Leonie Swann: Dunkelsprung

 
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Leonie Swann: Dunkelsprung
Untertitel
Vielleicht kein Märchen
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783442313877

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ein blauer Samtvorhang teilt sich, eine weiß behandschuhte Hand nimmt unser Ticket entgegen.

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Handlungsort

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Ein Flohzirkus in London, eine verwunschene Villa
in Yorkshire und eine geheimnisvolle Meerjungfrau –
entdecken Sie eine ganz neue Welt!

Julius Birdwell, Goldschmiedemeister, Flohdompteur und unfreiwilliger Einbruchkünstler, wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich eine ruhige, unbescholtene Existenz führen zu können. Doch als seine Flohartisten einem plötzlichen Nachtfrost zum Opfer fallen und die geheimnisvolle Elizabeth Thorn in sein Leben tritt, überstürzen sich die Ereignisse. Ein Magier wird ohnmächtig, eine alte Dame macht sich in einem gestohlenen Lastwagen davon, ein Detektiv mit Konzentrationsstörungen findet zu einem ungewöhnlichen Haustier, und Julius sieht sich auf einmal mit existentiellen Fragen konfrontiert: Wie befreit man eine Meerjungfrau? Wie viele Flöhe passen auf eine Nadelspitze? Und warum ist das Leben trotz allem kein Märchen? Julius bleibt nichts anderes übrig, als sich weit über den Tellerrand seiner Welt hinauszulehnen und den Sprung ins Unbekannte zu wagen. Ein phantastisches Abenteuer beginnt ...

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(Aktualisiert: 28 Januar 2015)
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Sprache & Stil 
 
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Sprung ins Surreale

Ich muss zugeben, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich in dieser Geschichte richtig "drin" war. Leonie Swann startet mit mehreren undurchsichtigen Handlungssträngen, die mich ziemlich verwirrten. Aber im Laufe der Lektüre, so ungefähr nach einem Drittel, werden die Stränge immer mehr verknüpft und ich konnte der Handlung besser folgen. Dann fing das Buch an, richtig Spaß zu machen.

Wer von den Schafskrimis "Glennkill" und "Garou" begeistert war und sich nun eine ähnliche Lektüre erwartet, der sei gleich mal vorgewarnt. Bei "Dunkelsprung" handelt es sich nämlich um reine Phantastik für erfahrene Leser des Genres und damit um ein Buch, dass sich erheblich von den beiden Schafskrimis unterscheidet.

Die Autorin führt einen ganz Schwung sehr skuriller Figuren ein, und es dauerte eine ganze Weile, bis ich mit ihnen warm wurde. Zunächst erscheinen sie wie Marionetten, aber im Laufe der Handlung kommen ihre Beweggründe und Persönlichkeiten zutage. Dagegen fand ich die Fabelwesen, die die Handlung bevölkern, von Anfang an sehr gelungen und phantasievoll.

Für mich die absoluten Sympathieträge waren allerdings die Flöhe - die sind Leonie Swann wirklich toll geraten. Hier fühlte ich mich am ehesten an die Schafskrimis erinnert, denn auch hier ist es nötig, die Welt aus der Sicht eines anderen, dem Menschen völlig fremden Wesens zu betrachten. Während bei den Schafen vor allem die Individualität der einzelnen Tiere das Salz in der Suppe war, ist bei den Flöhen bis auf wenige Ausreißer das Kollektiv im Mittelpunkt. Den einzelnen Flohpersönlichkeiten kommt man als Leser eher nicht so nahe; für mich waren das die besten Szenen, als die Flöhe ihre Trinklieder sangen oder gemeinsame Entscheidungen trafen. Sehr intensiv fand ich auch die Beziehung zwischen der Hauptfigur Julius Birdwell und seinen Flöhen, die erst nach und nach in ihrem ganzen Ausmass zutage kommt.

Da Flöhe Tiere sind, die gerne springen und das 200fache ihrer Körpergröße springen können, gibt es viele Wortspielereien mit dem Wort Sprung, die mich zum Schmunzeln brachten. Aber auch der Floh im Ohr ist hier nicht nur sprichwörtlich zu erwarten. Überhaupt, sprachlich hat mich Leonie Swann voll überzeugt. Sie brilliert mit einem opulenten Wortschatz und einem eleganten Sprachstil, gespickt mit jeder Menge Wortwitz, der mir das Lesen zum Genuss gemacht hat.

Daher bleibt als einziger Kritikpunkt der Plot, der anfangs seine Schwächen hat, nach einem Drittel aber die Kurve bekommt und dann durchdacht und ausgeklügelt erscheint. Ich fand die Lektüre nach den beschriebenen Startschwierigkeiten geistreich, spannend und phantasievoll, kann mir aber gut vorstellen, dass nicht jeder Leser mit diesem außergewöhnlichen Phantastikroman zurecht kommt. Am Ende bleiben ein paar Fragen offen, war mich überhaupt nicht gestört hat, aber wer alles bis ins Kleinste aufgelöst haben möchte, wird hier ebenfalls nicht zufrieden sein. Irgendwo habe ich schon etwas von einer Fortsetzung gelesen, das würde ich sehr begrüßen - die Flöhe wären mir in jedem Fall willkommen!

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