Manuel Charisius: Streuner

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Manuel Charisius: Streuner
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453527027

Informationen zum Buch

Seiten
576

Sonstiges

Erster Satz
Eine scharfe Klinge glitt über die Kehle des Königs.

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Das Land der Sieben Königreiche ist in Aufruhr: Der König des Nordens wurde ermordet! Für Wolf vom Volk der Streuner - halb Mensch, halb Tier - ist das noch kein Grund zur Aufregung. Doch als er zufällig ein Gespräch der Verschwörer mit anhört, muss er erkennen, dass alle sieben Reiche von Lesh-Tanár in großer Gefahr schweben. Zusammen mit drei anderen Streunern beschließt Wolf, den Attentätern das Handwerk zu legen. Für die tapferen Streuner beginnt das Abenteuer ihres Lebens ...

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Potential nicht ausgereizt

Die Hauptfigur dieses Buches wird Wolf genannt - dieser Name spricht für sich. Wolf ist ein Streuner, kein Mensch. Eines Nachts belauscht Wolf unabsichtlich das Gespräch zweier Gestalten von denen einer davon spricht den Nordkönig (den König eines der sieben Königreiche) ermordet zu haben - und es sollen alle weiteren Könige ermordet werden! Wolf muss "seinen" König warnen. Doch das ist nicht so einfach und ehe Wolf es sich versieht ist er zusammen mit drei weiteren, gerade erst kennengelernten Streunern auf der Flucht aus seiner Heimatstadt. Zusammen haben sie ein neues Ziel: dem "Schnitter" zuvorkommen bei seinem teuflischen Plan.

Auf ins Abenteuer ...

Erst einmal fällt auf das das Buch durchaus Potential besitzt. Der Autor hat sich eine eigene Welt ausgedacht wie es Fantasyautoren ja gerne tun. Diese Welt ist erst einmal von den interessanten Streunern, Scherenschrecken (fragt nicht, lest selbst!) und Menschen besiedelt ist. Eine wirklich schön gestaltete, farbige Karte sorgt für den ersten groben Überblick. Leider kommen zu den Streunern und Scherenschrecken später die altbekannten Elben hinzu. Das war für mich ein Minuspunkt. Ich mag Elben zwar gerne, aber in diesem Roman war ihre Existenz absolut nicht nötig! Da hilft es auch nicht, dass Halbelben in diesem Buch Alben heißen und ihr Sterbeverhalten eher an ganz andere Wesen erinnert ...

Spannung ist vorhanden, baute sich für mich aber eher im Schlußdrittel auf. Am Anfang zog mir die ganze Gemeinschaft einfach noch zu planlos durch die Gegend und die Bedrohung durch den Schnitter war nicht so greifbar beschrieben, dass ich schon mitgefiebert hätte.

Man kann eigentlich nicht sagen das der Autor mit Beschreibungen geizt, dennoch hatte ich insgesamt das Gefühl das viele Szenen / Abschnitte zu oberflächlich beschrieben wurde und zu schnell vorüber waren. Was leider auch dazu führte das ich Wolfs Motivation nicht immer nachvollziehen konnte und mir somit manchmal die Sympathie für ihn fehlte. Dabei ist der Autor auch noch nicht geschickt genug mich an der Nase herumzuführen. Das in einigen Situationen / an einigen Charakteren etwas nicht ganz stimmte konnte man (im Gegensatz zu Wolf, der dadurch doppelt naiv dasteht) Meilen gegen den Wind riechen. Auch stolperte ich bisweilen über die ein oder andere Formulierung (z. B. bei dem Pferd, das auf die Hinterläufe ging ... ).

Dabei will ich trotz aller Kritik nicht sagen, dass das Buch schlecht ist. Nein, es ist ein netter Fantasyroman, der allerdings noch einiges an Verbesserungspotential besitzt. Ich würde das Buch eher neuen/unregelmäßigen Fantasylesern empfehlen. Da es mich nicht vom Hocker haut, aber trotzdem gut zu lesen war und ich darüber hinaus die Streuneridee (und die schön gestaltete Karte ;-)) mag, gebe ich 3 Punkte.

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Es stimmt, Manuel Charisius hat den Fantasy-Roman nicht neu erfunden, aber mit den Streunern hat er den altbekannten Fantasy-Völkern eine interessante Note hinzugefügt. Zum Glück gewährt er ihnen genug Raum und Zeit sich zu entfalten, während sie andererseits temporeich dabei sind, die Verschwörung des Schnitters aufzudecken. Wo sie für andere Leser zu ausgiebig durch die Welt von Lesh-Tanár stapfen, habe ich mich gefreut, sie beobachten zu können und mehr über diese menschlich-wölfischen Wesen zu erfahren. Wolf selbst war mir leider häufig zu naiv, und in Gegenwart von Frauen hat sein Verstand sich auch gerne mal ganz verabschiedet, aber seine Begleiter Balderdachs und Zilberpardel waren umso interessanter. Das liegt zum Teil auch daran, dass Charisius gekonnt Zusammenhänge verschleiert und den Leser über weite Strecken über Zusammenhänge im Unklaren lässt. Dies ist natürlich auch hinsichtlich der aufzudeckenden Verschwörung von Vorteil, oft überrascht Charisius durch unvorhergesehene Wendungen (und ich bin mir sicher, hätte ich das Buch nicht in einer aufmerksamen und spekulierfreudigen Leserunde gelesen, hätte er mich häufiger überrascht).

Die Welt selbst ist liebevoll erdacht - auch wenn ich diese Bezeichnung nur ungern benutzte, diesmal passt es einfach. Besonders kreativ ist Charisius bei der Einführung neuer Kreaturen (wie die bereits angesprochenen Scherenschrecken), so dass der Rückgriff auf bekannte Völker überflüssig erscheint. Aber auch die Landschaft, deren Vielfältigkeit sich während der Reise der Gefährten schon teils offenbart, oder die Mythologie, in die man dank der Elegien Soŋurds einen Einblick erhält, sind stimmig. Ich hoffe, wir werden noch Gelegenheit bekommen, mehr Details zu entdecken.

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Die Streuner sind eine reizvolle Mischung zwischen Mensch und Wolf, wodurch sich ein neues und unverbrauchtes Volk ergibt. Allerdings musste ich mich anfangs an die manchmal doch recht ruppige Art und ihre Vorlieben gewöhnen - es wird gern getrunken, gegessen, herausgefordert und gespielt. Ihre Verhaltensweisen haben mich oft an die von Hunden erinnert, diese fand ich auch sehr liebevoll beschrieben.

Die abenteuerliche Geschichte wird aus der Sicht von Wolf erzählt, der sehr leichtgläubig ist und in der Anwesenheit von Lacríma scheinbar ganz mit dem Denken aufhört. Dadurch fiel es mir schwer, einen guten Zugang zu ihm zu finden - womöglich fehlte mir bei ihm einfach ein wenig Tiefgang. Den besten Bezug hatte ich zu Zilberpardel, auch wenn diese Figur sehr undurchsichtig und schwer einschätzbar wirkt. Aber eben auch ernsthafter und tiefgründiger, was bei seiner Vergangenheit ja kein Wunder ist.

In der Welt von Lesh-Tanár gibt es noch einige andere Wesen, sowohl bekannte (und leicht abgewandelte) Völker als auch eigene Kreationen. Und es gibt jede Menge Intrigen, unter der Oberfläche des scheinbar friedlichen Miteinanders brodelt es. Beispielsweise auch zwischen den Elben und Alben, die hier Mischlinge zwischen Menschen und Elben sind. Das wird zwar nur angedeutet, spielt aber vielleicht in einem weiteren Roman aus dieser Welt eine größere Rolle - auf jeden Fall hat mir das dabei geholfen, eine bestimmte Handlung nachvollziehen zu können.

Ein Highlight war für mich die Erzählung einer Geschichte aus der Frühzeit der Streuner. Diese Sage hat mich nicht nur neugierig gemacht und für einige Spekulationen gesorgt, es herrschte dabei auch eine ganz besondere Atmosphäre. Daher hätte es mir natürlich gefallen, wenn noch mehr Mythen der Streuner erzählt worden wären.

Auch die ruhigeren Momente innerhalb der Streunergruppe, in denen kleine Machtkämpfe ausgetragen und sich zusammengerauft wurde, haben mir gefallen. In diesen Szenen erfährt man etwas über die einzelnen Figuren und ihre Beziehung zueinander.

Die flüssig geschriebene Geschichte hat mich gut unterhalten und auch öfter mal überrascht. Auch wenn ein paar Dinge sicher noch ausbaufähig sind, habe ich die Lektüre genossen. Von daher hätte ich nichts gegen einen weiteren Besuch in Lesh-Tanár, worauf auch der Epilog hindeutet.

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Nach einem alkoholreichen Abend mit Würfelspiel in einer Kneipe Tanárs belauscht der Streuner Wolf ein Gespräch, das ihn zunächst an Halluzinationen glauben läßt. Zwei Personen unterhalten sich über den kürzlich erfolgten Mord am König des Nordens, dem nach dem Willen des Schnitters die weiteren sechs Könige Lesh-Tanárs folgen sollen. Und einer der beiden Sprecher ist offensichtlich der Mörder, der gerade Anweisungen für den nächsten Mord in Téan Hu erhält. Am nächsten Morgen versucht Wolf daher, eine Audienz beim König zu bekommen, um von dem Gehörten zu berichten, aber der General, dem er schließlich berichten kann, schickt ihn mangels Glaubwürdigkeit nach Hause. Als er dort ankommt, findet Wolf seine Hütte allerdings verwüstet und den Nachbarn erschlagen vor – und eine Warnung des Schnitters.

Am gleichen Tag trifft er seine Spiel- und Saufkumpane vom vorigen Abend wieder, diesmal geraten sie in der Kneipe gemeinsam ins Visier schwarzgewandeter Kapuzenträger, können aber zusammen fliehen. Wolf ist zwar nicht glücklich, daß er seine Freundin Lúpa nicht mehr warnen konnte, aber die vier Streuner machen sich auf den Weg nach Téan Hu, um nach Möglichkeit den nächsten Mord zu verhindern. Schon die Reise ist gefahrvoll, und in Téan Hu stellen die Pelzjäger fast noch die kleinste Gefahr dar, obwohl Balderdachs ihnen in die Hände fällt. Den Mord können Wolf, Zilber und Falbe nicht verhindern, genauso wenig, daß sich – weil der Attentäter im Süden vermutet wird – das Heer von Téan Hu aufmacht, um dort Rache zu nehmen. Aber die Zeit der Opfer und Wirrungen ist noch nicht vorbei, und Wolfs Affäre mit der Halbelbin Lacríma verbessert die Stimmung unter den Streunern auch nicht gerade, genauso wenig, wie die geheimnisvollen Brieftauben, die Zilber schickt ...

Der Ansatz des Romans ist in der Fantasy nicht unbedingt neu: eine große Bedrohung und eine Handvoll aufrechter Helden, die die Katastrophe verhindern wollen. Allerdings gewinnt das Ganze durch die Streuner doch einen neuen Reiz, da sie als Volk interessant gestaltet sind. Das gälte bestimmt auch für die Scherenschrecken, die hier leider (noch?) zu kurz kommen. Als Einzelcharaktere sind die Streuner unterschiedlich interessant. Wolf ist tatsächlich ein bißchen naiv und vor allem schaltet er grundsätzlich sein Gehirn hab, wenn er in Lacrímas Nähe kommt. Falbe, der jüngste der drei Streuner, die sich Wolf auf der Flucht aus Tanár anschließen, bleibt ein bißchen konturlos, während Balderdachs und Zilberpardel interessante und auch ein bißchen undurchsichtige Charaktere sind. Diese Eigenschaft teilen sie aber mit etlichen anderen Figuren, und daraus ergibt sich eine Menge Potential für Verwechslungen und Mißverständnisse.

Das Erzähl- und Handlungstempo wechselte für mich in einem guten Rhythmus, und erfreulicherweise erfolgte die Auflösung nicht gedrängt als Mega-Showdown auf den letzten zehn Seiten. Das Ende war stimmig und bot einen Ausklang, der die Geschiche einerseits vollständig abschließt, aber – zusammen mit einigen Andeutungen im Verlauf der Geschichte – durchaus Anknüpfungspunkte für weitere Erzählungen aus Lesh-Tanár bietet. Abgesehen davon sind schließlich auch viele Orte in dieser Welt noch nicht besucht worden, auch dadurch läßt sich auf weitere Chroniken aus dieser Welt spekulieren.

Der Verlag hat eine schöne, farbige Karte von Lesh-Tanár vorne und hinten spendiert, so daß man den Weg der Reisenden recht gut nachvollziehen kann, die Entfernungen haben mich schon vor größere Probleme gestellt. Sehr gut hat mir auch das vorangestellte „Zitat“ aus den Elegien Soŋurds gefallen, das auf die Frühzeit der Streuner verweist. Von Soŋurd erfährt man im Verlaufe des Romans aus einer Erzählung Falbes noch etwas mehr, und das hat mich doch bedauern lassen, daß nicht mehr aus der Mythologie und diesen Elegien eingeflochten wurde. Alles in allem ist hier nicht der Fantasy-Roman neu erfunden worden, aber es gibt ein paar schöne neue Ideen in einer stimmig zusammengesetzten Welt, die Magie ist nicht übermächtig präsent, so daß das Ganze auch als phantastischer Abenteuerroman durchgehen kann – letzteres ein Genre, dem mehr als eine Szene nahezu filmreif entlehnt ist.

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