Michael Peinkofer: Tote Helden

 
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Michael Peinkofer: Tote Helden
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783492703420

Informationen zum Buch

Seiten
528

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Handlungsort

Handlungsorte
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Für die einen waren sie Helden. Für andere Legenden. Für wiederum andere waren sie nur dämliche Arschlöcher. Doch niemand ahnt, dass sie wieder zurück sind … Im Jahr 37 nach dem Fall des tyrannischen Kaiserreichs sind die Helden von einst vergessen. Der Abyss, ein tiefer Abgrund, durchzieht den Kontinent Astray seit jener letzten erbitterten Schlacht und hat die Völker gespalten. Könige, Herzöge und fanatische Sektierer ringen um die Macht. Nur der Sänger Rayan erhält die Erinnerung an die Legenden der Vergangenheit am Leben – denn seine Visionen sagen ihm, dass in den Tiefen des Abyss eine Bedrohung lauert. Und dass nur die alten Legenden ihr die Stirn bieten können …

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Die Legenden von Astray Band 1

Seit einer erbitterten Schlacht vor 37 Jahren wird der Kontinent Astray durch den Abyss, einem tiefen Abgrund, geteilt – niemand weiß, ob und was in seinen Tiefen lauert. Rayan, ein fahrender Sänger, hat jedoch immer wieder Visionen von schrecklichen Ereignissen in der Zukunft, die mit der Schlacht von damals in Verbindung zu stehen scheinen. Ebenso wird Lorymar Thinkling, der Hofnarr des Königs von Altashar von Alpträumen aus seiner Vergangenheit heimgesucht. Er macht sich auf den Weg in seine alte Heimat, obwohl er nie wieder dorthin zurückkehren wollte. Und an der Grenzfestung über dem Abyss ereignen sich seltsame Vorfälle, die dem Hauptmann Gunryk Rätsel aufgeben.

„Für die einen waren sie Helden. Für andere Legenden. Für wiederum andere waren sie nur dämliche Arschlöcher. Doch niemand ahnt, dass sie wieder zurück sind … „
Diese Sätze haben meine Neugier auf mein erstes Buch des Autors angefacht: um was für Helden handelt es sich und wie können tote Helden wieder zurück sein? Was haben sie damals getan, um entweder als Helden, Legenden oder Arschlöcher zu gelten? Warum kam es damals zu der Schlacht und warum tat sich der Abyss auf? Viele Fragen, auf die dieses Buch nur zum Teil Antworten gibt, da es sich um einen Mehrteiler handelt.

Das Buch besteht aus mehreren parallel verlaufenden Handlungssträngen, die westlich und östlich des Abyss sowie direkt am Abgrund spielen. Der Wechsel der Erzählstränge fand ich gelungen, da all diese Dinge miteinander in Verbindung zu stehen scheinen. Außerdem wird dadurch die Spannung hochgehalten.

Über das Personenverzeichnis und die wunderschön gestalteten Karten habe ich mich gefreut, das finde ich immer sehr hilfreich. Schade ist nur, dass die beiden Karten nicht direkt zueinanderpassen, so dass teilweise das Orientieren doch etwas schwierig war bzw. einer der angesprochenen Handlungsorte nicht zu finden war. Das könnte man noch etwas optimieren.

Die Bewohner des Kontinents Astray sind seit der großen Schlacht gespalten, wobei der Osten ein Gewinner, der Westen dagegen Verlierer dieses Zustands ist. Hinter den Herrschern stehen Glaubensrichtungen und Sektierer, die um die Macht in den Ländern ringen.

Der fahrende Sänger Rayan mit seinen Visionen verfolgt ein bestimmtes Ziel, aus diesem Grund geht er nach Skaradag, weil er sich dort Hilfe für seine Aufgabe erhofft. Rayan hat mir gut gefallen und mich manches Mal verblüfft, außerdem war ich gespannt, wie zuverlässig seine Visionen sind.

Auch Lorymar Thinkling hat mir gut gefallen, der als Halbling und Hofnarr eine besondere Stellung am königlichen Hof einnimmt: oftmals unterschätzt und übersehen, bekommt er so einiges mit, was eigentlich nicht für fremde Ohren bestimmt ist.

Rayan und Lorymar sind sich ähnlich, was das Erreichen ihrer Ziele angeht: beide benötigen Hilfe von außen, um sie zu erreichen. Jedoch unterscheiden sie sich darin, wie sie sich diese Hilfe verschaffen.

Sehr gut gefallen haben mir die Charaktere, die weder einseitig noch vorhersehbar beschrieben sind, dadurch bleibt ihre Entwicklung spannend und überraschend. Und ich musste meinen ersten Eindruck der einen oder anderen Figur während des Lesens wieder revidieren. Erwähnen möchte ich noch, dass Michael Peinkofer stellenweise nicht zimperlich mit seinen Figuren umgeht.
Im Gegensatz dazu war ein Teil der Handlung eher vorhersehbar, was mein Lesevergnügen aber nicht geschmälert hat.

Über den Kontinent Astray und seine Bewohner erhält der Leser Stück für Stück Informationen und nicht alle sind angenehm. Mir hat es vor allem der Abyss angetan, warum er damals entstanden ist und was in seinen Tiefen lauert.

Ein Teil der Handlungsstränge endet relativ in sich abgeschlossen, aber ein fieser Cliffhanger gibt es trotzdem. Nun heißt es ein Jahr warten, bis der zweite Teil erscheint, auf den ich sehr gespannt bin.

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Spannender Auftakt

Inhalt
Astray ist gespalten, im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein tiefer unheimlicher Abgrund zerteilt seit 37 Jahren das Land. Seit der damaligen großen Schlacht sind auch die Helden der Zeit verschwunden und mehr und mehr vergessen. Nur ein paar alte Lieder singen von ihnen und lassen sie zu Legenden werden. Der Sänger Rayan jedoch glaubt an ihre Existenz und er bekommt regelmäßig Visionen, die ihm schreckliche Dinge voraussagen. So macht er sich auf die Suche nach dem Stein, den ihm eine dieser Visionen gezeigt hat. Dabei bringt er sich und andere in große Gefahr, denn Magie wird von den Großexekutoren gnadenlos verfolgt und verurteilt.

Gleichzeitig wird auf der anderen Seite des Landes der Halbling Lorymar, Narr am dortigen Königshof, von heftigen Kopfschmerzen und Alpträumen geplagt und sieht keinen anderen Weg mehr, als sich auf den Weg in die Heimat zu machen und sich der Vergangenheit zu stellen. Dazu nutzt er die Notlage der jungen Prinzessin aus und bringt diese dabei in große Gefahr.

Wird Rayan mehr über die Toten Helden herausfinden und die Visionen, die ihn belasten und eine große Gefahr für die Menschheit voraussagen? Was lauert im tiefen Abgrund, das Angst und Schrecken verbreitet? Wird die Prinzessin sich retten können? ...

Meine Meinung
Mir hat dieser Trilogie-Auftakt gut gefallen. Mehrere Handlungsstränge boten unterschiedliche Einblicke in die gespaltene Welt. Der Sänger Rayan, der von Visionen getrieben wurde, die ihm die Zukunft zeigten, litt darunter, dass er die Menschen vor kommendem Unheil nicht bewahren kann. Denn Magie wird verfolgt und nichts anderes sehen die Menschen darin, wenn ihnen jemand Vorhersagen macht: Zauberei. So hielt er sich schweren Herzens meistens bedeckt und wenn er doch eine Warnung aussprach, glaubte man ihm oft nicht. Dies belastete ihn und das konnte ich gleich spüren. Mir war er von Anfang an sehr sympathisch und ich konnte sehr gut mit ihm mitfühlen und hatte gleich große Angst um ihn. Bei dem Narr Lorymar dagegen wusste ich nicht, woran ich bei ihm war. Er hatte eine von Selbstmitleid behaftete und etwas rücksichtslose Art, die ihn mir unsympathisch machte. Gleichzeitig merkte ich aber auch, dass er ein wichtiges Geheimnis mit sich trug und eine Verbindung zur Vergangenheit besaß. Ich konnte ihm jedoch nie trauen und das machte die Abschnitte mit ihm spannend. Sympathisch wiederum war mir gleich die Prinzessin, die auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen naiv in das Abenteuer schlitterte, sich aber nicht unterkriegen ließ und zu einer meiner Lieblingsfiguren wurde. Von ihr erwarte ich noch einiges. Ein Bösewicht durfte natürlich auch nicht fehlen und in Form des Großexekutors, der mit seinen Opfern nicht zimperlich umging, war er eine Figur, die man fürchten konnte.

Die Figuren, natürlich noch viele weitere spannende Charaktere und auch grausige Wesen wie die Morwölfe, waren für mich alle sehr lebendig beschrieben und es machte mir sehr viel Spaß, von ihnen zu lesen. Die Welt fand ich interessant und bildreich dargestellt, die beschriebenen Orte waren spannend und besonders der unheimliche Abgrund, der das Land teilte, war ein beeindruckendes Bild. Kurze Kapitel und Perspektivwechsel brachten Tempo in die Geschichte ließen mich gut am Buch dranbleiben.

Der Beginn einer Trilogie bedeutet natürlich, dass Fragen offenbleiben, so auch hier. Aber mich stört so etwas normalerweise nicht, denn ich sehe Trilogien (oder Reihen) immer als EIN Buch und dieses ist eben erst zum Teil gelesen. Einzig die Verteilung der offenen Fragen finde ich hier für meinen Geschmack nicht ganz so gut. Einzelne offene Rätsel oder ungewisse Schicksale sind spannend und warten darauf, im Verlauf der Reihe gelöst zu werden, so etwas mag ich. Aber was ich nicht so gut finde ist, dass wir nach dem ersten Buch noch so gar nichts über die Vergangenheit wissen. Das ist für mich hier die Grundlage der Geschichte, die ich am Ende des ersten Buches gerne erfahren hätte, um zu wissen, worum es geht, wofür die Figuren nun schon ein Buch lang gelitten haben und die nächsten Bücher leiden werden. Einzelschicksale können für mich lange offen bleiben, aber der Hintergrund wäre mir nach einem Drittel der Geschichte gerne wenigstens etwas bekannt für die weitere Reise mit den Figuren, vor allem dann, wenn es Protagonisten gibt, die die Gründe kennen, aber nur nicht laut aussprechen.

Nach einem spannenden Auftakt mit einem dramatischen Ende heißt es nun also warten auf Teil zwei. Ich bin gespannt!

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Auftaktband mit sehr offenem Ende

Vor 37 Jahren wurde der Kontinent Astray gespalten. Was genau damals passiert ist, weiß heute kaum noch jemand. Die Machtverhältnisse sind unklar und wechselhaft. Magie ist seitdem in weiten Teilen des Landes verpönt und wird vom Orden der Exekutoren gnadenlos verfolgt. So ist der Sänger Rayan ständig auf der Flucht, denn in seinen Liedern kann er manchmal auf unheimliche Weise die Zukunft voraussehen. Und er sieht nichts Gutes vorher!

Von Anfang an entwickeln sich mehrere Handlungsstränge um unterschiedliche Personen, die irgendwann größtenteils an einem Ort zusammenlaufen. Anfangs ist so einige Aufmerksamkeit gefordert, aber dadurch liest sich die Geschichte auch sehr abwechslungsreich.

Zu Beginn erinnern manche Figuren doch sehr an eine andere erfolgreiche Fantasy-Reihe, aber das liegt manchmal eben in der Natur der Sache, nicht alles kann man immer völlig neu erfinden und vieles ist eben schon einmal da gewesen. Im Verlauf der Handlung legen sich diese Parallelen glücklicherweise.

Die Figuren in der Geschichte sind spannend dargestellt. Bei fast keinem kann man sich sicher sein, was genau er oder sie im Sinn hat und wirklich bezweckt. Ich mag es, wenn Buchcharaktere Rätsel aufgeben und nicht eindimensional gut oder böse sind.

Es ergeben sich viele Fragen, von denen in diesem Auftaktband kaum eine beantwortet wird. Mir persönlich ist das Ende zu offen. Es ist zwar kein direkter Cliffhanger, aber als Leser bleibe ich doch mit zu vielen Fragezeichen und zu wenigen Antworten zurück. Das Buch hat mir definitiv gut gefallen, wenn es Band 2 schon gäbe, würde ich auch direkt weiterlesen wollen – aber nun heißt es erst einmal abwarten und ob ich mich nach einem Jahr noch an die ganzen Details erinnern kann und wieder einsteigen will, kann ich noch nicht so recht sagen.

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Toller Auftakt mit Kämpfen, Liedern und Geheimnissen!

Tote Helden ist der Auftaktband zu einer mehrteiligen, neuen Reihe von Michael Peinkofer. Hier geht es um das Leben nach dem Abenteuer, das Leben von Helden, die etwas erreicht haben. Die Welt von Astray ist eine echte Fantasywelt mit allen möglichen Wesen und ans Mittelalter angelehnt. Zudem gibt es auf der Front- und Rückseite des Taschenbuchs auch noch Kartenausschnitte, die einem die Orientierung etwas erleichtern.
Man wird sofort mit einem Lied und dem ersten Eindruck dieser Welt abgeholt und startet die Reise mit dem Sänger Rayan, der einen in die Welt von Astray führt. Nach und nach werden mehr Charaktere vorgestellt, mehr Geheimnisse aufgedeckt und mehr Fragen aufgeworfen. Bis zum Schluss dieses 1. Bandes werden nicht alle diese Fragen geklärt, aber dennoch bleibt es ein spannendes Leseerlebnis. Es gibt unvorhergesehene Wendungen, spannende Charaktere und blutige Kämpfe. Ich war von der ersten Seite an gefesselt und kann es bereits kaum erwarten bis der 2. Band erscheint. Die Reise durch die Welt von Astray geht weiter und wird uns sicher noch viele weitere Überraschungen bereithalten.
Daher gebe ich 5 von 5 Sternen und spreche hier meine Empfehlung für all jene aus, die sich gerne in mittelalterlich angehauchte Fantasywelten begeben möchten. Eine weitere Empfehlung spreche ich auch für Rollenspieler aus, die hinter die Welt der Abenteuer blicken möchten. Auch wer bereits andere Werke von Michael Peinkofer kennt, wird hier nicht enttäuscht werden.

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Auf Heldensuche

"Tote Helden" ist der Auftaktroman zu einer Fantasy-Serie, die sich um die zerteilte Welt von Astray dreht und mein erstes Buch von Michael Peinkofer. Seine Sprache hat mich sofort überzeugt und in das Buch eintauchen lassen. Sehr spannend finde ich die Herangehensweise des Autors, die Geschichte zu erzählen, nachdem die Helden ihre Heldentat erbrachten. Was ist aus ihnen geworden? Wie gehen sie mit der alten Geschichte um? Leben sie noch? Erinnert sich noch jemand an sie? Wirkt die Heldentat nach oder zeichnet sich ein neues Unheil ab? Dies ist für mich neu und sehr faszinierend. Die Figuren sind stark erzählt mit vielen Facetten und unerwarteten Wendungen. Die Geschichte beginnt auch mit einem der beiden Haupthandlungsstränge mit dem Sänger Rayan, der durchaus an die alten Helden glaubt. Auf der anderen Seite schlägt sich der Überlebenskünstler und Halbling Lorymar durch. Abwechselnd und zunächst unabhängig voneinander werden ihre Geschichten erzählt, bis die beiden Handlungsstränge zusammenlaufen. Natürlich werden in einer Serie zum Schluss nicht alle Fragen beantwortet, es werden auch neue Figuren vorbereitet, die sicherlich für die Folgebände noch von größerer Bedeutung sein werden. Der Abschluss war für mich durchaus stimmig und macht neugierig auf den nächsten Band.
Zu Beginn der Geschichte könnte man durchaus einige Parallelen zu anderen mittelalterlich angelehnten Fantasygeschichten ziehen. Mich hat es nicht gestört, denn Elfen, Trolle und andere Fabelwesen werden ja auch nicht immer wieder neu erfunden. Um die Geschichte geht es mir in erster Linie und diese liest sich äußerst vielversprechend. Ich freue mich nun auf den Folgeband. Soweit ich das richtig verstanden habe, sollen es mindestens 3 Bände werden.

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Fesselnder Auftakt zu einer neuen Fantasyserie

Was passiert mit den Helden, wenn ihre Aufgabe erledigt und die Welt gerettet ist? Werden sie gefeiert und leben von dann glücklich und zufrieden an ihr Lebensende oder sinken sie zur Bedeutungslosigkeit herab und werden bestenfalls in fernen Zeiten liegenden Legenden gewürdigt? Dieser spannenden Frage geht Michael Peinkofer in seinem neuen Fantasyzyklus „Die Legenden von Astray“ nach. „Tote Helden“ ist der Auftakt der Reihe.

Der Kontinent Astray wird seit 37 Jahren von einem gewaltigen Abgrund, genannt der Abyss, getrennt. Entstanden beim Sturz eines Tyrannen, der die Völker in seiner Umklammerung hielt, führt er nicht nur zu einer geografischen Trennung, sondern auch zu einer tiefen kulturen und sozialen Kluft zwischen den beiden Hälften. Auf der einen Seite gibt es die fanatische Sekte des Feuerkults, die jeden Andersgläubigen sofort in Flammen aufgehen lässt. Auf der anderen Seite sind die nicht minder gefährlichen Exekutoren unterwegs, die unbarmherzig jeglichen Glauben an Magie beziehungsweise Aberglauben ausmerzen.

In dieser explosiven Grundstimmung machen sich aus unterschiedlichen Gründen die verschiedenen Dramatis Personae auf den Weg. Da gibt es den Halbling Lorymar, der von Albträumen gequält wird und sich von einer geheimnisvollen „Sie“ Hilfe erhofft. Den Sänger Rayan zieht es ebenfalls zu einem bestimmten Ziel. Er ist der einzige, der die alten Legenden noch kennt und die Erinnerung an sie am Leben erhält. Ihm ist der Exekutor Thorgon-Syn auf den Fersen, der ihn für den Mord an einem Ordensangehörigen zur Rechenschafft ziehen möchte und auch aus anderen Gründen eine große Gefahr in Rayan sieht.

In kurzen Kapiteln werden die einzelnen Handlungsstränge aufgenommen. Sie machen neugierig und verführen zum Weiterlesen. Manche Wendungen lassen sich erahnen, andere kommen völlig überraschend. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben viele Facetten. Auf Schwarz-Weiß-Malerei wird verzichtet, es finden sich im Gegenteil viele Grauschattierungen. Jeder hat seine guten und schlechten Seiten, die Taten der Protagonisten sind stringent und erklären sich sowohl aus ihrer Persönlichkeitsstruktur als auch aus ihrer Geschichte.

Manche Elemente mögen an bekannte Fantasy-Serien erinnern. Parallelen zu ziehen oder den Vorwurf des Plagiats zu erheben, ist aber zu kurz gegriffen. Die einen wollen im Halbling Lorymar eventuell Tyrion Lancaster erkennen. Andere empfinden seine Erscheinung und Teile seines Charakters als Hommage an Wilhelm Hauffs „Der kleine Muck“. Wer genau hinsieht, kann Dickenssche Elemente erkennen. Fakt ist, dass es in der Literatur in jedem Genre Werke gibt, an denen sich nachfolgende Bücher messen (lassen) müssen und niemand das Rad neu erfinden kann. Wichtig ist, was daraus gemacht wird. Peinkofer gelingt definitiv eine eigenständige Welt, die gut ausgearbeitet und fesselnd ist.

Wie bei jedem Auftakt werden viele Fragen aufgeworfen und nicht alle beantwortet. So manchem mag dabei zu viel offen bleiben, andere werden durch den ordentlichen Cliffhanger erst so richtig angefixt.

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