Alyson Richman: Abschied in Prag

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Alyson Richman: Abschied in Prag
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Lost Wife
ET (Original)
2012
ISBN-13
9783453359598

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Erster Satz
Er hatte sich für den Anlass mit größter Sorgfalt gekleidet, der Anzug war gebügelt, die Schuhe waren poliert.

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Handlungsort

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Lenkas und Josefs Geschichte beginnt im Prag der 1930er Jahre. Kurz nach ihrer Heirat werden die jungen Liebenden beim Einmarsch der Deutschen auseinandergerissen. Josef emigriert, arbeitet als Arzt in New York, heiratet. Lenka entrinnt im Konzentrationslager dem Tod nur knapp und beginnt nach dem Krieg ein neues Leben in den USA. Obwohl sie glauben, einander nie wiederzusehen, vergessen sie ihre Liebe nie. Bis sie sich sechs Jahrzehnte später in New York zufällig begegnen…

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Aufwühlend und sehr bewegend

1939 findet die Liebe Lenkas und Josefs ein jähes Ende: der Einmarsch der Deutschen reißt die beiden frisch Verheirateten auseinander. Während Josef in die Vereinigten Staaten emigrieren kann und dort als Arzt in New York City arbeitet, entkommt seine große Liebe nur knapp dem Vernichtungswahn der Nazis. Lenka überlebt Theresienstadt und Auschwitz und beginnt nach der Befreiung Europas in den USA ein neues Leben. Auch wenn sie sich verloren haben, kann keiner den anderen je vergessen. Und dann, gut 60 Jahre nach ihre Trennung, begegnen sich Lenka und Josef zufällig wieder...

Vom ersten Moment an hat mich dieser Roman gefesselt. Wie traurig und gleichzeitig großartig ist dieser Einstieg, als sich Lenka und Josef, die sich so viele Jahrzehnte für immer verloren hielten, als über 80jährige auf einer Hochzeit in New York City wiederbegegnen. Zwei verlorene Leben möchte man meinen, denn sie haben es ohne den jeweils Anderen gelebt. Andererseits ist es eben auch ein riesiges Glück, dass die große Liebe in diesem hohen Alter noch einmal zurückgekehrt ist.

Sehr gekonnt fängt Alyson Richman das Leben im Prag der 30er Jahre ein. Lenka, Tochter eines Glashändlers und einer künstlerisch sehr begabten Mutter, führt ein behütetes Leben und konnte sich mit einem Kunststudium einen sehr großen Wunsch erfüllen, als sie Josef, einen jungen Medizinstudenten, kennenlernt. Für beide ist es die große Liebe, die nicht einmal die Nazis und all ihre unmenschlichen Taten zu zerstören vermögen.
Ebenso gekonnt fängt die Autorin die Schrecken, die mit dem Einmarsch der Deutschen einhergehen, die Gräueltaten, die sie an der Bevölkerung verüben und den unvorstellbaren Horror der Konzentrationslager, ein. Fast noch bedrückender sind die Schäden, die Lenkas und Josefs Seele genommen haben. Die Schuld der Überlebenden nagt sehr stark an beiden - umso trauriger, dass sie so lange nichts voreinander wussten.

Für mich ist "Abschied in Prag" ein emotional aufwühlender Roman, der mich durch die bildhafte, detailreiche Sprache, die glaubhaften Charaktere und den korrekten historischen Rahmen sehr berührt und vor allen Dingen auch überzeugt hat. Wenn ich ein Buch, das diese dunkelste Zeit gekonnt behandelt, gelesen habe, dann denke ich jedes Mal, dass es immens wichtig ist, dass es solche Romane gibt. Wissenschaftliche Literatur mag vom Prinzip wichtiger sein, aber Literatur kann - wie in diesem Fall - eben auch viel erreichen: nämlich, dass wir begreifen, dass wir diese Zeit und die unzähligen Toten niemals vergessen dürfen. Alleine, damit so etwas nie wieder geschehen kann.

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Dramatisch und bewegend

„Abschied in Prag“ ist die Geschichte von Lenka und Josef aus Prag, die sich in den frühen 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ineinander verlieben.
Als sich die Situation der Juden auch in der damaligen Tschechoslowakei dramatisch verschlimmert, beschließen die beiden zu heiraten und in die USA zu emigrieren.
Durch unglückliche Umstände verlässt aber nur Josef mit seiner Familie das Land und Lenka bleibt mit ihrer Schwester und den Eltern zurück.
Man erlebt, kapitelweise im Wechsel, die Geschichte der beiden rückwirkend erzählt.
Dabei ist Lenkas Schicksal weitaus tragischer, als das von Josef!
Nachdem der Alltag für Ihre Familie immer schwieriger geworden war, kommen sie nach Theresienstadt. Und von dort gehen regelmäßig Transporte nach Osten....
Die Geschichte wird rückwirkend erzählt. Immer kapitelweise abwechselnd in der Ich-Form, was die Dramatik noch erhöht, da man gefühlt näher am Geschehen beteiligt ist.
Den Schreibstil kann ich nur als "extrem fesselnd" beschreiben.
Gerade die Beschreibungen aus dem KZ sich sehr bildhaft, da unglaublich detailliert was den grausamen Alltag der Häftlingen betrifft.
Auch wenn man viele historischen Fakten kennt, ist die lebendige  Darstellung hier teilweise schon sehr beklemmend.
Aber auch die Beschreibung der weiteren Lebenswege nach dem Krieg sind sehr emotional.
Irgendwie fühlt man immer direkt mit: Beide sind nie glücklich, da nie wirklich komplett.
Als sie nach vielen Jahren durch eine unglaubliche Fügung aufeinandertreffen, ist es wie eine Erlösung.
Auch wenn Lenka und Josef nur eine kurze Zeit gemeinsam hatten wussten beide immer, dass sie füreinander bestimm waren.
Interessant und beeindruckenden fand ich, dass einige der Insassen des Lagers Theresienstadt tatsächlich gelebt haben und das ihr Schicksal hier noch einmal, wenn auch nur kurz, erzählt wird.

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Gegen das Vergessen

Im Jahr 2000 macht sich Josef in New York fertig für die Hochzeit seines Enkels. Er freute sich schon seit Monaten auf die Hochzeit. Welche er wohl fühlen würde, wenn er wüsste, was für eine Überraschung ihn auf dem Fest erwartet. Dort wird er nach sechzig Jahren der Liebe seines Lebens wieder begegnen.
Lenkas und Josefs Geschichte beginnt im Prag der 1930er Jahre. Kaum sind die beiden verheiratet, werden sie auch schon auseinander gerissen. Während Josef emigriert und es ihn nach New York verschlägt, kommt Lenka ins Konzentrationslager und überlebt nur knapp. Nach dem Krieg geht auch sie nach Amerika. Bei glauben, dass der andere nicht überlebt hat und nun stehen sie voreinander.
Wir erfahren, was geschehen ist, aus der Sicht von Lenke und Josef. Die beiden sind durch eine große Liebe miteinander verbunden, obwohl sie sich ein anderes neues Leben aufgebaut haben in der Annahme, dass sie den geliebten Menschen nie wiedersehen werden.
Josef kam nach New York, wurde Arzt und heiratete. Dennoch spürt er sein ganzes Leben lang eine Schulde, weil er damals wegging und seine Frau zurückließ. Er hat erfolglos versucht herauszufinden, ob sie noch lebt und was geschehen ist.
Lenka kommt zuerst ins KZ Theresienstadt und später nach Ausschwitz. Die Kunst hat ihr geholfen, den Verlust der Familie und das KZ zu überstehen. Die Kunst ist Werkzeug des Widerstands und Dokumentation der Gräuel. Aber dass sie überleben durfte, während alle ihr nahestehenden Menschen dem Holocaust zum Opfer fielen, bleibt ein Trauma, unter dem Lenka immer gelitten hat.
Ich habe mit Lenka und Josef mitgefühlt. Es ist eine tragische Geschichte, die die beiden erleben mussten. Aber besonders Lenka hat Schreckliches erleiden müssen. Es ist der Autorin sehr gut gelungen, dies einfühlsam und dennoch ausdrucksstark herüberzubringen. Obwohl sowohl Josef als auch Lenka ein glückliches Leben geführt haben, ist doch ihre erste Liebe nie vergangen und die Sehnsucht blieb.
Es ist eine sehr emotionale Geschichte, die mich gepackt hat und nicht so schnell loslassen wird.

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