Jonathan Safran Foer: Alles ist erleuchtet

Jonathan Safran Foer: Alles ist erleuchtet

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Jonathan Safran Foer: Alles ist erleuchtet
Verlag
ET (D)
2003
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Everything is Illuminated
ET (Original)
2002
ISBN-13
9783596156283

Informationen zum Buch

Seiten
383

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Mein gesetzlicher Name ist Alexander Perchow.

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Handlungsort

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Ein junger Amerikaner reist durch die Ukraine. Lebt sie noch, die Frau, die seinem jüdischen Großvater während der Nazizeit das Leben gerettet hat? In einem klapprigen Auto macht er sich auf die Suche nach einer gespenstischen Vergangenheit. Seine Reiseführer sind ein alter Ukrainer und dessen Enkel Alex, der ein herrlich verrücktes Englisch spricht.

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Es gibt Romane für die man Durchhalte vermögen braucht...

"Everything is illuminated" (Alles ist erleuchtet) gehört definitiv dazu! Nachdem ich den Roman mehr als einmal am liebsten in eine Ecke gepfeffert hätte, hatte ich trotzdem den Eindruck "Wenn ich nicht weiterlese verpasse ich etwas." Und siehe da: Es hat mich gepackt, auf einmal und das, als ich mir schon einen Leseplan gemacht hatte um das Buch überhaupt noch durch zu bekommen.

Ehrlich gesagt gibt vieles beim Lesen erst einmal keinen Sinn. Man denkt sich mehrmals nur noch HÄ?? Was soll das Ganze eigentlich und warum bin ich hier? Die verschiedenen Zeit und Erzählebenen sind etwas schwer auseinander zu dröseln. Wer wie ich das Buch dann auch noch auf englisch liest, könnte scheitern. Ich empfehle wirklich nur geübten, routinierten Englischlesern das Original zu lesen.

Was hat nun eigentlich dazu geführt das ich das Buch nun doch ziemlich gut finde? So genau kann ich das gar nicht beantworten. Ich schätze ich stehe einfach auf abgedrehte Literatur.

Ansonsten rate ich möglichst nur kleine Lesepausen ein zu legen. Wenn man sich erst einmal an die Erzählweise gewöhnt hat kommt man finde ich schon ganz gut klar mit dem Stil. Außerdem hilft einem das Dranbleiben am Text dabei etwas besser durch zu steigen worum es in der Handlung eigentlich geht. Denn diese ist genau genommen hinter all dem seltsamen Humor, der verwirrenden Erzähltechnik, den merkwürdigen Figuren eine tieftraurige Geschichte. Jonathan S. Foer hat in seine Erzählung so manches Mal einen Kern getroffen, vielleicht sogar das Gefühl einer ganz besonderen Generation. Ich finde er zeigt auch was Erinnerung bedeuten kann und was sie auch nach Jahren noch verändern kann - für immer.
Es gibt hier fast schon grausame Momente, es werden Dinge beschrieben die einen beim Lesen durchaus an die Grenzen dessen bringen was man emotional ertragen kann, weil man weiß das solche Dinge wirklich geschehen sind, eine grausame Wirklichkeit. Aber ich finde der Roman regt auch zum Nachdenken an. Über die eigene Familie vor allem und ihre Rolle im eigenen Leben, auf den Blickwinkel den man auf sie hat. Was die Veränderung des Blickwinkels bedeuten könnte...

Ich finde "Everything is illuminated" ist ganz großes Kino - Ein Erzählstil der Total abgedreht ist, gepaart mit noch abgedrehteren Figuren - die dabei aber oft echter wirken als so manche gewöhnliche Figur die eigentlich näher an der Normalität dran wäre. Allein Alexander und sein Großvater sind zum Teil einfach nur göttlich und Jonathan ist eine Figur die ich sehr gerne mag.
Der Roman lässt mich dennoch etwas verwirrt zurück. Irgendwie muss ich mich jetzt erst einmal sammeln. Ich glaube das es an der Art und weise liegt wie die Thematik des Holocaust verarbeitet wurde. Dadurch das man sich als Leser selbst mit auf diese Reise der Figuren begibt, hat man das Gefühl selbst dabei gewesen zu sein und irgendwie hatte ich dadurch einen sehr engen Bezug zu den Figuren, obwohl der Stil selbst oft eher ein wenig distanziert ist, wie ich finde. Schon merkwürdig, normalerweise passiert es mir praktisch nie das mir ein Buch auf einmal so gut gefällt, das ich meine extrem schlechte Meinung komplett über Bord werfe und es nun einfach, ja irgendwie genial finde. Jetzt am Ende des Buches habe ich auch nicht mehr dieses ganz große Fragezeichen im Kopf. Foer gehört inzwischen zu meinen Lieblingssschriftstellern, aber ich kann auch gut verstehen wenn man mit seinen Roman nicht so recht warm wird.

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Lesenswert

Zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten mit den verschiedenen Erzählsträngen zurechtzukommen, aber nach und nach klärte sich alles auf. Ich hätte es vielleicht besser gefunden, zu Anfang zu erklären, woher die Informationen über die Geschichten aus dem Shtetl kamen, denn ich war mir lange Zeit nicht sicher, ob es nun eine wahre Begebenheiten oder eine fiktive Geschichte handelte, welche Jonathans Fantasie entsprungen ist.
Jeder Erzählstrang hat seine ganz eigene Note. Die Reisebeschreibung ist stellenweise sehr witzig und auch nötig, um das Grauen wieder etwas abzufangen und ein wenig aufzuatmen. Der Charakter von Saschas und sein herrliches Englisch zauberten mir des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht. Die Briefe von Sascha an Jonathan waren für mich sehr wichtig, denn sie offenbarten am meisten von Saschas Charakter und seiner faszinierend liebenswerten und zarten Seele, eine Eigenschaft welche man zu Anfang bei ihm nicht vermutete. Die Geschichten aus dem Shtetl, waren die bittere und grausame Realität. Dies waren die Stellen, die mir abwechselnd Herklopfen, Trauer, Wut und Tränen beschert haben.
Ein Buch, welches auf alle Fälle wert ist, gelesen zu werden, aber es geht an die Substanz. Meines Erachtens waren die Geschichten aus dem Shtetl deswegen so wichtig, da durch sie Trachimbrod eine ganz persönlich Seite bekam. Es waren keine anonymen ukrainischen, jüdischen Dorfbewohner, sondern Menschen mit ihren liebenswerte Macken und Geschichten. Das machte die ganze Geschichte noch um ein vielfaches intensiver.

Dieses Buch ist absolut lesenswert, sehr emotional und wurde mit sehr viel Liebe geschrieben

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Welch schräges, witziges aber auch bitterernstes, tieftrauriges und hintergründiges Buch. Zugegebenermaßen kein allzu leicht lesender Roman da die drei unterschiedlichen Erzählstränge zu Beginn recht zusammenhanglos nebeneinander stehen. Da ist einmal Alex, ein ukrainischer junger Mann, der gemeinsam mit seinem Großvater einen jüdischen Amerikaner bei dessen Suche nach seiner Vergangenheit begleitet. Alex erzählt in einer unnachahmlichen Sprache (er ist noch immer dabei seine Englischkenntnisse zu erweitern), wie diese Reise ablief die auch eine Reise in seine bzw. die Vergangenheit seines Großvaters wird.

Der zweite Erzählstrang kommt von dem Amerikaner, der die Geschichte seiner Familie darstellt, beginnend mit der Urururururgroßmutter Brod (sollte ich ein Ur vergessen haben, bitte ich dies zu entschuldigen :-)). Immer wieder zwischen Realität und Phantasie hin und her wechselnd, entsteht ein kunterbuntes Bild des Schtetls in dem die Familie des Amerikaners zuhause war. Der dritte und letzte Teil des Buches stammt wieder von Alex. Er und sein früherer Gast tauschen die jeweils geschriebenen Abschnitte aus und Alex kommentiert sie in seinen Briefen die zudem die Geschehnisse in seiner Familie sowie seine Gedanken im Allgemeinen und im Speziellen beinhalten.

Die Familiengeschichte von Foer (der den Amerikaner darstellt), spannt sich von 1791 bis zum II. Weltkrieg, während dem das gesamte Dorf der Vernichtung anheim fiel. Foers Großvater war der Einzige der sich retten konnte dank der Hilfe einer Frau, auf deren Suche sich nun der Enkel befindet. Es ist eine anrührende Geschichte über die Suche nach der Vergangenheit, nach Liebe, nach sich selbst, nach dem was zählt. Und irgendwie sind alle auf der Suche.

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