Victoria Schlederer: Fortunas Flug

Victoria Schlederer: Fortunas Flug

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Victoria Schlederer: Fortunas Flug
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453527638

Informationen zum Buch

Seiten
480

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Schlagworte
Erster Satz
Mit der Zeit hatte der Spuk in der Kapelle des k.-u.-k.-Pensionats für Höhere Töchter in Enns eine gewisse Berühmtheit erlangt.

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Jenseits der Wolken… entdecken Sie eine völlig neue Welt!

Wien 1913: Klatschkolumnistin Stella Schönthal ist eigentlich nur dem neuesten Skandal der Wiener K.-u.-k.-Gesellschaft auf der Spur, als sie Zeugin einer Bluttat wird. Der geniale Konstrukteur des Luftschiffes „Fortuna” nimmt sich vor ihren Augen das Leben. Neugierig beginnt Stella Nachforschungen anzustellen. Hängt sein Tod mit dem bevorstehenden Jungfernflug der „Fortuna” zusammen? Welches Geheimnis umgibt das Luftschiff? Und was will der mysteriöse Graf Trubic von Stella? Ihre Ermittlungen führen sie bis nach Prag und schließlich über die Grenzen unserer Welt hinaus ...

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Wiener Melange

Wien im Jahr 1913. Stella ist Gesellschafterin einer älteren Lebedame, als sie plötzlich in übersinnliche Machenschaften hineingezogen wird, bzw. sich voller Neugier auf entsprechende Pfade begibt. Zeitgleich soll der suspendierte Agent des Departements für okkulte Angelegenheiten, Graf Trubic, das Geheimnis um das (magische) Luftschiff „Fortuna“ lösen. Ich habe erst nach dem Lesen bemerkt, dass es bereits einen Vorgängerband um den Grafen gibt, „Des Teufels Maskerade“, so manches Mal hatte ich aber das Gefühl, dass mir Informationen fehlten, wenn mal wieder in einem Nebensatz auf Geschehnisse in der Vergangenheit verwiesen wurde. Verständlich war das Buch allerdings trotzdem, zumal Hauptfigur Stella wohl eine neue eingeführte Figur ist.

Gerade zu Beginn war es mir ganz allgemein zu viel Hofschranzerei, Chichi und Gesellschaftskram, ich hatte Steampunk und Magie erwartet und keine festlichen Bälle und Gedanken um die gesellschaftliche Stellung. Dazu kommt eine ziemlich große Anzahl von Personen, die sich allerdings im weiteren Verlauf als irrelevant herausstellen. Irgendwann, als Stella tiefer in die magischen Belange hineingezogen wurde, gefiel es mir dann besser, die Geschichte wirkte dann auch fokussierter. Über die Motive der Figuren hätte ich aber so einige Male gerne mehr erfahren, um ihre Handlungen besser zu verstehen. Vor allem aber wurde mir der magische Hintergrund der beschriebenen Welt generell zu wenig erläutert, ich hätte gern gewusst, welche magischen Möglichkeiten es gibt, wie sehr Magie ins öffentlich Leben eingebunden ist etc. Es haperte einfach an der Darstellung bzw. Ausgestaltung des Konzepts hinter der Geschichte.

Ich habe beim Lesen unwillkürlich Vergleiche zu Ju Honisch (Das Obsidianherz und Fortsetzungen) gezogen (gleiches Genre, ähnliche Zeit, München und Wien ähneln sich für mich (aus NRW-stammend) auch…), wobei Honisch dabei das rundere Werk abgeliefert hat. „Fortunas Flug“ war nicht schlecht, sprachlich habe ich gar nichts zu mäkeln, aber die Autorin hätte so manches Mal mehr in die Tiefe gehen müssen.

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Historisch und magisch gut kombiniert, jedoch stellenweise zu lange Sätze

Wien 1913: Stella ist Gesellschafterin bei Katalin und damit eigentlich doch gut beschäftigt. Nebenbei schreibt sie aber unter einem Pseudonym für ein Schmierblatt Klatschgeschichten über die feine Wiener-Gesellschaft. Dank dieser kleinen Arbeit als Reporterin wird sie Zeugin einer etwas seltsamen Hochzeit, die mit einem Todesfall endet und eine ganze Reihe mysteriöser Handlungen nach sich zieht. Als schließlich ein liebeskrankes Dienstmädchen und der geheimnisvolle Graf Trubic bei Stella auftauchen, sieht sie sich endgültig im Mittelpunkt spannender Ermittlungen und magischer Vorfälle gefangen.

Ich muss gestehen, dass mir die Lektüre dieses Buch nicht immer leicht gefallen ist und mir die Kombination aus altem wienerisch und langen Sätzen doch oft einige Mühe gekostet hat. Darüber hinaus handelt es sich bei diesem Roman, um den Nachfolgeband zu "Des Teufels Maskerade" und ich bin sehr dankbar, dass ich das Buch in einer Leserunde gelesen habe und so meine vorhandenen Wissenslücken geschlossen werden konnten. Als Einzelroman würde ich dieses Buch eher nicht empfehlen, sondern schon lieber vorher den anderen Teil lesen.

Stella war mir dafür auf Anhieb sympathisch und auch Graf Trubic konnte mich zumindest faszinieren. Insgesamt sind die Charaktere alle sehr detailliert ausgearbeitet und ich konnte sie mir alle gut vorstellen. Auch die Umgebung, das alte Wien und die magischen Elemente werden gut dargestellt und haben in meinem Kopf schöne Bilder erzeugt. Die magischen Elemente und Figuren fand ich sehr interessant und spannend und hätte mir jedoch gewünscht, dass noch mehr auf die Magie, ihre Wirkung und die Parallelwelt eingegangen wird. Gerade auch Stella's magische Begabung bleibt eher im Hintergrund und nicht wirklich greifbar. Genauso wie ihre doch spannende Lebensgeschichte, zwar kurz beleuchtet wird, einige Dinge, aber trotzdem bis zum Ende im Dunkeln bleiben.

Am Ende überschlagen sich die Ereignisse, was sehr spannend zu lesen ist. Jedoch hätte ich mir einige Schlussfolgerungen doch etwas ausführlicher beschrieben gewünscht und nicht nur, dass die Person gerade daran denkt und dann etwas tut, was für mich aber im ersten Moment nicht so ganz nachvollziehbar ist. Gerade Graf Trubic agiert gegen Ende teilweise für mich nicht mehr nachvollziehbar. Dank der Leserunde konnte ich zwar schließlich seine Beweggründe gut nachvollziehen, hätte ich das Buch jedoch alleine gelesen, wäre er am Ende für mich nur noch mit großen Fragenzeichen zurück geblieben.

Alles in allem ein gut aufgebauter und recherchierter Roman, dem jedoch kürzere Sätze und manchmal detaillreichere Erklärungen gut getan hätten.

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Magisches Wien

Was wäre, wenn unsere Welt tatsächlich magisch wäre? Wenn Magie zum normalen Leben gehören würde? Wenn die Magie so viel Raum einnehmen würde, dass es das „Bureau für okkulte Angelegenheiten“ geben würde, von dem zwar jeder schon einmal gehört hat, dessen Existenz aber doch mehr ein Gerücht denn Wahrheit zu sein scheint.

Nun, wer wissen will, wie es wäre, der sollte sich an die Seite von Stella Schönthal begeben und mit ihr das Wien 1913 erkunden. An ihrer Seite die Gesellschafterin der halbseidenen Dame Katalin und gleichzeitig Klatschkolumnistin sein, mit ihr gemeinsam Graf Trubic kennenlernen und das „Bureau für okkulte Angelegenheiten“.

Schneidige Offiziere, Adelige, Damen der Gesellschaft und Kurtisanen – sie alle tragen dazu bei, uns ins Wien des Jahres 1913 zu katapultieren. Fein gestreute Wiener Redensart verleiht auch den Nebenfiguren Kontur.

Victoria Schlederer lässt abwechselt den Erzähler über den Grafen Trubic und Stella in der Ich-Form berichten.
Beeindruckend ist der Wortschatz, manchmal beängstigend der Satzbau, bzw. die Länge der Sätze und deren Verschachtelungen. Hier wäre weniger manchmal mehr gewesen, auch wenn die Fabulierfreude von Victoria Schlederer mit jedem Wort zu spüren ist.

Fazit:
Ein tolles Buch, dem ich gerne meine Zeit gewidmet habe und das ich gerne weiter empfehlen werde.

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