Tobias O. Meißner: Freiheit oder Finsternis

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Tobias O. Meißner: Freiheit oder Finsternis

Autor

Biografie & Bibliografie von
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492701846

Informationen zum Buch

Seiten
478

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der Himmel, grau in grau, spie weichen Regen über das Land.

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Handlungsort

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In »Die Dämonen« entkamen zwei düstere Geschöpfe aus ihrem magischen Gefängnis und stürzten das Land in einen verheerenden Krieg. Doch das waren nur zwei - jetzt brechen die restlichen hunderttausend Dämonen aus. Eine gigantische Armee fällt in die Menschenwelt ein. Die Menschen formieren Truppen und schmieden Allianzen, aber die Übermacht ist erdrückend. In dieser Schlacht geht es nicht mehr um Besitztümer, Ländereien oder das eigene Überleben. Das Einzige, was noch zählt, ist das Schicksal der Menschheit ... Rasant und farbenprächtig wie ein Kinofilm - Tobias O. Meißner erschafft unvergessliche Bilder von einer sterbenden Welt.

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Dämonen gegen Menschen – wer wird gewinnen?

21 Jahre nach dem Tod der Dämonen Gäus und Irathindur beschließt der Dämonenkönig Orison, daß es für alle Dämonen an der Zeit ist, den Dämonenschlund zu verlassen und das neungeteilte Land Orison unter ihre Herrschaft zu bringen. Über hunderttausend Dämonen fallen über das Land und die Menschen her, die sich verzweifelt zu wehren versuchen. Unmöglich erscheinende Allianzen werden geschmiedet, aber das Dämonenheer scheint unbesiegbar.

Nachdem es im ersten Band nur zwei Dämonen brauchte, um dem Land Orison und seinen Bewohner großen Schaden zuzufügen, konnte ich mir schon ungefähr vorstellen, wozu mehr als hunderttausend Dämonen in der Lage sind, die seit ewigen Zeit darauf warten, endlich in die Freiheit zurückzukehren, um das Land zu besetzen und die Menschen vom Erdboden zu tilgen. Dämonenkönig Orison will, daß das ganze Land systematisch erobert wird, was bei einer so unübersichtlichen Horde an Dämonen, die nicht viel für Disziplin und Ordnung übrig haben, sondern vielmehr endlich ihren Spaß haben wollen, nicht so ganz einfach ist.

Die Menschen schätzen die Gefahr, die aus dem Süden auf sie zukommt, anfangs falsch ein, ein fataler Fehler, wie sich bald rausstellt. Schnell befindet sich das Heer der Königing Lae I. in der Defensive, händeringend wird nach Strategien und möglichen Verbündeten gegen den übermächtigen Gegner gesucht. Die Menschen müssen sich beeilen, denn sie werden immer weniger, da sie oftmals in der Proviantversorgung der Dämonen enden.

Das Buch dreht sich hauptsächlich um die Truppenverschiebungen der Dämonen und den Rückzug der Menschen, ein wenig zieht sich das in die Länge, bis es zu einer überraschenden Allianz kommt und Mitstreiter auftauchen, mit deren Fähigkeiten ich nicht gerechnet hatte. Das Buch endet in einer großen Schlacht, in die alle Kräfte geworfen werden. Das Finale ist für mich sehr stimmig und hat mich auf den dritten Band neugierig werden lassen. Spannend fand ich, mehr über die Vergangenheit der Dämonen zu erfahren und warum Orison seinerzeit beschlossen hat, sie in der Dämonenschlucht mit Hilfe eines Zaubers zu binden.

Auf der Seite der Menschen treffen wir auf einige Bekannte aus dem ersten Band: neben der Königin Lae I. begegnen wir Taisser Sildien wieder, den Berater und Liebhaber der Königin. Als die Dämonen in Orison einfallen, bricht er auf, um seinen alten Weggefährten Minten Liago, den Dämonentöter, zu suchen, um ihn zu überreden, ihnen im Kampf gegen die Feinde beizustehen. Neben bekannten Gesichtern aus Orison begegnen wir auch wieder den Wolkenstreichler auf ihrem Gämsen und wie lernen die Bewohner des Landes Coldrin näher kennen. Hier wartet nicht nur auf den Leser eine Überraschung.

Eine weitere Attraktion sind die Töchter Benesands: 12 junge und gutaussehende Frauen, die sich knapp bekleidet, aber mit Stichwaffen und Pferden ausgerüstet, als bezahlte Söldnerinnen verdingen und ihrem großen Vorbild Faur Benesand nacheifern.

Auf der Seite der Dämonen wird der dreiköpfige Culcah von Orison als oberster Heeresführer ernannt, er soll die Eroberung aller neun Baronate koordinieren und anführen. Gar keine so einfache Aufgabe, eine Horde außer Rand und Band geratener Dämonen in einem Heer zusammenzuhalten. Etliche Dämonen hauen ab, um ihre eigenen Zielen zu verfolgen oder einfach um endlich ihre Freiheit zu geniessen und Spaß zu haben. Kein Wunder, daß Culcah manches Mal am Verzweifeln ist und „alles zum Kotzen“ findet, wenn er wieder und wieder seine Truppenstärke durchrechnen muß.

Am meisten nervt ihn der rote Hundedämon Orogontorogon, ein Mitglied des Dämonenrates, der auf Culcahs Militärgehabe pfeift und einfach nur seinen Spaß haben und Menschen plattmachen will.

Mir hat der zweite Teil gut gefallen, auch wenn er sich in der Mitte etwas in die Länge gezogen hat. Besonders schön fand ich das Zusammentreffen mit vielen Figuren aus dem ersten Band und deren Rolle, die sie in den letzten 21 Jahren übernommen haben. Die teilweise wieder skurrilen Beschreibungen des Hauens und Stechens sind ebenfalls wieder sehr gelungen.

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Zwei Jahrzehnte nach den dämonischen Umtrieben von Irathindur und Gäus lässt Oberdämon Orison seine Untertaen aus dem Schlund. Wie eine Flutwelle brechen die Monsterheere über die Menschen herein. Diese haben den Dämonen praktisch nichts entgegenzusetzen, deshalb beschließt Königin Lae Hilfe in Coldrin zu suchen. Während große Teile des Landes nach und nach an die Dämonen fallen, flüchten die überlebenden Menschen nach Norden.

In diesem "Dämonen"-Band geht es viel brutaler, aber auch spannender und lockerer bzw. witziger zu als im ersten Band. Alte Bekannte aus dem ersten Buch sowie neue Figuren betreten die Romanbühne, manche, um sofort wieder das Zeitliche zu segnen, andere halten etwas länger durch. Was das angeht, ist der Autor einfach gnadenlos. Trotzdem - diesen Band zu lesen macht einfach Spaß! Es ist nicht einmal nötig, den ersten Teil zu kennen. Beim Lesen fallen einem einige Details aus der Vorgeschichte wieder ein, und wenn nicht - macht das auch nichts. Tobias Meißner streut geschickt Hinweise auf frühere Geschehnisse in das Buch ein, so dass man sich ein gutes Bild vom ersten Band machen kann.

Erwähnt werden muss der geniale Schreibstil. Was den angeht sucht der Autor seinesgleichen. Bevor ich vor ein paar Jahren den ersten "Hiob"-Band las war mir überhaupt nicht bewusst, wozu die deutsche Sprache fähig ist. Tobias Meißners Schreibstil bezaubert, schockiert, verführt. Eine klare Leseempfehlung.

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(Aktualisiert: 23 Januar 2012)

#1 Rezensent
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Tobias Meißner in Höchstform!

Viele Jahre sind vergangen, seitdem die Dämonen Irathindur und Gäus aus dem Dämonenschlund entkamen, die Menschen gegeneinander in den Krieg führten und die Weltordnung aus den Fugen geriet. Als der ungewöhnliche Krieger Minten als einziger in der Lage war, die Dämonen zu vernichten, verschwand der Schrecken von der Erde nur zum Teil: Im Dämonenschlund kreiste und brodelte es weiter. Pläne wurden geschmiedet und nun ist es soweit: Eine riesige Armee von Dämonen erhebt sich und zieht in einen Vernichtungsfeldzug gegen die Menschen. Am Ende zählt nur: Freiheit oder Finsternis. Überleben oder Tod.

Tobias Meißner ist kein gewöhnlicher Autor. Er ist ein Künstler. Ein Magier. Und so zaubert er nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit den Empfindungen seiner Leser. Dämonen sind grausam, wild, blutrünstig, hässlich - und doch auch empfindsam oder von Minderwertigkeitskomplexen zerfressen. Doch unterscheiden sich die Dämonen dann wirklich so sehr von den Menschen?

Der Verlauf des Buches ist erfüllt von Krieg, Gefechten, Kampf und Metzelei - durch und durch deprimierend, weil Tobias Meißner nicht mal auf die Idee zu kommen scheint, den einen oder anderen zu verschonen. Er kennt keine Gnade. Mühevoll eingearbeitete Charatere werden genauso abgemurkst wie namenlose Dämonen, die im Schlachtengetümmel verloren gehen. Auch die Kapitelbezeichnungen (zwei bis zum Ende usw.) lassen einen düsteren Ausgang erahnen. Dennoch stirbt die Hoffnung zuletzt und damit die Leser nicht in schwere Depressionen verfallen, richtet sie Tobias Meißner mit spritzigen und oft schwarzhumorigen Dialogen wieder auf:

Auf dem Arm trug der rote Orogontorogon ein bleiches Menschenkind, das wiederum auf dem Arm ein gelbes Stofftier trug. Orison versuchte zu erkennen, ob das Stofftier auch etwas noch Kleineres im Arm trug, aber außer Straßenstaub und Spucke konnte er nichts ausmachen.

Obwohl der Verlauf insgesamt sehr düster ist, leuchten immer wieder kleine Hoffnungsschimmer auf. Sie blitzen in der Dunkelheit wie Glühwürmchen, doch was ist ein Glühwürmchen gegen ein Heer von Dämonen? Bis zum Schluß hängt das Schicksal der Menschheit in der Schwebe.

Bei Tobias Meißner gibt es Häppchen mit Menscheninnereien und gezuckerte Menschennierchen anstatt des üblichen phantastischen Einheitsbreis. "Freiheit oder Finsternis" wirkte auf mich noch geschliffener und tiefgründiger als "Die Dämonen". Das schriftstellerische Talent des bereits von der FAZ als "begabtesten Mythenrecycler der jungen Deutschen" gelobten Autors scheint keine Grenzen zu haben. Es wäre wohl falsch zu behaupten, dass diese Geschichte "gefällt". Von "Gefallen" kann keine Rede sein, wenn etwas so düster und verstörend, grausam und blutrünstig ist - und dennoch ist es mit Abstand eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Die Ausstattung des Buches erscheint etwas künstlich aufgebläht. Eine inhaltslosere Geschichte würde somit den Preis meiner Meinung nach nicht unbedingt rechtfertigen. Das Cover finde ich dagegen wieder sehr gelungen. Das Wissen aus dem ersten Teil ist für das Verständnis von "Freiheit oder Finsternis" nicht unbedingt nötig - es entgeht einem aber die eine oder andere Hintergrundinformation und ich empfehle deshalb trotzdem vorher die Lektüre von "Die Dämonen". Ein abschließender dritter Teil ist übrigens geplant.

Und dennoch waren sich alle Geschichtsschreiber einig, dass dieser Krieg zwischen frei erfundenen Ländern mit seltsamen Namen wie Irathindurien und Helingerdiea ein Krieg der Menschen gewesen war, in dem die Dämonen, die am Grunde des Schlundes kreisten, sich still verhalten und allenfalls schadenfroh geraunt hatten. Ein Krieg der Menschen, der den Menschen die Menschlichkeit geraubt hatte. Ein Krieg der Ideen, die nichts mit Aufbau und Schönheit zu tun gehabt hatten, sondern ausschließlich mit Zerstörung, Willkür und Gier.

Großartig. Tobias Meißner in Höchstform!

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