Andreas Steinhöfel: Der mechanische Prinz

Andreas Steinhöfel: Der mechanische Prinz

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Andreas Steinhöfel: Der mechanische Prinz
Verlag
ET (D)
2005
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492265591

Informationen zum Buch

Seiten
271

Sonstiges

Erster Satz
Dies ist die Geschichte eines Jungen namens Max.

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Handlungsort

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Niemand interessiert sich für Max. Nicht einmal seine Eltern, so scheint es ihm. Eines Morgens erhält er jedoch vor der U-Bahn von einem einarmigen Bettler ein unglaubliches Geschenk - ein goldenes Ticket, mit dem er an Orte reisen kann, an die nur Auserwählte kommen: die Refugien. Dort kann sich Max seiner Traurigkeit, seinen Ängsten, seiner Wut stellen. Gelingt die Reise, wird er sein Leben verändern und sein Herz retten können. Versagt er aber, wird der mechanische Prinz, der Herrscher über die Refugien, ein schreckliches Pfand von ihm einbehalten. Und der Prinz ist nicht sein gefährlichster Gegner...

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Eine phantastische Reise mit der Berliner U-Bahn

Da der junge Max unter der Gleichgültigkeit seiner Eltern ihm gegenüber und ihren ewigen Streitereien leidet, verbringt er gerne seine Zeit damit, mit der Berliner U-Bahn kreuz und quer durch die Stadt zu fahren. Durch ein magisches Ticket, daß ihm ein einarmiger Bettler schenkt, kommt er an einen ihm unbekannten Ort – und begegnet dem mechanischen Prinzen, dem Herrscher über diesen mysteriösen Ort.

Der Leser begleitet Max auf seiner Reise durch die verschiedenen Refugien des mechanischen Prinzen, der dabei lernt, sich seiner Traurigkeit, Angst und Wut zu stellen und lernt dabei allerlei phantastische Orte kennen. Die Reise mutet wie in einem (Alp)traum an, sie hat mir mir all ihrer Fantasie und Magie sehr gut gefallen. Das Buch übermittelt die Botschaft, daß man sich nicht von seiner Traurigkeit und Angst überwältigen lassen soll, sondern den Mut finden soll, zu lernen, damit umzugehen. Wenn das nicht gelingt, ist der Preis sehr hoch!

Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt: einmal sind wir mit Max hautnah unterwegs, und dann schwenkt die Perspektive zu dem Autor, der Max zufällig kennengelernt hat und sich von ihm dessen Geschichte erzählen läßt. Besonders witzig ist dabei, daß der Autor für Kinderbücher kein gutes Haar an Kindern läßt. Zuerst will auch von Max nichts wissen, aber dann schlägt ihn dessen Geschichte immer mehr in den Bann.

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Max ist ein Egalkind. Seinen Eltern ist er ziemlich wurscht, die sind hauptsächlich damit beschäftigt, sich zu streiten. Deshalb treibt er sich am liebsten nach der Schule mit seinem Freund Jan in der Stadt herum. Die Berliner U-Bahn ist sein Lieblingsort, und dort trifft er eines Tages einen einarmigen Bettler, der ihm ein goldenes U-Bahn-Ticket schenkt.

Dieses Ticket ist der Schlüssel zu einer fremdartigen Welt, den "Refugien", wo sich viele Kinder einfinden, denen es so ähnlich geht wie Max, deren Alltag von Traurigkeit, Vernachlässigung und Wut geprägt ist. Der Weg durch diese Refugien ist nicht einfach, es gilt gefährliche Abenteuer zu bestehen, doch unterwegs trifft Max auch einige Menschen, bei denen er sich zum ersten Mal in seinem Leben gut aufgehoben und geliebt fühlt.

Nach seiner Rückkehr sucht er sich einen bekannten Kinderbuchautoren und bittet ihn, seine Geschichte aufzuschreiben, doch der Autor ist erst mal gar nicht begeistert ...

Über Max' abenteuerlicher Reise zu sich selbst liegt eine leise Traurigkeit und Melancholie, man spürt, wie sehr er unter der Gleichgültigkeit seiner Eltern und ihren ständigen Auseinandersetzungen leidet und sich einsam fühlt. Die verschiedenen Stationen, die "Refugien", sind hübsch erdacht und geschildert, allerdings konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Steinhöfel hier Anleihen bei anderen Fantasyautoren gemacht hat (ich fühlte mich verschiedentlich an Harry Potter oder Lycidas erinnert).

Die Kernaussage der Geschichte - mit Mut und Selbstvertrauen lassen sich Wut und Traurigkeit überwinden und in Positives ummünzen - ist nicht schlecht, kam mir aber teilweise zu sehr mit dem Holzhammer daher. Gut gefallen haben mir dagegen die sarkastischen Anmerkungen des Kinderbuchautors, dem Kinder im richtigen Leben eigentlich meistens auf den Wecker gehen, und überhaupt dessen Treffen und Unterhaltungen mit Max in der Gegenwart.

Ein nettes Buch mit Fantasy-Touch und "Message", von dem ich mir allerdings noch etwas mehr erwartet hätte.

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Max ist ein Egalkind, er ist seinen Eltern egal, sie kümmern sich nicht um ihn, vergessen seinen Geburtstag, kaufen ihm keine passende Kleidung und bemerken nicht einmal, wenn Max ihnen an einem Samstag sagt, dass er zur Schule geht, weil sie den ganzen Tag streiten und mit sich selbst beschäftigt sind. An eben diesem Samstag begegnet Max einem einarmigen Bettler, der ihm ein goldenes Ticket für die U-Bahn schenkt, mit dem er "überall aussteigen" kann. Er versteht zuerst nicht, was damit gemeint ist, findet dann aber den Weg in die Refugien, in denen er gegen seine Ängste und Probleme ankämpfen muss und dem mechanischen Prinzen begegnet...

Ich fand das Buch spannend und es hat größten Teils Spaß gemacht, es zu lesen. Einige Ideen fand ich sehr toll, zum Beispiel, dass man mit der U-Bahn in die Refugien gelangen kann. Ich bin schon immer sehr gerne U-Bahn gefahren und konnte Max sehr gut verstehen. Allerdings werde ich nach dieser Lektüre die U-Bahn mit anderen Augen sehen ;-)

Anfangs fand ich es sehr witzig, dass der Autor sich selbst in die Geschichte mit eingebaut hat und dem Leser den Eindruck vermittelt, dass er nur die wahre Geschichte, die Max ihm erzählt hat, aufschreibt. Bald hat mich genau das aber etwas gestört. Ich fand es nicht sonderlich witzig, dass ein Kinder-und Jugendbuchautor sich ständig über Kinder beschwert, diese als lästig dumm und ungebildet darstellt und dies natürlich genau an den Stellen der Geschichte einbauen muss, in denen es endlich mal etwas spannend ist. Stellenweise fand ich die Geschichte eher langatmig und habe nur darauf gewartet, dass endlich mal wieder was passiert. Wie zum Beispiel bei der endlosen Wanderung durch das letzte Refugium.

Auch die Sprache hat mich öfter mal verwundert. Vieles wirkt einfach zu übertrieben.

Zitat: "Er hob eine Hand vor Augen und sah: nichts. Er spürte Boden unter den Füßen aber seien Füße waren verschwunde. Das ist es, was Blinde sehen, wenn sie Angst haben, schoss es ihm durch den Kopf."

Ich habe mir bisher in meinem Leben noch keine Sekunde darüber Gedanken gemacht, was Blinde sehen, wenn sie Angst haben und kann mir nicht vorstellen, dass ein Elfjähriger so etwas denken würde. Und es gab viele Stellen im Buch, über die ich ähnliche Gedanken hatte.

Insgesamt fand ich das Buch stellenweise spannend. Die Idee ist genial, aber man hätte meiner Meinung nach mehr daraus machen können. Besonders begeistert hat mich das Buch nicht, aber es war durchaus nett zu lesen.

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#1 Rezensent
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Max ist nicht der einsamste und egalste elfjährige Junge der Welt - aber er fühlt sich so. Seine Eltern beachten ihn nicht, streiten immerzu. In der Schule ist er ein Außenseiter, der von anderen Kindern gemieden und oft verprügelt wird. Sein einziger Trost ist das Umherstreifen in seiner Heimatstadt Berlin. Dabei trifft er einges Tages auf einen einarmigen Bettler, der ihm ein seltsames goldenes U-Bahn-Ticket für ein paar Cent verkauft. Nur so verlorene Kinder wie Max können es benutzen und in Paralellwelten, "Refugien", reisen. Doch nicht nur diese Erzählung tut Max ungläubig ab, sondern auch die Warnung vor dem mechanischen Prinzen. Als immer mehr eigenartige Dinge geschehen und er sich schließlich in seinem ersten Refugium wiederfindet, muss Max seinen Irrtum eingestehen und hoffen, dass es für ihn noch nicht zu spät ist.

"Manchmal fragte sich Max, wie es ihm überhaupt gelungen war, das zarte Alter von elf Jahren zu erreichen. Und er fragte sich, ob es einen Zeitpunkt gab, an dem ein Mensch so egal geworden war, dass er verschwand. Sich in Luft auflöste wie ein Nebelstreif, weil er es einfach nicht mehr aushielt. Sich aus lauter Traurigkeit ganz tief in sich selbst versteckte, so dass er unerreichbar wurde für die Welt und alles Schöne. Oder einfach vor Kummer starb. An einem Sonntag zum Beispiel."

Nach diesen sehr traurigen und mindestens genauso faszinierenden Anfängen, irrt Max erst noch bißchen planlos in Berlin herum, seine Lebenssituation wird schon recht deutlich geschildert. Er ist ein Junge, der oberflächlich gesehen zwar ein Außenseiter ist, sich ansonsten nicht sehr von anderen Kindern unterscheidet. Im tiefsten Inneren aber ist er unsagbar traurig. Eine Trauer, die sich leicht in Wut und Hass verwandeln kann. Die Refugien sind so etwas wie eine Reise in sich selbst, wo Kinder lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen, ihre Sprachlosigkeit herauszuschreien, ihre Wut zu kontrollieren und ihre Trauer zu überwinden - oder auch nicht.

Je mehr man von dem Buch liest, umso klarer werden einem die Beweggründe, die einen Jugendlichen dazu treiben auszurasten und Amok zu laufen - so schrecklich es klingt. Denn genau darum geht es in dem Buch: In den Kindern sind noch alle Anlagen zu gut und böse vorhanden, doch irgendwann fällen sie die Entscheidung für den einen oder anderen Weg. Entweder sie kommen mit ihrer Wut und Trauer klar, oder sie explodieren.

Für ein Buch, das wohl für Kinder geschrieben wurde und das sprachlich sehr flüssig und leicht zu lesen ist, erscheint "Der mechanische Prinz" unerwartet düster und wirlich sehr traurig. Witzig sind dann wieder Passagen zu lesen, in denen man meint, der Autor spricht den Leser direkt an (und noch witziger ist es, wenn er sich als Kinderbuchautor über nervende Gören aufregt ). Sehr interessant geriet auch der Schluß, den ich jetzt natürlich nicht vorwegnehmen möchte! "Der mechanische Prinz" ist ein zauberhaftes Buch über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens, das vielen Menschen die Augen öffnen könnte und in der Lage ist, zum Nachdenken anzuregen.

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Max empfindet sich als egal, er scheint allen egal zu sein und ihm ist alles egal. Er fragt sich, ob so egale Kinder sich irgendwann einfach auflösen. Und weil er so egal ist, irrt er durch Berlin und lernt einige vollkommen verrückt-normale Menschen kennen, einen einarmigen Bettler, der ihm ein goldenes U-Bahn-Ticket aufschwatzt, eine Frau, die riesige Flügel aus Taubenfedern bastelt, ein Mädchen, dass ein Egalsein überwunden zu haben scheint.

Max taucht mit Hilfe des goldenen Tickets in Welten ein, die seinen inneren Welten entsprechen. Er lernt sich selber kennen und sich zu entscheiden, welchen Weg er zukünftig gehen will.

"Der mechanische Prinz" ist ein düsteres Buch, flüssig geschrieben. Die Geschichte wird immer wieder unterbrochen durch Dialoge zwischen Autor und Leser bzw. dem Autor und Max. Diese Passagen haben mich stark an Erich Kästner erinnert, der seine Geschichten ja auch häufig durch einen Dialog mit dem Leser unterbrochen hat. Bei aller Trauer und Düsternis, ist es aber auch ein komisches, manchmal heiteres Buch und gerade in den Dialogen, die die eigentliche Geschichte nochmal betonen und stellenweise erklären, ist viel Witz und Humor versteckt.

Das Fazit des Buches war für mich, dass der Mensch sich immer neu entscheiden kann. Ein Buch, das für Kinder geschrieben wurde, das aber für Erwachsene sehr lehrreich sein kann.

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Der Mechanische Prinz. Ein goldenes Ticket. Und Kartenkinder, die nicht viel Zeit haben.

Ich bin jetzt 21 Jahre alt und habe "Der Mechanische Prinz" ganz weit oben auf meiner Liste der besten Bücher. Die Geschichte von Max, dem Kartenkind, der schon von Geburt an seinen Eltern egal war, der sein Herz schon viel zu lange verloren hat und es sich nun zurückholen muss, solange sein Eisenvogel es noch nicht für immer gestohlen hat, treibt mich ein meine emotionalen Grenzen.

Die Bezeichnung "Kinderbuch" sollte Erwachsene nicht davon abschrecken lassen, es zu lesen. Die fast schon verzweifelte Bildsprache, das Leid und der Schmerz, den Max ,je weiter man es liest, offenbart lassen Jeden, der das Buch beiseite legt nachdenken, ob er nicht vielleicht auch jemand ist, der Marlene und ihre taubenfedern braucht. Und den Mechanischen Prinzen...

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