Bewertungsdetails

Gesamtbewertung 
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Der 15-jährige Eragon, der relativ unbedarft mit seinem Onkel und Cousin gemeinsam in den Bergen von Alagaesia lebt, gerät durch einen mysteriösen Zufall an ein Drachenei - ein Objekt, an dem in der Folge auch der tyrannische Herrscher Galbatorix sowie einige andere Gruppen gesteigertes Interesse zeigen. Als der Drache schließlich schlüpft und mit Eragons Hilfe zu einer stattlichen Drachendame namens Saphira heranwächst, gerät seine Welt allerdings vollkommen aus den Fugen. Die Häscher des Königs setzen sich auf seine Spur, ermorden seine Familie und nötigen ihn zu einer überstürzten Flucht durch das gesamte Königreich, bei der er allerdings von Brom unterstützt wird - einem Geschichtenerzähler mit einer geheimnisvollen Vergangenheit.

Dieser offenbart ihm den Grund für das Interesse, das Galbatorix an ihm hat: so ist doch dieser ursprünglich nur an die Macht gekommen, weil er die mächtigen Drachenreiter, Hüter des Landes und seiner Bevölkerung, fast vollständig ausgelöscht hat. Eragon und Saphira könnten nun der Grundstein eines neuen Geschlechts von Drachenreitern werden - was von dem Tyrannen unbedingt verhindert werden soll, worauf aber andere Gruppen ihre ganze Hoffnung setzen. Eragon hat allerdings nicht viel Zeit, seine und Saphiras neue Fähigkeiten auszuprobieren und zu entwickeln, bevor es in einer Bergfestung zur alles entscheidenden Schlacht zwischen den Heeren des Königs und den Rebellen kommt.

Christopher Paolini war erst 15 Jahre alt, als er mit diesem ersten Band der Eragon-Serie sein gefeiertes Autorendebut gegeben hat. Das Buch liest sich nach einem etwas zähen Beginn recht flüssig, die Geschichte ist spannend erzählt und schafft es auch, die Spannung bis zum Ende zu halten, die Charaktere, zumindest die wichtigsten, gewinnen im Verlauf der Handlung zunehmend an Profil. Der Stil ist erfrischend locker und gelegentlich auch sehr humorvoll, so sind die Kommentare der koketten Drachendame Saphira immer herzerfrischend respektlos und trocken.

Und dennoch bleibt am Ende der Lektüre ein etwas flaues Gefühl - so als hätte man allzuviel von dem, was man gerade gelesen hat, schon gekannt. Es tauchen extrem viele typische und in der Masse auch klischeehafte Fantasyelemente auf, die leider auch nicht besonders originell neu verknüpft werden. Da gibt es den typischen Gegensatz zwischen den bösen Orks und den guten (und verbündeten) Elfen und Zwergen, die nicht viel mehr als Stereotype sind, obwohl Paolini sie etwas anders benennt. Da ist die “geheime Sprache”, die, eigentlich lange verschollen, dem Eingeweihten doch gewaltige Macht verleiht. Und da ist der arme Junge mit der mysteriösen Herkunft, der sich schließlich nur aufgrund dieser Herkunft als Weltenretter entpuppt, bis dahin aber endlose Wanderungen durch feindliche Lande, Verrat und Tod ertragen muss und in dieser Zeit zum Superhelden mutiert. All das ist, zumindest für einen regelmäßigen Fantasy-Leser, der auch schon mal einen Blick in die wirklichen Benchmarks dieses Genres geworfen hat, mehr als vorhersagbar und wirkt in der Simplizität, wie man sie hier vorfindet, mehr als einmal ermüdend. Ein Vergleich mit dem “Herrn der Ringe” verbietet sich auf jeden Fall, solange Paolini dieses Meisterwerk der Fantasy nur als Schablone benutzt.
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