Bewertungsdetails

Fantasy & Phantastik 964
Die Jagd nach dem mächtigen Irrlicht
Gesamtbewertung 
 
3.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Die junge Alba leidet an einer Erkrankung ihrer Gliedmaßen, die ihre Bewegungsfähigkeit stark einschränkt. Daher ist es ihr größter Wunsch, frei wie ein Vogel fliegen zu können. In einer Wohnung, von der ihre Familie nichts weiß, arbeitet sie an mechanischen Schwingen, um ihren Traum Realität werden zu lassen. Mithilfe des Irrlichts, auf das die Mächtigen des Stadtstaates Ijsstedts ein Monopol haben, könnte Alba die Schwingen optimieren, aber dessen Besitz ist illegal und damit strafbar.

Mit diesem Debütroman entführt die Autorin den Leser in den Stadtstaat Ijsstedt und stellt dessen Gesellschaftsstruktur und Bewohner vor. Die Stadt ist in mehrere Bezirke unterteilt, die in der Hand mächtiger Banden und deren Bosse liegt und die unter anderem Handel mit dem illegalen Irrlicht betreiben. Die Oberschicht Ijsstedt verdankt ihren Wohlstand und Komfort dem gasförmigen und leicht entzündlichen Irrlicht, das sie streng bewachen lässt. Sogenannte Irrlichtkinder, junge Menschen, die vor Jahren eine verheerende Irrlichtexplosion trotz Vergiftung überlebt haben, stehen im Dienst der königlichen Regierung und sollen dem illegalen Irrlichthandel auf die Schliche kommen.

Die arme Bevölkerung profitiert nicht vom Irrlicht, im Gegenteil, viele Familien haben Angehörige bei Explosionen oder Bränden durch das Gas verloren, ohne eine entsprechende Entschädigung erhalten zu haben. In der Organisation Gerechtigkeit haben sich diese Menschen gefunden, die für einen friedlichen Dialog mit der Regierung einstehen. Jedoch wird die Organisation zunehmend von den Banden unterlaufen.

Der Roman ist so aufgebaut, dass der Leser diese Informationen erst nach und nach durch die Lektüre enthält, was ich normalerweise sehr gut finde, aber hier hätte ich mir manchmal gewünscht, dass diese Informationen einige Seiten zuvor geliefert worden wären. So hatte ich teilweise zu viele offene Fragen auf einmal, was den Lesefluss etwas gestört hat.

Überrascht hat es mich, dass die komplexe Geschichte aus mehreren Handlungssträngen besteht, damit hatte ich bei dem Klappentext nicht gerechnet; fand ich aber gut, da wir so die Ijsstedter Gesellschaft und ihre Probleme aus verschiedenen Blickwinkel erleben. Allerdings gab es zwei Handlungsstränge, bei denen mir die Entwicklung gefehlt hat, die Figuren agierten mir zu wenig und teilweise war für mich nicht ersichtlich, wo denn nun eigentlich ihre Ziele liegen oder wie sie diese erreichen wollen.

Die Entwicklung von Alba als kranke junge Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und durch die Geschehnisse ihr Selbstbewusstsein stärken kann, hat mir gut gefallen. Teilweise war mir die Entwicklung allerdings zu drastisch und am Ende hatte ich ein paar offene Fragen zu ihrer Motivation, aber da die Autorin eventuell einen zweiten Band plant, könnte ich mir vorstellen, dass diese Fragen dort nochmal aufgegriffen werden.

Das Buch ist zwar abgeschlossen, aber dennoch bleiben einige Fragen offen, was die weitere Entwicklung Ijsstedts angeht, und bietet somit Raum für eine Fortsetzung. Anmerken möchte ich noch, dass die Autorin nicht unbedingt zimperlich mit ihren Figuren umgeht.

Bis auf die oben genannten Schwachpunkte hat mich der Roman gut unterhalten, die Handlung ist komplex und spannend und ich würde mich über ein Wiedersehen in Ijsstedt freuen.

Eine Anregung habe ich noch: es wäre schön, wenn die Karte von Ijsstedt auch ihren Weg in das eBook finden würde.
War dieser Kommentar hilfreich für Sie? 0 0

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

 

Affiliate-Programm von LCHoice (lokaler Buchhandel) und Amazon. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue