James A. Sullivan: Der letzte Steinmagier

James A. Sullivan: Der letzte Steinmagier

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James A. Sullivan: Der letzte Steinmagier
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783899414288

Informationen zum Buch

Seiten
678

Sonstiges

Erster Satz
"Das hast du gut gemacht, Leyuun."

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Chaos herrscht im Kaiserreich, nachdem in der Schlacht von Wuchao alle Steinmagier ums Leben gekommen sind. Alle, bis auf einen: Wurishi Yu, der von seinem Meister absichtlich zurückgelassen worden ist, um als letzter die Tradition und die Magie seiner Zunft zu bewahren. Und um eine Schuld zu begleichen. Denn einst wurde die Kaiserin von einem abtrünnigen Steinmagier in eine Statue verwandelt und nur ihre Erlösung kann die Finsternis, die seitdem über das Reich hereingebrochen ist, vertreiben. Mit dem Erbe seines Meisters, einer kostbaren Schriftrolle, macht sich Yu an die schier unlösbare Aufgabe, wird aber schon bald von dem machthungrigen Fürsten Dayku Quan verfolgt, der sich in den Besitz des Geheimnisses der ewigen Jugend bringen will. Doch dann erhält Yu unerwartet Hilfe.

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Wenn ich auch anfangs wegen des Prologs etwas gestutzt habe, der das Ende zwar nicht vorweg nimmt, aber doch andeutet, bin ich trotzdem nach kürzester Zeit ganz gut in die Geschichte hineingekommen. Von Anfang an hat mich der Schauplatz eines fiktiven Chinas begeistert, der eine sehr eigentümliche und exotische Atmosphäre mit sich brachte. Vor allem die Armee der Steinkrieger, deren reales Vorbild die weltbekannte chinesische Terrakotta-Armee ist, hat es mir angetan. Aber auch die Städte und Bauwerke konnten ein sehr lebendiges Bild dieser Fantasy-Welt vermitteln.

Vor diesem Hintergrund befindet sich ein Häuflein von Figuren, die sich wie zufällig finden, nach und nach aber zu einer starken Gemeinschaft zusammenwachsen. Diese Entwicklung hat mir sehr gut gefallen und ich fand es aber auch schön, dass die Einzelschicksale der Gefährten ausführlich beleuchtet wurden. Die Hauptfigur Yu, der letzte der Steinmagier, wird sehr behutsam vom jungen, unwissenden Meisterschüler zum Hoffnungsträger herangezogen, der eine schwere Aufgabe vor sich hat und auf keinen Fall scheitern darf.

Trotz dieser schweren Mission kommt die Handlung mit einer gewissen Leichtigkeit voran; die Geschichte wird niemals so düster, wie man es angesichts der Umstände meinen könnte. Das hat mir ausnehmend gut gefallen, denn Tragik und Hoffnungslosigkeit gehören standardmäßig zu den meisten Fantasy-Romanen, zumindest streckenweise. Selbst am Ende, als man um eine der Hauptfiguren bangen muss, hat mich nie die Hoffnung auf ein gutes Ende verlassen, dafür sorgt schon die immer wieder aufblitzende humorvolle Note. Auch die zart angedeutete Liebesgeschichte, die sich durch den ganzen Roman zieht, passte für meinen Geschmack gut dazu.

Ein besonderes Lob verdient das ausgefeilte Magie-Konzept, das durch den ganzen Roman durch konsequent verfolgt wird und mit vielen phantasiereichen Facetten und Varianten ausgeschmückt ist. Die Steinmagie wurde dadurch für mich fast zu etwas Greifbaren, zu einer festen Größe, die man sich aufgrund ihrer Gesetzmäßigkeiten fast ausrechnen konnte. Die Beschreibung ihrer Auswirkungen hat nichts Willkürliches, schon eher etwas Wissenschaftliches an sich.

Die Handlung läuft nicht streng auf ein vorgezeichnetes Ende zu, sondern gibt dem Leser Gelegenheit, sich mit der einen oder anderen Figur in einen abwechslungsreichen Seitenstrang zu begeben, ohne jedoch dabei den roten Faden zu verlieren. Außerdem habe ich es als sehr positiv empfunden, dass es nach dem großen "Showdown" noch ein wenig weitergeht und der Leser erfährt, wie es den Figuren weiterhin ergangen ist. Das gilt jedoch nur für die unmittelbare Zukunft - bis zum Epilog klafft ein riesengroßes Zeitloch, das geradezu danach schreit, mit Leben erfüllt zu werden. Hier wäre also noch etliches an Potential für weitere Romane, vielleicht auch aus der Sicht anderer Figuren.

Der Schreibstil hat mir auch gut gefallen, er ist leicht und flüssig zu lesen, trotz der vielen chinesisch angehauchten Namen, die mir aber sehr schnell in Fleisch und Blut übergingen. Für mich ist "Der letzte Steinmagier" trotz mancher Kampf- und Kerkerszene Wohlfühlfantasy der angenehmen Sorte und ich hatte sehr viel Vergnügen an der Lektüre.

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Der Autor hat einen ungewöhnlichen Prolog gewählt, denn in ihm erfährt man bereits, dass die Hauptfigur überlebt. Manche mag das stören, mir hat es die Spannung beim Lesen nicht genommen – denn so konnte ich mich voll auf den Weg und die Gefährten konzentrieren, um die man sich ja immer noch Sorgen machen musste. Die asiatisch angehauchte Welt empfand ich als eine angenehme Abwechslung, sie war auch nicht zu speziell – so dass ich mich ohne große Asien-Kenntnisse leicht hineinversetzen konnte und mit den Namen keine Probleme hatte.

Neben der Begleichung der Schuld der Steinmagier spielt in diesem Roman Freundschaft eine große Rolle. Was als Zweckgemeinschaft auf Zeit begann, entwickelt sich schnell zu einer vertrauten Gruppe, die sogar noch weiblichen Zuwachs erhält. Das Zusammenfinden, der Aufbau von Vertrauen und Freundschaft gehört für mich zur positiven Grundstimmung dieses Buches. Aus einzelnen Figuren wird eine sich harmonisch ergänzende Einheit, jeder ist bereit viel für die Anderen zu wagen – und alle verfolgen ein großes Ziel.

Es gibt auch Zwischenkapitel, die aus der Sicht der anderen Gefährten geschrieben sind. Ich hatte dadurch den Eindruck, sie besser kennen zu lernen und zu erfahren, was sie persönlich ausmacht.

Das Konzept der Steinmagie erschien mir sehr durchdacht, es gab keine 08/15-Zauber sondern eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Nicht jeder Stein ist für alle Zauber geeignet, und es gibt auch kostbare, die nur für spezielle Zauber benutzt werden sollten. Mir hat vieles daran gefallen, beispielsweise dass jeder Zauber Magie verbraucht, sie beim Wirken vom Magier abzieht - ein Prinzip vom Geben und Nehmen. Besonders haben es mir auch die Beschreibungen des magischen Fühlen und Ertastens angetan, diese Szenen wirkten auf mich immer sehr feinfühlig und ich hatte oft passende Bilder dazu im Kopf (z.B. von einem hauchdünnen Spinnennetz oder einer weit verzweigten Baumwurzel).

Der Charakter der meisten Figuren ist klar angelegt, hier kommt es kaum zu drastischen Wendungen. Allerdings habe ich das auch nicht vermisst, denn dieses Wohlfühlbuch besaß oft mehr den Charakter eines lockeren Abenteuers, in dem meistens die Sonne schien und es nur wenige dunkle Momente gab. Es gab ausgelassene Momente, und auch ein Plätzchen für die ein oder andere romantische Szene. Das Ende fand ich sehr rund, man konnte sich noch in aller Ruhe von den lieb gewonnenen Personen verabschieden und erhielt einen Eindruck davon, in welche Richtung eine Fortsetzung gehen könnte.

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Der Steinmagier Wurishi Yu erzählt dem Erben des Kaiserthrons auf dessen Wunsch eine Geschichte: die Geschichte, warum er der letzte seiner Zunft ist ...

Vor vielen Jahren herrschte Chaos im Kaiserreich. Als die herrschende Kaiserin von einem abtrünnigen Steinmagier versteinert wurde, erhoben sich überall im Reich die Fürsten und versuchten, ihre Herrschaftsbereiche auszudehnen und die kaiserlichen Insignien für sich zu gewinnen. In der großen Schlacht von Wuchao kamen alle Steinmagier, die auf der nach wie vor existierenden kaiserlichen Seite und auf der gegnerischen Seite durch den Fürsten von Daykun-ju ins Gefecht geworfen wurden, ums Leben. Alle, bis auf Wurishi Yu, den sein Meister absichtlich in der Stadt Hujio zurückgelassen hatte. Als Yu klar ist, daß die Schlacht vorbei und verloren ist, beschließt er, die Stadt zu verlassen. Dabei kommt er an einem verlassenen Gefangenentransport vorbei, die drei Inhaftierten bitten ihm um Hilfe, die Yu nach kurzem Zögern gewährt. Als Dank wollen ihn die drei, der Räuber Yan und die adligen Diplomaten Li und Shi bis zu seinem ersten Ziel begleiten. Aber natürlich bleibt nicht verborgen, daß es noch einen Steinmagier gibt und so wird die Gruppe schon bald verfolgt. Man rettet sich in eine benachbartes Fürstentum, aber auch dorthin läßt der Fürst von Daykun-ju, Quan, sie von seinem loyalen Heerführer We verfolgen. Aber nicht nur dieser hat ein Interesse an Yu, bald interessiert sich auch die Stadtwache ihrer Zuflucht für sie und die Hatz geht weiter. Ein geheimnisvoller "Schatten" greift helfend ein, aber wie soll Yu unter diesen Umständen je aus dem Erbe seines Meisters lernen, wie die Kaiserin befreit werden kann? Und wenn das gelingt: Wie kommt man in die dicht belagerte Kaiserstadt, um die Aufgabe auszuführen?

In einem chinesisch angehauchten Setting, angereichert mit lebenden Steinkriegern, Unsterblichen (jedenfalls fast), normaler und der besonderen Steinmagie und sympathischen Protagonisten entfaltet sich die Geschichte um die Rettung der versteinerten Kaiserin. Das rollt überwiegend flott dahin, auch wenn auf Grund des Prologs schon klar ist, wie das Ende sein wird, es geht also nur um den Weg dorthin – für mich durchaus ein Manko. Dabei erlaubt sich Sullivan durchaus ein paar Schlenker, mit denen der Dieb Yan näher vorgestellt wird, oder auch die beiden unsterblichen Adligen Li und Shi, die zudem als Seelenbrüder verbunden durchs Leben gehen müssen und dadurch über die lange Zeit ein blindes Verstehen und amüsante Ähnlichkeiten entwickelt haben wie ein altes Ehepaar. Diese Abschweifungen sind zwar im Kontext der Gesamterzählung nicht unwichtig, hätten aber dem Spannungsbogen zuliebe etwas kürzer ausfallen können, was auch für den etwas lang geratenen "Abspann" gilt, in der die Ereignisse über die unmittelbare Aufgabe hinaus noch nachgeführt werden. Als eher ungewöhnlich sind noch die Liebesbeziehungen zu vermerken, die hier eine – etwas zu große – Rolle spielen.

Über die Hauptpersonen besteht relativ schnell Klarheit bezüglich ihres Charakters, die interessanteste Figur, weil sie Potential in alle Richtungen hat, ist der Heerführer We. Ein wenig mehr Ambivalenz hätte auch den übrigen Protagonisten gut angestanden. Die Möglichkeiten der Steinmagie werden langsam deutlich, in dem Maße, wie Yu lernt und sich entwickelt, das ist plausibel umgesetzt. Bei den Aktivitäten der Gruppe ging vieles glatt, selbst auftretende Probleme machten nie den Eindruck, wirklich dauerhaft oder gar unlösbar zu sein, da immer schon ein Hintertürchen offen geblieben war, hier hätte ich mir manchmal etwas mehr Verzweiflung gewünscht, aus der mich eine überraschende Aktion herausgeholt hätte.

Insgesamt liegt hier solide Fantasy-Kost vor, die erfreulicherweise nicht gleich als Serie daherkommt, auch wenn es in Yus Geschichte selbst und in der Anlage der Welt durchaus Möglichkeiten für Fortsetzungen gibt. Vermißt habe ich eine Karte, die mir einen optischen Eindruck vom Weg Yus und seiner Gefährten und der Lage der Handlungsorte zueinander vermittelt hätte, zumal dies in Fantasy-Büchern mittlerweile eigentlich zum Standard gehört.

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