Evangeline Walton: Die vier Zweige des Mabinogi

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Evangeline Walton: Die vier Zweige des Mabinogi
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Four Branches of the Mabinogion
ISBN-13
9783608951486

Informationen zum Buch

Seiten
762

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Der Fabelstoff dieser phantastischen Roman-Tetralogie ist den "Mabinogion" entnommen, einem walisischen Sagenzyklus aus dem 14. Jahrhundert, der einer sehr viel älteren, keltischen Überlieferung entstammt. Der Autorin ist das Unwahrscheinliche gelungen: Ihre Nach- und Neuschöpfung wirkt auf den Leser als die authentische Fassung, als ursprünglich-lebendige Gestalt dessen, was nur noch in Trümmern vorhanden gewesen ist. Das Ganze: ein gigantisches, farbenreiches, hinreißendes Märchenfresko. Ungeheuerliches wird sichtbar in Bildern von zauberhafter Klarheit...

Der erste Zweig des Mabinogi "Der Fürst von Annwn"

Der zweite Zweig des Mabinogi "Die Kinder Llyrs"

Der Dritte Zweig des Mabinogi "Rhiannons Lied"

Der Vierte Zweig des Mabinogi "Die Insel der Mächtigen"

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Das sog. Mabinogion ist eine Sammlung mittelalterlicher walisischer Manuskripte, deren mythologischer Inhalt aber zum Teil auch auf vorchristliche Zeiten zurückgeht. Verbindendes Element der vier Haupterzählungen, der Vier Zweige ist Pryderi, König von Dyfed, auch wenn er nicht immer eine Hauptrolle spielt. Evangeline Walton hat diese vier Zweige nach- und teilweise neuerzählt.

Der Fürst von Annwn: Pwyll, der König von Dyfed, wird bei einer Jagd vom Grauen Mann Arawn, dem Fürsten von Annwn, in dessen Welt geholt. Dort soll er eine Aufgabe für den Fürsten erfüllen, nämlich Arawns Gegenspieler Havgan im Zweikampf besiegen. Da sich Pwyll als durch und durch ehrenhaft erweist, bleibt ihm – sehr zum Vorteil auch seines Landes – Arawns Freundschaft erhalten. Die Druiden drängen ihn, sich eine Frau zu suchen und endlich für einen Nachfolger zu sorgen. Das gestaltet sich, auch weil Pwyll die ein oder andere Dummheit unterläuft, noch etwas schwierig, aber schließlich gewinnt er Rhiannon von den Vögeln als Frau und auch der Sohn Pryderi wird schließlich geboren.

Die Kinder Llyrs: Llyr ist eine Falle seines Widersachers getappt und seine Frau Penardim kann ihn nur durch ein persönliches Opfer auslösen, was zu den den Zwillingen Nissyen und Evnissyen führt. Während der Älteste von Penardims Kindern, Bran, seinem Onkel als König folgt, unterstützen ihn seine Geschwister – bis auf den bösartig veranlagten Evnissyen. Als der irische König Matholuch Brans Schwester Branwen zur Frau begehrt, zögern die Brüder zunächst, denn Branwens Sohn wäre Brans Nachfolger. Und kann man dann wirklich zulassen, daß Branwen nach Irland geht? Die Hochzeit kommt zwar zustanden, aber durch Neid, Mißgunst, böse Einflüsterungen und ein paar weitere Häßlichkeiten wird Branwen am irischen Hof gedemütigt. Als ihre Brüder davon erfahren, brechen diese mit großen Heer auf, um die Iren für die Behandlung Branwens büßen zu lassen. Am Ende sind beide Seiten Verlierer und nur wenige kehren aus Irland zurück.

Rhiannons Lied: Einer der Rückkehrer ist Brans jüngerer Bruder Manawyddan, der eigentlich den Thron übernehmen müßte. In der Zwischenzeit hat sich aber ein Cousin dessen schon bemächtigt. Manawyddan hat kein Interesse daran, seine Ansprüche durchzusetzen. Und da Pryderi der Ansicht ist, seine Mutter müsse seinem Vater nicht länger nachtrauern, versucht er recht erfolgreich, Rhiannon und Manawyddan zu verkuppeln. Da Dyfed unter einem Fluch liegt und entvölkert ist, zieht die Familie über die ganze britische Insel und versucht, ein Auskommen zu finden. Aber es kommt auch die Zeit der Rückkehr nach Dyfed und des Kampfes gegen den Fluch.

Die Insel der Mächtigen: Gwydion ist der Neffe und designierte Nachfolger Maths des Uralten, König von Gwynedd. Als junger Mann begeht er einige Torheiten, die ihm eine harte Strafe seitens seines Onkels eintragen. Gwydion lernt jedoch daraus. Er nimmt sich später seines eigenen Neffen an, da Gwydions Schwester Arianrhod kein Interesse an ihrem eigenen Kind hat, im Gegenteil verflucht sie ihn sogar. Zweimal gelingt es Gwydion, seine Schwester auszutricksen, der dritte Fluch kann jedoch nicht so leicht umgangen werden. Math und Gwydion schaffen mit vereinten Kräften eine nichtmenschliche Frau für Llew, die aber noch für großen Verdruß sorgt.

Ich kannte bereits Auszüge aus dem Mabinogion, und war daher doch angenehm überrascht, wie flüssig sich Waltons Fassung lesen läßt. Sie hat sich ein paar Freiheiten herausgenommen und Adaptionen vorgenommen, aber der Kern der Geschichten einschließlich ihres mythologischen Charakters ist recht gut erhalten geblieben. Walton erläutert auch, wo sie die ursprünglichen Geschichten zugunsten des Erzählflusses etwas „gebogen“ hat, so daß eigentlich nur die walisischen Namen vielleicht als Aussprachehindernis bleiben. So weit ist alles gut und richtig gemacht. Trotzdem ist der Funke in letzter Konsequenz nicht ganz übergesprungen, ohne daß ich genau sagen könnte, woran es nun gelegen hat.

Einer der Punkte ist aber sicher, daß Walton in einem Aspekt zu dick aufgetragen hat. In ihrer Nach- oder Neuerzählung spielt der Unterschied zwischen den noch matrilinear ausgerichteten Völkern (hier heißen sie die alten Stämme) und jenen, die bereits patrilinear organisiert sind (entsprechend die neuen Stämme), eine große Rolle. Es ist zwar vermutlich nicht falsch, daß mit der Ausbreitung des Christentums, das hier nicht explizit so genannt wird, gleichwohl aber bereits zu ahnen ist, ein entsprechender Wechsel stattgefunden hat, aber Walton überstrapaziert die beiden Prinzipien und ihren Antagonismus als Basis für eine Vielzahl von Auseinandersetzungen für meinen Geschmack dann doch.

Offensichtlich ist auch, daß sie den ursprünglichen Text um einiges ausgeschmückt und damit verlängert hat, besonders deutlich wird das (auch ohne Waltons Vorwort) beim vierten Zweig, aber auch die übrigen haben eine Ausweitung erfahren. Das ist nicht per se schlecht und zu verdammen, aber dadurch haben sich auch einige Längen in die Erzählungen eingeschlichen, die nicht nötig gewesen wären. Wer möglichst nah am Original bleiben will, der sollte sich besser eine gute Übersetzung des mittelwalisischen Textes in modernes Englisch (ob es auch gute Übersetzungen ins Deutsche gibt kann ich im Moment nicht sagen) besorgen, vielleicht gleich noch eine Ausgabe mit Erläuterungen.

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Normalerweise bin ich nicht sehr lesebegeistert. Es ist schwer mich länger als eine Viertelstunde an ein Buch zu binden. Evangeline Walton ist es mit "Die Vier Zweige des Mabinogi gelungen" mich zu verzaubern, in eine andere Welt zu schicken und mich ganze Tage auf das Sofa zu fesseln. Mit ihrer wunderbar malerischen Art Realität (die damalige und die heutige) darzustellen, zu interpretieren, jedoch nie tatsächlich zu bewerten lässt sie den Leser alles vergessen. Man fühlt, was die Helden fühlen, lacht und weint mit ihnen und beginnt langsam die Welt von damals und von heute mit neuen Augen zu betrachten und zu verstehen. Die Themen reichen weit über Heldensagen hinaus. In dem Buch geht es viel mehr um Schicksal und den Einfluss der Menschen, um Religion und die Folgen der Entwicklung zum Christentum, um Macht, Ehre und Respekt und nicht zuletzt um die Rolle der Frauen im Lauf der Geschichte. Geschickt zeigt Evangeline Walton, dass sie tatsächlich weiß, worüber sie schreibt und zieht immer wieder vergleiche z.B. zur Arthur Saga und natürlich zur Bibel. "Die Vier Zweige des Mabinogi" hat es auf jeden Fall verdient, Beachtung, die über ein einmaliges Lesen hinausgeht, geschenkt zu bekommen.
Auch für demonstrative Nichtleser geeignet!!!

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