Markus Heitz: Wédora

 
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Markus Heitz: Wédora
Untertitel
Staub und Blut
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783426654033

Informationen zum Buch

Seiten
608

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ich bin hier, um Brennholz für den Winter zu ordern.

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Handlungsort

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Lebensspendend oder todbringend, geheimnisvoll oder verkommen - Juwel der Wüste oder Ende aller Hoffnung? Willkommen in Wédōra, dem Schauplatz von Markus Heitz' neuem Dark-Fantasy-Roman "Wédōra - Staub und Blut.
Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija.

Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.

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Spannend-splatterige Dark-Fantasy

Tomeija vertritt im Lande Walfor das Gesetz und sorgt für Recht und Ordnung; ihr Jugendfreund Liothan hat die Verbrecherlaufbahn eingeschlagen und verdient sich sein Brot mit Einbrüchen und Diebstählen. Dieses gegensätzliche Freundespaar gerät durch einen bösen Zauber nach Wédora, einer Parallelwelt mitten in der Wüste. Dort treffen sie auf fremde Völker, andere Gesellschaftsstrukturen, exotische Tiere und - auf eine groß angelegte Verschwörung. Währenddessen tobt zuhause in Walfor ein Machtkampf zwischen der Obrigkeit und einem schwarzmagischen Hexer. Werden Tomeija und Liothan einen Zauberer finden, der sie zurück nach Walfor hext, um dem bösen Treiben ein Ende zu setzen? Und welche Rolle spielen sie im geheimnisvollen, mystischen Wédora?

Sehr viel habe ich bisher noch nicht von Markus Heitz gelesen, aber der Klappentext zu Wédora mit seinem Wüstensetting klang sehr vielversprechend, so dass ich es wieder einmal mit ihm versucht habe. Die Erkenntnis: eine durchwachsene Lektüre, die mir durchwegs gute Unterhaltung geboten hat, in der Gesamtsicht aber doch einige Schwächen aufweist.

Was Markus Heitz ganz toll hinbekommen hat, sind Stimmung und Setting. Die Atmosphäre in Wédora ist immer geheimnisvoll, exotisch und verlockend, mich hat das sehr fasziniert und ich konnte ganz tief in diese Welt eintauchen. Auch außerhalb der Stadt erwartet den Leser eine spannende Wüstenlandschaft mit all ihren Gefahren und Abenteuern, während im Walfor-Strang eine eher gewöhnliche Mittelalterwelt geboten ist.

Auch die Figuren sind sehr gewissenhaft ausgearbeitet; mit Liothan und Tomeija gibt es zwei Hauptfiguren, die sehr gegensätzlich und kontrastreich sind. Dies bringt sehr viel Abwechslung und schafft verschiedene Perspektiven auf die Stadt und die Geschehnisse. Aber auch die Nebenfiguren glänzen mit interessanten Biographien und Eigenarten, wenn auch so manche etwas eindimensional geraten ist wie zum Beispiel der Bösewicht Durus.

Der Spannungsaufbau ist gut gelungen; ich hab mich mit dem Buch nie gelangweilt, sondern wollte immer wissen, wie es weiter geht. Das Spiel mit dem Wechsel der Handlungsstränge im spannendsten Moment beherrscht Markus Heitz perfekt. Schwächen weist die Handlung am ehesten in ihrem logische Aufbau auf; nicht alles fühlt wie aus einem Guss an. Manche Entwicklungen sind zu überkonstruiert und durchschaubar, während es auch überraschende Wendungen gibt, die nicht gut vorbereitet sind. Einige Szenen dienen alleine dem Präsentieren von teils splatterigen Horrorelementen und bringen die Handlung nicht voran; das wirkt dann ziemlich effekthascherisch und unelegant. Hier hätte ich Markus Heitz etwas mehr Raffinesse zugetraut.

Sprachlich gesehen fand ich den Text einfach gestrickt und griffig. Als störend für meinen Lesefluss empfand ich die vielen Apostrophe und "Dächlein" über den Buchstaben - muss das so sein? Über Worte wie "Scírgerêfa" bin ich jedesmal gestolpert und konnte mich bis zum Schluss nicht daran gewöhnen.

Alles in allem ist Wédora wohl eine unterhaltsame Lektüre, Popcorn-Fantasy mit Horrorelementen zum Weginhalieren, aber der Anspruch bleibt für meinen Geschmack etwas auf der Strecke. Wer damit kein Problem hat, kann sich ein paar vergnügliche und auch gruselige Lesestunden damit machen.

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Spannende Welt, die einen in ihren Bann zieht

Telonia, Walfor, ist eine beschauliche Grafschaft, in der Liothan mit seiner Frau sowie seine Jugendfreundin Tomeija leben. Dass sie die örtliche Ordnungshüterin ist, wirft manchmal einen Schatten auf ihre Freundschaft, denn Liothan ist nebenberuflich Räuber, wenn auch mit goldenem Herzen. Trotzdem ist alles friedlich und harmonisch…
Bis ein Einbruch nicht läuft wie erwartet, und Tomeija und Liothan in die Wüste einer anderen Welt gezaubert werden. Nicht nur die Wüste, auch die Metropole Wédora in ihrer Mitte ist sehr viel gefährlicher als ihre Heimat. Kurz nach ihrer Ankunft trennen sich die Wege der beiden Freunde, und sie müssen fortan jeder eigene Abenteuer bestehen, während sie versuchen, einen Weg nach Hause zu finden. In der Wüstenstadt braut sich zum Jubiläumsfest einiges zusammen, und zwischen all den Eigenheiten, der Magie und den Intrigen müssen sich die Freunde schneller einleben als ihnen lieb ist, um sich in der Stadt behaupten zu können.

Wédora war mein erstes Buch von Markus Heitz, und ich bin hellauf begeistert. Schon in den ersten Kapiteln, die in der Wüste spielen, hatte mich die Welt von Wédora in ihren Bann gezogen, nicht zuletzt, weil Heitz es versteht, die Wüste in all ihrer Schönheit und Gefährlichkeit darzustellen.
Die Stadt Wédora ist eine riesige, abgeschottete Stadt, die die Handelsrouten zwischen den umliegenden Ländern verbindet. In ihr leben unzählige Menschen, manche bettelarm, andere so steinreich, dass sie sich die Welt kaufen könnten. Kranke haben ein eigenes Viertel, ebenso wie die Vergnügungsmeilen, die Reichen haben ihr eigenes Quartier wie auch die Armen. Geführt wird die Stadt vom Daremo, einem Herrscher, den nie jemand gesehen hat.

Soviel zum faszinierenden Setting. Die Charaktere sind nicht minder bunt gemischt. Verschlagene Tänzerinnen, faire Betreiber zwielichtiger Theater, moralisch fragwürdige Statthalter, und alte Menschen, die den Tod austricksen wollen, um nur mal die Nebencharaktere zu erwähnen.
Hier stachen mir vor allem Kasul, der Händler auf den Riesenechsen, der Tomeija und Liothan in der Wüste rettet, und Irian Ettras, der Kannibale, ins Auge und zählten schon auf den ersten Seiten zu meinen Lieblingsfiguren.
Tomeija ist eine Frau voller Geheimnisse und mit mehr Flüchen geschlagen, als gut für einen Menschen ist. Durch ihre besonderen Kampffähigkeiten kann sie sich schnell in Wédora behaupten und findet rasch neue Verbündete, die ihr nicht zuletzt auch wegen ihrer Ehrlichkeit zur Seite stehen. Sie ist auch diejenige, die ungewollt von einem Abenteuer ins nächste stürzt, sich aber aus jeder noch so aussichtslosen Situation befreien kann. Die Frau hat Köpfchen und behält die Ruhe, was in Wédora ein großer Vorteil ist.
Liothan ist ungestümer. Er lässt sich von seinen Emotionen leiten und ist recht aufbrausend. Doch da auch er ein nicht völlig unerfahrener Kämpfer ist, behält er letztendlich immer die Oberhand. Trotzdem konnte ich mich nicht hundertprozentig mit ihm anfreunden. Er wirkte neben Tomeija eher wie ein stumpfer Bauer und hatte nichts mit ihrer kriegerischen Eleganz und ihrer Weitsicht gemein.

Die Geschehnisse in Telonia werden in einigen wenigen Kapiteln ebenfalls erzählt, und dort ist es mit der Beschaulichkeit erstmal vorbei. Allerdings kann ich hier nicht mehr zu sagen, da ich sonst große Teile dieses Erzählstrangs preisgeben müsste.
Was in Telonia passiert ist zwar wichtig für das Ende des Buches, trotzdem hatte ich diesen Strang einfach nicht auf dem Schirm. Jedes Mal, wenn die Geschichte wieder in Liothans und Tomeija Heimat sprang, dachte ich: „Ach stimmt, da passiert ja auch nocht was.“ – und sehnte mich gleichzeitig nach Wédora zurück.

Und ich sehne mich immer noch. Wédora hat mich immer noch nicht losgelassen, obwohl es jetzt schon einige Tage her ist, dass ich es beendet habe. Ich kann nur schwer aus dieser wunderbaren Welt wieder auftauchen, und die Bilder hängen mir noch sehr nach. Ich habe zwischenzeitlich sogar mein Sketchbook wieder ausgepackt und angefangen, manche Szenen zu zeichnen. Das ist seit Jahren nicht mehr vorgekommen.
Ich hoffe sehr, dass Heitz mindestens einen zweiten Teil schreibt. Sowohl vom Ausgang her bietet es sich an, als auch von all den Charakteren, denen ich gerne folgen möchte. Ich will Wédora weiter erkunden und wissen, was da noch so alles in der Wüste um Wédora herum ist.

Einen halben Stern Abzug gibt es für die kleinen Krittelpunkte (Walfor-Strang, auch wenn er wichtig war; ein, zwei Szenen waren einfach zu viel des Guten), ansonsten spreche ich eine eindeutige Leseempfehlung aus.

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Etwas mehr erwartet

Liothan und Tomeija, ein Dieb und eine Gesetzeshüterin, sind eng befreundet und so manches Mal hat Tomeija ihren Freund davor bewahrt, erwischt zu werden. Als er den reichen Kaufmann Durus bestehlen will, ist Tomeija erneut bereit, ihn vor Schlimmerem zu bewahren, aber die ganze Sache endet anders als erwartet. Durus entpuppt sich als Hexer, der die Beiden durch einen teilweise misslungenen Zauber nach Wedora teleportiert. Eine Stadt mitten in der Wüste.

Das Setting klang vielversprechend. Eine Stadt als Handelmittelpunkt mitten in einer Wüste mit einem unerschöpflichen Wasserreservoir. Die Reiche und Mächtigen müssen jederzeit befürchten, dass Wedora angegriffen wird, denn die Wüstenvölker verlangen ihr Eigentum zurück und streben an die Macht.
Komplexe Gesellschaftsstrukturen, spezielle Stadtviertel, fantastische Geschöpfe, alles dabei, trotzdem konnte mich der Roman nicht überzeugen.

Dies war der erste Roman von Markus Heitz, den ich gelesen habe und ich war von der Umsetzung etwas enttäuscht.
Liothan als einer der Hauptcharaktere blieb farblos, plötzliche Horrorelemente, die ich nicht nachvollziehen konnte, teils splatterhaft, Zusammenhänge, die sich mir nicht erschlossen haben und für meinen Geschmack ruckhafte Auflösungen machen das Buch für mich leider nur durchschnittlich.

Gestört haben mich auch die Unmengen an diakritischen Zeichen, mit denen der Autor gearbeitet hat. Fast jeder Eigenname hatte irgendwelche Häkchen, Dächer oder Striche über den Buchstaben, teilweise auch mehrere in einem einzigen Namen. Das hat meinen Lesefluss etwas gestört.

Es handelt sich bei "Wedora" um den ersten Band einer Reihe. Ob ich den zweiten Band lesen werde, weiss ich definitiv noch nicht.

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Ein Buch mit vielen guten Ideen, die leider nicht immer zünden.

Inhalt

In Wedora von Markus Heitz, begegnen wir dem charmanten und gutmütigen Dieb Liothan und seiner Freundin aus Kindheitstagen und Gesetzeshüterin Tomeija, die eine mehr als geheimnisvolle Vergangenheit umgibt.
Beide leben im beschaulich, begrünten Landstrich Walfor und meistern ihre Existenz auf zwei sehr unterschiedliche Arten.

Liothan und Tomeija verschlägt es gemeinsam nach Wedora, als das Schicksal sie eines Abends zuvor, aus völlig unterschiedlichen Beweggründen zum vermeintlichen Kaufmann Durus führt.

Fortan müssen sie in einer riesigen Wüstenstadt ums Überleben kämpfen und werden in so manche Verschwörung und so manches Abenteuer hineingezogen, ohne es selbst in der Hand zu haben.
In "der Königin der Wüste" herrschen nämlich eigene Gesetze und ein politisches System, das so seine Tücken beinhaltet.


Meine Meinung

Markus Heitz versteht es gekonnt Wedora mit viel Liebe zum Detail zum Leben zu erwecken. Er ersinnt viele Handlungsstränge, die er nach und nach der Geschichte miteinander verknüpft.
Das ist zum einen Vor- als auch Nachteil, denn in meinen Augen zündet nicht alles: Manches, das zuvor liebevoll vorangetrieben und zum Teil mit überraschenden Wendungen aufgebaut wurde, versickert so langsam ohne das große Feuerwerk, das es eigentlich verdient hätte, so als hätten Herrn Heitz nicht genügend Seiten zur Verfügung gestanden. Anderes wird wiederum oftmals wiederholt, ohne über etliche Seiten wirklich voranzukommen.

Nichtsdestotrotz war Wedora die längste Zeit über spannend und immer kurzweilig. Man konnte viele Verbindungen nur schwer erahnen und das Wenigste war vorhersehbar.
An manchen Stellen war mir das Buch zu effekthascherisch und manchmal zu konstruiert und etwas unglaubwürdig, soweit man das bei einem Fantasyroman sagen kann. Aber das muss jeder für sich selbst beurteilen.

Sollte es einen zweiten Teil geben, würde ich ihn bestimmt nicht verschmähen, denn ich bin mir sicher, dass Wedora noch bei weitem mehr Potenzial hat, das noch nicht ausgeschöpft wurde. Herr Heitz bietet gute Popcorn-Unterhaltung mit etwas Horror, der sich aber im Rahmen hält.

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