Alexander Lohmann: Im Mond des Styx

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Alexander Lohmann: Im Mond des Styx
ET (D)
2012
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783404206773

Informationen zum Buch

Seiten
592

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der Mond des Styx stand rot über den Wassern des Lethe.

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Vor langer Zeit bedrohten Dämonen die Welt unter den zwei Monden. Es kam zu einem Bündnis der Stämme, und die Menschen besiegten die Dämonen an den Ufern des Lethe. Damals starb der Fürst der Dämonen erst, als er vom Helden der Stämme in Stücke geschlagen war. So berichtet es die Legende. Seit einiger Zeit steht der Mond des Styx rot am Himmel. Das ist kein gutes Zeichen. Denn die Legende berichtet auch, dass dann der Dämon zurückkehren wird ...

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Düstere, unberechenbare „Sword & Sorcery“

Das Buch ließ sich für mich schnell und unterhaltsam lesen. In manchen Fantasy-Büchern resultiert die Spannung aus einer herausragenden Sprache, oder aus einer in Bann ziehenden Kulissenbeschreibung, aus den fein ausgezeichneten Charakteren, oder auch nur aus den sehr ausgefallenen Ideen. In dieser Geschichte gibt es von allem etwas, wobei die Zeichnung der Charaktere für mich ein wenig heraussticht. Fast jeder Akteur kann eine stark ausgeprägte Zielstrebigkeit aufweisen, und kommt es dann zu einem Bündnis, sorgt diese in Kombination mit den großen Typenunterschieden dafür, dass von niemandem je vorauszusagen ist, was die Person als nächstes macht.

Zentral stehen fünf Protagonisten:

Gontas ist der größte Krieger unter den Stämmen der Buschläufer und er fühlt sich im Frieden als Gefangener. Eines Tages kommt ein verschwiegenes, in sich gekehrtes, weißes Mädchen in das Dorf, dessen Träume ihr deuten, dass sie in der weit entlegenen Zitadelle Tore versiegeln solle.
Gontas nimmt das Kind in seinem Zelt auf, doch es dauert nicht lange, da wird es ihm „gestohlen“, worauf für Gontas die Suche nach ihr beginnt, die ihn auf eine Reise voller Abenteuer und Begegnungen bringt. Schnell zeigt sich, wie er es mit seinen zwei Äxten zum größten Krieger seines Volkes schaffte, da er nicht nur kämpferisch versiert ist, sondern auch zielstrebig, ausdauernd und willensstark. Um das Kind Halime wieder in seine Hände zu bekommen, sind ihm alle Mittel recht.

Das von langjähriger Erfahrung gezeichnete Söldnerpaar Mart und Tori stehen als weitere Hauptpersonen, dessen Beziehung äußerst kurios erscheint. Beide lassen kaum Gelegenheiten aus, einander Seitenhiebe auszuteilen. Sie frotzeln und halten sich immer ihre Schwächen gegenseitig vor. Mart ist der schwertführende und in die Jahre gekommene „Einauge“, und die weit jüngere Tori muss sich immer wieder anhören dass auch sie mit nur noch einer Hand ein Krüppel und zudem noch zu unbeholfen ist, um auf eigenen Füßen stehen zu können. Dennoch sind sie ein eingespieltes, einander ergänzendes Paar. Während Marts - durch die Erfahrung geprägte - Voraussicht die Söldnerfrau vor Bedrohungen schützt, profitiert Mart davon, dass seine Partnerin Gefahren eher bemerkt und schneller darauf reagieren kann. Für sie zählt einzig und allein das Materielle; sehen sie entsprechende Münzen in Aussicht, setzen sie ohne Rücksicht auf Verluste alles darauf, das Ziel zu erreichen.

Swetja kommt aus dem Norden des Landes. Sie ist die bald erwachsene Tochter eines Fürsten. Sie ist eine sehr intelligente und talentierte Sternendeuterin, die schon in frühen Jahren im Stande dazu ist komplexe Theorien zu Himmelskörpern aufgrund eigener Beobachtungen, Berechnungen und Studien aufzustellen.
Des Weiteren hat sie eine weitere, womöglich einmalige Gabe: Sie sieht Dinge, die andere nicht sehen können, wie zum Beispiel „Schatten, die ein Netz aus Dunst um Menschen spinnen“ oder „feurige Funken, die zu einem glühende Wirbel in die Unendlichkeit versinken“.

Letzteres wäre da noch der Hauptmann Borija zu nennen. Er kommt ebenso wie Swetja aus dem nördlichen Modwinja. Er scheint ein großes Ziel zu haben, das er auch allen Verbündeten mitteilt. Nur in seinen Teilzielen, bzw. wie er zu seinem großen Ziel kommt, darin hüllt er sich in Schweigen und so bleibt dessen Treiben und Motivation bis zuletzt rätselhaft und spannend.
Der Hauptmann möchte im Wesentlichen das Unheil in seinem Land eindämmen und den bevorstehende Untergang verhindern. Die Menschen des Landes verändern sich auf seltsamste Weise zunehmend, sie haben leere Blicke, wirken teilnahmslos und kühl. Ein Zusammenhang sieht er - wie Swetja - mit der Veränderung des mysteriösen Mondes Styx, der selbst nie eine kalkulierbare Bewegung aufweist und der Legende nach verbannte Dämonen zurückkehren lässt, sobald sich dieser rundet.

Dieser Rundung scheint sich der Mond dieser Zeit anzunähern und Alexander Lohmann führt die Protagonisten auf unterschiedlichste Weisen mindestens einmal zusammen.
Die Handlungsweisen aller Charaktere waren für mich stets nachvollziehbar, auch wenn diese noch so plötzlich und unerwartet kamen. Man bekommt als Leser nie das Gefühl ein Geschehen vorhersehen zu können, da die individuellen Wünsche mit den Gruppenbestrebungen zu selten im Gleichgewicht zu stehen scheinen.
Über die Sprache versucht der Autor die Söldner spezifischer, glaubwürdiger an die Leser zu bringen, indem er ihnen einen Söldner-Jargon verpasst. In der Regel lässt sich aus dem Zusammenhang erschließen, was diese mit „Abkrauten“, „Finckel“ oder „Musche“ meinen.
Das Zusammenspiel des Jargons mit den Sticheleien lockerte die gleich zu Beginn des Romans düster gehaltene Atmosphäre ein wenig auf, später schafft es dieses sogar auch in ihrer Art humorvoll zu werden.
Selbstverständlich wird auch viel gekämpft. Die Kämpfe sind sehr abwechslungsreich, wie auch die Gegner niemals die Gleichen sind. Gekämpft wird gegen Riesenskorpione, Wurmghule, Steinwesen oder Hexer. Blut wird aber nicht nur in den in Städten, Grotten, Wüsten, oder abstrusen Wäldern geführten Kämpfen vergossen, sondern auch in ausgefallenen, für mich nachhaltig wirkenden Folterszenen.

Alexander Lohmann hat hier einen ideenreichen, in sich schlüssigen Fantasy-Roman geschaffen, der trotz einer gewissen Komplexität übersichtlich bleibt, in dem alle aufgekommenen Fragen spätestens am Ende beantwortet werden. Dennoch bleibt noch genügend Luft für die Weiterführung einer Geschichte um die eine oder andere Figur, die das Abenteuer überlebt hat, da aus meiner Sicht die entsprechenden Personen mit ihren charakterlichen Zügen und Eigenschaften noch lange, lange nicht ausgereizt sind!

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