Markus Heitz: Die Mächte des Feuers

Markus Heitz: Die Mächte des Feuers

Hot
 
4.0 (3)
 
0.0 (0)
1605   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Markus Heitz: Die Mächte des Feuers
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783492701334

Informationen zum Buch

Seiten
569

Sonstiges

Erster Satz
"Wann der Herr wohl zurückkehrt?", fragte Xing mit Wehmut in der Stimme.

Community

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Seit Jahrhunderten werden die Geschicke der Welt in Wahrheit von übermächtigen Wesen gelenkt: den Drachen. Sie entfachen politische Konflikte, stürzen Könige und treiben Staaten in den Krieg. Doch nun schlagen die Menschen zurück ... Im Jahr 1925 untersucht die Drachentöterin Silena eine Reihe mysteriöser Todesfälle. Immer neue geheimnisvolle Gegenspieler und Verbündete erscheinen. Silena wird in einen uralten magischen Konflikt verstrickt. Stecken Drachen dahinter, oder muß sie sich einem ganz anderen Gegner stellen? Und welche Rolle spielen die Gargoyles, jene unheimlichen Stein­figuren an alten Kirchen und Gemäuern?

Autoren-Bewertungen

3 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0  (3)
Charaktere 
 
4.0  (3)
Sprache & Stil 
 
4.0  (3)
Gesamtbewertung 
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Meine Begeisterung hält sich etwas in Grenzen. Der Ansatz an sich ist klasse gewählt: 20er Jahre, ein bißchen (aus heutiger Sicht) altmodische Technik, die etwas anders verlaufene Geschichte, besondere Wasserspeier – alles ok. Was ist also schiefgelaufen?

Zum ersten die Protagonisten und allen voran die drachentötende Großmeisterin (von der ich immer noch nicht weiß, wie sie an diesen Titel gekommen ist). Ich weiß nicht, ob mir Silena hätte sympathisch sein sollen oder müssen, sie war es jedenfalls nicht – und das von Beginn an, ohne daß sich zum Ende jemals eine Wandlung auch nur angedeutet hätte. Das hatte zum einen mit ihrer geradezu übermenschlichen Regenerationsfähigkeit zu tun, denn selbst die schwersten Verletzungen mit erheblichem Blutverlust hinderten sie nicht an sportlichen Höchstleistungen. Zum anderen, und viel gravierender, störte mich ihre Motivation zum Drachentöten. Die Drachenjäger tun es für Geld, das muß ich nicht gutheißen, kann ich aber als Grund nachvollziehen. Dogmatische Verblendung bekommt diese Entschuldigung von mir nicht. Schon vor der Lektüre von Andreas Gößlings "Drachenwelten" hatte ich meine Zweifel an dem schlechten Leumund, den Drachen hierzulande im wesentlichen dank des Alten Testaments haben, aber dort wurde mir dann auch erklärt, wie er zustande kam und was damit überdeckt wird *zwinker*

Auch die übrigen Personen waren mir mit wenigen Ausnahmen, die sich dann eher auf einzelne Szenen als auf den Charakter als ganzes bezogen, wahlweise egal oder haben mich eher genervt, mit Ausnahme vielleicht von Hauptmann Litzow. Außerdem hätte ich gerne ein paar Kapitel mehr direkt aus Sicht der Drachen gehabt, was der Geschichte auch insgesamt besser gerecht geworden wäre. Wäre dies dann noch mit einer facettenreicheren Zeichnung einhergegangen, die sich nicht in „Drachen = böse“ hätte auflösen lassen, dann hätte Markus Heitz dem Buch bzw. der Geschichte meiner Meinung nach einen großen Gefallen getan.

Zum zweiten die Schauplätze, vor allem ein Schauplatz. Ich hätte ihm vielleicht (aber wirklich nur vielleicht) noch verziehen, ausgerechnet meine Lieblingsstadt abzukokeln, aber einen gälisch-sprechenden, Highlandertracht tragenden Schotten Whiskey (sic!) ausschenken zu lassen ist schon unverschämt. Außerdem heißt die Straße in Edinburgh nicht Princess Street, sondern Princes Street (sie hat nämlich nichts mit einer Prinzessin zu tun, sondern trägt ihren Namen zu Ehren der beiden Söhne König Georg III.) und zu guter Letzt läuft man nicht erst auf den Calton Hill, wenn man eigentlich in die Salisbury Crags will (und die Strecke dazwischen auch schon erst recht nicht in wenigen Minuten, nicht als Jogger und schon gar nicht mit schwerem Drachenjagdgerät). In Edinburgh fielen mir diese Dinge auf, weil ich die Stadt eben gut kenne, und diese Schlampigkeiten sind überflüssig und daher ärgerlich. Bei den anderen Schauplätzen kann ich das nicht gleichermaßen beurteilen, gehe jetzt aber natürlich davon aus, daß diese ähnlich nachlässig behandelt wurden.

Daß es blutig werden würde, hatte ich bei Markus Heitz erwartet, daher hat es mich nicht sonderlich gestört, aber es wiederholte sich letztlich ein bißchen arg. Schade um einen wirklich guten Ansatz, aus dem mehr hätte werden können ...

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Das ist mal ein Fantasy-Roman der ganz anderen Art! Hut ab vor Markus Heitz, der sich an dieses besondere Projekt gemacht hat und damit bewiesen hat, dass er auch aus einem außergewöhnlichen Stoff etwas machen kann.

Die Handlung ist in den Goldenen Zwanzigern angesiedelt; eine Zeit, die man eher mit dekadenten Festen, Luxus und Freizügigkeit verbindet als mit Drachen...

Aber genau hier setzt die Geschichte an und es ist wirklich sehr gut gelungen, wie sich der Mythos der drachenjagenden Ordensangehörigen mit dem Zeitgeist der Zwanziger verknüpft. Und es hat durchaus seinen Reiz, wenn Flugdrachen und die Doppeldecker der 1. Generation zum Kampf aufeinander treffen.

Im Mittelpunkt steht die Drachentöterin Silena, die eine direkte Nachfahrin des Heiligen Georgs ist. Überhaupt sind die Drachenheiligen der katholischen Kirche sehr geschickt in den Mythos der Drachentöter eingebaut, denn jeder Heilige hat seine Nachfahren, die in der passenden Art und Weise gegen die Drachen kämpfen; dabei kommen durchaus einige Kuriositäten ans Licht, die mich sehr zum Schmunzeln gebracht haben. Silena jedenfalls gehört zu den Drachenjägern, die per Flugzeug auf die geflügelten Feinde losgehen, und sie ist eine der besten ihres Metiers.

Daneben kommen einige weitere interessante Figuren zum Einsatz, durchaus mit einem gewissen magischen Potential, was der Geschichte gut zu Gesicht steht und so manche logische Hürde elegant überwinden lässt. Dazu noch passt ein Seancen-Medium oder ein Hellseher auch ganz gut in den Zeitgeist der Zwanziger, so dass ein rundes Bild entsteht.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Handlung sich über ganz Europa erstreckt und unsere Protagonisten sehr viele Schauplätze abklappern, um ihre Quest zu erfüllen. Paris, London, München, Innsbruck, Edinburgh - keine Stadt ist vor ihnen sicher, und auch nicht vor den Drachen. Wie sich herausstellt, haben die Drachen Europa und die Neue Welt unter sich aufgeteilt und sind auch bei allen wichtigen politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen immer mit im Spiel gewesen; Könige, Herrscher und Politiker, alles nur Marionetten in den Händen der Drachen - ein bizarre aber auch originelle Vorstellung.

Spannend und unterhaltsam ist diese Mischung aus Detektivspiel, Abenteuerreise und Kampf-Action allemal, auch wenn ich die Handlung mit ihrem Fortschreiten zusehends als wirr empfand. Außerdem wiederholen sich verschiedene Motive immer wieder mal; fast kommt es mir so vor, als ob am Ende die Ideen ausgegangen wären. Ein wenig enttäuscht war ich auch vom Sprachstil, der zwar durchaus solide, aber nicht herausragend, und an manchen Stellen etwas unrund wirkt.

Trotzdem, ein lesenwertes Buch mit einem interessanten Thema, abseits der üblichen Fantasy-Schiene.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Die Legenden der Drachenheiligen und der Drachen selbst – im Europa des 20. Jahrhunderts entsprechen sie alle der Wahrheit! Mittlerweile hat die Kirche das Officium Draconis eingerichtet, eine Institution in der die Nachkommen der Heiligen sich dem Kampf gegen die geschuppten Feuerspeier verschrieben haben, die eine wahre Plage darstellen.Silena gehört dem Geschlecht des Drachenheiligen George an und hat sich als Drachentöterin darauf spezialisiert, den Kampf gegen die Ungeheuer mit Flugzeugen am Himmel auszutragen. Als jedoch ihre beiden Brüder bei einem Absturz ums Leben kommen, schwört sie Rache und begibt sich auf die Suche nach dem verantwortlichen Drachen. Ihre Brüder sind jedoch nicht die einzigen Drachentöter, welche hinterrücks ermordet werden.

Doch wer steckt hinter diesen Anschlägen und warum? Haben die terroristischen Drachenfreunde etwas damit zu tun? Welche Rolle spielen der Hellseher Zadonov, das Medium Madam Satra, der Versicherungsangestellte Skelton, der attraktive Geheimagent Mandrake und was hat es mit den mysteriösen Wasserspeiern auf sich?

Markus Heitz schafft es auf erstaunliche Weise die Spannung das ganze Buch hindurch aufrecht zu halten. Immer wenn man sich der Lösung des ganzen nahe fühlt, tauchen neue unvorhersehbare Wendungen auf. Und spannen so eine Handlung welche bis zur letzten Zeile noch Überraschungen parat hält. Besonders beeindruckt haben mich jedoch die wechselnden Erzählperspektiven zu Anfang des Buches. Hier erhält man nicht nur einen Blick aus dem Winkel der Hauptprotagonistin Silena sondern auch aus den Augen der anderen Figuren, sogar die Sicht der Drachen wird hier nicht ausgespart. Dies verschafft jedoch nicht immer Klarheit über deren Absichten.

Die Wahl der 20er Jahre als Zeitperiode verleit der Geschichte um die Drachentöterin ihren absolut einzigartigen Flair, im Genre Fantasy. Markus Heitz baut diese Epoche der Weltgeschichte mit ihrer aufkommenden Technologisierung grandios in die Geschichte ein. Automobile, Pferdekutschen, Doppeldeckerflugzeuge und sogar Zeppeline dürfen da natürlich nicht fehlen. Erstaunlicher Weise hat er es geschafft diese im Zusammenspiel mit den alten Legenden um die Drachen zu einer runden Sache zu machen. Und damit eine ganz neue Art des Fantasyromans zu schaffen.

Das Ende lässt zwar Raum für eine eventuelle Fortsetzung, die ich mir sehr wünschen würde, ist aber weit von einem Cliffhanger entfernt.

Die Hardcoverversion aus dem Hause Piper ist zudem sehr schön gestaltet und enthält zu den Karten im Buchdeckel auch einen sehr informativen Anhang in dem, unter anderen Hintergrundinformationen, sämtliche Drachenheiligen, derer die Drachentöter entstammen, aufgezählt und erläutert werden.

Für jeden der endlich mal wieder etwas völlig neues im Bereich Fantasy lesen möchte ist dieses Buch ein absolutes Must-Have.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

 

Affiliate-Programm von LCHoice (lokaler Buchhandel) und Amazon. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue