Bewertungsdetails

Interessante Idee, aber...
Gesamtbewertung 
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Ich habe dieses Buch im englischen Original unter dem Titel "The Enchantments of Flesh and Spirit" gelesen.
Achtung: Constantine hat ihre Wraeththu-Trilogie 2003 überarbeitet. Ich habe allerdings die alte Version gelesen und nur auf sie bezieht sich meine Rezension!

Kurzbeschreibung laut Amazon:
Pellaz lebt mit seiner Familie abgeschieden auf dem Land. Erst durch Reisende erfährt er, dass die Welt um ihn herum im Verfall begriffen ist. In den Ruinen hat die Menschheit auf mysteriöse Weise eine neue Spezies ausgeprägt - die Wraeththu. Eines Tages taucht ein junger Fremder auf der Farm auf, zu dem Pellaz sich magisch hingezogen fühlt. Am nächsten Morgen bricht er mit ihm auf in ein neues Leben - zu schönen androgynen Wesen, welche die Macht besitzen, Menschen zu Ihresgleichen zu transformieren.Doch neben ihnen gibt es auch Stämme, die marodierend durch die Städte ziehen. Liebe, Macht, Intrigen, Gewalt, Magie und der Aufbruch in die sagenhafte Stadt Immanion. Ob als militante Barbaren oder als erleuchtete Nahir-Nuri, eines wird Pellaz klar: Die Wraeththu werden das Gesicht der Welt für immer verändern. Und sein eigenes Schicksal wird entscheidend damit verknüpft sein. Seit Der Zauber von Fleisch und Geist und damit die Welt der Wraeththu 1987 erstmals erschien, hat das Buch die Seelen und Herzen von Lesern auf der ganzen Welt erobert. Die deutsche Erstveröffentlichung der überarbeiteten Edition enthält neues Material und veränderte Szenen.

Meine Meinung:
Eine Rasse, die als Fortentwicklung der Menschheit auftritt und diese allmählich in ihrer Herrschaft über die Erde ablöst, eine Rasse, in der die Aufteilung auf zwei Geschlechter aufgehoben ist, das klang interessant.
Und interessant begann es auch. Pellaz, ein naiver Jugendlicher, der isoliert auf einer abgelegenen Farm aufgewachsen ist, hat nur gerüchteweise von den Wraeththu gehört, die angeblich junge Männer rauben. Als eines Tages ein Fremder, Cal, auftaucht, merkt er sofort, dass dieser zu den Wraeththu gehört, kann sich aber dessen Faszination nicht entziehen und folgt ihm.
Bald selbst in einen Wraeththu verwandelt, reist er gemeinsam mit Cal durch die neue Welt, in der die Menschen nur noch eine marginelle Rolle spielen, und lernt verschiedene Wraeththu-Völker kennen.
Dieser erste Teil dieses ersten Bandes hat mir gefallen. Langsam entdecken wir gemeinsam mit Pell die Welt und ihre Regeln und Gesetze. Gut geschrieben und aufgebaut, machte er Lust auf mehr. Allerdings nahm er ein abruptes, dramatisches Ende und das Buch eine Entwicklung, die mir weniger gefiel.

Im zweiten Teil gerät Pell in den Einflussbereich von Thiede, einem sehr mächtigen Wraeththu, und damit beginnen nicht nur seine Probleme. Ich bekam ziemliche Probleme mit der Glaubwürdigkeit. Wieso ist Thiede zum Beispiel so mächtig? Die (als schockierend geplante) Antwort auf diese Frage hatte ich früh selbst gefunden, sie erklärt aber nicht, wieso sich alle anderen Wraeththu ihm unterwerfen, sein Handeln einfach akzeptieren. Dieses wurde an einigen Stellen mit einem kritischen Unterton geschildert, von dem ich aber nicht sicher bin, ob er wirklich vorhanden war, oder ob ich diese Kritik nur hineinlas, denn gleichzeitig wurden Thiedes Handlungen als völlig normal und in Ordnung geschildert.
Auch fragte ich mich, inwiefern die Wraeththu wirklich eine bessere Alternative zur Menschheit bieten. Es wurde zwar immer wieder darauf hingewiesen, dass dies so sei, aber ausgeführt wurde es nicht. Aber ich nahm dies erst einmal hin und hoffte darauf, in den folgenden beiden Bänden Antworten auf meine Fragen zu bekommen. So machte dieser erste Band einen etwas unfertigen, halbgaren Eindruck auf mich. Die Welt der Wraeththu konnte mich nicht richtig überzeugen.
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