Lilach Mer: Der siebte Schwan

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Lilach Mer: Der siebte Schwan
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453527492

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

Erster Satz
Wie rau der Morgen war.

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Wie rau der Morgen war, so weiß, so kühl gegen das sanfte Violett der Nacht. So herzzerreißend licht - es ist der Morgen, an dem eine alte Frau ihrer Enkelin ein Geheimnis anvertraut. Ein Geheimnis, das die Grenzen zwischen Wirklichkeit, Märchen und Träumen verwischt und das Schicksal einer Familie für immer verändert. Denn einst, vor langer Zeit, machte sich ein Mädchen, Mina, hoch im Norden auf, ihre verschwundenen Brüder zu suchen. Sie begegnet Freunden, Feinden und seltsamen Wesen und lernt, über sich selbst hinauszuwachsen.

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Märchenhafte Fantasy

Mit diesem Buch bin ich wieder einmal überrascht worden; immer wenn ich denke, die Fantasyliteratur bringt nichts Neues mehr hervor und die Geschichten gleichen sich zusehends, kommt jemand wie Lilach Mer und präsentiert einen völlig außergewöhnlichen Roman, der sich mit nichts vergleichen lässt, was ich bisher gelesen hatte.

Die zeitliche Ansiedlung zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand ich sehr interessant; die Rahmengeschichte um Mina, die auf einem Gutshof in Schleswig-Holstein lebt, spiegelt den Zeitgeist der damaligen Gesellschaft wieder. Allerdings bleibt es nicht bei den Einblicken in Erziehung und Gesellschaft, denn die Handlung verlagert sich schnell in Richtung einer märchenhaften Fantasy-Geschichte, bei der das reisende Volk der Tater und Minas Fähigkeit, sich in einer Parallelwelt aufzuhalten, eine Rolle spielen.

Mina ist auf der Suche - nach wem oder was, das weiß sie zunächst selbst nicht so genau, aber im Laufe der Zeit erfährt sie immer mehr über sich selbst, über ihre Familie und über die Geschehnisse in der Vergangenheit. Auf ihrer Reise begegnet sie fantastischen Wesen, erhält von ihnen Hinweise und Schlüssel, die zunächst rätselhaft erscheinen, früher oder später aber einen Sinn ergeben. Eingebettet sind Minas Erlebnisse in verschieden Märchenszenarien aus der Region, die ich zwar nur zum Teil und vom Hörensagen kannte, die aber eine wunderbare Grundstimmung in den Roman brachten. Auch Elemente wie zum Beispiel eine Spieluhr, die eine große Rolle spielt, tragen dazu bei.

Überhaupt, ganz unabhängig vom Plot hat mich Lilach Mers Schreibstil völlig verzaubert. Es klingt alles sehr poetisch, bildhaft und nach Märchen; die Naturbeschreibungen haben mir besonders gut gefallen und da ich das Buch inmitten von Wäldern gelesen habe, kamen insbesondere die Waldszenen bei mir sehr intensiv an.

Am Ende spielt die Realität wieder eine größere Rolle in Minas Reise und zeitweise fand ich die Geschichte sehr bedrückend und erschütternd. Auch das ein meisterhafter Zug der Autorin, die den Wechsel zwischen Märchen und Realität sehr gut hinbekommen hat. Der teils dramatische, teils melancholische Abschluss ist ebenfalls gut gelungen.

Für mich wird "Der siebte Schwan" sicher eines der Lesehighlights des Jahres werden und ich wünsche dieser Buchperle noch viele weiteren Leser.

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In Minas Geschichte gibt es vier Stationen, die an die klassische Struktur vieler Märchen (beispielsweise "Die sieben Raben" der Brüder Grimm) angelehnt sind: Sonne, Mond (beide sind dem Mädchen feindlich gesinnt), Sterne (freundlich und hilfreich) und Glasberg (das Ziel, welches ein Opfer verlangt). Diese Stationen finden sich auch in den Zinken, die Minas Weg illustrieren und das Buch in Abschnitte einteilen. Anfangs fand ich diese rätselhaft, wenn auch sehr schön - aber je mehr ich von der Geschichte las, desto besser konnte ich sie deuten. Das Rätseln um die Bedeutung der Zinken und ihre Verbindung zur Geschichte wurde für mich zu einem kleinen Ritual, das ich genoss.

Die wunderbare poetische Sprache und diese besondere Stimmung haben mich schnell verzaubert. Es ist eine ruhige Geschichte mit detaillierten Beschreibungen und einer märchenhaften Atmosphäre. Aber auch mit realen Bezügen und historischen Fakten. Der Roman wirkte auf mich sehr intensiv, woran die lebendig gezeichneten Figuren und verschiedenen Wesen auch nicht unschuldig waren. Es gibt tragische Szenen, aber auch die liebevolle Gemeinschaft der Tater. Mut, Stärke, Mitleid - und eine Figur, die mich emotional ganz schön erwischt hat.

Die Geschichte fordert den Leser und lädt ihn dazu ein, sich Gedanken zu machen, eigene Schlüsse zu ziehen. Ich mag Bücher, die mich auch außerhalb der Lesezeit beschäftigen und nicht alles erklären. Sie wirken intensiver und hinterlassen deutlichere Spuren.

Das stimmige Ende passte perfekt zu der Geschichte, es war traurig und doch nicht ganz ohne Hoffnung. So war "Der siebte Schwan" für mich ein absolutes Wohlfühlbuch, das mich verzaubert und zum Träumen verleitet hat.

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