Anna Hope: Abgesang

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Anna Hope: Abgesang
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Wake
ET (Original)
2014
ISBN-13
978-3463403229

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in

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Handlungsort

Stadt
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London, Herbst 1920. Eine Neuigkeit bewegt die Gemüter. Die englische Regierung lässt - zum ersten Mal in der Geschichte - die Überreste eines Unbekannten Soldaten exhumieren. In fünf Tagen soll er mit allen militärischen Ehren in der Westminster Abbey bestattet werden. Feierlich wird der Leichnam von den Schlachtfeldern an der Somme nach London gebracht.

In diesen fünf Tagen der Überführung müssen drei Frauen mit ihrer eigenen Trauer fertigwerden. Ada hat ihren 18jährigen Sohn im 1. Weltkrieg verloren und nie erfahren, unter welchen Umständen er eigentlich gestorben ist. Die beinahe 30jährige wohlhabende Lady Evelyn wendet nach dem Tod ihres Geliebten dem Leben den Rücken zu und arbeitet in der Behörde, die Kriegsversehrten ihre Rente zuteilt. Die 19jährige Hettie ist im glamourösen "Palais" für einen Sixpence als Tanzpartnerin zu mieten. Sie träumt davon, sich zu verlieben und dem tristen Leben mit ihrer verwitweten Mutter und dem traumatisierten Bruder zu entfliehen.

Ein packender Roman über die Folgen des Krieges und den Beginn einer neuen Zeit, in der sich die Frauen veränderten - für immer.

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Abgesang auf den Krieg

London 1920, die Vorbereitungen für die öffentliche Bestattung des „unbekannten Soldaten“ als allgemeinem Trauertag, aber auch als endgültiger Abschied vom Krieg laufen auf Hochtouren. „Abgesang“ erzählt von 3 Frauen und wie ihr Leben durch den Krieg verändert wurde. Ada hat ihren Sohn verloren und kann sich damit nicht abfinden, sie lebt selbst wie ein Gespenst, (Lady) Evelyn arbeitet bei der Pensionskasse und betrauert ihren Geliebten und Hettie arbeitet als Miettänzerin im Hammersmith Palais, weil ihr Bruder nach seiner Rückkehr aus dem Krieg nicht mehr derselbe und unfähig ist, einen Anteil am Familieneinkommen zu tragen. Der Zusammenhang zwischen den drei Frauen wird erst nach rund drei Vierteln des Buchs deutlich, das macht aber nichts, da auch so jede einzelne ihrer Geschichten oder besser gesagt Schicksale erzählenswert ist.

Eigentlich gefällt mir der englische Titel besser: „Wake“ – damit ist sicherlich in erster Linie die Totenwache gemeint, aber man kann den Titel auch als Appell an die Hauptfiguren verstehen, aufzuwachen, Trauer und Verbitterung zu überwinden und zu leben. Hope gibt ihren Figuren die Möglichkeit endlich ihre Gefühle in Worte zu fassen und so eine Chance auf ein Leben zu haben.

Trotz der Hoffnung für die Hauptfiguren überwiegt bei diesem Roman allerdings das Gefühl der Melancholie, man seufzt unwillkürlich auf, wenn Hope in kleinen Nebenepisoden deutlich macht, dass diese Frauen nicht die letzten sein werden, die Verluste erleben, irgendeinen Krieg gibt es immer.

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Fünf Tage im November

Fünf Tage im November 1920 stehen im Fokus dieses Buches - der 7. bis 11. November, um genau zu sein. Auf den 11. November steuert die gesamte Handlung zu. Dieser Tag ist nicht nur der zweite Jahrestag des Kriegsendes, sondern auch der Tag, an dem die sterblichen Überreste des "Unbekannten Soldaten", der stellvertretend für die vielen Gefallenen des ersten Weltkriegs aus Frankreich heim nach England geholt wurde, unter großem Pomp in der Westminster Abbey beigesetzt werden sollen.

Der Krieg mag seit zwei Jahren aus sein, aber die Wunden, die er gerissen hat, sind längst noch nicht verheilt. Das gilt nicht nur für die heimgekehrten, traumatisierten, oft auch verstümmelten Soldaten, denen es schwerfällt, sich wieder einzuleben, die von der Gesellschaft zwar als Helden gefeiert wurden, aber keinerlei Hilfestellung bei der Wiedereingliederung ins "normale" Leben erhalten.

Auch die Daheimgebliebenen müssen mit den Veränderungen leben, die der Krieg über sie gebracht hat. So auch die drei Frauen, die im Mittelpunkt des Buches stehen: Hettie, kaum dem Teenageralter entwachsen, schlägt sich als "Tanzlehrerin" in einem abgewrackten Tanzlokal durch, um ihre Familie über Wasser zu halten, und träumt von einem besseren Leben; Evelyn, Tochter aus gutem Hause, arbeitet bei der Pensionskasse, um von ihren Eltern unabhängig zu sein, von denen sie sich entfremdet hat, und trauert der Vergangenheit nach oder auch der Zukunft, die sie ohne den Krieg hätte haben können; und Ada ist gänzlich gefangen in der Trauer um ihren Sohn, der in Frankreich gefallen ist, glaubt ihn überall zu sehen und hofft auf ein Wunder.

Im Laufe der fünf Tage geschieht vieles im Leben dieser drei Frauen, und alle drei müssen sich auf neue Weise mit ihren Gefühlen, ihren Erlebnissen und, mehr oder weniger direkt, auch mit dem Krieg auseinandersetzen.

Anna Hope ist ein wunderbares Buch über diese harte Zeit gelungen, das sehr deutlich macht, dass mit dem Verstummen der Waffen der Krieg nicht einfach vorbei ist und für viele Menschen das Schwierigste dann erst beginnt. Das zeigt sie in vielen Facetten, an scheinbaren Kleinigkeiten sehr eindringlich auf und schafft mit oft ganz wenigen Worten höchst lebendige Charaktere, mit dem Fingerspitzengefühl, das die Thematik des Buches erfordert, und einem schlichten, knappen Erzählstil, der auf relativ wenigen Seiten unglaublich viel zu vermitteln vermag. Kitsch, Melodramatik und unkritische Heldenverehrung fehlen vollkommen, aber trotzdem - oder gerade deshalb - hat mich der Roman immens berührt.

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