Naomi Novik: Drachenbrut

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Naomi Novik: Drachenbrut
Verlag
ET (D)
2007
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
His Majesty's Dragon
ET (Original)
2006
ISBN-13
9783442244430

Informationen zum Buch

Seiten
454

Serieninfo

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Im unruhigen Seegang hob und senkte sich das vom Blut der Kämpfenden glänzende Deck des französischen Schiffes in Besorgnis erregendem Maße.

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Als die HMS Reliant eine französische Fregatte aufbringt, kann Captain Will Laurence noch nicht ahnen, wie sehr sich sein Leben bald schon ändern wird. Denn die Fregatte hat eine höchst kostbare Fracht an Bord: ein noch nicht voll ausgebrütetes Drachenei, dem schon bald eine jener sagenhaft mächtigen Flugkreaturen entschlüpfen wird. Will Laurence weiß um seine Pflicht: Er muss dem Drachen einen Namen geben und so der lebenslange menschliche Begleiter dieses Geschöpfes werden. Auch wenn das bedeutet, dass er die Planken seines geliebten Schiffes für immer verlassen und sich in die Lüfte erheben muss - als ein Feuerreiter Seiner Majestät ...

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Der zuweilen hitzköpfige englische Marinekapitän der HMS Reliant, William Laurence, erbeutet im Jahre 1805 im Kampf mit einer französischen Fregatte ein Drachenei, aus dem binnen einer Woche ein neugieriger, kleiner (und sehr hungriger) Drache schlüpft. Laurence, der sich zu Anfang nur aus Pflichtgefühl um den Kleinen kümmert, entwickelt recht bald eine tiefe Zuneigung zu Temeraire - wie er den Drachen nennt - auch wenn das ihn dazu zwingt, seine geliebte Marine zu verlassen und ein Flieger bei den Luftstreitkräften Englands zu werden.

So ziemlich das Erste, was mir bei diesem Roman auffiel, war die irritierende Mischung aus historischen Gegebenheiten und Drachensaga: Novik erweitert hier die napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts um Drachen, die in jedem Land Europas gezüchtet und im Kampf eingesetzt werden. Was mich zuerst verwirrte (schließlich bekommt nicht jede Fantasiegestalt einen Orden für die Teilnehme an Schlachten, die wirklich stattgefunden haben) entwickelte schon nach den ersten Seiten seinen Reiz, weil Naomi Novik es versteht, die Drachen vollständig in die damalige Gesellschaft und ihre Konventionen zu integrieren. Laurence, der aufgrund seiner Erziehung anfangs Probleme mit der freieren Art der Flieger hat (Frauen bei den Luftstreitkräften?!) und Laurence' Vater, der es als Lord partout nicht haben kann, dass sein Sohn bei den gesellschaftlich nicht beliebten Fliegern anfängt, sind nur zwei Beispiele, wie Novik die damaligen Begriffe von Ehre und die Konventionen in ihr Buch einfließen lässt und sich gleichzeitig in der Person von Laurence, der mit diesen Konventionen aufgewachsen ist, damit auseinandersetzt.

Womit ein nächster Pluspunkt angesprochen wäre: Die Hauptfigur(en). Ich muss zugeben, dass ich den miternachtsschwarzen Temeraire schon nach den ersten 100 Seiten (eigentlich schon bei seinen ersten Worten) lieber hatte als sämtliche andere Drachenfiguren, die ich aus der Literatur kenne. Eitel, übermäßig um „seine“ Mannschaft besorgt - besonders natürlich um Laurence - , intelligent, quengelig, gelegentlich aufsässig, offen, ehrlich, in den Naturwissenschaften besser als sein Kapitän Laurence – er ist einfach herzerfrischend unkonventionell. Gemeinsam mit den anderen Drachenfiguren wie z.B. Maximus, Lily, Volatilus oder Levitas bilden die Drachen dieses Buches eine unheimlich kontrastreiche und abwechslungsreiche Truppe, die man schnell lieb gewinnt.

Laurence reicht als Temeraires Kapitän nicht ganz an die „Klasse“ seines Drachens heran; er dient schon länger in der Marine, hat Kriegserfahrung und ist mit allen gsellschaftlichen Konventionen vertraut. Das unkonventionelle Fragenstellen, das einem Temeraire so lieb macht, fehlt ihm zwar, aber er ist eine durch und durch realistische Figur, ehrbewusst, gelegentlich aufbrausend und ein pflichtbewusster Soldat. Unterstützt wird er von einigen Nebenfiguren, die allesamt gut gelungen sind: Der ruppige Berkley, die offene Jane Roland, der oberflächliche Rankin, der seinen Drachen vernachlässigt... Die Liste könnte noch beliebig erweitert werden.

Was mir noch positiv auffiel, war die Spannung. In diesem Buch passiert von Anfang an etwas, seien es (See-)Schlachten, Rettungsaktionen für einen verletzten Drachen oder Verrat. Störend war hierbei nur die Angewohnheit der Autorin, den Leser gleich „mitten hinein zu schmeißen“. Fliegen Laurence und Temeraire gegen Ende eines Kapitels zu einem Patrouillenflug los, sind sie Anfang des nächtsen Kapitels schon in ein Scharmützel verwickelt, ohne dass ich überhaupt kapiert habe, woher die Feinde denn kamen und wo sich Temeraire und seine Formation befanden. Aufgelöst wurde dieses „Rätsel“ dann erst Seiten später in einem Dialog (zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits das vorangehende Kapitel akribisch durchgearbeitet, weil ich dachte, ich hätte etwas überlesen).

Was mir persönlich noch sehr gut gefallen hat, war der Sprachstil. Noviks Buch ist für mich klar detail- und ideenreicher als beispielsweise Paolinis Drachensaga „Eragon“ und demenstsprechend wirkt die Sprache um einiges geschliffener, auch weil Novik die damalige Art zu sprechen in ihr Buch einfließen lässt. Manche Stellen des Buches wären meiner Meinung nach in einem Jane Austen Roman nicht aufgefallen, so „drin“ ist Novik stellenweise in Stil und Denkweise des frühen 19. Jahrhunderts. Dadurch ist es natürlich nicht für alle Jugendlichen angenehm zu lesen, die Reden von Laurence oder Admirälen wirken manchmal hölzern, der Sinn ist nicht sofort klar, aufpassen und mitdenken muss man hier sicherlich mehr als im schon genannten „Eragon“. Für mich persönlich macht auch das die Klasse von „Drachenbrut“ aus, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Insgesamt kann ich dem Buch für die guten Ideen, den gelungenen Spannungsbogen, gute (menschliche) Hauptfiguren und natürlich – last but certainly not least - den herzerfrischenden Temeraire nur 5 Ratten geben.

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