Bewertungsdetails

Fantasy & Phantastik 2853
Mehr als bloße Unterhaltung
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0
Nathaniel ist zwei Jahre älter und um einiges erfolgreicher geworden. Mittlerweile im Innenministerium angestellt, ist er Protegé einer einflussreichen Zauberin und voll darauf eingestellt, Karriere zu machen. Leider kommen ihm da die Resistance, die er enttarnen soll, und seine eifersüchtigen Kollegen, die seinen Aufstieg missgünstig beobachten, dazwischen. Die verheerende Zerstörung einer Reihe feiner Geschäfte lässt seine Probleme eskalieren: In Aussicht eines drohenden Karriereendes tut er, was er nie wieder machen wollte: er beschwört einen sehr missmütigen Bartimaeus als Helfer.
Die dritte Hauptperson ist die "gewöhnliche" Kitty, die zwar selbst keine Magierin, aber als Mitglied der Resistance eigentlich doch eher ungewöhnlich ist. Sie kämpft zusammen mit Fred, Stanley und anderen gegen die Herrschaft der Zauberer, ihre Überfälle werden aufgrund eines Insiderinformanten immer effektiver und schließlich plant die Resistance einen Raubzug in der Westminster Abbey...

Während sich Band I doch sehr auf Nathaniel, Bartimaeus und die Zauberer konzentriert, bekommen wir im zweiten Teil einen übergreifenden Einblick in den Gesellschaftsaufbau von Nathaniels England. Die Lebensbedingungen der "gewöhnlichen Leute" lassen zu wünschen übrig: rechtlos sind sie den Launen der Zauberer ausgesetzt, die Überwachung ist nahezu total und Medien und Schulwesen befinden sich fest in Magierhand. Die meisten Gewöhnlichen leben damit sehr gut, nehmen die Einschränkungen ihrer Freiheit hin, oder nicht einmal wahr: zu "normal" ist ihr Leben, eine Alternative ist für sie nicht vorstellbar. Andere leiden zwar unter ihrer Unfreiheit, wissen aber sehr gut, dass jedes Anzeichen von Widerstand drakonische Bestrafungen nach sich zieht. Nur die kleine Gruppe der Resistance kämpft aktiv gegen die Obrigkeit. Wie effektiv ihr Kampf, bei dem immer wieder Mitglieder ihr Leben lassen müssen, eigentlich ist, das beginnt sich Kitty im Laufe des Buches zu fragen. Und wie "gut" sind sie eigentlich wirklich? Auch diese Frage stellt sich Kitty schließlich. Gerade hier unterscheidet sich das Buch meiner Meinung nach positiv von vielen anderen Fantasyromanen, erst recht solchen mit jugendlicher Zielgruppe. Auch das Verhalten der "Guten" wird nämlich in Frage gestellt, und mit Nathaniel wurde eine Figur geschaffen, an deren Beispiel gezeigt wird, wie ein junger Mensch die Normen seiner Gesellschaft übernimmt, ohne sie zu hinterfragen. Er ist kein bösartiger Mensch, er tut nur, was alle tun, und hält das für vollkommen normal und richtig. Das Buch kann zum Nachdenken über gesellschaftliche Zustände anregen, ohne dass das den LeserInnen aufgedrängt wird.
Dies ist allerdings nicht die einzige Lesart; das Buch verfügt auch über reichlich Spannung (nur die ersten 50 Seiten schleppten sich etwas), Witz, für den natürlich hauptsächlich Bartimaeus steht (übrigens auch er eigentlich keine wirklich "gute" Person, obwohl er sich als Sympathieträger anbietet), und eine gute Grundidee.
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