Camaris das sind, was sie zu sein scheinen, und selbst hinter Simon steckt ein Geheimnis, von dem er nichts wußte. Auch die Rolle der drei Großen Schwerter, die nun endlich zusammenkommen, wie es der wahnsinnige Priester Nisses vor 500 Jahren geweissagt hat, ist eine ganz andere, als vermutet.

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Simon Mondkalb, seines Zeichens wissbegieriger Küchenjunge, schlacksig und mit roten Haaren wächst auf der alten Feste Hochhorst heran. Als er schließlich von dem schrulligen Doktor Morgenes als Lehrling angenommen wird, lernt er Lesen und Schreiben und erfährt mehr über die Geschichte seines Landes und den Sithi, dem Elbenvolk, das einst im Land herrschte, bevor es von den Menschen vertrieben wurde. Als der weise König Johann Presbyter stirbt, gerät dessen ältester Sohn und Thronfolger Elias in die Fänge des dunklen Ratgebers und Zauberpriesters Pryrates. Schließlich bewegt dieser Elias dazu, seinen Bruder ins Verlies zu werfen und Simon weiß nichts besseres zu tun, als einen Rettungsversuch zu wagen. Dabei muss er auf einer waghalsigen Fluch seine Heimat verlassen - verfolgt von Pryrates Schergen.

Ich glaube, "Der Drachenbeinthron" bietet die gefürchtetsten ersten 200 Seiten der gesamten Fantasyilteratur. Immer wieder wird das Buch gleichermaßen empfohlen, wie vor besagten Seiten gewarnt. Geschildert wird pure Langeweile, als sich Simon durch die unterirdischen Fluchttunnel der Feste schlägt. Dunkelheit, Düsternis und ein bisschen Ungeziefer - viel mehr begegnet uns nicht, während wir Simon auf seiner Flucht begleiten. Doch auch ich rate: Durchhalten! Es lohnt sich. "Der Drachenbeinthron" bietet großartige Fantasy auf höchstem Niveau und hat mir persönlich sogar besser gefallen als Tolkiens "Der Herr der Ringe" (alle Tolkien-Fans mögen mir bitte verzeihen).

Tad Williams überzeugte mich mit jeder Seite, nahm mich gefangen mit seinem anspruchsvollen, aber doch nie zu überladenen Sprachstil. Die Charaktere sind vielschichtig, die Atmosphäre ist so dicht, dass man meint, neben Simon zu stehen, zu kämpfen, zu lachen und zu weinen. Auch nach der Lektüre erinnert man sich gerne an Binabik, den Troll mit seiner grauen Wölfin Qantaqa oder an Herzog Isgrimnur, den so leicht nichts erschüttern kann.

Für die Neuauflage wurde die alte Übersetzung mit etwas Feinschliff versehen. Der Klett-Cotta ist für seine herausragende Qualität in Sachen Buchausstattung bekannt und übertrifft sich hier fast - vor allem, wenn man die alten Taschenbuchausgaben daneben sieht. Diese gebundene Ausgabe hat ein Lesebändchen, einen ausführlichen Anhang zu den Personen, Orten und Völkern. Außerdem natürlich die obligatorische Karte Osten Ards. Die Übersetzung von verschiedenen Ausdrücken der Sprache des Landes runden das ganze zu einem perfekten Gesamtpaket ab.

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Im ersten Band des Buches wird beschrieben wie Simon der Kuechenjunge nach schrecklichen Ereignissen vom Hochhorst fliehen muss und nach Naglimund zum Bruder des Koenigs Josua geht. Auf seinem Weg muss er schreckliche gefahren durchstehen und trifft auf den Troll Binabik mit seiner Woelfin Quantaqa und die beiden machen sich gemeinsam auf den Weg und werden sehr gute Freunde. Auf der Burg des Prinzen angekommen stellt sich heraus das der Koenig mit dem Sturmkoenig einer Uralten und grausamen Kreatur im Bunde steht und die beiden nur durch drei legendaere Schwerter aufzuhalten sind. Also macht sich Simon mit Binabik auf den Weg in die kalten Berge. Auf ihrem Weg werden sie von Ingen Jegger dem Jaeger dewr Koenigin angegriffen und von Jiriki und den Sithi gerettet. Gemeinsam suchen sie weiter nach dem Schwert, welches sie in einer Hoehle finden. Durch einen Kampf mit den Heschern des Sturmkoenigs wird der Schneedrache geweckt, er stuerzt sich auf Simon und dieser kann sich nur durch einen Hieb mit der grossen Klinge Dorn retten wird aber durch das Drachenblut gezeichnet und erhaelt den Namen Simon Schneelocke von Jiriki.

Ich fand den ersten Band der Osten Ard Saga sehr spannend. Ich denke er darf in keinem Buecherregal fehlen, weil dieses Buch einfach wunderbar klassische Fantasy ist. Die Welt wird von Williams einfach wunderbar beschrieben und auch die Gedanken und Aengste der Figuren. Simon ist kein strahlender Held, er ist in etwas reingeraten was er selber nicht versteht, er ist so wunderbar normal (fuer ein Fantasybuch).

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Nachdem ich alle 4 Bücher gelesen hab, kann ich nur sagen: Bitte Tad, schreib eine Fortsetzung nach "Der Engelsturm". Natürlich ist es offentsichtlich, das die Osten-Saga mit dem letzten Buch abgeschlossen wurde. Aber wenn man alle Bücher(insbesondere das letzte Buch, wo der Finale Abschluss kommt) gelesen hat, fällt es einem schwer das Buch zurück in das Regal zu stellen (so ergeht es jedensfalls mir). Tad hat mit der Osten Art Saga, eine Geschichte erzählt die weit mehr noch "Tolkiens Herr der Ringe Saga" übertrifft. Er lässt einfach Charaktere mitten in der Geschichte sterben, die den Leser meistens von 1 bis zum 4 Buch begleitet haben. Er beschreibt die Landschaften, Figuren, Geschichte.... so deutlich und klar, dass man sich ein klares Bild über sie verschaffen kann. Und was mich persönlich am meisten beeindruckt ist, dass er es geschafft eine Liebesbeziehung zwischen Simon und Miriamel aufzubauen. Man merkt förmlich das diese Liebe sich entwickelt, und möchte dann nur noch das die beiden zueinander finden. Und das alles in einer so wunderbaren Geschichte einzubauen, die an sovielen! verschiedenen Orten stattfindet, die mit sovielen Geheimissen und Fragen (die meisten werden erst ist in dem letzten Buch beantwortet) verbunden ist ist bemerkenswert. Und das was am aller tollsten ist: Du darfst dich nach dem Ende des finalen Kampfes, noch über 50 Seiten mit den Charakteren entspannen.


"Der Engelsturm" ist ein perfektes Fantsay Buch, genauso wie seine Vorgänger. Wer viele Abenteuer an verschiedenen Orten erleben will, der gegen Drachen, Ritter, Gräber und vieles mehr kämpfen will. Und der noch neben bei eine Liebsgeschichte haben will. Für den ist die Osten-Art genau das richtige. Tad Williams hat mich mit dieser Saga sehr begeistert. Und ich ich könnte fast weinen, weil es keine Fortsezung gibt. FAZIT: Wer die 3 Vorgänger gelesen hat, MUSS dieses Buch nun lesen.

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Mein Endruck von Tad Williams´ Osten-Ard-Zyklus will sich nicht vollständig in die Reihen der mehrheitlich doch über alle Maßen positiven Rezensionen gesellen (siehe bspw. „Kritiken“ auf Amazon.de), nicht, weil mir die Geschichten um Seoman Schneelocke, den Hauptprotagonisten, nicht gefallen hätten (davon kann wirklich keine Rede sein), sondern weil trotz aller Pluspunkte der eine oder andere Fehlgriff von Williams nicht ungenannt bleiben sollte.

Williams macht bisweilen den Fehler, den an und für sich sehr greifbaren und realistischen Charakteren einen Hauch allzu „tatsächlicher Realität“ verleihen zu wollen – so möchte ich in meinem Leben nie wieder die Wörter „Mondkalb“ und „Küchenjunge“ (beides sind Attribute von Simon/Seoman) hören, die ständige Bezugnahme auf die Schwächen des Helden macht ihn zwar menschlicher, ist jedoch in ihrer Übertreibung (das gilt selbstverständlich nur für einige Passagen) beinahe schon lächerlich und an die Satire grenzend (was nun ja wirklich nicht bezweckt war – eine unfreiwillige Komik also, die den Leser stellenweise auch zur Weißglut treiben kann). So stolpert Simon zaudernd, flennend, blutend und stets am Ende seiner Kräfte von einer Misere in die nächste – wenn man zu allem Überfluss alle vier Bände in Folge liest, sprich sich keine Abwechslung gönnt, stößt dieser Umstand besonders bitter auf... Gegenüber dem Charakter Maegwin entwickelte ich bisweilen sogar Aggressionen – unglaubwürdiger und fadenscheiniger konnte Williams diese Figur wohl kaum gestalten: erneut beging er den Fehler, den grundsätzlich begrüßenswerten, realistischen Ansatz in ein Extremum zu treiben, das den Leser im Laufe der Lektüre irgendwann den Kopf schütteln und laut aufstöhnen lässt - kurz: manchmal verkommt das Buch zu einer Seifenoper billigster Machart.

Den oftmals angestellten Vergleich mit Tolkien und dem Herrn der Ringe (das Silmarillion ist ohnehin ein anderes Genre) kann Osten-Ard meines Erachtens nicht bestehen – die Qualität der Sprache (ich spreche von der Übersetzung ins Deutsche HdR: Margaret Carroux / Osten-Ard: V.C. Harksen) ist bei Tolkien eine vollkommen andere: anspruchsvoller, in einer gewissen Hinsicht weltfremder, dem Epos entsprechender. Allerdings war Williams´ Priorität, der Anspruch, den er an sein Buch stellte, zweifelsohne ein anderer, als jener von Tolkien: wo Josua ein sorgengeplagter Querulant war (...um es übertrieben zu formulieren), war Aragorn beinahe ein Übermensch, Frodo und Simon, Maegwin/Miriamel und Eolair/Simon, Isegrimnur und Gimli, immer dasselbe Schema... ich will die Bücher von Osten-Ard nicht als Strandlektüre abtun – das sind sie zweifelsohne nicht! Aber die Bezeichnung „Literatur“ gebührt dem HdR zweifelsohne in einem höheren Maße.

Und schließlich das „große Finale“ – „der Engelsturm“: ohne das Wesentliche vorwegzunehmen, möchte ich dennoch die übertriebene „Effekthascherei“ der letzten hundert Seiten nicht unerwähnt lassen. Auch konnte mich letztlich die Auflösung der Geschehnisse um Ineluki, die Nornenkönigin und natürlich Simons eigene Person nicht gänzlich überzeugen – vielem haftete ein etwas konstruierter Charakter an, was allerdings bei der Fülle an Charakteren und Verhältnissen, politischen sowie persönlichen, auch nicht weiters verwunderlich, und somit entschuldbar ist...

Um aus diesen Kritikpunkten eventuell resultierenden Mißverständnissen vorzubeugen, sei gesagt, dass dennoch alle vier Bücher des Osten-Ard-Zyklus gleichermaßen zu empfehlen sind; die Schwachstellen werden durch die Stärken der Erzählung mehr als ausgeglichen und letztlich stellt man die Bücher mit einem guten Gefühl zurück ins Regal – und das ist die Hauptsache. Wer also epische Fantasy zu schätzen weiß, gegen die eine oder andere Länge nichts einzuwenden hat, bzw. die nötige Konsequenz aufbringt, das Buch wegen einer u.U. redundanten Passage ad acta zu legen und schließlich, wer die nötige Zeit aufzubringen in der Lage ist – dem kann ich die Osten-Ard-Saga nur wärmstens empfehlen.

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INHALT

Simon und Prinzessin Miriamel haben Josuas Lager heimlich verlassen, um das Schwert Hellnagel zu gewinnen. Denn Hellnagel ist mit Minneyar identisch, dem dritten Großen Schwert, das in König Johans Grab versteckt sein soll und mit dessen Hilfe der Sturmkönig besiegt werden soll. Miriamel allerdings will versuchen, mit ihrem Vater, dem wahnsinnigen König Elias, zu sprechen. Sie glaubt erkannt zu haben, dass er sich nur deshalb von Pryrates und dem Sturmkönig hat umgarnen lassen, um mit ihrer Hilfe seine tote Frau wiederzugewinnen. Der Troll Binabik ist den beiden mit seiner Wölfin gefolgt und tatsächlich erreichen sie die Begräbnisstätte in der Nähe des Hochhorsts völlig unbehelligt. Unterwegs kommen sie sich zwar näher, aber ihre Beziehung ist und bleibt zunächst einmal hoch kompliziert. Als sie in Johans Grabhügel hinabsteigen, müssen sie mit Entsetzen feststellen, dass das Schwert verschwunden ist. Bevor sie sich noch Gedanken darüber machen können, ob es vielleicht schon längst in die Hände ihrer Feinde gefallen ist, rutscht Simon nach einem Angriff der unheimlichen Bukken in die Tiefe und muss sich allein in den lichtlosen Katakomben unter dem Hochhorst zurechtfinden. Während Binabik und Miriamel den Unterirdischen begegnen – einem Zweigvolk der Sithi – hat Simon eine weit weniger angenehme Begegnung mit einem alten Bekannten…

Nach der Befreiung von Hernystir machen die Sithi und ein kleiner, von Graf Eolair angeführter Trupp menschlicher Krieger sich auf den Weg zur von Nornen besetzten Burg Naglimund. Nach heftigem Kampf fällt die Burg zwar, doch etwas verbirgt sich in ihrem Inneren, das den Angreifern beharrlich widersteht. Mit Maegwin, die den Trupp begleitet hat, geht nach der Schlacht eine beunruhigende Veränderung vor. Sie scheint sich rettungslos auf der so genannten Straße der Träume verirrt zu haben, die auch Simon immer wieder in ihren Bann zieht. Die Sithi müssen weiterziehen. Sie schließen sich Josuas Kämpfern an, die bereits dabei sind, das Reich Nabban für sich zu gewinnen. Ein Mordanschlag der Nornen auf Camaris ist fehlgeschlagen und nun kehrt der alte Ritter zum Land seiner Ahnen zurück, dessen rechtmäßiger Herrscher er ist. Die Krieger folgen ihm begeistert – nichts scheint dem gewaltigen Ritter und dessen Schwert Dorn widerstehen zu können. Doch Herzog Benigaris von Nabban, der seinen eigenen Vater ermordet hat, um die Macht über das Land zu gewinnen, stellt sich Camaris entgegen.

Die vereinigten Heere der freien Menschen planen den Weitermarsch zum Hochhorst. Dort arbeitet Pryrates an seinen geheimnisvollen Ränken, während Elias unter dem unheilvollen Einfluss des Schwerts Leid immer mehr in geistige Umnachtung fällt und sich in etwas verwandelt, das nicht mehr ganz menschlich ist. Keiner der großen Heerführer der Menschen ahnt, welche Absichten die Nornenkönigin Utuk’ku und der Sturmkönig Ineluki wirklich verfolgen und welche Rollen die Großen Schwerter – und nicht zuletzt Simon – in diesen Plänen zu spielen haben…

KRINGELS MEINUNG

Der vierte und letzte Band des Osten Ard – Zyklus führt alle Handlungsstränge zu einem furiosen Finale zusammen und beantwortet (was ich nicht geglaubt hätte) alle wichtigen offenen Fragen. Das ist schon mal ein sehr großer Pluspunkt, der den ganzen Zyklus rückschauend betrachtet nochmals aufwertet. Die Tatsache, dass ich es schade fand, das Buch nach der letzten Seite zuklappen zu müssen, ist der zweite große Pluspunkt. Es beweist nämlich, dass die Lektüre keine »Pflichterfüllung« war, sondern ein Genuss. Wenn ein Autor es schafft, die fiktiven Figuren eines Romans so zum Leben zu erwecken, dass man sich entweder über ihr Hinscheiden im Roman grämt oder traurig ist, nach dem Ende der Geschichte quasi Abschied von ihnen nehmen zu müssen, dann hat er alles richtig gemacht. Und das ist beim Osten Ard – Zyklus trotz aller Kritikpunkte (die ich schon früher zur Genüge ausgeführt habe und die im Verlauf des Zyklus immer mehr in den Hintergrund getreten sind) definitiv der Fall.

Dabei fängt Band 4 ein klein bisschen zäh an und schlägt beim großen Showdown etwas zu sehr über die Stränge. Das Beziehungsgerangel zwischen Simon und Miriamel zieht sich etwas zu sehr in die Länge – irgendwann hätte ich dem Autor am liebsten zugerufen, dass ich durchaus verstanden habe, was er mir sagen will… Diese Stellen hatten fast den Charakter einer TV-Soap (heutzutage nennt man diese Machwerke, glaube ich, »Telenovela«) und wären nicht nötig gewesen. Dann das große Finale. Einige tausend Seiten lang ist man dem Autor in eine Welt gefolgt, in der Magie zwar sozusagen funktioniert, aber fast nie angewendet wird. Zauberei und dergleichen spielen jedenfalls im gesamten Zyklus nur untergeordnete Rollen. Dann wird plötzlich auf 150 Seiten ein Feuerwerk an magischen Kinkerlitzchen abgebrannt, das bei einer potentiellen Verfilmung wahrscheinlich zu einer Orgie computergenerierter Spezialeffekte mutieren würde. Das wirkt dann doch etwas zu dick aufgetragen. Immerhin muss man zugestehen, dass Williams nicht nach dem altbewährten Klischee eines heldenhaften Retters greift, der am Ende alles ins Lot bringt – soviel kann ich wohl verraten, ohne euch den Spaß an der Auflösung zu verderben. Und dass man diese 150 Seiten geradezu gierig verschlingt, ohne das Buch auch nur für eine halbe Minute beiseite legen zu können, dürfte klar sein! Nach dem Finale ist aber noch nicht alles zu Ende. In ziemlich gedrängter Form werden Leute wie ich, die Happy Endings mögen, zufrieden gestellt (auch hier verrate ich hoffentlich nicht zuviel). Selbst eine Nebenfigur wie Rachel der Drache kommt dabei zu ihrem Recht…

Insgesamt kann ich den Osten Ard – Zyklus jedem Fantasyfreund wärmstens ans Herz legen. Seht über die allzu offensichtlichen Parallelen zu anderen Werken der Fantasy und über die vielen Anleihen an historische Ereignisse usw. der realen Welt großzügig hinweg. Verzeiht der einen oder anderen Hauptperson ihre manchmal allzu plakativen Charakterzüge (Simon Mondkalb vor allem). Und macht euch darauf gefasst, dass Tad Williams eine sehr weitschweifige, epische Erzählweise verwendet, die euch stellenweise, wenn ihr ungeduldige Naturen seid, möglicherweise langweilen wird. Ihr werdet hinterher aber bestimmt feststellen, dass ihr euch wünscht, der Zyklus möge noch endlos weitergehen…

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