Adélaïde de Clermont-Tonnerre: Der Letzte von uns

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Adélaïde de Clermont-Tonnerre: Der Letzte von uns
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Le dernier des nôtres
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783352009082

Informationen zum Buch

Seiten
544

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Das Erste, was ich von ihr sah, war ihre schlanke, zarte, vom Riemchen einer blauen Sandale umschlossene Fessel.

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Während der Bombennächte in Dresden bringt die schwer verwundete Luisa ihren Sohn zur Welt. Kurz darauf stirbt sie. Ihr letzter Wunsch ist es, ihn in Sicherheit zu wissen, denn sie ahnt: Er ist der Letzte von ihnen.
Manhattan, fünfundzwanzig Jahre später. Wern ist jung, ambitioniert und unsterblich in Rebecca verliebt, enfant terrible und Tochter einer reichen New Yorker Familie. Die beiden verbindet eine außergewöhnliche Liebe: leidenschaftlich, inspirierend und bedingungslos, so zumindest scheint es. Doch plötzlich bricht Rebecca ohne weitere Erklärungen den Kontakt zu ihm ab. Und Wern muss sich einer schmerzhaften Wahrheit stellen.

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Zwiegespaltene Meinung

Dresden, Februar 1945. Während der massiven Bombardierung bringt Luisa ihren Sohn zur Welt. Kurze Zeit später stirbt die schwer verwundete Frau - nicht ohne den drängenden Wunsch, ihr Kind in Sicherheit zu wissen.

Manhattan in den 70ern. Wern ist nicht nur jung und beruflich erfolgreich, er ist auch ein Frauenschwarm, wie er im Buche steht. Während er die Freiheiten, die ihm quasi zufliegen, genießt, weiß er so gut wie nichts über seine Herkunft. Als Kleinkind wurde er adoptiert und seine neuen Eltern haben den Wunsch, dass sein Name nicht geändert wird, respektiert - dieser war bereits in seine Kleidung gestickt.

Eines Tages begegnet Wern seiner Traumfrau. Sofort ist es um den Charmeur geschehen und er wirbt hartnäckig um Rebecca. Als sie zusammenkommen und Rebecca Wern sogar ihren Eltern vorstellen möchte, scheint alles perfekt zu sein. Doch der Abend wird ein absoluter Reinfall - nicht nur, dass Rebeccas Vater Wern offenkundig nicht ausstehen kann, nein, ihre Mutter erleidet sogar einen Schock! Als Rebecca nach diesem Abend plötzlich den Kontakt abbricht, versteht Wern die Welt nicht mehr. Was ist geschehen, das Rebecca zu diesem drastischen und völlig unerwarteten Schritt veranlasst hat?

Natürlich ahnt man, dass alles mit Rebeccas Mutter Judith zusammenhängt - aber die Autorin entblättert erst nach und nach die Verstrickungen.
Im Wechsel erzählt sie von der Zeit der Bombennächte damals und dann von den Erlebnissen Werns und Rebeccas ein Vierteljahrhundert später. Dabei huschen namhafte Größen vorbei, die Adélaïde de Clermont-Tonnerre mit in die Geschichte eingebaut hat - so zum Beispiel Wernher von Braun, Vater der V2 und späterer US-amerikanischer Raketeningenieur und Raumfahrtpionier.

Bis zum Treffen von Rebecca, ihren Eltern und Wern plätschert die Geschichte so dahin - nicht uninteressant, aber ohne große Momente. Doch mit dem Paukenschlag, dem völlig überraschenden Zusammenbruch Judiths, nimmt der Roman Fahrt auf und ist geprägt von den Geheimnissen, die sowohl Werns Herkunft als auch Judiths Vergangenheit betreffen. Detailreich und in klarer Sprache erzählt die Autorin ihre Geschichte, doch für meinen Geschmack überfrachtet sie sie auch. Glaubhafte Dramatik wird durch den ein oder anderen überkonstruierten Zusammenhang letztlich fast unglaubwürdig - hier wäre etwas weniger mehr gewesen.
Die Liebesgeschichte von Rebecca und Wern nimmt viel Raum ein, auch hier hätte die Autorin meiner Meinung nach etwas zurückhaltender sein und dafür dann der Vergangenheit mehr Raum gewähren können. So wird es vor allem zum Ende hin sehr spannend, für mich aber einen Tick zu spät.
Die Figuren haben Tiefe, aber ein wenig abgedroschen ist die Storyline à la ‚Mann aus ärmlichen Verhältnissen arbeitet sich empor, begeistert die Frauenwelt mit seiner Attraktivität und trifft dann die Eine, die aus reichem Hause stammt und einen sehr kapriziösen Lebensstil pflegt‘ inzwischen schon… Da die Autorin ja durchaus erzählen kann, hätten mich hier etwas überraschendere Charaktere nicht gestört.

Das Talent Adélaïde de Clermont-Tonnerres blitzt immer wieder auf, dennoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie einfach zu viel wollte. Man muss dabei bleiben, wird dann aber durch das letzte Drittel entschädigt - wenn man über den ein oder anderen Zufall hinwegsehen kann.

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Blieb hiinter den Erwartungen zurück

1945 Dresden. Zum Ende des 2. Weltkrieges, während die Bomben über Dresden fallen und die Stadt zerstören, erblickt Werner Zilch das Licht der Welt. Bei der Geburt stirbt seine Mutter Luise und Werner wird fortan von seiner Tante Martha aufgezogen, doch diese versucht auch, Werners Vater ausfindig zu machen, der in den Kriegswirren unauffindbar scheint. Da er als Raketenforscher einen Beruf hat, der politisch nicht uninteressant ist, wird die Suche nach ihm nicht gerade ungefährlich.

1971 Manhatten/USA. Nachdem Werner Zilch in einer Adoptivfamilie aufgewachsen ist, mutierte er zu einem erfolgreichen Geschäftsmann, der auch dem schönen Geschlecht nicht abgeneigt ist. Doch dann begegnet er Rebecca, einer Tochter aus wohlhabendem Hause. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf ineinander, die Zukunft könnte nicht rosiger sein. Leider verschweigt Rebecca Werner etwas, was die Beziehung der beiden auf eine harte Probe stellt und zum Bruch führen könnte…

Adélaïde de Clermont-Tonnerre hat mit ihrem Roman „Der letzte von uns“ einen historischen Familien- und Gesellschaftsroman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und ungeschönt, erwartet von dem Leser aber auch ein konzentriertes Lesen, da die Autorin zur Detailverliebtheit neigt. Dadurch baut sich die Spannung nur sehr mäßig auf und erlebt ihren Höhepunkt erst im letzten Drittel des Buches, was dem Leser auch einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt, der eine Teil befasst sich mit den letzten Kriegsjahren und der Nachkriegszeit in Nazi-Deutschland, der andere schildert die Zeit der 70er Jahre in den USA. Beide Handlungsstränge sind durch eine gute Recherche über die politischen und gesellschaftlichen Strukturen sehr gut dargestellt. Gelungen sind die Kapitelüberschriften, die es dem Leser durch die Angabe von Daten und Ortsangaben erleichtern, sich in der Geschichte zurechtzufinden.

Die Charaktere sind sehr differenziert ausgearbeitet und individuell gemäß ihren Eigenheiten in Szene gesetzt worden. Sie wirken authentisch und real, leider fehlt es ihnen an einer gewissen Ausstrahlung, so dass es oftmals schwer fällt, mit ihnen mitzufühlen und ihr Verhalten bei gewissen Situationen nachzuvollziehen. Werner hat seine eigenen Eltern nie kennengelernt und ist in eine Adoptivfamilie aufgewachsen. Er ist ein sogenannter Self-Made-Man, erfolgreich in seinem Job und auch die Frauen sind ihm gegenüber nicht abgeneigt. Er wirkt oftmals unnahbar, kühl und wenig emotional. Gleichzeitig darf man seine Vergangenheit nicht vergessen, die einige Narben auf seiner Seele hinterlassen haben dürften. Ab und an zeigt er sein wahres Naturell, was dem Leser Einblick in sein Innerstes gewährt und ihn wesentlich menschlicher wirken lässt. Rebecca kommt aus reichem Hause und macht, was sie will. Sie schert sich nicht um Konventionen, gleichzeitig lässt sie sich auch zu einem melodramatischen Verhalten verleiten, sie wirkt oftmals hypersensibel, dann wieder völlig emotionslos. Der Leser hat oft das Gefühl, eine gespaltene Persönlichkeit zu beobachten.

„Der letzte von uns“ ist ein etwas schwerfälliger Roman über Familiengeheimnisse, Kriegsverbrechen und Vergangenheitsbewältigung. Leider konnte die Geschichte nicht ganz überzeugen, da es der Autorin nicht gelungen ist, den Leser durchgängig zu fesseln und die Handlung erst gegen Ende richtig Fahrt aufnahm. Die Geduld des Lesers wird hier sehr auf die Probe gestellt, bis zum Finale durchzuhalten. Deshalb gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung!

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Durchwachsene Erzählung

INHALT
Dresden 1945, im städtischen Bombenhagel wird Werner Zilch geboren. Seine Mutter Luise kommt dabei ums Leben und Werner wird von Tante Martha aufgenommen. Die folgende Suche nach Werners leiblichen Vater, einem Raketenforscher, bringt allerlei Gefahren mit sich.

Manhattan 1971, Werner Zilch ist ein Womanizer und erfolgreicher Unternehmer. Seine leiblichen Eltern hat er nie kennenlernen dürfen, denn er ist in einer Adoptivfamilie groß geworden. Als er eines Tages, auf die wilde und unangepasste Rebecca aus reichem Hause trifft, scheint sein privates Glück perfekt zu sein. Doch Rebecca hat ein Geheimnis...

MEINUNG
Der Roman von Adélaïde de Clermont-Tonnerre las sich anfangs recht zäh, denn der überschaubare Plot plätscherte nur so vor sich hin. Erst im letzten Drittel des Buchs begann die Story spannend zu werden, weil auf einmal die Vorgeschichte von Ich-Erzähler Werner in den Fokus rückte und sich Überschneidungen mit Rebeccas Familiengeschichte ergaben. Infolgedessen wurde die melodramatische Grundstimmung in ungeahnte Höhen katapultiert. Eine grausige Enthüllung wechselte die nächste ab. Und so viel sei verraten, die schmerzhaftesten Passagen reichten bis in die Endzeit des Dritten Reiches in Deutschland zurück.
Parallel mit dieser tief schockierenden Form der Vergangenheitsbewältigung gelangte die Paarbeziehung von Werner und Rebecca an ihre Grenzen, wobei mich vor allem Rebeccas anhaltendes weinerliches bis apathisches Verhalten gehörig nervte. Werners Unverständnis konnte man in dieser Situation nur allzu gut verstehen.

Die Protagonisten des Romans wurden sehr vielschichtig angelegt, wobei das ein oder andere Klischee (z.B. Reich und Arm) natürlich zum Tragen kam. Mich hat vor allem Hauptcharakter Werner mitreißen können.

Der historische Hintergrund wurde glaubhaft dargestellt. D.h., sowohl die Verbrechen des deutschen Naziregimes als auch das Amerika der 70er wurde ungeschönt abgebildet.

Die Sprache von Adélaïde de Clermont-Tonnerre war klar und unverstellt, sprich authentisch; was mir gefallen hat. Auch die kontinuierlichen Wechsel innerhalb der Erzählzeit, zwischen 1945 und den 70er-Jahren, und der Handlungsorte, Deutschland und USA, belebten die Story. Zudem konnte Werner als Ich-Erzähler überzeugen, weil er zutiefst menschlich agierte und Einblicke in seine Seele zuließ.

FAZIT
Eine insgesamt durchwachsene Erzählung, die erst gegen Ende überraschte und berührte.

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Die Geheimnisse der Vergangenheit

Der Bombenhagel auf Dresden im Februar 1945 ist fürchterlich. Der Chirurg Victor Klemp hat seit Tagen nicht mehr geschlafen, um mit ein paar Rote-Kreuz-Helfern den Verletzten zu helfen. Doch es ist hoffnungslos, denn Medikamente gibt es nicht mehr. Dann wird eine schwer verletzte, hochschwangere Frau gebracht. Sie verlangt von dem Arzt, das Baby zu holen und gibt Anweisung, was mit dem Kind geschehen soll, denn sie ist sich gewiss, dass sie nicht überleben wird: „Er ist der letzte von uns“. So kommt der kleine Werner zu seiner Tante Martha, die dafür sorgt, dass er überleben kann und sie bringt ihn zu seinem Vater.
Ein Vierteljahrhundert später erleben wir Werner Zilch in New York. Er hat mit einem Freund zusammen ein Unternehmen und eine Schlag bei Frauen. Aufgewachsen ist er bei Adoptiveltern. Da begegnet er Rebecca und um ihn ist es geschehen. Rebecca ist die Tochter einer reichen und angesehenen New Yorker Familie. Werner und Rebecca verbindet eine leidenschaftliche Liebe, doch dann beendet Rebecca die Beziehung ohne eine Erklärung.
Der Schreibstil von Adélaïde de Clermont-Tonnerre ist anschaulich und gut zu lesen. Mit jedem Abschnitt wechseln Zeit und Handlungsort; die Kapitelüberschriften zeigen an, wo man sich gerade befindet. Die Charaktere sind vielschichtig angelegt.
Nachdem ich das Buch begonnen hatte, hätte ich es am liebsten wieder beiseitegelegt, denn diese Liebesgeschichte war nicht so meine Sache. Doch mit dem nächsten Kapitel ging es zurück in die Vergangenheit und ich konnte die dramatischen Vorfälle in Dresden miterleben. Damit fing die Geschichte an interessant zu werden.
Mit Werner wurde ich zunächst nicht richtig warm, denn er erschien mir zu oberflächlich. Die Frauen fuhren auf ihn ab und er ließ wohl nichts anbrennen. Dann begegnete er der lebensfrohen und unkonventionellen Rebecca und schon war es um ihn geschehen. Selbst sein Freund Marcus konnte das erst mal nicht ernstnehmen. Aber es war Wern sehr ernst. Ich bekam dann immer mehr Einblick in sein Gefühlsleben und so konnte er mich dann auch gewinnen.
Packen konnte mich das Buch aber erst viel später, als Werner Geschichte eine Verbindung zu Rebeccas Familiengeschichte bekam. Immer wieder wurde Neues aufgedeckt und die Beziehung zwischen den Liebenden einer großen Belastungsprobe ausgesetzt. Das unerwartete Ende dieser Geschichte hat mir gut gefallen.

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Ein wahrer Charmeur

ist "der letzte von uns" Ende der 1960er Jahre. Er: das ist Werner Zilch, der bei Adoptiveltern in den USA aufwuchs, nachdem er unter geheimnisvollen Umständen nach dem Krieg aus Deutschland in die USA gelangt war: als Kleinkind, da er erst 1945, kurz vor Ende des Krieges, geboren wurde, wo seine Mutter direkt nach seiner Geburt in der Dresdner Bombennacht verstarb, nicht ohne ihm dieses Vermächtnis zu hinterlassen: "Ändern Sie seinen Namen nicht. Er ist der Letzte von uns". Das weiß der Leser von Beginn an, Wern, wie Werner, der bei Adoptiveltern aufwuchs, genannt wird, hingegen nicht. Ihm ist nur bekannt, dass sein Name nicht geändert werden sollte - das war auf seine Kleidung gestickt worden und seine Adoptiveltern nahmen dies ernst.

Wern, inzwischen auf dem besten Weg zum erfolgreichen Immobilienmakler und zudem ein wahrer Frauenheld, sieht eines Tages in einem Lokal die Frau seines Lebens, der er nun beharrlich nachstellt. Rebecca, wie sie heißt, erliegt seinen Verführungskünsten und stellt ihn alsbald ihren steinreichen Eltern vor. Doch der Abend wird zum Desaster - während ihr Vater und Wern einfach nicht warm miteinander werden - was zu erwarten war - erleidet die Mutter einen Schock. Und niemand weiß, warum.

Parallel werden die Ereignisse auf zwei Zeitebenen erzählt: die erste beginnt im Jahr 1945 in Dresden, die zweite 1969 in New York. Die Autorin schreibt mitreißend und vermag es, sowohl Situationen als auch Charaktere so bildhaft darzustellen, dass ich als Leserin den Eindruck hatte, ein Film würde vor mir ablaufen. Sehr interessant ist auch die Tatsache, dass im historischen Teil der "reale" Wissenschaftler und Pionier der Raumfahrt Wernher von Braun eine Rolle spielt und damit sehr spannende reale Ereignisse - nämlich seine Rolle im nationalsozialistischen Deutschland und seine Übersiedlung in die Vereinigten Staaten in den Erzählverlauf eingebunden werden.

Die Geschichte ist also wirklich fesselnd und faszinierend, auch wenn sie so einige Räuberpistolen enthält und manchmal ein bisschen zu weit geht - es hat für mich den Anschein, als wolle die französische Autorin möglichst viele ihrer Sachkenntnisse zur deutschen und amerikanischen Geschichte "verbraten", wobei sie sehr großen Wert auf das Spektakuläre legte.

Doch leider ist dies nicht das Einzige, was mich gestört hat. Ein weiteres Manko war aus meiner Sicht die extreme Schwarz-Weiß-Malerei von Ereignissen und Charakteren an einigen Stellen, sowie die teilweise recht umständliche Erzählweise. Eigenartigerweise werden einige Begebenheiten ausgesprochen ausführlich dargestellt, andere hingegen, die aus meiner Sicht eine wesentlich größere Bedeutung für den Erzählverlauf haben, werden nur kurz, in Auszügen, oder gar nur durch Anspielungen erwähnt.

Also ein Roman, nach dessen Lektüre ich mich hin- und hergerissen fühlte. So mitreißend die Schilderungen auch waren, so störend waren die genannten Mängel, die sich mehrfach wiederholte. Dennoch würde ich erneut zu einem Roman der Autorin Adélaïde de Clermont-Tonnerre greifen und zwar in der Hoffnung, dass sie sich in vorliegendem Roman ordentlich ausgetobt hat und ihre nächsten schriftstellerischen Projekte etwas gelassener und durchdachter angeht.

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