Heide Solveig Göttner: Die Priesterin der Türme

Heide Solveig Göttner: Die Priesterin der Türme

Hot
 
5.0 (3)
 
5.0 (1)
1835   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Heide Solveig Göttner: Die Priesterin der Türme
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783492750042

Informationen zum Buch

Seiten
431

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
Als die vier Tage der totenklage vorüber waren, verließt Amra die steinernen Grabkammern, rückwärts gewandt, wie es der Brauch vorschrieb.

Community

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Mythen, Abenteuer und eine gehörige Portion Sense of Wonder, das ist der Stoff, aus dem Heide Solveig Göttner ihr Debüt gewoben hat. Ein fesselnder Text, originelle Charaktere, Spannung und Exotik in harmonischer Balance. Amra, die Dienerin des Totengottes, gebietet über magische Kräfte. Eines Tages verhaften die Reiter der Stadt ein Mädchen mit türkisfarbenen Augen, wie nur Göttinnen sie haben, und trachten ihm nach dem Leben. Lillia ist kein gewöhnliches Kind, und sie prophezeit dem Land eine verheerende Katastrophe. Gemeinsam mit Amra gelingt ihr die Flucht in die Weite der Wüste, einem ungewissen Schicksal entgegen.

Autoren-Bewertungen

3 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (3)
Charaktere 
 
5.0  (3)
Sprache & Stil 
 
5.0  (3)

Top 500 Rezensent
Zeige alle meine Rezensionen (6)
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Amra lebt in der großen Stadt Caláxi, die auch selbst als „die Freundliche“ bekannt ist. Amra ist die Laîren der Stadt Caláxi und daher ist es ihre Aufgabe sich um die Kranken zu kümmern und die Toten in die andere Welt zu geleiten. Aus diesem Grund darf sie von anderen selbst nicht berührt werden oder sie selbst gesunde Menschen anfassen.

Eines Tages wird der kleine Bruder des ersten Reiters Gorun ermordet aufgefunden und kurze Zeit später ein Mann aus dem befeindeten Norden mit einem Kind aufgegriffen, von denen vermutet wird, dass sie an dem Mord schuld sind. Doch das Besondere an dem Kind sind ihre türkisblauen Augen. Es sind die Augen eines verlorenen Kindes, die im Süden normalerweise sofort umgebracht werden, da sie nach einer alten Prophezeiung das Ende der Zeit bringen. Und so kommt es auch, denn das Mädchen, Lillia, warnt die Einwohner von Caláxi vor einer großen Katastrophe, die kommen wird.

Als Amra, Gorun und der Mann aus dem Norden, Jemren, diese Katastrophe nur knapp überleben, machen sie sich auf den Weg herauszufinden, was es mit Lillia wirklich auf sich hat.

„Die Priesterin der Türme“ ist der Auftakt der „Die Insel der Stürme“-Trilogie und war somit auch mein erstes Buch von Heide Solveig Göttner. Zwar hat der Roman nur knapp 400 Seiten und ist für einen epischen Fantasyroman recht kurz, aber dennoch wirkt die Welt, die die Autorin hier erschaffen hat, sehr komplex und faszinierend.

Die Insel ist seit vielen Jahrhunderten in den Norden und Süden durch eine Schlucht geteilt und somit haben die Menschen, die dort wohnen nichts miteinander zu tun und haben sich in all den Jahren unterschiedlich entwickelt und dies merkt man sehr gut an den Hauptcharakteren. Während Gorun und Amra beide in Caláxi leben, einer Stadt im Süden, sind ihnen die Götter, Legenden und Prophezeiungen ihrer Vorfahren sehr wichtig und handeln danach, hingegen der Fremde aus dem Norden, Jemren, für so etwas nicht viel übrig hat und schon alleine dadurch für Misstrauen bei ihnen sorgt.

Das Buch ist in insgesamt drei Teile gegliedert, in denen immer eine andere Hauptperson im Mittelpunkt steht und der Leser mehr über die jeweilige Motivation, Gefühle von Amra, Gorun und Jemren erfährt, was mir sehr gut gefallen hatte. Lediglich Lillia bleibt dem Leser ein Rätsel, auch wenn es im Laufe des Buches mehrere Vermutungen gibt, was es mit ihr auf sich haben kann.

Die Atmosphäre des Buches hat mir sehr gut gefallen, passend zu dem Buch ist es eher ruhig, genauso wie auf große Schlachten oder detaillierte Grausamkeiten verzichtet wird. Dennoch bleibt die Handlung stets spannend, sodass man das Buch am liebsten an einem Stück lesen will. Auch der bildgewaltige Schreibstil war äußerst angenehm zu lesen.

Und auch wenn dies der erste Band einer Trilogie ist, endet das Buch nicht mit einem bösen Cliffhanger, sondern hat ein zufrieden stellendes Ende, auch wenn natürlich noch viele Fragen offen bleiben und ich mich schon darauf freue, die nächsten Bände zu lesen.

Zum besseren Verständnis gibt es im Anhang des Buches ein Personenverzeichnis und auch ein Glossar, in dem die wichtigsten Begriffe dieser Welt erklärt werden und ich oft manches noch mal nachgeschlagen hatte. Am Anfang des Buches gibt es auch noch eine schöne Karte, die ich mir während des Lesens angesehen habe.

„Die Priesterin der Türme“ ist ein wunderbarer Fantasyroman, der mich sehr begeistern konnte und nicht nur durch eine faszinierende Welt, sondern auch durch die verschiedenen Charakterzeichnungen besticht. Und ich bin froh, noch zwei weitere Bände vor mir zu haben.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

#1 Rezensent
Zeige alle meine Rezensionen (1135)
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Amra ist die Laîren der südlichen Stadt Caláxi und gilt als Unberührbare, denn ihre Aufgabe als Priesterin des dunklen Gottes Antilles ist es, die Toten in die andere Welt zu geleiten. So auch Goruns kleinen Bruder, der bestialisch ermordet vor der Stadt aufgefunden wurde. Als sie beim Kräutersammeln auf einen Fremden stößt, glauben alle, dass dieser Mann den Jungen auf dem Gewissen hat und treiben ihn mit dem kleinen Mädchen Lillia, das ihn begleitet, in die Stadt. Doch schließlich ist es Lillia, die die Bewohner fürchten, denn mit ihren türkisfarbenen Augen und den Visionen, die sie heimsuchen, gilt sie als das Verlorene Kind, das laut Prophezeiung den Untergang der Insel bringen soll. Tatsächlich wird die Stadt von einer verheerenden Katastrophe heimgesucht, die nur wenige überleben und auch Amra kommt nur knapp mit dem Leben davon. Gemeinsam mit dem fremden Jemren, Lillia und Gorun macht sie sich auf den Weg, das Geheimnis des Mädchens herauszufinden.

"Die Priesterin der Türme" kann nicht mit actiongeladenem Schlachtengetümmel aufwarten, die Geschichte schreitet ruhig voran, entwickelt sich und ist trotzdem immer spannend. Der Schreibstil wirkte auf mich sehr weiblich: Ich fühlte mich geborgen, obwohl grausame Dinge geschahen. Der Text ist nicht kantig, sondern rund und weich und für mich schreibt Heide S. Göttner wirklich in der gleichen Liga wie eine Marion Zimmer-Bradley. Die Handlung wird den Leser nicht vorgekaut, vielmehr erhält er schrittweise Informationen, die nach und nach ein Gesamtbild ergeben und so wird man direkt in die Geschichte mit eingebunden. Die Magie des Buches ist oft nicht greifbar, man ist sich aber immer ihrer Gegenwart bewusst. Auch die Atmosphäre ist die ganze Zeit über sehr dicht und mit der Zeit spürt man selbst die körperlichen Strapazen, die Lillia, Amra, Jemren und Gorun durchmachen - und auch den Durst, den sie leiden.

Die Erzählperspektiven wechseln zuerst von Amra zu Gorun und schließlich zu Jemren, was ein tieferes Verständnis den Charakteren gegenüber mit sich bringt. Jede Perspektive war für mich gleichermaßen spannend und müsste ich mich entscheiden, welche Figur mir die liebste war: Ich könnte es nicht. Man merkt sehr deutlich, wieviel Mühe sich die Autorin mit der Ausarbeitung der Handlung gemacht hat. Viele kleine Details haben ihre eigene Bedeutung und machen das Buch noch lesenswerter.

Lillia ist ein Kind mit großer Macht - einer Macht über Elemente, die sie zwar beschwören, aber nicht immer beherrschen kann und so wirkt jeder Ruf düster und beklemmend. Amra unterscheidet sich sehr stark von anderen weiblichen Charakteren, die erst immer noch an ihren Aufgaben wachsen müssen. Anfangs bemerkt man dies noch nicht so, aber später wird offensichtlich, dass Amra eine sehr starke Persönlichkeit ist. Sie ist ruhig, prahlt nicht mit ihrem Wissen und so erfahren wir erst nach und nach - genau wie Gorun und Jemren - was in ihr steckt und schon die ganze Zeit steckte.

Nicht nur Stil, Handlung und Charaktere überzeugen: Der Piper-Verlag hat sich besonders mit der Ausstattung große Mühe gegeben. Der schon sehr schöne Schutzumschlag verbirgt einen fast noch schöneren Einband mit der Zeichnung einer Stadt der Insel. Neben einem Lesebändchen ist auch ein umfangreiches Glossar mit Personenregister und Karte enthalten und trotz Mühe: Ich konnte keinen einzigen Kritikpunkt an "Die Priesterin der Türme" finden. Sogar der Schluß ist, obwohl erster Teil einer Trilogie, in sich stimmig. Zwar hinterlässt er ein Gefühl der Leere, weil man am liebsten endlos weiterlesen würde, man wird aber nicht mit einem offenen Ende alleine gelassen. Das sehnsüchtige Warten auf Teil zwei nimmt hier aber trotzdem seinen Anfang.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Top 50 Rezensent
Zeige alle meine Rezensionen (115)
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Das Buch ist sehr schön und stimmig gestaltet, besonders das Cover hat es mir angetan - es hat einfach eine tolle Ausstrahlung. Ich schaue es mir immer wieder gerne an, sowas ist bei mir eher selten (und zuletzt vor ca. einem Jahr passiert, bei den Ahnen von Avalon).

Die Sprache gefällt mir gut, es wird eine schöne Atmosphäre erzeugt - wie bei alten Sagen. Die Geschichte wird aus Sicht von verschiedenen Personen erzählt, der Übergang ist fließend - und man teilt dann auch Gedanken und Erinnerungen desjenigen. Die Charaktere sind sehr vielschichtig und interessant angelegt, es gibt oft kein einfaches Weiß oder Schwarz - eine Person hängt da bei mir auch noch in der Schwebe, aber vielleicht erfahren wir ja im 3. Teil mehr über sie.

Die Beschreibungen der Landschaft und des Klimas sind sehr gelungen, und es gibt einige Szenen in denen mir die Emotionen quasi aus dem Buch entgegenschlugen (sowohl schockierende als auch rührende Momente - so etwas ist in meinen Augen eine Kunst, das kann nicht jeder Schriftsteller).

Spannung durchzieht das ganze Buch (deshalb konnte ich es wohl auch nur schwer zur Seite legen), und besonders im letzten Teil hat sie sich bei mir fast ins Unerträgliche gesteigert. Trotzdem halten sich die "fiesen" Szenen in Grenzen, und es geschieht nichts ohne Grund, keiner stirbt "einfach so". Das trägt auch mit zum Wohlfühl-Klima dieses Buches bei, es ist einfach eine wunderbare Geschichte die dort erzählt wird, und die auch ohne unnötige Action und Grausamkeit auskommt - dafür aber viel Wert auf die Zwischentöne legt. Ich freue mich jetzt schon auf die folgenden Bände!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (1)
Charaktere 
 
5.0  (1)
Sprache & Stil 
 
5.0  (1)
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Rezension

Die Priesterin der Türme

„Die Priesterin der Türme“ ist der erste Band der dreiteiligen Reihe „Die Insel der Stürme“.

Von der ersten Seite an wird der Leser gefesselt und in die spannende Suche um das Geheimnis des kleinen Mädchens eingebunden.

Das mysteriöse Erscheinen des Kindes verändert und ängstigt die Menschen des Südens und von den Pristerinnen beschworene Schreckensszenarien werden mit einem Mal Wirklichkeit. Die langjährige Entfremdung mit den Menschen des Nordens scheint offenbar kurz vor dem Ausbruch eines handfesten Konfliktes zu stehen. Aber dann droht Gefahr von einer ganz anderen Seite.

Die Autorin versteht es die Protagonisten packend und mitreißend mit dem Schicksal des kleinen Mädchens zu verstricken. Das anfängliche Misstrauen zueinander wandelt sich durch Bewältigung gemeinsamer Strapazen und ausweglos scheinender Situationen zu einem gegenseitigen Vertrauen und Verstehen. Sehr interessant wie es der Autorin gelingt, dieses Verhältnis der Personen zueinander dem Leser verständlich und nachvollziehbar zu machen.

Die Handlung besticht durch die einzigartige Atmosphäre der Landschaft, der interessanten Schilderungen der Verhältnisse auf der Insel und deren Geschichte. Wer öde und langatmige Beschreibungen erwartet wird enttäuscht, aber wer die Pracht subtropischer Landstriche und die Einzigartigkeit heißer trockener Wüstengegenden schätzt, wird sich schnell auf der Insel der Stürme einleben und sich auf einmal mitten in der Handlung wieder finden. Für den Fall, dass es dem Leser einmal zu heiß wird, was durch die Schilderung der Durst leidenden, langsam austrocknenden Protagonisten schnell geschehen kann, sollte eine gut gekühlte Wasserflasche in greifbarer Nähe stehen.

Das Buch überzeugt nicht nur mit einer exzellent strukturierten Handlung und fein ausgearbeiteten Charakteren, sondern auch durch eine gut durchdachte Ausstattung und Aufmachung. Wer es wagt den Schutzumschlag zu entfernen, wird durch ein kleines graphisches Kunstwerk belohnt, dessen Anteile sich hier und da im Buch wieder finden lassen. Freunde des überaus nützlichen Lesebändchens werden entzückt sein. Ebenso erfreulich ist das Vorhandensein einer Karte der Insel mit den verschiedenen Handlungsorten. Besonders positiv hervorzuheben ist dabei, dass sich die Karte auf den Innenseiten des Buchdeckels befindet, so dass ohne viel zu blättern schnell die aktuelle Position auf der Insel gefunden werden kann, wodurch der Lesefluss nicht unterbrochen wird. Weitere Zugaben sind eine Personenliste, Übersetzungen fremdartiger Begriffe, sowie Namen von Gottheiten und besonderen Orten.

Wer ungeduldig ist sollte das Buch auf gar keinen Fall lesen, bevor nicht Teil 2 erschienen ist, denn obwohl viele Mysterien geklärt werden, bleiben ebenso viele offen. Der erste Teil ist in sich abgeschlossen, jedoch nährt die Geschichte mit ihrem wunderbaren Ende das Verlangen nach mehr. So ist für alle begeisterten Leser die Wartezeit bis zum Erscheinen des Folgeteils sicher unendlich und quälend lang.

Aufgrund dieser einzelnen bedauerlichen Tatsache kann ich aber nicht einfach einen Stern weglassen und vergebe 5 Leseratten. Mit gutem Gewissen werde ich dieses Buch weiterempfehlen.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue